Architektur/Stadtplanung in Danzig 1933-1945

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  • Ulrich 31
    Forum-Teilnehmer
    • 04.11.2011
    • 8556

    #1

    Architektur/Stadtplanung in Danzig 1933-1945

    Im folgenden Link der Humboldt-Universität Berlin, Fachbereich Kunstgeschichte, weist die Doktorandin Jagoda Załęska-Kaczko der Universität von Danzig mit interessantem Überblick auf das Thema ihrer Dissertation mit Danzig-Bezug hin: "Architektur und Stadtplanung in Danzig in den Jahren 1933-1945" > http://www.kunstgeschichte.hu-berlin...zko-Jagoda.pdf .

    Diese Dissertation ist deshalb besonders interessant, weil sie gerade für die Danzig-Nostalgiker ernüchternd aufzeigt, wie sich Danzig unter Fortführung der nationalsozialistischen Beherrschung bei anderem Geschichtsverlauf baulich radikal verändert hätte.
  • MueGlo
    Forum-Teilnehmer
    • 11.03.2010
    • 1120

    #2
    AW: Architektur/Stadtplanung in Danzig 1933-1945

    Moin, Ulrich,

    sehr schön. Der Link führt nur zu einer Art Einleitung der Dissertation. Hast Du auch einen zu der gesamten Arbeit?

    Beste Grüße aus Kigali,

    Rainer MueGlo
    "Der Mensch lebt, so lange man sich seiner erinnert!" - Afrikanisches Sprichwort

    www.Momente-im-Werder.net --- Adressbücher, Literatur, Werkzeugkasten und Momente im Danziger Werder

    Nachbarn und Hofbesitzer in Groß und Klein Zünder vom 17. bis 20. Jahrhundert:
    http://momente-im-werder.net/01_Offen/31_Gross-Zuender/Nachbarn-GrZ-KlZ/index.htm

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    • Bartels
      Forum-Teilnehmer
      • 25.07.2012
      • 3448

      #3
      AW: Architektur/Stadtplanung in Danzig 1933-1945

      Moin,

      1. Zeile: "Dissertationsprojekt" - eine Dissertation in Kunstgeschichte braucht oft zehn und mehr Jahre...
      Beste Grüsse
      Rudolf H. Böttcher

      Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
      Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
      Familie Zoll, Bohnsack;
      Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
      Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

      http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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      • Bartels
        Forum-Teilnehmer
        • 25.07.2012
        • 3448

        #4
        AW: Architektur/Stadtplanung in Danzig 1933-1945

        Moin,

        da muss man einmal den Zeitläuften dankbar sein:

        Analog zur Welthauptstadt Germania hätten die Nazis Danzig zur Hälfte abgerissen, um ein neues Gotania zu bauen ...

        und nach 1949 hätten Karstadt, Kaufhof und Co. ihre Kästen in die Rechtstadt geklotzt ...

        Beste Grüsse
        Rudolf H. Böttcher
        Beste Grüsse
        Rudolf H. Böttcher

        Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
        Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
        Familie Zoll, Bohnsack;
        Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
        Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

        http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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        • Inge-Gisela
          Forum-Teilnehmer
          • 09.11.2012
          • 1842

          #5
          AW: Architektur/Stadtplanung in Danzig 1933-1945

          Hallo Rudolf,
          ich denke nicht nur an die bauliche Veränderung für Gesamt-Deutschland. Da kann einem das Gruseln kommen, was alles noch geschehen wäre.
          Da hat Danzig den Polen für den Wiederaufbau viel zu verdanken. Aber was dort heute für neue Gebäude entstehen werden, sicherlich auch gewöhnungsbedürftig wie mittlerweile in vielen unserer deutschen Städte auch, ebenso in Hamburg. Schöner wird es nicht werden. Altes wird nicht mehr sehr geschätzt. Am Geld allein kann es nicht liegen. Denn was kosten mittlerweile einige moderne Projekte, die dann auch noch nicht fertig werden, da wird ja nicht gespart, im Gegenteil, das Geld wird herausgeworfen. Es darf hochgeklotzt werden. Und es gibt heute eine neue Art von "Plattenbauten". Leider werden die Baufehler nachgeahmt. Der Mensch denkt nur an heute für sich selbst, nicht an morgen für die Nachwelt, die außerdem mit Atommüll, Plastik u.a. leben muss.

