Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

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  • waldkind
    Forum-Teilnehmer
    • 06.10.2008
    • 2366

    #1

    Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

    Liebe Forumerinnen und Forumer,

    ich hoffe, diese Einleitung zum Thema wird mein einziges Hochdeutsch hier bleiben. Es ist meine Absicht, Wörter aus dem Danziger Plattdeutsch, deren Bedeutung ich mir nicht hundertprozentig herleiten kann, hier zu erfragen in der Hoffnung auf kompetente Antworten.

    Hier das erste Wort. Was genau bedeutet "Bommke"? LG Miriam
    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.
  • Fischersjung
    Forum-Teilnehmer
    • 10.11.2015
    • 5612

    #2
    AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

    Hallo Miriam
    Ich kenne nur 'Bomke' aus dem Plattdeutsch, hier ist es ein 'Bonbon'.
    Als Kind sagten wir dazu 'Schnongs'
    Grüße von Joachim

    Kommentar

    • waldkind
      Forum-Teilnehmer
      • 06.10.2008
      • 2366

      #3
      AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

      Hallo Joachim,

      klingt auf alle Fälle süß, dein Bomke .

      Ich fürchtete schon, ich stünde im Verdacht, das Wort bedeute lediglich 'kleines Bäumchen'.

      Es geht in der Quelle darum, dass eine Bauermannsgesellschaft in einem Gasthaus "en Bommke Machandel" leert. Ich befürchte eher viele Bommkes Machandel, denn am Ende ist jeder mal betrunken. Dat Bommke wird quasi herum gereicht zum Leeren. Mit anderen Worten, es müsste da viel reinpassen. Ich denke an einen Krug (Bierkrug, Weinkrug?). Aber vielleicht gab es ja spezielle Schnapskrüge? Ich bin gespannt, ob wir es herausfinden.

      Viele Grüße
      Miriam
      (PS: Bäume saufen zwar auch viel, aber selten bis zum Umfallen)

      - - - Aktualisiert - - -

      Vielleicht ist es ein Holzkrug, dann käme das mit dem "kleinen Bäumchen" hin. LG

      - - - Aktualisiert - - -

      Oder ein kleines Holzfässchen? Da passt mehr rein als in einen Humpen.
      Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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      • sarpei
        Forum-Teilnehmer
        • 17.12.2013
        • 6090

        #4
        AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

        Hallo Miriam,

        wie wäre es mit folgender Erklärung:

        Preussisches Wörterbuch, Ost- und Westpreussische Privinzialismen (1882)

        Bummchen, Bommchen, n., altes Branntweinmaß zum Ausschank an Ort und Stelle. Ein Bummchen kostet meistens 25 Pfg. und wird von mehreren Personen "umzech" getrunken.


        Viele Grüße,

        Peter

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        • waldkind
          Forum-Teilnehmer
          • 06.10.2008
          • 2366

          #5
          AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

          Hallo Peter,

          das passt, klasse!
          Möglicher Weise hat man in Danzig tatsächlich eher "Bommchen" gesagt, weil dort die Endung "chen" sehr beliebt war. Vielleicht finden wir irgendwann zufällig heraus, wie viel Machandel in das Bommchen hineinpasste.
          Das Wort Bommchen oder Bommke war Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts noch im Gebrauch.


          Hallo Joachim,

          was mir noch eingefallen ist: Bei den plattdeutschen Wörtern gibt es keine einheitliche Schreibweise, weil Plattdeutsch eine Sprechsprache ist und keine Schreibsprache. Man schrieb wie einem de Schnoawel gewosse es. Daher können wir für ein und das selbe Wort unterschiedliche Schreibweisen finden. Also ob Bommke, Bomke, vielleicht Boumke, Bommchen, Bummchen ...

          Jetzt suche ich ein neues Wort, das mir nicht geläufig ist.
          Viele Grüße
          Miriam
          Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

          Kommentar

          • Fischersjung
            Forum-Teilnehmer
            • 10.11.2015
            • 5612

            #6
            AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

            Hallo Miriam,
            siehe hier: https://www.ndr.de/kultur/norddeutsc...gion-1923.html

            - - - Aktualisiert - - -

            In deinem Fall wird Peter's Lösung die richtige sein.
            Grüße von Joachim

            Kommentar

            • waldkind
              Forum-Teilnehmer
              • 06.10.2008
              • 2366

              #7
              AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

              Danke Joachim,
              wieder eine Quelle mehr.
              Vielleicht war ursprünglich, so regional versteht sich, in einem Bonbon/Bomke ein Schuss Machandel drin!?

