Was aßen Mennoniten?

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  • hans258
    Forum-Teilnehmer
    • 01.08.2020
    • 246

    #1

    Was aßen Mennoniten?

    Hallo,
    Ich wusste nicht genau wo ich meine Frage einordnen soll. Ich werde es einfach mal unter Omas Rezepte einordnen. Ich habe im Internet gesucht was ein typisches mennonitisches Rezept ist, fand aber hauptsächlich Rezepte der Mennoniten aus Kanada und der russischen Mennoniten. Ich suche eher etwas aus dem Kreis Danzig, weil ja eben meine Familie den preußischen Mennoniten angehörte.
    Ich habe vom Zwieback gelesen aber ich suche richtig Rezepte.
    Wie gesagt, ich habe zwar viele Rezepte gefunden, aber die sind immer von der vor Ort herrschenden Koch Tradition geprägt, zum Beispiel kochen die Mennoniten aus Lateinamerika sehr oft mit Einheimischen Produkten die es in dieser Form in Europa nicht gibt.
    Kennt ihr irgendwelche Rezepte der preußischen Mennoniten?

    Ich wünsche euch einen wunderschönen Sonntag,

    Hans
  • waldling +6.8.2023
    Forum-Teilnehmer
    • 04.09.2011
    • 2320

    #2
    AW: Was aßen Mennoniten?

    Moin, Hans,

    ich glaube kaum, dass sich Menschen nach einer Übersiedlung von ihre Gerichten trennten. Sicherlich gab es eine gewisse Anpassung, aber ganz aufgegeben haben sie ihre Gerichte sicherlich nicht. Ich koche nachwievor Gerichte meiner Mutter und Großmutter, lege Salzgurken nach dem Rezept meines Großvaters ein etc., etc.


    Herzliche Grüße
    Uwe

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    • love danzig
      Forum-Teilnehmer
      • 09.11.2015
      • 1494

      #3
      AW: Was aßen Mennoniten?

      Hallo Uwe,
      ich liebe selbst eingelegte Gurken am besten schmecken sie mir mit Dillgeschmack. Kaschubisch?
      Schöne Grüße Roman

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      • waldling +6.8.2023
        Forum-Teilnehmer
        • 04.09.2011
        • 2320

        #4
        AW: Was aßen Mennoniten?

        Moin, Roman,

        ja, ich liebe diese Salz-Dill-Gurken auch. Mein Großvater kam aus Wolhynien. Er war ein "Jäger" und Sammler. Das Gurken-Rezept für einen kleinen Tontopf:

        - ca. 30 mittelgroße Einlegegurken
        - eine Handvoll schwarze Johannesbeerenblätter
        - eine Handvoll Sauerkirschblätter
        - ca. 3 Dolden Dill
        - zwei Handvoll Weinblätter
        - ca. 8 ½ Esslöffel Salz
        - ca. 4 Liter Wasser
        Zubereitung:
        Wasser mit Salz aufkochen und abkühlen lassen. Dann die Gurken in einem
        Tongefäß mit den Blättern und dem Dill schichten. Jetzt das kalte Salzwasser
        darüber gießen, Unterteller drauf legen und mit einem Stein beschweren. Die Gurken
        sollten jetzt mindestens 8 Tage ziehen. Dann eine Gurke zur Probe herausnehmen
        und durchschneiden. Ist das Innere gelb, dann kannst du reinhauen, hmmmm!

        Dieses Jahr bin ich leider nicht dazu gekommen, leider, sehr traurig

        Beste Grüße
        Uwe

        Kommentar

        • waldling +6.8.2023
          Forum-Teilnehmer
          • 04.09.2011
          • 2320

          #5
          AW: Was aßen Mennoniten?

          Ich teste meistens nach 4 Tagen, halte es dann nicht mehr aus, 1x im Jahr ist einfach zu wenig, ich bereue es schon, nicht dieses Jahr gemacht zu haben.

          Kommentar

          • love danzig
            Forum-Teilnehmer
            • 09.11.2015
            • 1494

            #6
            AW: Was aßen Mennoniten?

