Bäume in Ohra

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  • waldkind
    Forum-Teilnehmer
    • 06.10.2008
    • 2366

    #16
    AW: Bäume in Ohra

    Liebe Baumbegeisterte,
    inzwischen bin ich dem Wort "Eller" näher gekommen. Ohne Zweifel könnte seine indogermanische Wurzel für beide Bäume, Erle und Ulme, hergehalten haben. Denn das rötliche Holz hat auch die Ulme. Möglicher Weise kommt das Wort "Eller" eher von der Roterle. Diese diente in früheren Zeiten gerne für Bauten im Wasser. Und wässerige Landschaften gab es damals genug. Die ohrasche Gegend wurde regelmäßig vom Weichselwasser überflutet .
    Auch die Ulme schimmert wunderbar rot im Sonnenlicht und trägt in der Rinde etwas von dieser Weichheit, die auch das Wesen der Erle bestimmt. Das Wesen der Erle ist eher weiblich, das der Ulme eher männlich. Ich glaube, den Ohraern hätten ein paar Ulmen nicht schlecht gestanden.
    Einen Ellergrund wird es nicht gegeben haben zur frühen Zeit, eher einen Ellermor oder Ellergrint. Damit wäre ich doch zu einer emotional erträglichen Wurzel der ohraschen Sprache anbelangt, was dieses Wort anbelangt. Auffallend ist, dass die ursprünglichen Vorfahren ihre Bäume nach ihrer inneren Verbindung, nach dem inneren Wesen und der Beziehung benannt haben. Das ist natürlich etwas ganz anderes als sie nach ihrer äußeren botanischen Klassifizierung zu benennen wie es heute geschieht. Insofern haben wir Menschen einiges an Empfindsamkeit eingebußt.

    Das Wort "Effe" für Ulme habe ich nicht gefunden. Könnte mir eher vorstellen, dass die Germanen diesen Baum Elder genannt hätten oder Eltriu. Effe klingt für mich wie Elfenbaum. Sicher ist die Ulme ein guter Baum für Elfen, denn er hat eine freundliche und offene Natur.

    Was den Peckenkrug anbelangt, denke ich, dass es mit dem Vieh zu tun haben könnte und der Bäcke. Also einfach nur eine Stelle, wo man das Vieh ans Wasserführte. Das ist aber meine eigene Philosophie und nicht wissenschaftlich belegbar.

    Ich könnte meine Leichen im Bäckegrinde versinken lassen oder im bäckischen Elegrint. Hört sich schon mal gut an.

    Ich wünsche allen ein schönes Wochenende. wk.
    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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    • Ulrich 31
      Forum-Teilnehmer
      • 04.11.2011
      • 8554

      #17
      AW: Bäume in Ohra

      Liebes wk.,

      vielleicht freust Du Dich über meinen Fund bei Google (!) zu "Effe": > "effe" (aus dem Rheinhessischen) bedeutet Dorfplatz um einen Baum herum, unter dem Gericht abgehalten wurde. <

      Dies habe ich gefunden zur Erläuterung der Herkunft des Familiennamens "Effenberger": > Davon (siehe oben) der Name "Effenberger" abgeleitet: Vorfahre wohnte wohl in der Nähe eines solchen "Gerichtsplatzes". <

      Und diese Recherche führte dann weiter (führt allerdings von den Bäumen weg) zur Antwort auf die Frage: "Wieso ist der Mittelfinger der 'böse' Stinkefinger?" - Hier die Antwort: http://www.swr.de/blog/1000antworten...-stinkefinger/. Ist wegen seiner ständigen medialen Erwähnung vielleicht interessant.

      Noch alles Gute für den Rest des Wochenendes und viele Grüße
      Ulrich

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      • omahelga
        Forum-Teilnehmer
        • 27.03.2008
        • 109

        #18
        AW: Bäume in Ohra

        Liebes Waldkind,

        dies habe ich im Krünitz (es muss nicht immer Google sein) gefunden.
        Originaltext der Quelle Online zu finden unter:

        Digitalisierungsprojekt Krünitzsche Encyklopädie,Home-page


        Alnus , Alnus vulgaris J. B. Alnus rotundifolia glutinosa viridis, C. B. Amedanus, Amidanus, Erle, Erlenbaum, Eller, Elder, Ellen= oder Ellern=Baum, Eilen, Elre, Else, Elsenbaum, Elter, Otter, Otterbaum, Eller mit runden kleberigen und dunkelgrünen Blättern; Fr. Aulne, Aune, Vergne, Verne; Engl. Alder; Dän. Oor oder Older, ist ein hochstämmiger, eben nicht besonders dicker, jedoch gerade aufwachsender Baum, welcher am allermeisten in feuchtem Boden, auch an dem Rande der Flüsse und Wassergräben, und sumpfigen oder morastigen Gegenden, zu finden ist..........
        Vorfahren meines Mannes kamen aus Ellerbruch, daher habe ich mich mit dem Namen und der Bedeutung schon vor langer Zeit beschäftigt.

