Meine persönliche „Versöhnung mit den Stutthöfern“

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  • waldling +6.8.2023
    Forum-Teilnehmer
    • 04.09.2011
    • 2320

    #1

    Meine persönliche „Versöhnung mit den Stutthöfern“

    Mich beschäftigt schon lange das Thema „Stutthof und sein Konzentrationslager“. Meine Mutter ist in Tiegenhof geboren und mit 6 Jahren nach Stutthof gezogen. Hier ist sie aufgewachsen. Ihre Verbindung zu Stutthof ist ihr Leben lang, wie wohl bei den meisten Vertriebenen, sehr stark geblieben. Für mich hat dieser Ort etwas sehr bedrückendes, obwohl ich im letzten Jahr in Stutthof viele positive Erfahrungen gemacht habe. Es ist für mich ein wenig so, als wenn ich mich im Dunkeln bewege. Von Zeit zu Zeit geht das Licht an und ich erlebe die Ostsee, den Wald, das Rauschen und die Weichsel. Die enge Verbindung Stutthofs mit dem KZ wird wohl für mich, von der Stimmung her, immer ambivalent bleiben. Ehrlich gesagt, ist das auch der Grund, warum es mich nicht so sehr dahin treibt. In meiner Familie wurde nach dem Kriege zu viel geschwiegen, verdrängt und verleugnet. Im hohen Alter von 90 Jahren, schon dement, sitzt meine Mutter im Sessel, schüttelt den Kopf und sagt:“Wie konnte so etwas nur geschehen?!“. Ohne das ich sie drauf angesprochen hatte, wie aus dem Nichts. Sie erzählt mir Dinge aus dem Nazi-Alltag, sehr dosiert, von Menschen in SS-Uniformen, von Machtmissbrauch, von erwachsenen dummen Menschen, von Gewalt und von Kindern, die keine Ahnung hatten, was da vor sich geht. Von der Firma Epp, die Munition herstellte und KZ-Häftlinge benutzte, und die nach dem Krieg nichts mehr davon wissen wollten. Von E. Foth, dem Vermiete meiner Großeltern, der nach dem Krieg hingerichtet wurde. Und von dem Suizid ihres Vaters in der Scheune auf dem Hof. Die Liste ist lang und noch lange nicht zu Ende, denn letztendlich wendete sich das Blatt und das Leid war nun auf der anderen Seite. Es fällt mir schwer, die so positiven Erlebnisse meiner Mutter und deren Freundinnen, als genauso positiv zu sehen.

    So jetzt habe ich etwas den Faden verloren.


    Ich denke, es wird mit allen Orten so sein, die ein KZ besaßen. Man bekommt diesen Geruch nicht mehr raus. Du rennst durch den Ort und hast immer diesen Geruch in der Nase. „Alle“ reden über diesen Ort immer nur im Zusammenhang mit dem KZ oder haben es zumindest im Hinterkopf. So auch mit Stutthof. Google doch mal nach Stutthof. Unangenehm, sicherlich immer nur subjektiv. Aber ehrlich, wie geht es euch, die das hier lesen? Es gibt zig Sichtweisen, ich weiß, es ist nur ein kleiner Einblick meiner Stimmung zu Stutthof und ein kleiner Aufarbeitungs-Versuch, den ich ja schon einige Jahre betreibe .


    Während eines Seminars an einem Ort der Stille, wurde in diesem Dorfe eine alte Halle genutzt, die in der Nazi-Zeit als Versammlungshalle gebraucht wurde. Obwohl ich in dieser Woche sehr „mittig durch die Gegend flog“ , war doch immer wieder dieser Geruch da. Mittlerweile gehe ich sehr versöhnlich mit dem Thema um, aber der Geruch bleibt, immer mal wieder.