            Hallo Uwe,
            meine Mutter kam aus Memel, sie kannte es nicht so, aber mein Freund kommt aus der Gegend Starogard Gdansk aus einer alten Kaschubischen Familie . Ich hoffe er wird immer mein Freund bleiben, denn er hat im Keller viele Fässer mit guten Sachen und ich darf mich Oft bedienen. Auch eingelegte Heringe usw
            Gruß Roman

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            • ada.gleisner
              Forum-Teilnehmer
              • 17.02.2008
              • 882

              #7
              AW: Was aßen Mennoniten?

              Meine Großmutter stammt aus Masuren und sie hat Salzgurken immer mit viel Dill und kleinen Merrettichstückchen eingelegt, so daß ich annehme, das diese Dillgurken eine ost-westpreußische Tradition haben und vielleicht sogar darüber hinausgehen nach Osten.
              LG von Ada
              Was ist Geld? Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt. (H. Heine)

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              • hans258
                Forum-Teilnehmer
                • 01.08.2020
                • 246

                #8
                AW: Was aßen Mennoniten?

                Danke für eure Beiträge. Ich werde versuchen diese Kochbücher zu finden.
                Mein Opa der ja Mennonit war hat so fern ich weiß nie mennonitisches vorbereitet und leider lebt jetzt keiner den ich fragen könnte.
                Ist eigentlich die Stadt Danzig stark durch die Mennoniten geprägt worden?

                Mfg,

                Hans

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                • waldling +6.8.2023
                  Forum-Teilnehmer
                  • 04.09.2011
                  • 2320

                  #9
                  AW: Was aßen Mennoniten?

                  Moin, Hans,

                  hier noch ein Artikel:


                  Im Wolhynie-Forum gibt es zu den Gurken was:
                  Familienforschung in Wolhynien, Ukraine - Informationen über die Geschichte der Wolhyniendeutschen, Karten, Fotos, Einwohnerlisten und mehr


                  Gruß
                  Uwe

                  Kommentar

                  • waldling +6.8.2023
                    Forum-Teilnehmer
                    • 04.09.2011
                    • 2320

                    #10
                    AW: Was aßen Mennoniten?

                    Moini,

                    na dann werde ich noch mal für das aktive Schreiben im Forum ).

                    [FONT=&quot]Meine Oma (men.) war als junges Mädchen Wirthin und kochte beim Bauern für das Gesinde. Meine Großeltern hatten auf dem „Hof“ eine Scheune. Sie hatten zwei Schweine und Hühner. Im Garten hatten sie u.a. Kartoffeln und Pastinaken. Auch heute essen wir gerne noch Pastinaken, gestampft mit Kartoffeln und mit Schweinenacken (geräuchert) serviert. Überhaupt haben wir viele Gerichte aus Mutti's Heimat übernommen. In der Heimat meiner Mutter waren Kartoffeln ein[/FONT][FONT=&quot] Hauptgericht. Da gab z.B. Erdschocken mit Duxel (?). Damit waren Kartoffeln mit[/FONT] [FONT=&quot]verschiedenen Dipp-Soßen gemeint. Meistens wurde Fett ausgebraten,[/FONT][FONT=&quot] beispielsweise Apfelfett, und dann wurden die Kartoffeln eingetaucht. Auch Fisch[/FONT] [FONT=&quot]wurde viel verspeist, lag Stutthof doch an der Küste, direkt neben dem Fischerdorf Bodenwinkel.

                    Gruß
                    Uwe
                    [/FONT]

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                    • Antennenschreck
                      Forum-Teilnehmer
                      • 05.09.2011
                      • 1833

                      #11
                      AW: Was aßen Mennoniten?

                      Hallöle,

                      ich habe hier ein Buch, was in etwa zum Thema passt:


                      Doennigs Kochbuch

                      Über 1500 Rezepte

                      Der Küchenklassiker aus Ostpreußen

                      aus dem Rautenberg Verlag

                      ISBN 978-3-803-3046-1

                      Neu für 19,95 und gebraucht ab 10 Euro
                      Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

                      Kommentar

                      • waldling +6.8.2023
                        Forum-Teilnehmer
                        • 04.09.2011
                        • 2320

                        #12
                        AW: Was aßen Mennoniten?

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                        • waldling +6.8.2023
                          Forum-Teilnehmer
                          • 04.09.2011
                          • 2320

                          #13
                          AW: Was aßen Mennoniten?