        Liebe Grüße und einem schönen Sonntag
        Helga
        Dauersuche: Alles über den Familiennamen Maehring, Mähring, Mohring, Möhring und Moring vor/um 1750.
        Suche Nachfahren mit FN Witt; geborene in Lienfitz/ Pr. Stargard ab 1881-1899, und alles über Rudolf August Linde *29.08.1863, +? (M: Auguste Krause +1880)

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        • waldkind
          Forum-Teilnehmer
          • 06.10.2008
          • 2366

          #19
          AW: Bäume in Ohra

          Lieber Ulrich,
          vielen Dank für deine Google-Recherche.
          Ja, ich freue mich sehr über deinen Effe-Fund. Als Gerichtsbäume dienten oftmals die Linde und die Eiche. Von den Eichen wissen wir, dass er der Götter- und Gerichtsbaum schlechthin war. Da hat schon der Urvater Abraham sich mit Gott getroffen oder sonst welche Treffen oder Gebete abgehalten. Dem alttestamentlichen Schöpfer-Gott schien es keineswegs gestört zu haben, dass Abraham die Orakeleiche befragte. Ganz im Gegenteil nahm er mit dem Stammvater seines Volkes dort gerne Kontakt auf. Die Zerstümmelung der Natur zu Gunsten eines christlichen Glaubens kann demnach gar nicht von Gott-Vater gekommen sein. Und Jesus von Nazareth liebte die Natur auch. Er setzte sich gerne unter die Ölbäume, um mit seinem himmlichen Vater zu sprechen. In diesem Sinne also darf man die Gerichtsbäume verstehen, Orte der Stille und der Wahrheit. Ob das nun immer mit der Wahrheit und der Eingebung so geklappt hat? Jedenfalls hat man die Sünder oftmals nach dem Gerichte an Ort und Stelle aufgeknüpft.

          Was den Stinkefinger anbelangt: Wir sollten uns daran erinnern, dass das Klopapier zur Antike noch nicht üblich war, sondern man nahm nämlich entweder Schwämme, Blätter, Moose oder schlichtweg die Finger. Daher gab es vieler Orts die Regel der feinen und der fiesen Hand. Manche von euch werden das sicher auch noch kennen mit dem "feinen Händchen". Die linke Hand also diente dem Abort, die rechte dem Essen und dem Gruße. Wer mit links grüßte, der konnte durchaus damit rechnen, dass man ihn erschlug. Wenn man dann noch darüber nachdenkt, wie es mit der Hygiene bestellt war, an was man da alles denken konnte, wenn einem die linke Hand gezeigt wurde, dann wird man verstehen können, dass einer zu recht wütend werden konnte, wenn man ihm die Stinkehand entgegenstreckte. Denn die konnte unter Umständen den Tod mitbringen. Wie es nun zu dem Stinkefinger kam, schildert Googlestelle nicht. Sie sagt nur, dass es den schon in der Antike gab. An Phallussymbol habe ich dabei noch nie gedacht. Wäre mir zu krüppelig. Übrigens, ich habe immer Ring am linken Mittelfinger getragen, nämlich Granat, als Freundschaftszeichen. Habe deswegen noch keins aufs Auge bekommen. Menschen sind halt doch unterschiedlich. Übrigens wurden Latrinen oft aus Holz gebaut, wobei wir nun wieder bei den Bäumen sind.

          Liebe Helga,
          auch dir vielen Dank für deinen Fund. Da werde ich schon mal nicht arbeitslos bei meiner Sinniererei über Wörter. Elder, Alder, Older, Oor gefallen mir am Besten. Hört sich voll nach Erle an. Ist ja auch ein Holz, was alt werden kann, weil es nicht so leicht verfault. Bei Elsbeere denke ich eher an Mehlbeere. Muss aber nicht heißen, dass man so nicht auch eine Erle genannt hätte.
          Bei der Gelegenheit habe ich dann noch gefunden, dass das Wort Brücke von Knüppelbruch kommen soll. Man hat sich also über die Sümpfe und Moore gebrochene Knüppel gelegt, um vorwärts zu kommen.

