Mysteriöses Massengrab in Marienburg entdeckt

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  • Heibuder
    Forum-Teilnehmer
    • 10.02.2008
    • 751

    #76
    Oh, Gott, ein Luxushotel auf einem Massengrab! Wie makaber.
    Da können die Kinder oder Nachfahren der Getöteten ganz bequem tatortnah übernachten und gedenken.

    Noch mehr Infos hier:



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    http://polskaweb.eu/massengrab-marienburg-45677.html


    Es grüßt der Heibuder!

    "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

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    • Heibuder
      Forum-Teilnehmer
      • 10.02.2008
      • 751

      #77
      Der Fall Marienburgs

      Zur Eingrenzung der Todeszeit der Marienburger Kriegsopfer habe ich in
      meinem bescheidenen Fundus gesucht und folgendes gefunden (Auszüge):

      (1) "Der erste russische Angriff mit Panzern und Artillerie erfolgte am Morgen des 25. Januar 1945;
      sie drangen unter heftigen Straßenkämpfen in die Stadt ein.
      Am 28. Januar waren nur noch die Altstadt und die Burg im Besitz der deutschen Verteidiger.
      Der Mühlgraben vor der Burg war die HKL. Den ganzen Februar über zog sich ein Stellungskrieg hin.
      In den ersten Märztagen änderte sich die große Lage so entscheidend,
      daß die Nogatfront und damit Marienburg aufgegeben werde mußte.
      Die Brücken wurden gesprengt und der Rückzug ins Weichseltief eingeleitet."


      Quelle: Hans Jürgen Pantenius; LETZTE SCHLACHT AN DER OSTFRONT;
      Von Döberitz bis Danzig 1944/1945;
      Erinnerung und Erfahrung eines jungen Regimentskommandeurs;
      Verlagsgruppe Weltbild.

      (2) Gemäß Eintrag in einer Frontverlaufskarte bei Poralla (Seite 197) fiel Marienburg am 9. März 1945.

      Ich bin sehr gespannt, was die Untersuchungen vor Ort als Todesdatum und Todesursache ergeben oder festlegen werden.
      Es grüßt der Heibuder!

      "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

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      • Wolfgang
        Forumbetreiber
        • 10.02.2008
        • 11623

        #78
        Zitat von Heibuder
        Zur Eingrenzung der Todeszeit der Marienburger Kriegsopfer...
        Hallo Wolfgang,

        es gibt so viele Fragen... - ab 23.01.45 rückten die Russen auf Marienburg vor, überrollten Flüchtlingstrecks die sich vor der Nogat stauten. Die Kämpfe zogen sich bis weit in den März hinein. Eine der größten Fragen stellt sich darin, warum die Opfer unblekleidet waren. Denn so viele Tote kann man kaum entkleiden.

        Es gibt nach wie vor noch zu viel Spekulation und zu wenig gesicherte Erkenntnisse. Wenn Bild und Fakt berichten "viele Schädel seien zertrümmert, als ob jemand mit einem Panzer über sie gefahren" sei, dann hat auch das mit seriöser Berichterstattung nichts mehr zu tun. Denn wenn ein Panzer über einen Schädel fährt, dann kann man diesen kaum mehr als Schädel erkennen. Also auch hier wieder: Sensationsmache, Vermutungen, nichts wirklich durch Fakten untermauertes.

        Ich hoffe, das Schicksal der Opfer wird zweifelsfrei geklärt und sie werden würdig und angemessen beigesetzt.
        Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
        Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
        Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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        • Heibuder
          Forum-Teilnehmer
          • 10.02.2008
          • 751

          #79
          Zitat von Wolfgang
          ...Sensationsmache, Vermutungen, nichts wirklich durch Fakten untermauertes. ...
          Ja, Wolfgang, mich wundert sehr, dass ein Marienburger Massenmord erst nach über 63 Jahren ans Tageslicht kam,
          dass es nirgends Dokumentationen geschweige denn Augenzeugenberichte gibt.
          Es wird wohl keine Augenzeugen auf Opferseite gegeben haben, oder es durfte keine geben(?).
          Warum verhält sich die offizielle deutsche Seite so reserviert bei der Aufklärung?
          Gibt es keine Nachfahren der Opfer, die hüben wie drüben forschen und Fragen stellen?
          Wenn auch reißerisch aufgemacht, die BILD und n-tv haben den schrecklichen Fund in
          Deutschland wenigstens bundesweit bekannt gemacht - jedoch,
          es scheint die allermeisten Bundesbürger nicht mehr zu interessieren.
          Ich lese gerade "Der Verlust" von Thomas Urban (Untertitel: "Die Verteibung der Deutschen und Polen
          im 20. Jahrhundert"); darin wäre der Marienburger Fall nur einer unter vielen ähnlichen. Schrecklich!
          Es grüßt der Heibuder!