    Einen schönen Tag!
    Uwe
  • Bartels
    Forum-Teilnehmer
    • 25.07.2012
    • 3448

    #2
    AW: Meine persönliche „Versöhnung mit den Stutthöfern“

    Für´s erste nur ein Link:

    Ewald Foth
    Beste Grüsse
    Rudolf H. Böttcher

    Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
    Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
    Familie Zoll, Bohnsack;
    Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
    Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

    http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

    Kommentar

    • wenzkauer
      Forum-Teilnehmer
      • 26.10.2008
      • 203

      #3
      AW: Meine persönliche „Versöhnung mit den Stutthöfern“

      Hallo in die Runde,
      wir waren im vergangenen Oktober in Stutthof. Unsere deutsche Muttersprache blieb uns im Hals stecken, wir haben aus Rücksicht vor den polnischen Besuchern leise schwedisch gesprochen. Meine Kinder, 14 und 17 Jahre alt, haben instinktiv nicht mehr deutsch sprechen wollen. Viel zu reden, gab es dort auch nicht mehr. Später waren wir noch am Strand von Jantar, um den Kopf etwas frei zu bekommen und da ging es dann um das WARUM? Ich kürze das jetzt mal ab, für meine Kinder ist eine Wiederholung dieser Geschichte fast nicht möglich. In den schwedischen Schulen wird extrem auf die Vermeidung von Rassenhaß und Mobbing geachtet. Im Alltag finde ich es manchmal lächerlich ( hier gibt es keine Negerküsse und Zigeunersoße mehr ), aber nach unserem Besuch in Stutthof finde ich das richtig.
      In Stutthof glaubte ich in dieser Stille doch etwas zu hören, das wird mich noch eine Weile verfolgen.
      Viele Grüße Michael

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      • Uwe
        Forum-Teilnehmer
        • 10.08.2008
        • 1962

        #4
        AW: Meine persönliche „Versöhnung mit den Stutthöfern“

        Hallo Uwe,

        mir fällt es jedes mal schwer von der dunklen Geschichte abzukoppeln, wenn ich in Stutthof bin. Trotzdem fahre ich immer wieder hin und meistens besuche ich auch das ehemalige KZ. Dabei komme ich auch immer zwangsläufig bei der weißen Villa kurz vor dem Eingang vorbei. Die Erinnerung meiner Mutter, dass Sie als kleines Mädchen dort war und ich feststellte, das sie keine falschen Erinnerungen hatte, führte vor einigen Jahren dazu das ich mich intensiver mit der Geschichte beschäftigt habe. Da sie sich auch an eine große Menge getarnter deutscher Panzer im Wald erinnern kann, führten mich zu der Überzeugung es muss wohl 1944 gewesen sein. Mir gehen wenn ich dort bin noch viele andere Dinge durch en Kopf ...

        Mein Onkel der 4 Jahre älter war als meine Mutter, dürfte noch ganz andere Dinge geschehen haben und war bestimmt öfter dort. Da dieses aber aufgrund seiner Erlebnisse und dem gesehenen ein Tabuthema war, konnte ich nie mit ihm darüber leider nie sprechen.

        Herzliche Grüße

        Uwe
        Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

        Suche Informationen zu den Familiennamen Block, Gehrt, Kirschke, Kirsch, Haak, Happke, Hoffmann, Makowski, Namowicz, Patzer, Rehberg, Tolk(e) und Vierling aus Danzig

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        • Olaf Berg Nielsen
          Forum-Teilnehmer
          • 16.02.2011
          • 36

