Schulwesen in Zoppot

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  • Eva Altstaedt +13.12.2018
    Forum-Teilnehmer
    • 10.02.2008
    • 89

    #16
    AW: Schulwesen in Zoppot

    Da fällt mir noch ein Name aus dem Realgymnasium auf: Rindfleisch, der hatte den Spitznamen Beef. Mein Bruder hatte bei dem Unterricht. So viel ich weiß, hat er den Krieg überlebt.
    Liebe Grüße
    Eva.

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    • asche
      Forum-Teilnehmer
      • 11.12.2009
      • 211

      #17
      AW: Schulwesen in Zoppot

      Eva, dein Bericht über den Herrn v. Brzesky ist wirklich sehr interessant. Dass es jederzeit und überall üble Opportunisten gibt, wussten wir schon vorher, hier sieht man aber außerdem, wie sich die selbst-empfundene Zugehörigkeit blitzschnell wandeln kann, nicht nur bezüglich Religion und Ideologie, sondern auch zum "Volk". Dass der letztere Begriff also sehr fragwürdig ist, hat sich noch nicht überall herumgesprochen.

      Hier, apropos Lessingschule, ein Artikel aus meinen Unterlagen: Danziger Neueste Nachrichten, 23/24. März 1935. Er betrifft Johannes Knaust, einen von drei angehenden SPD-Stadtverordneten. (NSDAP 15, Zentrum 7, "Liste Weber/Weiße" 2, Polen-Liste 1). Sein Sohn besuchte das Realgymnasium.

      ---------------------------- Zitat Anfang

      Ein Lehrkollegium protestiert gegen SPD-Lehrer.

      An der Schule Lessingstraße in Zoppot unterrichtet ein Lehrer, der als Kandidat auf der Wahlliste der Sozialdemokratie steht. Die Lehrerschaft dieser Schule hat unterm 21. d. M. an den Senat, Abteilung V, dieserhalb folgenden Protest gegen ein Zusammenwirken mit diesem Kollegen gerichtet:

      "Es steht fest, daß Herr Lehrer Knaust, Schule Lessingstraße, auf der Kandidatenliste der Sozialdemokratie steht. Damit erbringt er den Beweis für seine Arbeit gegen die NS-Regierung und damit gegen Deutschland.

      Das unterzeichnete Kollegium ist entrüstet über solch separatistisches Verhalten eines Jugenderziehers und muß es ablehnen, mit demselben an dieser Schule zusammen zu arbeiten, da er gerade in unserm Stadtteil besonders Gelegenheit findet, Jugend und Elternschaft gegen unsere Bestrebungen für Volksgemeinschaft im Sinne der Forderungen der NS-Regierung nachteilig zu beeinflussen."

      gez. O. Czischke, Schulwart, Jahnke, v. Brzesky, Böhnke, Grabinski, Krüger, Lapke, Turowski, Lenzer, Dudek, Ed. Lück, Konrektor, H. Kriesel, H. Kahlweiß, A. Hausmann, W. Maletz, H. Derowski.

      ---------------------------- Zitat Ende

      Meine Unterlagen besagen nicht, wie die Sache ausgegangen ist, aber man darf von einer Zwangsversetzung ausgehen. Ferner ist wohl klar, dass es sich nicht um "spontanen Protest" handelte, sondern nach dem Führerprinzip von oben eingefädelt wurde. Wer die Unterschrift verweigerte, riskierte das Gleiche - oder wurde zumindest in dieser Befürchtung gelassen. Die Wahlen wurden noch (anders als etwa 1933 in Deutschland) vom Völkerbund überwacht, die NSDAP-Regierung ließ aber kaum ein Mittel aus, um jegliche Opposition zu entmutigen. Der Schulrat Schramm war als skrupellos berüchtigt.

      Gruß an alle,
      Alexander
      Herzliche Grüße,

      - Alexander -

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      • achimbodewig
        Forum-Teilnehmer
        • 03.06.2008
        • 497

        #18
        AW: Schulwesen in Zoppot

        Oh Mann, wenn ich das lese, kann ich nur wiederholen, was ich so oft schon gesagt und noch öfter gedacht habe: ich bin so froh, im Jahre 1966 in Süddeutschland geboren zu sein. Und nicht am selben Ort, aber 40 Jahre früher. Und auch nicht im Jahr 1966 und an anderem Ort. Wir leben wirklich in einer guten Zeit. Und an einem guten Ort.