          Gruß
          Inge-Gisela

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          • ada.gleisner
            Forum-Teilnehmer
            • 17.02.2008
            • 882

            #6
            AW: Architektur/Stadtplanung in Danzig 1933-1945

            Interessant für mich die Aussage der Autorin,daß Danzig von den Deutschen nicht als fremdes annektiertes Land betrachtet wurde, sondern als "wiedergewonnenes!" Land. Ein Wort, welches man allenthalben auch in polnischen Geschichtsbüchern liest. Natürlich im umgekehrten Sinne. Der ganze heute polnische Osten ist wiedergewonnenes Land für Polen. Ich beginne mich bereits zu fragen,ob das vielleicht die Wahrheit ist.
            Grüße von Ada
            Was ist Geld? Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt. (H. Heine)

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            • StampCollector
              Forum-Teilnehmer
              • 19.01.2014
              • 924

              #7
              AW: Architektur/Stadtplanung in Danzig 1933-1945

              Hallo Ada,

              aus polnischer Perspektive könnte man den Gebietsanspruch Polens noch weiter fassen.
              Zur Zeit Karls des Großen befand sich die deutsche Ostgrenze im Bereich der Elbe und entsprach damals ungefähr der alten Zonengrenze.
              Viele Ortsnamen in Mitteldeutschland enden auf "ow". - zum Beispiel: Berlin-Treptow, was auf eine ursprünglich slawische Siedlung schließen lässt.
              Dann gibt es noch das "Wendland": Zentrum ist LüchOW-Dannenberg...
              Im Bereich des Spreewaldes haben wir dann noch die slawische Minderheit der Sorben.
              Diese Minderheit ist heutzutage verschwindend klein. Zu DDR-Zeiten wurde ihre Bedeutung aus propagandistischen Gründen auch schon einmal gerne überbetont.
              Ortsschilder, Poststempel sind dort oftmals zweisprachig (Beispiel: Cottbus - niedersorbisch Chóśebuz).
              Leider werden die Sorben dort aktuell von den Neonazis vor Ort stark angefeindet...

              Zurück zu Adolf Hitler und seinen wahnwitzigen Bauvorhaben:
              Eigentlich hat er sich immer als verkanntes "Architektur-Genie" begriffen...
              "Welthauptstadt Germania" und die "Führerstadt Linz", das waren so seine Projekte, um sich vor der Weltgeschichte "unsterblich" zu machen...
              Das er auch für Danzig entsprechende Pläne hatte, ist mir neu.

              Grüsse SC

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              • Gerhard Jeske
                Forum-Teilnehmer
                • 24.08.2014
                • 737

                #8
                AW: Architektur/Stadtplanung in Danzig 1933-1945

                Gerhard Jeske
                Ja, ja verehrte Inge-Gisela,
                Und die im westlichen Plattenbauten wurden in Moskau realisiert und in der DDR zuerst in Rostock und hier in der BRD negativ als Sozialische Architektur beschimpft und die Presse hatte bei dieser Lügen Komödie wieder mitgespielt

                Kommentar

                • StampCollector
                  Forum-Teilnehmer
                  • 19.01.2014
                  • 924

                  #9
                  AW: Architektur/Stadtplanung in Danzig 1933-1945

                  Zum Wiederaufbau der Danziger Innenstadt wäre zu sagen:
                  Ursprünglich war es geplant eine neue Innenstadt nach sowjetischem Vorbild zu schaffen...
                  Aber die Polen wollten damals einen Wiederaufbau des alten Ensembles...

                  Das war eine gute Leistung:
                  Die alten Fassaden wurden wieder hergestellt...

                  Nicht immer wurde der alte Wohnraum 1:1 rekonstruiert...

                  Angesichts der Zerstörungen durch Bombenangriffe und Vandalismus haben die Polen nach 1945 dann doch eine richtig gute Leistung erbracht.
                  Ich glaube, daß man das auch einmal sagen muss.

                  SC

                  Kommentar

                  • Wolfgang
                    Forumbetreiber
                    • 10.02.2008
                    • 11623

                    #10
                    AW: Architektur/Stadtplanung in Danzig 1933-1945

                    Schönen guten Nachmittag,

                    ich erlaube mir, noch einmal kurz auf auf die geplante Dissertation bzw. das eigentliche Thema und den Zeitabschnitt 1933-1945 einzugehen.

                    Dieses Thema ist so interessant, dass versucht werden sollte, auch dabei zu bleiben.

                    Die Doktorantin hat als Zeitabschnitt die Jahre der nationalsozialistischen Herrschaft von 1933-1945 gewählt. Heftige Diskussionen begannen jedoch schon in den 20er Jahren als gegensätzliche Meinungen und Forderungen zwischen Denkmalkonservatoren und neumodischen Stadtplanern unversöhnlich aufeinanderprallten. Es schlug hohe Wellen als sich u.a. die TH-Professoren Karl Gruber und Otto Kloeppel an die Öffentlichkeit wandten. Kloeppel verfasste erst in den "Ostdeutschen Monatsheften" im März 1928 den Artikel "Danzig am Scheideweg" (Seiten 891-912) der den ganzen Wahnsinn der geplanten Zerstörung der historischen Bebauung Danzigs durch "neumodische Architekten" aufzeigte (großräumige Neubebauung der "via triumphalis" zwischen Langgasser und Langgarter Tor) und die Diskussion auch in den Folgejahren noch mitbestimmte (herunterladbar bzw. anzusehen als Sonderschrift bei der Pomorska Bibliotheka Cyfowra unter "Danzig am Scheideweg"). Auch Gruber setzt sich in seinem Buch "Baugeschichte als Auftrag" mit der geplanten Bebauung auseinander.

