Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

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  • waldkind
    Forum-Teilnehmer
    • 06.10.2008
    • 2366

    #16
    AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

    Liebe Christa,
    herzlichen Dank dafür! Es ist doch zu herrlich!

    Ein Wort habe ich nicht auf dem Schirm. Wenn du mir weiterhelfen könntest bei "Leserstange"?

    Lieber Erhart,
    wie recht du doch hast!

    Seid herzlichst gegrüßt von Miriam
    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

    Kommentar

    • waldkind
      Forum-Teilnehmer
      • 06.10.2008
      • 2366

      #17
      AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

      Liebe Plautdütsch-Interessierte,

      heute will ich mich mal selbst versuchen mit etwas Neddrunger Plaut. Mir ist das Abendgebet eingefallen, das wir als Kinder beim Zubettgehen gesprochen haben (auf HD). Bedenkt bitt, dass es für einzelne Wörter mehrere Möglichkeiten gibt, aber ich muss mich halt für eine Variante entscheiden. Wer grobe Fehler entdeckt, bitte melden!

      Meed benn eck,
      goah to Ruh.
      Schleet mien Ogen to.
      Voader let de Ogen dien
      öawer mien Baadken senn.

      Mit herzlichen Grüßen für eine erholsame Nacht, Miriam.
      Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

      Kommentar

      • Christkind
        Forum-Teilnehmer
        • 10.02.2008
        • 1568

        #18
        AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

        Miriam, ob "Leserstange" ein Tippfehler sein kann?
        Ich weiß nicht, ob es vielleicht Leiterstange heißen könnte.
        Diese Gedichte und Texte sind gesammelt von Mitgliedern unserer Foren.
        Und in Dateien gespeichert von Waldemar Willner. Ich finde die zu schade zum Vergessen, und ich habe alles auf CD.
        Hier ein Gespräch.
        ---------------------
        So ein Duhnas

        Irgendwoin der Langjass, Frauenjass
        vleichtauch auffem Fischmarkt, trafen sich zwei Danzjer Madamchens, und dann ging's los.
        Mui,du Olgachen, so'n dwatscher Nachbar von umme Eck hat neilich doch warraftig meinen Ollen
        'n Duhnas jenannt! - Haste Teene?! - Oder is am End' 'n bisschen was Wahres dran? - Wie meinste
        das, Marta? - Na, wenn er womeejlich noch jetzt mitten im drickendsten Sommer sogar seinen
        Grog lubbern tut? - Das ja nu nich jerad', aber 'n paar zweisteckje Macheickes, auch Konjakchens
        verträgt er immer. - Wird ihm danach dänn aber nich schwummrig im Kopp? -Ach, Olga, das hab'
        ich noch ni nich jemerkt! Na, er muss ja nich jleich rumquiemen oder womeejlich inne Wonz jeraten;
        es jeniegt ja all, wenn er Schuckernes schlabbern tut oder allerlei Fisematäntchens macht. - Du,
        ieber sowas is mein Eheollscher all längst raus. - Frieher, ja, da kam es warraftig mal vor, dass er
        sein janz doll jeliebtes Ehejebilster.... - Also doch dich, nein liebes Martachen....! - Tjawollja, dass
        er mich vleicht mittem nassen Wischkodder, was ich jerad' inne Handhätt', eins iebern Glumsert
        je klatschthat, aber....... - Und heitzutage, da....da....? - Ja, wenn du's denn durchaus wissen willst....?
        -Natierlich, Schuckerchen, nu erleichter dir man! - Erleichtern? ich mir? Nei, er macht mir vieles
        leichter! Und ich ihm's dänn natierlich auch!
        Kannste mir das nich 'n bisschen verklickern? - Tjawollja, liebe Olga! Du, das is so: Wenn er
        wirklich vleicht mal mit Mieh und Not de Treppen raufjepoltert kemmt und ich mächt ihm sowas
        entjejen bälkenwie Labs, Labommel, Suffke, Absolvat, dänn schreit der auch nich, wie frieher
        manchmal, was wie olle Koss! und eins mit's andre mich entjejen, nei, Handkisschens schmeißt er
        hoch und fragt vielleicht; Na, prischeln deine Flinderchens am End' noch auffe Pfann? - Und du,
        was schreiste ihm entjejen? - Schreien tu ich all längst nich mehr, ich flister heechstens: Na, nu
        komm man kicken, Ollerke, du wirst dir wundern! - Ach nee, und was soll er sich dänn bekicken? -
        Was ich ihm fier alle Fälle vorzusetzen hab' oder am End' rasch braten könnt. - Hurrjes, hurrjes!
        Das is ja 'n rein firstlicher Empfang! Und was kriegste zum Dank? - Na,'n paar Kisschens, Knutscherchens und vleicht 'n Einladung fier nächsten Sonntag ins Kaffee Derra, zur Maibowle oben auf Zinglersheeh, zum Feierwerk im Kurhaus Westerplatte, am End' sogar zur Zoppoter Sejelrejatta und hinterher im Kurhaus! - Du, einmal verlockd' er mir sogar im Spielkasino zum Roulettchen.... -
        Und habt ihr da vleicht auch noch was jewonnen? - Ich nuscht, er aber sogar noch zwanzig Jille,
        von die er de Hälft' hat abjejeben! - Und was war noch? - Von wejen Alkohölers? Jetrunken hat er
        man einen einzjen Schniebus, mir zu Ehren, wie er sagd'! - Na. heer mal, Martachen, dänn is dein
        Eheollscher man 'n klitzekleiner Duhnas! - Tjawollja, und noch was viel Besseres: Ein reinweg netter Duhnas!!
        _______________-
        Schöne Grüße, Christa
        Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
        (M. Gandhi)