              Jetzt mal ein anderes Wort: "tecken"

              Der Satz dazu: "Köhmt Bommke to em, he hewt ett herruinger geteckt."

              Es kommt mir nicht bloß darauf an, den Sinn zu verstehen, sondern vielmehr die genaue Bedeutung eines Wortes zu erfassen, sodass ich es anwenden kann.
              Viele Grüße
              Miriam
              Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

              Kommentar

              • waldkind
                Forum-Teilnehmer
                • 06.10.2008
                • 2366

                #8
                AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

                Könnte "tecken" eventuell "zechen" bedeuten, also viel Schnaps wesch zechen?
                Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                • Stejuhn
                  Forum-Teilnehmer
                  • 09.08.2011
                  • 1023

                  #9
                  AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

                  Guten Morgen Miriam,

                  ich kenne das Wort Tacken (Bochumer Platt?) für eine Mark oder Groschen.
                  Mein Nachbar sagte nämlich, als ich noch klein war und wenn seine Frau einkaufen ging, hast du auch einen Tacken eingesteckt.

                  Einen schönen Tag wünscht Dir
                  Sigrid
                  Nirgendswo ist es schöner als zu Hause mit der ganzen Familie vereint zu sein.
                  Stejuhn, Karschen, Hinzmann, Korthals, Kumke, Rudat, Nachtigall, von Wissotzki (Wishotzki), Oberdorf

                  Kommentar

                  • waldkind
                    Forum-Teilnehmer
                    • 06.10.2008
                    • 2366

                    #10
                    AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

                    Leewe Forumer,

                    hied well eck keenen ploage mett väl Jebrus. Oawer twe wörd well eck froage.

                    1. Wat meent "Woaslichter"?
                    2. War meent "Westfupp"?
                    Wenn ehr mi dat vertellt, doar wer eck begleckt!
                    Aller Anfang ist schwer, seid bitte nachsichtig mit mir. Bei dem Wort "Woaslichter" tippe ich auf Wattlichter. Bei dem Wort "Westfupp" tippe ich auf Westentasche. Habt ihr irgendwelche Assoziationen dazu?


                    Liebe Sigrid,
                    ich kennen "einen Tacken weg haben", aber das ist bestimmt nicht gemeint. Obwohl, wenn man weschzecht bis man umfällt, hat man bestimmt auch einen Tacken wesch.
                    Viele Grüße an alle
                    Miriam
                    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                    Kommentar

                    • Christkind
                      Forum-Teilnehmer
                      • 10.02.2008
                      • 1568

                      #11
                      AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

                      In J.Pinnows Buch steht:
                      Boom.Baum, dazu Bo(o)mke 'Bäumchen' im Sinne von 'doppelter Schnaps'......Das Wort Bommke ' Machandelglas...vielleicht mit kaschubisch-polnischem kurzen o für oo.
                      Christa
                      Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                      (M. Gandhi)

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                      • waldkind
                        Forum-Teilnehmer
                        • 06.10.2008
                        • 2366

                        #12
                        AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

                        Liebe Christa,
                        vielen Dank für deine Antwort.
                        Ich stelle mir vor, dass "Bommke" auf eine Zeit zurückgeht, als die einfachen Leute aus Holzgefäßen tranken, also tatsächlich aus ausgehölten kleinen Stämmchen tranken, Boumkes eben. Die waren umsonst zu haben, selber herzustellen und unzerbrechlich. Kann man übrigens heute wieder kaufen. Da Holz sich vollsaugt und damit auch Geschmack annehmen kann, war es möglicher Weise üblich, dass man für spezielle Getränke "Extragefäße" hatte, damit der Geschmack beim nächsten Trunk nicht verfälscht wurde. Ein Machandelken, dass nach Holunder schmeckt, war damit ausgeschlossen. Damit man nicht unzählige Gefäße verwahren musste, gab es denn ein Gefäß für alle, einen Krug zum Herumreichen. Wir werden sehen, eines Tages haben wir es herausgefunden wie viel Machandel in das Bomke hineinpasste.