          Vielen Dank für eure Sonntags- und Wochenendgrüße. Die letzten beiden Wochen waren heftig. Ich bin platt wie eine Flunder und mache heute gar nichts, nicht einmal Frieden, weil ich zum streiten eh zu schwach bin. Liebe Grüße vom waldkind.
          Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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          • Bartels
            Forum-Teilnehmer
            • 25.07.2012
            • 3448

            #20
            AW: Bäume in Ohra

            Hallo Ulrich,

            zu Effenberg oder Effenberger.

            Effe ist in Rheinhessen eine Bezeichnung für die Ulme, dort findet sich mit Eppelsheim noch ein Dorf mit "Effenkranz".
            Der "Kranz" ist jedoch eher ein Herz aus Effen: Foto siehe hier

            Effenberg müsste ein Wohnstätten-Name sein - für jemanden. der an einem Berg mit Ulmen wohnte, oder der aus einem (untergegangenem) Ort (oder Wüstung) stammte der Effenberg hiess.

            Effenberger (weit häufiger) könnte auch ein Adelsname (= von Effenberg) sein. Auffällig ist, dass die meisten Namensträger östlich der Linie Lübeck - Augsburg wohnen - Vermutungen zur Herkunft gehen nach Schlesien. Das spricht eigentlich gegen Rheinhessen. Auch ein Satzname wäre möglich.

            NB: Der Stefan mit dem Finger ist ein Effenberg.
            Beste Grüsse
            Rudolf H. Böttcher

            Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
            Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
            Familie Zoll, Bohnsack;
            Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
            Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

            http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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            • Bartels
              Forum-Teilnehmer
              • 25.07.2012
              • 3448

              #21
              AW: Bäume in Ohra

              Hallo,

              nach Effen und Ellern fehlen mir eigentlich noch die Iben - oder ein Ibenhain. Aber Wikipedia ist mit Ausnahme eines Ortes dieses namens dazu noch sprachlos ...
              Eiben sind wohl die ältesten Bäume in Mitteleuropa und der älteste Baum Deutschlands steht seit 1945 in Polen.

              Mit den besten Grüssen
              Rudolf H. Böttcher

              NB: Vor dem Toilettenpapier gab es in Japan einen Holzschaber zum Reinigen. - Und Entsetzten erzeugt der Fremde, der mit WC-Schlappen in die japanische Wohnung marschiert ...
              Beste Grüsse
              Rudolf H. Böttcher

              Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
              Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
              Familie Zoll, Bohnsack;
              Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
              Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

              http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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              • waldkind
                Forum-Teilnehmer
                • 06.10.2008
                • 2366

                #22
                AW: Bäume in Ohra

                Lieber Rudolf,
                da kann ich dich mal ganz beruhigen. Die ganze große Eifel war und ist das Volk der Eibenmenschen. Auch wenn die Geschichte behauptet, die Römer hätten die Eburonen abgemurkst, weiß ich es besser. Weil nämlich die Eburonen keltisch und verschlagen waren, haben sie natürlich überlebt. Ich bin das beste Beispiel dafür, weil auch Eburonenabkömmling. Leider darf ich darüber nichts weiter sagen, weil ich zufällig darüber eine gute Geschichte geschrieben habe, die noch in der Warteschleife zwecks Veröffentlichung steht. Sollte sie baldens ein Buch finden, bist du der erste, der diese Geschichte lesen darf, damit du alles erfährst über die Eiben und ihr trauriges Schicksal.

                Das mit dem Ulmenberg ist interessant. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein ganzer Berg voller Ulmen gestanden haben soll. Aber als Einzelgeschöpf, wenn sie alt werden, sind es wunderschöne erhabene Geschöpfe. Das könnte ich mir als Götterkultberg sehr wohl vorstellen. Also es gibt Nachnamen, die regional begrenzt sind, weil sie aus einer regional begrenzten Sprache stammen.
                LG waldkind.