        Kommentar

        • waldkind
          Forum-Teilnehmer
          • 06.10.2008
          • 2366

          #19
          AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

          Liebes Christaken,
          vielen Dank für die schöne Geschichte. Bedeutet "Dunha" so viel wie Trunkenbold oder Betrunkenen?
          Bei dieser Geschichte handelt es sich glasklar um Missingsch. Wollt ich nur dabei gesagt haben, damit hier keiner was verwechselt. Es ist ganz schön so lange Texte vor sich zu sehen, da sieht man nämlich sehr gut den Unterschied zwischen Missingsch und Platt.

          Bei leserstange könnte auch vorne ein Buchstaben fehlen. Denn es ist klein geschrieben, aber weder ein Adjektiv noch ein Verb. Vielleicht sind Kleiderstangen gemeint. Kleiderstangen waren ja früher aus Metall und recht robust gebaut. Ich habe jedenfalls noch keine Kleiderstange von der früheren Art zerbiegen können. Wir werden es herausfinden.

          Ich freue mich auf weitere Texte. Dir und Waldemar Willner sei Dank.
          Viele Grüße
          Miriam
          Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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          • Stejuhn
            Forum-Teilnehmer
            • 09.08.2011
            • 1023

            #20
            AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

            Guten Tag Miriam.

            Wie gefällt dir und allen Forumern das:

            Dat scheckt sich nich....

            So ehnen Arger hest joa doch ehn Jeder.
            Der Ehne öwer dit, de Andre öwer dat.
            Dem Ehne argern emmer sine Kleeder,
            Dem Andre argert sinet Noabersch Katt.

            De Ehne moakt dem Andre dat nich god,
            De Andre moakt dem Ehne dat nich recht;
            Na on min Frind de olle Buer Foth,
            De argert stets sich öwer sinem Knecht.-

            "Hör moal" sächt Foth ehn Dag to dem Jehann,
            "Dat geit doch nich, denk doch blos ehnmoal an;
            De ganze Dag deist goarnuscht, fest du fuhl,
            On sächt man wat, denn hest ehn grotet Mul!

            Kömmst du noah Hus, moakst emmer du Skondoal,
            Schleist Wiew on Kinder jedet ehnz'ge Moal,
            On gest besoape, schwäkst so wie e Fischt,
            On speelst uck Koarte beet tum Morgelicht!

            Eck sai die dat, hör Jahn, on eck hew Recht,
            Dat scheckt sich öwerhaupt för keenen Knecht!"
            On doarbi moak he ehn Gesicht ganz fuer,
            "Dat darf doch höchstens man noch blos ehn Buer".