                        Ich konnte mir den Pinnow - Grieger in der Biliothek besorgen, leider nicht die tausend Wörter aber die Abhandlung über Aussprache, Grammatik und Rechtsschreibung. Das mit der Rechtschreibung ist so eine Sache, Th. Albert enutzt eine andere. Obwohl ich locker tausend Wörter habe, wäre ich über die von Pinnow auch ganz glücklich. Jedenfalls kann ich mit dem Buch von Pinnow "Schloothööwa Platt" einige Rätsel knacken. Es macht halt ein Unterschied "Blood" und "Blott" .

                        Hallo Joachim,
                        nun fand ich tatsächlich in Pinnows Buch das Wort "Bombom" für "Bonbon". Da ist es von Bombom nach Bomke nicht weit.
                        Viele Grüße

                        - - - Aktualisiert - - -

                        Wenn hier im Forum jemand die tausend Wörter von Pinnow über hat, weil sie still und ungenutzt im Regal herumliegen, bei mir wären sie in guten Händen. LG Miriam
                        Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                        • waldkind
                          Forum-Teilnehmer
                          • 06.10.2008
                          • 2366

                          #13
                          AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

                          Guten Morgen an alle,

                          das Wort "Fupp" habe ich nun gefunden. Es bedeutet "Tasche". Folglich bedeutet "Westfupp" "Westentasche".
                          LG Miriam
                          Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                          Kommentar

                          • Christkind
                            Forum-Teilnehmer
                            • 10.02.2008
                            • 1568

                            #14
                            AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

                            Ich weiß nicht, Miriam, welches Platt dies nun ist. Aber Danziger Missingsch wohl eher nicht.

                            Ernst Frieböse

                            Dem Darpschmett sine Red.

                            De Darpschmett wär, wie sich dat so jeheert,
                            een Kehrl, so stoark on isern wie een Peerd.
                            He kunn, ganz ohne omtofleeje,
                            mordstoarke leserstange kromm verbeeje.


                            Dat doarbie wäre sine Oarms so oppjebläht,
                            datt manchmoal goar sin Hemd terrät.
                            Wenn oawer enner kiggd on sich versehrd,
                            dann säd he bloß:
                            "Doar send all dollre Dinger en de Welt passert!"

                            On wat een andrer ut dem Darp uck emmer säd,
                            am Eng von jede Sach, doar wär dat sine Red.
                            Moal kreech he eent jewescht von eenem boss' jen Peerd,
                            he oawer säd:
                            "Doar send all dollre Dinger en die Welt passert!"

                            Als he een ander Moal groad met de Frät
                            en eene Kohfload rennjeschmeert,
                            brommt he terknerscht:
                            "Doar sind all dollre Dinger en de Welt passert!"

                            Als sine Fru ehm tweemoal hingerander
                            Twillinge beschert,
                            säd he man bloß:
                            "Doar send all dollre Dinger en de Welt passert!"

                            Ganz jlick, wat uck passert em Huus on en de Scmäd,
                            von freeh bet spoad wär dat dem Darpschmeet
                            sine Red.

                            On uck, als all ganz wacklich wär sin Kopp,
                            heerd he met disse Red nich opp.
                            On wie't so jeiht, met eemoal kam de Dod,
                            dem Schmett sin Wief, dat jriend en Angst on Not.
                            He oaver meend: "Hiel nicht!
                            Begroaw mi, wie sich dat jeheert;
                            Doar send all dollre Dinger en de Welt passert!"
                            __
                            Ja, der Dorfschmied wusste Bescheid.

                            Ich habe 3 kl. Bändchen "Ut Noatange- Plattdütsche Spoaskes"
                            von W.Reichermann, Creuzburg, Ostpreußen.
                            Nachdruck der Ausgabe von 1904.
                            Erschienen im P. Rosenberg Verlag, Hamburg.
                            Vielleicht noch irgendwo vorhanden?
                            ___________
                            Es grüßt, Christa
                            Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                            (M. Gandhi)

                            Kommentar

                            • jonny810
                              Forum-Teilnehmer
                              • 10.02.2008
                              • 2423

                              #15
                              AW: Wörd opp Plattdütsch ut de Neddrung

                              Daran hätte Heinz Mandey seine Freude gehabt.

                              Er war ein großer Freund dieser, unserer Mundart.

                              Vieln Dank Christa.
                              Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
                              "Nec Temere - Nec Timide"
                              Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

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