          "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

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          • Belcanto
            Forum-Teilnehmer
            • 24.09.2008
            • 2508

            #80
            Hallo Wolfgang
            Wenn das alles bisher so stimmt und es tatsächlich so 23.1.45 geschah, was wir bis jetzt wissen, dann könnte man heute über DNA- Vergleiche, eventuell herausbekommen, um welche Tote es sich handelt.
            Ein Sohn beispielsweise, der seine Eltern vermisst und aus diesen Raum stammt.Oft wurden doch Elternlose Kinder gefunden.
            Es gibt doch gewiss Vermisstenanzeigen aus dieser Zeit. Wenn es noch Angehörige der männlichen Linie, dieser Toten geben sollte, könnte sie nach so langer Zeit Gewissheit über das Schicksal dieser Menschen bekommen.
            Viele Grüße
            Belcanto

            Zitat von Wolfgang
            es gibt so viele Fragen...

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            • Wolfgang
              Forumbetreiber
              • 10.02.2008
              • 11623

              #81
              Hier mal ein sachlicher Artikel zu den Marienburger Vorkommnissen in der Online-Ausgabe der "Welt": http://www.welt.de/politik/article30...Weltkrieg.html
              Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
              Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
              Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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              • Belcanto
                Forum-Teilnehmer
                • 24.09.2008
                • 2508

                #82
                Hallo Wolfgang
                Vielen Dank für deinen Hinweis. Die Welt halte ich auch für eine seriöse Zeitung und in dem Bericht wird deshalb auch viel in der Möglichkeitform des Konjunktiv geschrieben:offenbar?, glaubt zu wissen?, frisch geborgene Gebeine- woher weiß man das, wenn die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind?vermutlich?Keine Zahnprothesen( Es gibt viele Berichte, dass Menschen mit Goldprothesen, diese ausgeschlagen wurden)-kann also so sein oder ist eine bewusste Irreführung?Der Zeuge Gerhard M.-der das Loch gesehen haben will ( war allerdings schon zu, sagt er), klingt für mich nicht gerade glaubwürdig.Warum hat er den Behörden nicht schon früher darüber unterrichtet?Man hätte seine Angaben früher überprüfen können- noch bevor dort ein Hotel gebaut werden sollte.Es ist alles immer noch ein wenig unklar. Und wenn endlich, endgültige Gewissheit besteht, wäre es an der Zeit, die Toten ehrenvoll zu bestatten.
                Viele Grüße
                Belcanto

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                • Heibuder
                  Forum-Teilnehmer
                  • 10.02.2008
                  • 751

                  #83
                  Neue Spekulation!

                  Der Bürgermeister von Malbork, Andrzej Rychlowski, zu BILD:
                  „Im strengen Winter 44/45 sind viele der zurückgebliebenen Deutschen erfroren und verhungert.
                  Als die Russen die Stadt einnahmen, wiesen sie die Überlebenden an, die Leichen aus den Straßen in einen Bombentrichter zu werfen.
                  Damit die Nachwelt nichts davon erfährt, könnten die Russen die Deutschen erschossen haben, als die Arbeit verrichtet war.“

                  Das würde erklären, warum die zuerst gefundenen Skelette alle Schusswunden hatten – sie lagen obenauf!

                  Bürgermeister Andrzej Rychlowski weiter:
                  „Wer auch immer die Mörder waren: Sie wollten, dass dieses Rätsel nie gelöst wird.“
                  Weiteres hier:

                  Es wird immer spannender!
                  Es grüßt der Heibuder!

                  "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

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                  • MeinEichwalde
                    Forum-Teilnehmer
                    • 06.10.2008
                    • 545

                    #84
                    Bericht Kreisbauernführer Fieguth

                    Guten Morgen,

                    vielleicht interessiert der Bericht des Kreisbauernführers Gustav Fieguth , der auch die vielen Selbstmorde nennt, und auch den Satz schreibt:
                    ..."Zu der ungeheuren Zahl von Menschen, die unter den Trümmern verschüttet , auf den Straßen zerschmettert wurden, gehörten auch viel Bewohner unseres Kreises, Nie wird man die Zahl feststellen können. Groß war die Zahl derjenigen, die um Danzig und in den Vororten vom Russen überrannt und verschleppt wurden." ...
                    nachlesen könnt Ihr ihn hier :


                    Grüsse aus Tempelhof
                    Delia, Enkelin von Schroedter Eichwalde ( heute Debina)

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                    • Heibuder
                      Forum-Teilnehmer
                      • 10.02.2008
                      • 751

                      #85
                      Vermisstenliste Marienburg

                      https://www.danzig.de/showpost.php?p=14306&postcount=1

                      Link von 'susannefreter'!
                      Es grüßt der Heibuder!