          #5
          AW: Meine persönliche „Versöhnung mit den Stutthöfern“

          Hallo
          Schön zu lesen, dass man Rücksicht zu andere nehme und nicht Deutsche spreche wo es zum Anstoß komme. Es waren nicht nur Juden in KZ Stutthof, sondern auch viele Dänen und deutsche Jehovas Zeugen. Eine meine Glauben Schwestern war i Stutthof und hat einen Buch geschrieben: „Die gerettete Freude“.
          Sie kamen nach Dänemark und sind freiwillig in einem deutschen Flüchtlingslager, Gedhus um seine Landsleute zu helfen. Hier war sie von anderem Deutschen verfolgt und angeklagt, dass sie die Gesetze in Nazideutschland nicht gefolgt hat.
          Ich bin in Kopenhagen geboren (und ihr dürften gerne Kopenhagener Gebäck sagen). Wir sollten weniger Jahren nach den Krieg Englisch, Deutsch, Schwedisch und Französisch lernen. Das Deutsche hatten wir nicht gern. Viele Jahre später habe ich von dem deutschen Zeugen Jehovas gehört, dass die in KZ waren statt Hitler zu dienen. Jetzt bin ich selber ein JZ. Die deutsche Presse schreiben oft sehr hassvolle Artikeln über JZ. Hier wo ich wohne wohnen viele Deutschen und ich spreche Deutsch zu die. Aber oft schreien die wie Verrückte: „Verschwinde“ oder „Heraus“.

          Hat man gar nicht von der Vergangenheit gelernt?

          Gutes Wochenende
          Olaf

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          • wenzkauer
            Forum-Teilnehmer
            • 26.10.2008
            • 203

            #6
            AW: Meine persönliche „Versöhnung mit den Stutthöfern“

            Hallo Olaf,
            Schweden waren wohl nicht in Stutthof inhaftiert. Sie haben Nazideutschland gestützt und sind dabei auch noch reich geworden. Das paßt nicht zu diesem Thema und in Schweden macht man auch einen großen Bogen drumherum. Der Finanzminister Borg war privat in Danzig und angeblich mit seiner Familie auch in Stutthof, um die Rolle der Schweden zu beleuchten. Ich blieb an diesem Thema dran, habe darüber aber nichts gelesen. Andererseits haben die Schweden in einer Nacht und Nebelaktion Juden von Kopenhagen in Fischerbooten nach Malmö gerettet.
            Ich habe in Stutthof auf diesen Häftlingskarten als Grund für die Inhaftierung, mehrere Male "asozial" gelesen. Wie habe ich das zu verstehen? Wer kann mir das bitte beantworten, schon mal Danke im voraus.
            Viele Grüße Michael

            Kommentar

            • Wolfgang
              Forumbetreiber
              • 10.02.2008
              • 11623

              #7
              AW: Meine persönliche „Versöhnung mit den Stutthöfern“

              Schönen guten Abend,

              Stutthof - das erste Konzentrationslager im Osten.

              Mich berührt Stutthof tief: Eine Stätte an der einer meiner Großonkel Wärter war zu einer Zeit in der eine meiner Großtanten, seine Schwester, langjährig inhaftiert war. Alleine bereits das zeigt eine kaum nachvollziehbare, heute kaum glaubhafte Geschichte auf. Er war Wärter auf Schießstange bevor er nach Stutthof ging, sie fraternisierte mit einem französischen Kriegsgefangenen, der aufgrund dessen hingerichtet wurde.

              Stutthof: Eine Stätte zehntausendfachen Leidens und Sterbens. Ein Ort an dem es Einem die Sprache verschlägt. Obwohl auch dort deutsch gesprochen werden kann. Denn es war auch eine Stätte des Leidens und Sterbens ungezählter Danziger und Deutscher die entweder in Opposition zu Hitler, asozial oder einfach nur "andersgeartet" waren. Die Mehrzahl der Opfer waren Polen und Nicht-Deutsche. Aber auch an Jene, über die heute oft einfach hinweg gegangen wird, an Deutsche, die gegen Hitler waren, die gegen totalitäre Gesetze verstießen oder "andersartig" waren, sollte gedacht werden.

              Ich spreche auch in Stutthof deutsch. Denn vor allem am Anfang standen neben polnischen auch deutsche Opfer um Hitlers Diktatur zu festigen.