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        • Eva Altstaedt +13.12.2018
          Forum-Teilnehmer
          • 10.02.2008
          • 89

          #19
          AW: Schulwesen in Zoppot

          Oh Mann, da sagst Du wirklich was, es war damals wirklich kein Spaß. Ein politischer Witz, dem Falschen erzählt, konnte schon KZ bedeuten, wir hatten ständig Angst um unsere Mutter, die hatte schon ein paar Abmahnungen bekommen, vor dem KZ bewahrt hat sie wohl nur die Tatsache, daß drei ihrer Söhne an der Front waren.
          Aber nun zu dem eigentlichen Thema und dem Bericht von Alexander: Du hast vollkommen Recht, wenn Du meinst, daß der "spontane Protest" von oben verordnet wurde und die Lehrer zur Unterschrift gezwungen wurden. Von den Lehrkräften Lück, Turowski, Krüger, Kahlweiß, Kriesel und Maletz würde ich es fast mit Bestimmtheit sagen, daß die keine Nazis waren. Lenzner, der wurde von den Kindern heimlich Flissak genannt (auch von seinem eigenen Sohn), er war sehr gefürchtet, aber seine politische Einstellung weiß ich nicht.
          Nun wünsche ich allen ein frohes Weihnachtsfest, verbunden Mit dem Wunsch, daß solche Zeiten nie wieder kommen,
          bleibt schön gesund und laßt Euch reichlich beschenken ).
          Eva aus Zoppot.

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          • Eva Altstaedt +13.12.2018
            Forum-Teilnehmer
            • 10.02.2008
            • 89

            #20
            AW: Schulwesen in Zoppot

            Ach ja, da wäre noch etwas, das vielleicht für Lieselotte Fischer von Interesse ist. Du fragtest doch nach, ob jemand weiß, wer im Reuterweg 18 gewohnt hat. Gleichzeitig fragtest Du nach dem Namen Fischer in Zoppot, der was mit dem Schlachthof zu tun hatte. Ich habe im Einwohnerbuch Danzig von 1942 nachgesehen, den habe ich zwar nicht gefunden, aber im Reuterweg 18 wohnte u.a. ein Kurt Gronke, Großschlächterei, vielleicht ist das der von Dir Gesuchte.
            Liebe Grüße von der Zoppote Eva.

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            • KMeissner
              Forum-Teilnehmer
              • 10.11.2012
              • 3

              #21
              AW: Schulwesen in Zoppot

              Hallo Raimund, Ich bin der Autor des neuen Beitrages über eine Dokumentation für das Muzeumsopotu. Ich bin zu der genannten Zeit auf der Mittelschule gewesen. Für ein Foto wäre ich sehr dankbar.
              Klaus Meissner, E-Mail: steinautal@gmail.com

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              • asche
                Forum-Teilnehmer
                • 11.12.2009
                • 211

                #22
                AW: Schulwesen in Zoppot

                Linksoppositionelle wurden handfest terrorisiert, praktischerweise von nächtlichen Schlägertrupps und Äußerungen des "Volkszorns" wie oben beschrieben; die Amtsträger wollten 1935 noch vermeiden, sich öffentlich kompromittieren.

                Die bürgerliche Schicht wurde auf subtilere Weise kirre gemacht: Beförderungen und andere Vergünstigungen produzierten willige Nazis am laufenden Band, wie den besagten Herrn Birkner. Dennoch hätte die große Zahl aufrechter Bürgerlicher die Nazis ohne Weiteres davongejagt, hätten diese nicht so viele bürgerliche Ziele "besetzt", allen voran die Eingliederung ins Reich.

                Wer die aktuellen Ereignisse in Ägypten verfolgt, wird einige Parallelen finden. Auch im heutigen Süddeutschland besteht Anlass zur Wachsamkeit und Zivilcourage, somit auch die Möglichkeit, vor der Nachwelt zu versagen. Ebenso im heutigen Polen. Es genügt nicht, die Feinde der Demokratie zu bekämpfen, man muss auch anstreben, dass sich solch explosive Situationen gar nicht erst entwickeln, weder lokal noch weltweit. (Hat nichts mit dem Schulwesen zu tun? Aber ja, damals in Zoppot sowie immer und überall!)

                Alexander
                Herzliche Grüße,

                - Alexander -

                Kommentar

                • Raibin
                  Forum-Teilnehmer
                  • 07.12.2012
                  • 43

                  #23
                  AW: Schulwesen in Zoppot

                  Liebe Landsleute, liebe Zoppoter,

                  wer erinnert sich noch, in welchem Jahr im zweiten Weltkrieg das Schulgebäude des OLZ in der Beethovenstraße geschlossen wurde und die Schülerinnen weiterhin in der Horst-Wessel-Oberschule unterrichtet wurden? Wer war von nun an Leiter der Schule für Mädchen, die bisherige OStD Frau Seifert oder der Leiter der Horst-Wessel-Oberschule – OstR Dr. Gohlke?