                      "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

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                      • Belcanto
                        Forum-Teilnehmer
                        • 24.09.2008
                        • 2508

                        #86
                        Hallo Heibuder
                        Ich bitte mich nicht falsch zu verstehen, aber auch der Bericht in der Bildzeitung, ist auch voll Konjunktiven:Es könnte sein?,kann mit ihr das Rätsel gelöst werden?Als man sie 1945 verscharrte ( steht das bereits fest oder glaubt man es nur?),vieles deutet hin?.
                        Es gibt also eine Vermisstenliste, die als Grundlage für die weiteren Untersuchungen herangezogen werden könnte.Dann heißt es weiter:..."viele Deutsche erfroren und verhungert. Damit die Nachwelt nichts erfährt,könnten die Russen die Deutschen erschossen haben.Wen?Haben die Russen die bereits Toten noch mal erschossen oder die Überlebenden, die sie ins Loch warfen?Wenn die Menschen doch bereits tot waren (verhungert und erfroren)warum sollten die Russen, die Überlebenden erschießen. Dann lag doch kein Verbrechen vor und es wäre nichts zu verschleiern gewesen?
                        Dieser Bericht ist in meinen Augen, noch nicht geeignet, um Licht ins Dunkel zu bringen.
                        Viele Grüße
                        Belcanto

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                        • Wolfgang
                          Forumbetreiber
                          • 10.02.2008
                          • 11623

                          #87
                          Schoenen guten Morgen,

                          in manchen Faellen fungiere ich als "Stichwortgeber" bei einigen Zeitungen und Magazinen, wenn ich glaube, dass ueber bestimmte Dinge berichtet werden sollte. So habe ich zu den Marienburger Vorkommnissen auch die "Spiegel-Online"-Redaktion angeschrieben und den Bescheid erhalten, meine Anregung sei an die zustaendige Rekaktion weitergeleitet worden.

                          Und was passiert? Spiegel berichtet nun fuer das Ausland in englischer Sprache ueber Marienburg waehrend in deutscher Sprache kein einziges Wort zu finden ist... - ich begreife das einfach nicht. Sollte das Interesse darueber in den USA oder sonstwo auf der Welt groesser sein als bei denen die davon betroffen sind? Ich werde da noch einmal beim Spiegel nachhaken.

                          Der Artikel ist zu finden unter http://www.spiegel.de/international/...600216,00.html

                          Viele Gruesse aus dem warmen und (halb-) sonnigen Danzig
                          Wolfgang
                          Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                          Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                          Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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                          • Heibuder
                            Forum-Teilnehmer
                            • 10.02.2008
                            • 751

                            #88
                            Zitat von Belcanto
                            Hallo Heibuder
                            Ich bitte mich nicht falsch zu verstehen, aber auch der Bericht in der Bildzeitung, ist auch voll Konjunktiven: ...
                            Keine Sorge, Belcanto! Ich habe sie wahrgenommen! Beachte meine Überschrift zum Beitrag.
                            Ich glaube übrigens nicht, dass die eindringenden russischen Soldaten sich solche Mühe gaben,
                            Augenzeugen ihrer Greueltaten zu beseitigen; was hatten sie denn zu befürchten? Bis heute NICHTS!
                            Es grüßt der Heibuder!

                            "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

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                            • Daniel Hebron
                              Forum-Teilnehmer
                              • 10.02.2008
                              • 331

                              #89
                              Hallo,

                              von einem bin ich ueberzeugt: Diese ganzen Zeitungsartikel - auch, und insbesonders jener der BILD-Zeitung - erregen nun auch in Deutschland ein breites oeffentliches Interesse welches durch den entsprechenden "Druck" zur Aufklaerung der tatsaechlichen Umstaende beitragen kann.

                              Viele Gruesse
                              Daniel
                              Tu as sans doute déjà, lecteur bénévole, bien des récits sur la ville ancienne et commerçante de Dantzig....

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                              • mkleiss
                                Forum-Teilnehmer
                                • 10.02.2008
                                • 296

                                #90
                                Anmerkung zum "Welt"-Artikel

                                Hallo,

                                vorgestern hatte ich den Artikel in der "Welt" (online) gelesen. Auf der Seite entwickelte sich dann innerhalb kürzester Zeit eine rege Diskussion, manchmal sicher auch ausufernd. Der "Welt"-Moderator fing dann an, einzelne Kommentare zu löschen. Heute findet man zu dem Bericht keine Kommentare mehr, komplett gelöscht und Kommentierung gar nicht mehr möglich...

                                Diskussion auch in der deutschen Presse unerwünscht???

                                Gruß

                                Michael
                                - Wie sollen wir wissen, wohin wir gehen, wenn wir nicht wissen, woher wir kommen..? -

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