            Danziger Uhlespegel
            Spaß und Spott in Versen plattdeutscher Mundart
            von Gustav Kroß
            Danziger Verlagsgesellschaft Paul Rosenberg
            Hamburg


            Eine schönes Wochenende
            wünscht Dir

            Sigrid


            - - - Aktualisiert - - -

            Es soll "Ficht" in Zeile 15 heißen
            Nirgendswo ist es schöner als zu Hause mit der ganzen Familie vereint zu sein.
            Stejuhn, Karschen, Hinzmann, Korthals, Kumke, Rudat, Nachtigall, von Wissotzki (Wishotzki), Oberdorf

            Kommentar

            • waldkind
              Forum-Teilnehmer
              • 06.10.2008
              • 2366

              #21
              AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

              Liebe Sigrid,
              es ist toll und perfekt geeignet für ein sonntag-morgendliches Schmunzeln.
              Kannst du mir in Zeile 14 mit "Schleist" behilflich sein?

              LG Miriam
              Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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              • Stejuhn
                Forum-Teilnehmer
                • 09.08.2011
                • 1023

                #22
                AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

                Liebe Miriam,

                schleist steht für schlägst.
                Bei diesem Gedicht und allen anderen steht im Anhang immer
                die Wortbedeutung.

                Einen schönen Sonntag wünscht Dir
                Sigrid
                Nirgendswo ist es schöner als zu Hause mit der ganzen Familie vereint zu sein.
                Stejuhn, Karschen, Hinzmann, Korthals, Kumke, Rudat, Nachtigall, von Wissotzki (Wishotzki), Oberdorf

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                • waldkind
                  Forum-Teilnehmer
                  • 06.10.2008
                  • 2366

                  #23
                  AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

                  Liebe Plattdeutsch-Liebhaber-innen,

                  hier ist eine Stelle aus Alberts Vertellkes,bei der ich so schmunzeln musste, dass ich sie euch nicht vorenthalten kann.

                  "Wie dat önn de Neddrung foaken värkömmt, red uck hier de Mann meist plattdütsch onn de Fru hochdütsch; ett sall datt feiner onn gebildeter senne onn ett mag joa uck - oaber ward eenmoal eene Fru doll, kann de Hochdütsche groad so zacköre wie de Plattdütsche."

                  Müsste mir noch jemand erkläre was "zackröre" bedeutet.

                  In der Schule, wo ich gebildet wurde, hat man mich wegen eines Brockens Missingsch vor der gesamten Klasse lächerlich gemacht. Ich habe lange daran geknabert, ob ich meiner "Mutter Sprache" folgen wollte oder dem, was der Lehrer verlangte. So verliert man denn auch noch das allerletzte Stück Heimatgefühl. Jedenfalls habe ich mich sehr ausführlich mit den Fällen auseinandergesetzt und immer sehr viel Wert darauf gelegt sie richtig anzuwenden. Nun bin ich mit meiner hochqualifizierten Ausbildung verbildet genug und stelle fest, dass man sich komplett ohne Genitiv verständigen kann. Wie cool ist das denn? "Der Genitiv ist dem Dativ sein Tod", wie wahr, wie wahr! Folglich ist es auch dem Plattdeutschen sein Tod.

                  Liebe Sigrid,
                  hab Dank für deinen Hinweis. Ich brauche immer ein paar Tage bis ich für mich alles fein eingeordnet habe (wegen Gehirnverbildung.

                  Gute Grüße an alle
                  Miriam
                  Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                  Kommentar

                  • waldkind
                    Forum-Teilnehmer
                    • 06.10.2008
                    • 2366

                    #24
                    AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

                    Zur Feier des Tages gibt es ein besonderes Wort, auf das man nicht so leicht kommt, wenn man es nicht kennt.
                    Oalbaasem - das sind schwarze und rote Johannesbeeren

                    Beispiel: Oalbaasem-Wien moakt quittschvergnögt. Een Oalbaasem-Wien wöll sick keener verkniepe, wiel Oalbasem dat schmarthafte Riete ut de Gleder treckt.

                    Stellt sich mir die Frage wie man sich auf Danziger Neddrunger Platt zuprostet?
                    Guts Nächtle, Miriam.
                    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                    Kommentar

                    • Ulrich 31
                      Forum-Teilnehmer
                      • 04.11.2011
                      • 8562

                      #25
                      AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

                      Hallo an die Thread-Teilnehmer hier,

                      ich hänge mich mal kurz hier rein, weil ich gerade zufällig das Forum-Thema "Danziger Platt" von 2017 gefunden habe, was hier vielleicht zusätzlich interessiert. Hier der Link dazu: ► https://www.danzig.de/showthread.ph...Danziger-Platt.