                NB: Die Sitte mit dem Schaber gab es nicht nur in Japan. Die Römer trugen ihre Klo-Utensilien immer bei sich am Gürtel, Schaber, Löffelchen, Schwämmchen. Sie liehen es sich auch gegenseitig aus. Aber ich wollte nicht so sehr ins Detail gehen.
                Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                • Bartels
                  Forum-Teilnehmer
                  • 25.07.2012
                  • 3448

                  #23
                  AW: Bäume in Ohra

                  Liebes Waldkind,

                  Forum bildet: Die Geschichte mit den Eburonen war mir neu und ich stimme Dir voll zu: Sie haben überlebt. Das gilt auch für andere Stämme im Rheinland, niemand wurde über Jahrhunderte hinweg verdrängt, sondern alle haben sich munter vermischt - siehe Zuckmeyer: die grosse "Völkermühle"... (und der Händler aus Anatolien war vor 1400 Jahren nachweislich auch schon in Frankenthal-Eppstein - siehe Grabfunde)

                  Wohl auch kein Zufall, dass die Eburonen-Denkmale Ähnlichkeiten mit Asterix & Co. haben.

                  Wenn ich Erstleser vom Buch sein darf, dann veröffentliche ich auch gerne eine Erst-Rezension - habe auch eine gewisse Reichweite im Netz ...

                  Um die Kurve zu Danzig, Ohra, Karthaus ... zu kriegen: Ich bin immer skeptisch, wenn mir jemand als 100% Kaschube oder Holländer verkauft werden soll. - Meine Urgrossmutter Laura Franziska Rosamunde Zoll war max. zu 50% niederländischer oder zeeländischer Abstammung.

                  NB: ... und der Ferdinand W. darf auch weiterhin so heissen ...
                  Beste Grüsse
                  Rudolf H. Böttcher

                  Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                  Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                  Familie Zoll, Bohnsack;
                  Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                  Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                  http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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                  • waldkind
                    Forum-Teilnehmer
                    • 06.10.2008
                    • 2366

                    #24
                    AW: Bäume in Ohra

                    Lieber Rudolf,
                    wir Menschen sind alle Mischung, nix mit reinrassig ... blabla. Gab ja auch schon ganz früh die Völkerwanderung. Mal abgesehen davon hatten alle Menschen eh die gleichen Stammeltern. Folglich ist jeder Rassismus Unsinn. Schließlich sind wir Menschen auch nicht nach Rezepten gebaut, eine Prise Deutsch, ein Liter Pole, drei Gramm Kelte etc. Jeder Mensch ist schlichtweg Mensch.

                    Waage schrieb aber auch, sinngemäß, dass sich in Ohra eine Gruppe Juden hatte ansiedeln wollen, die sie dann vertrieben hätten, wohl aus Angst vor deren Geschäftlichkeit. Und ich glaube, Stolz aus seinen Worten gelesen zu haben, dass sich seit dieser Zeit nie wieder Juden angesiedelt hätten.

                    Asterix und Oberlix sind erstaunlich gut nach ihren keltischen Vorbildern beschrieben. Sollte meine Eburonen-Geschichte ihren Weg bald in die Öffentlichkeit finden, dann freue ich mich auf deine Rezension. Danke für den Ferdinand Wie du dir denken kannst, kommt in fast allen meinen Geschichten ein Baum vor.

                    Um nach Ohra wieder zurück zu kehren, wäre der Titel meiner Geschichte an dieser Stelle "Der Judenbaum von Ohra".
                    Herzliche Grüße vom wk.
                    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                    • Bartels
                      Forum-Teilnehmer
                      • 25.07.2012
                      • 3448

                      #25
                      AW: Bäume in Ohra

                      Hallo waldkind,

                      habe gleich mal bei Waage nachgelesen (S. 9 = digital S. 19):
                      1723 wurden jüdische Familien aus Ohra ausgewiesen und Waage war stolz über 130 und mehr judenfreie Jahre - aber 1858 musste er doch in der Bevölkerungsstatistik einen einzigen Juden (unter über 3 000 Ohraern) erwähnen, den er vorher verschweigt.

                      Dabei war gerade die zweite Hälfte des 19 Jh. eine Zeit der Gleichstellung und Emanzipation der Juden, - Dank der napoleonischen Gesetze (mit Auswirkungen auf ganz Teutschland) und Dank der Nationalversammlung von 1848/49.
                      Beste Grüsse
                      Rudolf H. Böttcher

                      Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                      Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                      Familie Zoll, Bohnsack;
                      Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                      Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                      http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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                      • waldkind
                        Forum-Teilnehmer
                        • 06.10.2008
                        • 2366

                        #26
                        AW: Bäume in Ohra

                        Hallo Rudolf,
                        danke für deine Ergänzung. Das interessiert mich natürlich, wo das steht mit dem einen Juden in 1858. Wie man sich da gefühlt haben muss, so als einzelner einer Ethnie unter so vielen anderen zu sein? Lässt sich irgendetwas zu diesem Menschen herausfinden? Hat er sich selber angesiedelt, ist er gerufen worden nach Ohra?
                        Nun fragt sich natürlich was mit Emanzipation und Gleichstellung gemeint gewesen ist. Gesetze und Reales-Leben driften oftmals auseinader wie heute auch und wie wohl zu jeder Zeit.