              Wolfgang
              Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
              Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
              Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

              Kommentar

              • Olaf Berg Nielsen
                Forum-Teilnehmer
                • 16.02.2011
                • 36

                #8
                AW: Meine persönliche „Versöhnung mit den Stutthöfern“

                Hejsa Michael,
                du hast geschrieben: „Andererseits haben die Schweden in einer Nacht und Nebelaktion Juden von Kopenhagen in Fischerbooten nach Malmö gerettet.“ Das stimmt aber nicht, es waren dänische Fischer die nicht nur von Kopenhagen sondern auf von die ganze Ostküste bis Gilleleje die Juden nach Schweden gerettet hatten. Auf die andere Seite haben die Schweden dänische Juden und Freiheitskämpfer, die flüchten müssten, Wohnungen und Arbeit gegeben. Man darf aber nicht vergessen, dass es ein deutscher Diplomat G.F. Duckwitz zu danken ist, dass die Juden gewarnt waren. Es ist gerade ein neuen Buch ausgekommen: „Den gode tysker“ (Der gute Deutscher – der Rettungsmann des dänische Juden).

                Gruß Olaf

                Kommentar

                • wenzkauer
                  Forum-Teilnehmer
                  • 26.10.2008
                  • 203

                  #9
                  AW: Meine persönliche „Versöhnung mit den Stutthöfern“

                  Danke Olaf,
                  da kann man wieder-mal sehen, wie sowas läuft. Letzte oder vorletzte Woche schrieb das "Skånska Dagbladet" zum 70igsten Jahrestag dieser Rettung von schwedischen Fischern. Beste hilsner Mikael

                  Kommentar

                  • Wolfgang
                    Forumbetreiber
                    • 10.02.2008
                    • 11623

                    #10
                    AW: Meine persönliche „Versöhnung mit den Stutthöfern“

                    Schönen guten Abend,

                    Näheres zur Geschichte der dänischen Juden: http://de.wikipedia.org/wiki/Rettung...4nischen_Juden

                    Ob in Stutthof dänische Juden ermordet wurden? Ich weiß es nicht. Es wurden unendlich viele Menschen ums Leben gebracht. Um jeden Einzelnen sollte auch heute noch getrauert werden. Die Geschichte gibt es uns auf. Und auch Moral und Anstand.

                    Wolfgang
                    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                    Kommentar

                    • Ulrich 31
                      Forum-Teilnehmer
                      • 04.11.2011
                      • 8570

                      #11
                      AW: Meine persönliche „Versöhnung mit den Stutthöfern“

                      Zu Olafs Angaben unter #8 sind mit Google diese näheren Informationen zu finden:

                      - Zum Buch "Den gode tysker" > http://books.google.de/books?id=ApD_...gbs_navlinks_s und

                      - zu G.F. Duckwitz > http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Ferdinand_Duckwitz .

                      Hier außerdem eine andere Rettungsaktion im Zweiten Weltkrieg:
                      http://einestages.spiegel.de/externa...9/l0/l0/F.html.

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                      • wenzkauer
                        Forum-Teilnehmer
                        • 26.10.2008
                        • 203

                        #12
                        AW: Meine persönliche „Versöhnung mit den Stutthöfern“

                        Danke Ulrich, Wolfgang und Olaf.
                        Jetzt sind wir nur leider total vom Thema Stutthof weg.
                        Gruß Michael

                        Kommentar

                        • Ulrich 31
                          Forum-Teilnehmer
                          • 04.11.2011
                          • 8570

                          #13
                          AW: Meine persönliche „Versöhnung mit den Stutthöfern“

                          Zu Michaels Frage in #6 nach der Bedeutung der Angabe "asozial" auf den Häftlingskarten des KZ Stutthof findet sich diese Antwort: http://de.wikipedia.org/wiki/Asozial...sozialismus%29.