                    Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten wurde diese Diskussion weitgehend einseitig fortgeführt. Beabsichtigte Monumentalbauten, auch auf der Speicherinsel, hätten das bisherige Stadtbild Danzigs komplett zerstört. Ich habe vorhin versucht, unter all meinen Schriften/Büchern die geplante Neubebauung der Speicherinsel zu finden, bin aber noch nicht fündig geworden.

                    Viele Grüße aus dem Werder
                    Wolfgang
                    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                    Kommentar

                    • Ulrich 31
                      Forum-Teilnehmer
                      • 04.11.2011
                      • 8556

                      #11
                      AW: Architektur/Stadtplanung in Danzig 1933-1945

                      Ergänzung zu #1:

                      Im Internet sind mehrere Informationen zur Doktorandin Jagoda Załęska-Kaczko zu finden, so z.B. diese:
                      - Kurzangaben zur Person und dem betr. Projekt (in englischer Google-Übersetzung, weil besser als deutsche) >https://translate.google.de/?hl=de&t...orii Sztuki UG
                      - Angaben zur Doktormutter der Doktorandin, die aktuell polnische Ministerin für Kultur und Nationales Erbe ist (in deutscher Google-Übersetzung, die aus dieser Frau gelegentlich einen Mann macht) > http://translate.google.de/translate...ka&prev=search . Bei weiterem Interesse in der Wikipedia-Seite unten nach "Referenzen" den Link "Biografische Anmerkung zu dem Ministerium für Kultur" anklicken.

                      Kommentar

                      • Marc Malbork
                        Forum-Teilnehmer
                        • 23.02.2008
                        • 1050

                        #12
                        AW: Architektur/Stadtplanung in Danzig 1933-1945

                        Danke für Deine Hinweise, Wolfgang. Hier der Plan zur Speicherinsel:



                        Gibt es vlt. Architekturzeichnungen der Planungen ?

                        Einen kleinen, harmlosen Eindruck des "Bauwollens" dieser Zeit liefert ja der Anfang des Gauforums an der heutigen Okopowa, also wenn man von Orunia usw. nach Danzig rein kommt gleich rechts vor der Trinitatiskirche.

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                        • Ulrich 31
                          Forum-Teilnehmer
                          • 04.11.2011
                          • 8556

                          #13
                          AW: Architektur/Stadtplanung in Danzig 1933-1945

                          Zu #12 (Gedankenübertragung?):

                          Habe gerade diesen Link zum Plan der Speicherinsel (Nordspitze) von 1941 im Thread "Speicherinsel" gepostet und die englische Google-Übersetzung der wesentlichen Angaben dazu angefügt.

                          Siehe #15: http://www.forum.danzig.de/showthrea...0952#post90952 .

                          Kommentar

                          • Marc Malbork
                            Forum-Teilnehmer
                            • 23.02.2008
                            • 1050

                            #14
                            AW: Architektur/Stadtplanung in Danzig 1933-1945

                            Und noch kurz Hinweis auf Bogdan Szermer, Gdansk-Vergangenheit und Gegenwart S.80 mit Plan. Danach sollte auf den Anhöhen hinter dem Tor Brama Oliwska in einem riesigen Gebäudekomplex der neue Sitz des Gauleiters entstehen. Soweit ich sehe ist der ganze damalige Hoffmann-Wall, also die heutige 3.Mai-Straße dort nur noch eine Grünflächenbegrenzung. Danach würden etwa das niedliche kleine Hl. Leichnamskirchlein + Hospitalbauten dort nicht mehr stehen.

                            Kommentar

                            • Bartels
                              Forum-Teilnehmer
                              • 25.07.2012
                              • 3448

                              #15
                              AW: Architektur/Stadtplanung in Danzig 1933-1945

                              zu #10:

                              Monumentalbauten waren nicht erst ein Thema bei den Nazis, sondern auch bei den italienischen Faschisten und den Sowjets.

                              Dazu gehören in Demokratien auch z.B. das Reichstagsgebäude in Helsinki (1926-1931), das Hygienemuseum in Dresden (1928-1930) oder die Central Station von Detroit.
                              Beste Grüsse
                              Rudolf H. Böttcher

                              Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                              Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                              Familie Zoll, Bohnsack;
                              Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                              Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                              http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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