                        Liebe Forumer,

                        um nun zu den Bäumen zurück zu kehren: Es gab ja früher sehr viel mehr Apfelsorten als heute. Die Obstbaumgärten müssen herrlich gewesen sein. Kennt jemand noch eventuell irgendwelche Apfelsorten, die in Ohra bzw. Umgebung gediehen?
                        LG waldkind.
                        Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                        • Insel2008
                          Forum-Teilnehmer
                          • 29.03.2008
                          • 779

                          #27
                          AW: Bäume in Ohra

                          Hallo Waldkind:-) Vielleicht wuchs oder wächst dort die alte Sorte "Danziger Kantapfel mit vielen weiteren Namen. Von Erdbeerapfel bis Florentiner etc. Er wurde vor 1760 aus Holland eingeführt
                          Grüße von Inselchen2008
                          Meine Namens-u.Ortsuche:
                          https://www.danzig.de/showthread.php?5465-Steinchen-für-Steinchen-zum-Mosaik

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                          • Insel2008
                            Forum-Teilnehmer
                            • 29.03.2008
                            • 779

                            #28
                            AW: Bäume in Ohra

                            Nachtrag: Apfelsorte: Elise Rathke, Herkunft um 1800 in der Nähe von Danzig. http://www.obstsorten.net/index.html...ise_Rathke.htm
                            Grüße von Inselchen2008
                            Meine Namens-u.Ortsuche:
                            https://www.danzig.de/showthread.php?5465-Steinchen-für-Steinchen-zum-Mosaik

                            Kommentar

                            • Bartels
                              Forum-Teilnehmer
                              • 25.07.2012
                              • 3448

                              #29
                              AW: Bäume in Ohra

                              Hallo,

                              als ich vor 7 Jahren mit dem Bus durch Litauen fuhr stand vor jedem Haus in Stadt und Land mindestens ein Apfelbaum und überall wurden Äpfel geerntet (Mitte September).

                              Hin und wieder schneit es heute vor meinem Fenster, - aber das ist ein Spatz der Kirschblüten schneien lässt ...


                              Hallo waldkind,

                              der einzige Jude von Ohra steht auch bei Waage (Statistik) -

                              möglicherweise war es ein Land- oder Viehhändler (ein junger, der noch keine Familie hatte). Wichtig für die Kunden: es gab auch Kredit. Solche gab es auch jedem pfälzischen Dorf - und Ohra war der "Gemüsegarten" der Stadt Danzig.
                              Beste Grüsse
                              Rudolf H. Böttcher

                              Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                              Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                              Familie Zoll, Bohnsack;
                              Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                              Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                              http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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                              • waldkind
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                                • 06.10.2008
                                • 2366

                                #30
                                AW: Bäume in Ohra

                                Liebe Insel
                                vielen Dank für die schöne Information. Der Danziger Kantapfel gefällt mir. Ich glaube, er passt gut in mein wages Bild einer ohraschen Apfelgeschichte.

                                Lieber Rudolf,
                                danke für die Infos bezüglich des Juden in Ohra. Ich habe die Chronik noch nicht ganz in Papier-Art vor mir. Und ins Netz kann ich nach mindestens sechs Bildschirmstunden täglich meist nicht mehr.

                                Was die Äpfel anbelangt, die überall nach Litauen standen:
                                Der Apfel war ja früher eines der wichtigsten Lebensmittel. Denn man konnte ihn den ganzen Winter durch lagern und essen. Er war außerdem pur-gesund. Ist er natürlich immer noch. Aber früher gab es Unmengen von Apfelsorten in solch unterschiedlichen Formen und Farben, dass man nur den Kopf schütteln kann angesichts der heutigen Apfelarmut in den Läden.

                                Naja, was den "Gemüsegarten" anbelangt, blicke ich bei Waage nicht immer durch. Mal sagt er, da wüchse nur Gras und nichts mit Acker. Kann aber ja nicht wirklich so gewesen sein. Oder?

                                LG wk.
                                Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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