                          Moin,

                          [FONT=&quot]eines meiner Lieblingsessen war Königsberger Klopse. Keiner konnte und kann bis heute dieses Gericht so gut zubereiten, wie meine Mutter es konnte. Dieses Gericht lebt immer noch, wie die Gurken von Opa. Hoffentlich lebt diese Köstlichkeit noch lange, damit meine Nachkommen sich daran erfreuen können, so wie ich mich daran erfreue und erfreut habe.[/FONT]

                          [FONT=&quot] [/FONT]
                          [FONT=&quot]Zutaten für 4 Personen:[/FONT]
                          [FONT=&quot]- ca. 2 ½ Liter Wasser (eher 2 Liter)[/FONT]
                          [FONT=&quot]- 2 Becher saure Sahne, a 150 ml[/FONT]
                          [FONT=&quot]- 2 Becher süße Sahne, a 150 ml[/FONT]
                          [FONT=&quot]- 4 mittlere Zwiebeln[/FONT]
                          [FONT=&quot]- 3 Lorbeerblätter[/FONT]
                          [FONT=&quot]- 2 Teelöffel Pimentkörner[/FONT]
                          [FONT=&quot]- 2-3 gehäufte Esslöffel Mehl[/FONT]
                          [FONT=&quot]- ½ Teelöffel Zucker[/FONT]
                          [FONT=&quot]- 2-3 Zitronen[/FONT]
                          [FONT=&quot]- 3 Esslöffel Paniermehl[/FONT]
                          [FONT=&quot]- 1 Ei oder ½ Glas Selter[/FONT]
                          [FONT=&quot]- Salz und Pfeffer[/FONT]
                          [FONT=&quot]- 1 ½ Pfund Hackfleisch, halb Schwein und halb Rind[/FONT]
                          [FONT=&quot]- Kartoffeln, meine Mutter nahm Salzkartoffeln, ich nehme Pellkartoffeln[/FONT]
                          [FONT=&quot] [/FONT]
                          [FONT=&quot]Zubereitung:[/FONT]
                          [FONT=&quot]Das Hackfleisch mit Salz und Pfeffer, 2 Zwiebeln (hineinreiben), etwas Paniermehl,[/FONT]
                          [FONT=&quot]Eier oder Selters, ordentlich durchkneten und zu kleinen Kugeln formen. Inzwischen[/FONT]
                          [FONT=&quot]das Wasser mit Salz, Pimentkörnern, Lorbeerblättern und 2 Zwiebeln aufkochen. Um[/FONT]
                          [FONT=&quot]die Suppe anzurühren, die Klopse aus dem Wasser herausnehmen. Jetzt eine extra[/FONT]
                          [FONT=&quot]Schüssel nehmen, die süße und saure Sahne darin glattrühren, dann das Mehl[/FONT]
                          [FONT=&quot]zugeben und nochmals gut glattrühren. Vom aufgekochten Wasser etwas in die[/FONT]
                          [FONT=&quot]Sahne geben, beugt Klumpen vor. Nun den Schüsselinhalt in den Topf geben.[/FONT]
                          [FONT=&quot]Rühren und noch mal aufkochen. Eventuell durch ein Sieb in einen anderen Topf[/FONT]
                          [FONT=&quot]gießen, sollte es noch zu klumpig sein. Mit Zitrone abschmecken und den Zucker[/FONT]
                          [FONT=&quot]nicht vergessen. Dann die Klopse wieder rein. Nun kann es losgehen, langsam[/FONT]
                          [FONT=&quot]essen, auch wenn es sooooooooooooo köstlich ist![/FONT]

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                          • Fischersjung
                            Forum-Teilnehmer
                            • 10.11.2015
                            • 5607

                            #14
                            AW: Was aßen Mennoniten?

                            Super Uwe,
                            danke, endlich mal Königsberger Klopse ohne Fisch.
                            Rezept ist schon weitergeleitet
                            Grüße von Joachim

                            Kommentar

                            • Beate
                              Administratorin
                              • 11.02.2008
                              • 4834

                              #15
                              AW: Was aßen Mennoniten?

                              Guten Abend,

                              zu #12: interessante Rezepte sind das! Aber was mag denn: 2 1/2 Esslöffel geschmolzene Verkürzung beim Weißbrot-Rezept bedeuten? Auch im Original steht ja nur "Shortening"? Vielleicht ein Fett?

                              Grübelnde Grüße, Beate
                              ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

                              Kommentar

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