                  Für Eure Hilfe danke ich im voraus - Raimund

                  Kommentar

                  • urszula okroy
                    Forum-Teilnehmer
                    • 31.08.2013
                    • 2

                    #24
                    AW: Schulwesen in Zoppot

                    Hallo ich bin neu dabei, habe hier schon einiges gelesen. z. B. Dauersuche Kohnke. Finde aber diese Seite nicht mehr. Kenne mich am Rechner auch nicht 100%

                    Kommentar

                    • urszula okroy
                      Forum-Teilnehmer
                      • 31.08.2013
                      • 2

                      #25
                      AW: Schulwesen in Zoppot

                      aus. Meine Mutter war eine geb. Kohnke und mein Onkel Siegfried heißt auch so. Er ist 85 Jahre diesen Monat geworden. Beide waren wohl zur Pestalotzieschule in Zoppot gegangen. Wir wohnten früher auf der Schulstrasse oder alte Schulstrasse in Zoppot. Mein Vater war bei der Bahn und das Haus gehörte der Bahn. Es soll heute noch dort stehen. Habe nur wenig Erinnerung. Ich weiß nur das dort in der Nähe eine Zugbrücke war.

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                      • radewe
                        Forum-Teilnehmer
                        • 08.03.2008
                        • 935

                        #26
                        AW: Schulwesen in Zoppot

                        Guten Tag Urszula,
                        schön, dass Du dieses Forum gefunden hast.

                        HERZLICH WILLKOMMEN!

                        In Zoppot gab es häufig den Familiennamen KOHNKE.
                        Hier einige Trauungen:
                        August Jacob KOHNKE (°° 1885) Auguste Elisabeth BIOKOWSKI
                        Franz KOHNKE (°° 1891) Eva Johanna KLOSCHINSKI
                        Jacob KOHNKE (°° 1878) Albertine PALISCHEWSKA
                        Valentin Martin KOHNKE (°° 1900) Rosalie SIROCKI
                        Josef KOHNKE (°° 1898) Anna Rosalie Gertrud HELWIG

                        Grüße von Hans-Werner aus Hamburg
                        PS.: 1910 heiraten der Ww. Franz OKROY & Maria F. RENZ, 1899 August OKROI & Rosalie PIATROWSKI, in Zoppot.
                        „Franz Okroy“ wird in der Bahn-Personalakte-Danzig geführt, Du kannst für ca. 35,00 € die –Akte abfordern, es lohnt sich.
                        Die Adresse habe ich.
                        Ich suche Geburtsdaten Michael BERGMANN um *1808, WO??
                        Im November 1835 heiratet er `katholisch´ Anna Elisabeth SCHULZ aus Zoppot.
                        Er, seine Ehefrau & die Nachkommen lebten in Carlikau, Fischerkolonie (Fischerplatz).

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                        • Karin Langereih
                          Forum-Teilnehmer
                          • 17.02.2008
                          • 1092

                          #27
                          AW: Schulwesen in Zoppot

                          Guten Morgen Hans-Werner,
                          wurden auch Personal-Akten über Straßenbahnfahrer in Danzig geführt?
                          Viele Grüße Karin

                          Kommentar

                          • asche
                            Forum-Teilnehmer
                            • 11.12.2009
                            • 211

                            #28
                            AW: Schulwesen in Zoppot

                            Hallo Urszula,

                            "Dauersuche nach KOHNKE ..." steht in der ständigen Unterschrift des hiesigen Mitglieds "christian65201". Du kannst ihm unter https://www.danzig.de/member.php?148-christian65201 eine Nachricht schicken. Der Name taucht hier recht häufig auf, du findest alle Nennungen (darunter Christians sämtliche Zuschriften) über Google: https://www.google.de/search?q=site:danzig.de+kohnke .

                            Für weitere Anfragen sind Vornamen und genaue Adressen hilfreich. Meist ist es dann problemlos möglich, die alten Häuser zu identifizieren - die Hausnummern blieben zum großen Teil unverändert.
                            Herzliche Grüße,

                            - Alexander -

                            Kommentar

                            • radewe
                              Forum-Teilnehmer
                              • 08.03.2008
                              • 935

                              #29
                              AW: Schulwesen in Zoppot

                              Guten Tag Karin,


                              in die Akten der Straßenbahner-Betriebsangehörigen würde ich auch gerne schauen, habe sie noch nicht entdeckt.
                              In meinem Beitrag #26 meinte ich die Personalakten der „Eisenbahner“ - Reichsbahndirektion Danzig 1939_44. In früheren Beiträgen wurde hier über den Kauf dieser CD („freilich“ ohne Resonanz) diskutiert, zwischenzeitlich habe ich mir den Auszug einer Akte besorgt.

                              Der Link:


                              Grüße von Hans-Werner aus Hamburg
                              Ich suche Geburtsdaten Michael BERGMANN um *1808, WO??
                              Im November 1835 heiratet er `katholisch´ Anna Elisabeth SCHULZ aus Zoppot.
                              Er, seine Ehefrau & die Nachkommen lebten in Carlikau, Fischerkolonie (Fischerplatz).

                              Kommentar

                              • Karin Langereih
                                Forum-Teilnehmer
                                • 17.02.2008
                                • 1092

                                #30
                                AW: Schulwesen in Zoppot

                                Guten Morgen Hans-Werner,
                                vielen Dank für den Link.
                                Ich habe dort den Namen Witzke, Witzki gefunden, ich werde mir die CD bestellen.
                                Viele Grüße von Karin

                                Kommentar

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