                      Leider funktionieren bei mir nicht mehr die dort in #1 verlinkt angegebenen Sprechbeispiele vom Heubuder Platt. Vielleicht ist jemand im Forum in der Lage, diese sicher interessanten Beispiele wieder zugänglich zu machen. Das würde mich und sicher auch andere freuen. Ggf. vielen Dank!

                      Beste Grüße
                      Ulrich

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                      • waldkind
                        Forum-Teilnehmer
                        • 06.10.2008
                        • 2366

                        #26
                        AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

                        Liebe Forumer-innen,

                        hierfolgt meine erste Anekdote auf Danzig-Niederung-Platt. Ich habe mich an Grieger-Pinnow-Schtoothööwa-Plaut gehalten, weil die vom Fach sind. Eventuell habe ich nicht jedes Wort gefunden, aber merkt man kaum. Viel Spaß beim Lesen.


                        Wie doll Tiede ons haalpe

                        Tiede haalpe goanz opp Daek to bliewe, egoal waut die schoad. Oalbaars wörke bi aole Krankhiete. Waan kömmt so de Oalboar-Tied heran, mott eck een kleen Oalbaar-Wien drinke. Daut ess bi Naturfrinnde Tradition. Ömm Aoljemeenen benn eck nich fäär Drinke onn begnög mie mett kloar Woata. Oawa eck haaw so scheen Wien-Gläsa! De blooß auntokieke ess mie doch to domm. Fäär een Wien-Värgnöge neem eck det graatste Glas. Soo ess de Buddle schnaala leer on eck benn nich jenötigt mie öfter een Wien-Oawend önntoröchte. Een prall Buddle ess uck to schwoar to hääwen.

                        Donnalitschen! De earschte Schluck ess jewaultich seet. Doar mott eck foarts poar Schluck hingahäär neeme doarmett eck dem Zocker hinga de Schlich koam. Een Wien fäär Früües. Hafft oawa aul noach dem dredde Schluck Wörkung. Doa ess det Glas uck aul leer. Een Glas aleene det geit nüü goar nich. Bi eenem Glas Wien blief daut nich. Eener kaun keener! Daut ess Naturjesetz.

                        Wie eck mie nüü de Schulz onn de Trusk ömm Fernseh bekieke, doa ess mie det tweede Glas oppen moal ruingajewutscht. Eck haaw det nich moal jemoarkt. Doar wäär det tweede Glas Oalbaar-Wien waech! Eck nipp noch so aun dem Eng, doa moark eck wie ess diss Oalbaar-Wien leewlich. Eck dächt „De ess wie eck!“ Wie de mie nüü soo godmeedich kiekt, mott eck mett em opp Frinndschoft drinke. Daut hafft Wörkung!

                        Soo ne värtrüüte Oalbaarwien-Frinndschoft moak eenen goanz scheen de Öechen schwoar onn ruckzuck benn eck önnjeschloape. Wie eck wedder oppwoake, haaw eck een kleenen Koata. De ess oawa nich von de Wien. De ess von de Oalbaars, wiel de Krig moake mett de Krankhiete ömm Liew. De Wien saalwst griep eenen nich hingaräcks aun. Bäter düü dringst eenen Kleenen hingahär, daut värdriewt den Koata. Mien Buddel ess oawa nüü leer. Keene Värstaalung wie daut passöre kunnd. Ett ess auntoneeme, daut de Wien saalwst Schuld haud. Eck benn joa fäär Woata, doa mott hee ett joa jewääsen senn. Hee twingt mie.

                        Det Riete önn de Gleeder ess waech, blooß de Kopp dröhnt a bät. Oawa gegen Koppschmarte haaw eck toom Gläck een väl bätre Medizin onn senn boald wedder opp Daek. Diss Medizin kaant jiera Daunziger onn jiera Buer ut de Neddrung. Doa mott keener dröwa schriewe, uck eck nich. Bi Oalbaar-Wien ess önn naechste Tied nuscht mett Nee, wiel de Oalbaar-Tied ess vääräwa. Doa mott eck fix hingahäa senn! Wäjen dem sine gesunde Wörkung wäll eck moal saejen. Oawa eck weet waan ess eene Tied vorbi, fangt een anger Tied aun. Onn de naechste Tied ess uck ämma scheen!