                          Kommentar

                          • Bartels
                            Forum-Teilnehmer
                            • 25.07.2012
                            • 3448

                            #14
                            AW: Meine persönliche „Versöhnung mit den Stutthöfern“

                            Schönen guten Abend,

                            Stutthof - das erste Konzentrationslager im Osten,
                            Stutthof - das erste Konzentrationslager jenseits der Grenzen des Deutschen Reichs,
                            Stutthof - das letzte Konzentrationslager, das "befreit" wurde.
                            Beste Grüsse
                            Rudolf H. Böttcher

                            Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                            Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                            Familie Zoll, Bohnsack;
                            Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                            Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                            http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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                            • wenzkauer
                              Forum-Teilnehmer
                              • 26.10.2008
                              • 203

                              #15
                              AW: Meine persönliche „Versöhnung mit den Stutthöfern“

                              Hallo Wolfgang,
                              ich habe deinen Beitrag an mich noch lesen können, bevor er verschwand. Ich war nun seit über 30 Jahren wieder in Danzig und war beeindruckt, mehr positiv als negativ. Wenn man das nötige Kleingeld mitbringt, hat man teilweise eine bessere Lebensqualität als in Deutschland. Zoppot sticht heraus und was soll da mithalten, Timmendorfer Strand, Grömitz oder Sylt ?
                              Vor 30 Jahren haben wir alles und jeden fragend betrachtet, alter Pole, neuer Pole, vielleicht ehemalige Deutsche? Meine Großmutter sagte jedesmal beim betrachten gepflegter Gärten, das müssen noch Deutsche sein. War damals schon nicht meine Meinung. Wir waren nun in einem Hotel mit überwiegend deutschen Gästen. Das einzige polnische Paar grüßte auf deutsch, wir auf polnisch und das war sehr angenehm. Ich kam mit den anderen deutschen Gästen in Kontakt und glaubte natürlich, die haben ihre Wurzeln hier und graben in der Vergangenheit, Pustekuchen. Die einen machen seit 5 Jahren einfach nur Urlaub dort und die anderen waren Rohbersteineinkäufer. Ich war also mit meinen zarten 50 Jahren ziemlich alleine auf weiter Flur. Unsere Wirtin bestätigte zwar, daß sie zu 90% deutsche Gäste hat, jedoch haben die immer weniger mit der Vergangenheit zu tun.
                              Dort ist eine Normalität zwischen McDonald und Mediamarkt eingetretten, wie fast überall. Ein Ratschlag der Wirtin, fahrt zum Cliff oder Kliffcenter, da gibt es jetzt ein Karl Lagerfeld Laden. Wir waren in Stutthof und im Frühstücksraum wollte da keiner so recht was von wissen. In diesem Center waren wir auch noch am Sonntag Vormittag und es war gut besucht. Mich nervt zwar dieser Konsum, es ist aber allemal besser, als Kriege zu führen und KZ´s zu bauen. Auf die Frage an meine Kinder, was nach diesen Tagen am meisten beeindruckt hat, kam Stutthof. Ich habe ihnen meine bescheidene Sichtweise der Dinge erklärt. Nachdem wir die noch anderen wichtigen Stellen in Wenzkau und Zoppot besucht haben, hatte ich den Eindruck einen kleinen Virus für die Vergangenheit unserer Familie gesetzt zu haben. Der Kleine , gerade mal 14 Jahre alt versucht nun zu errechnen, wieviel Kaschubenblut in ihm steckt. Ich glaube, wenn man den Kindern nur Stutthof zeigt wenden sie sich ab. Nur "shoppen" gehen in Zoppot wollen sie aber auch nicht. Die Mischung macht´s und darin liegt die Zukunft. Übrigens wollen sie wieder nach Danzig, das ist doch schon was.
                              Von Stutthof kommend sind wir bei Dir Wolfgang fast vorbeigefahren. Wenn ich alleine gewesen wäre hätte ich mal kurz angeklopft. Die Frage war, Kaffee trinken im Grand Hotel oder mal kurz zu " dem Wolfgang ", drei mal darfst zu raten. Ich hoffe Du verstehst den Spaß.
                              Viele Grüße aus Schweden Michael

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