                        Bei den Wörtern, bei denen mir die Übertragung noch nicht gelungen ist, freue ich mich auf Feedback. Aus der Reihe „Schmunzeld insWochende“ beste Grüße vom waldkind.
                        Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                        • Christkind
                          Forum-Teilnehmer
                          • 10.02.2008
                          • 1568

                          #27
                          AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

                          Hab mich redlich bemüht, Miriam. Aber was ist Oalbaars?
                          Schöne Grüße, Christa
                          Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                          (M. Gandhi)

                          Kommentar

                          • waldkind
                            Forum-Teilnehmer
                            • 06.10.2008
                            • 2366

                            #28
                            AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

                            Guten Morgen Christa,
                            man hast du mir eine schlaflose Nacht bereitet. Du hast recht, "Oalbaars" sieht aus wie eine Mischung aus Aal und Storch. Das kommt davon, wenn man zu tief ins Glas schaut. Oalbaasem muss es heißen. Du ahnst, der Johannisbeerwein ist schuld, nicht ich. LG Miriam
                            Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                            Kommentar

                            • Christkind
                              Forum-Teilnehmer
                              • 10.02.2008
                              • 1568

                              #29
                              AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

                              Na Miriamchen, bei sone Fleißarbeit mits Schluckern und so kriegste doch Jeneralpardong fier de Vertippchens, und fragen kost nuscht.
                              Hm, Oalbarsen möcht ich wohl liebers auf ne Stulle als Marmelade,macht dann hast auch keinen Koata.
                              Ich halt`s mit nem Schnapschen , wo die vielen Kräuter drin sind. Weißt Bescheid?
                              Prost! Christa
                              Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                              (M. Gandhi)

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                              • waldkind
                                Forum-Teilnehmer
                                • 06.10.2008
                                • 2366

                                #30
                                AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

                                Nichts für Ungut, Christachen. Alles hat einen Sinn, auch Vertun. Ich hatte definitiv das Wort Baars im Hinterkopf und vermute, dass ich es unbewusst von baric abgeleitet hatte, was fruchtbar bedeutet. Zugegeben, ich konnte mir überhaupt nicht erklären wie dieses Wort Oalbaasem zustande kommt und hatte es damit bewenden lassen. Wie man sieht, war dies ein Fehler. Ich hätte einfach "Aalbesen" oder "Ölbesen" verstanden. Ganz so einfach ist es also doch nicht.
                                Baulbeer (Friseur), Blöubeer (Blaubeere), Oalbaasem (rote-schwarze Johannisbeere), Baasem (Besen), das verstehe wer will. Vielleicht musste der Aal aus dem Schmoddergrunde erst mal ordentlich gekehrt werden?

                                Die Johannisbeere ist im Hochdeutschen nach dem Tag ihrer Ernte am 24. Juni benannt. Diese Bezeichnung ist dann wohl neueren Jahrhunderts (17.Jh.). Es gibt die Vermutung, dass das Wort Beere von einer indogermanischen Wurzel für "Rot" abstammt. Im Norddeutschen gibt es für die Johannisbeere das Wort Ahlbeere. Na die Norddeutschen sollen sich mal zu Wort melden und das Wort "Ahlbeere" erklären. Jedenfalls sind die Wörter "Aal" und "Ahle" miteinander verwandt. Daut ess nich eenfach mett de Sproak.

                                Und Christachen, Kräuterschnäpperken hilft sowieso gegen alle Krankheiten. Scheen Sinndach wünscht Miriamchen (so nannte mich auch meine Mutter).

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                                Wie ich auf Aalbesen komme, müsste ich wohl noch erklären. Früher hat man sich einen Besen aus Zweigen gebunden. Ich glaube, dass Johannisbeerzweige sehr geeignet sind, um Besen zu binden. Zurückgeschnitten werden diese Sträucher sowieso, damit sie im nächsten Jahr junges Holz schlagen. Da kann man sich dann auch einen Besen aus den Zweigen binden. Genauso gut kann ich mir vorstellen aus den dünnen Zweigen der Johannisbeere Ahlen zum Knüpfen von Netzen herzustellen. Wörter sind interessant.
                                Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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