Mein Geheimtipp... - die Danziger Brauerei (Brovarnia Gdanska)

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  • Heinzhst
    Forum-Teilnehmer
    • 10.02.2008
    • 450

    #16
    AW: Oktoberfest in Danzig

    Ha Ha Insel2008, gehe mal nach Baden oder ins Elsass und verlange Sauerkraut mit Knödel oder Spätzle, die steinigen dich.
    Zum Sauerkraut gehören Kartoffeln. Am liebsten Quetschkartoffeln mit Zwiebelringen und Griewen.

    Grüße von Heinz (HST)
    Ich glaube nur das,was ich gesehen und erlebt habe.
    A.G.

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    • Insel2008
      Forum-Teilnehmer
      • 29.03.2008
      • 779

      #17
      AW: Oktoberfest in Danzig

      Guten Abend Heinz, Sauerkraut und Kartoffeln ist ja richtig, kenne ich auch so von Muttern. Doch hier gings um die Schweinhaxn in Bayern-Oktoberfest und dazu paßt kein Sauerkraut.
      Grüße von Inselchen2008
      Meine Namens-u.Ortsuche:
      https://www.danzig.de/showthread.php?5465-Steinchen-für-Steinchen-zum-Mosaik

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      • Wolfgang
        Forumbetreiber
        • 10.02.2008
        • 11623

        #18
        AW: Mein Geheimtipp... - die Danziger Brauerei

        Schönen guten Morgen,

        letzten Freitag war ich wieder mal in der Brauerei zusammen mit meiner Frau und zwei Freunden. Wir bestellten zwei Mal Ente, ein Mal Zander und einen Scampi-Cocktail. Dazu natürlich das gute eigengebraute Bier.

        Kurzum: Im Erdgeschoss wo sich der Brauereiausschank befindet, war es gerammelt voll (20:00 Uhr), im Obergeschoss, dort, wo sich das Restaurant befindet, hatten wir dank eines vorbestellten Tisches keine Probleme. Sehr angenehme, gediegene Atmosphäre, alles blitzsauber, sehr freundliche Bedienkräfte.

        Da Essen? Na ja, vielleicht liegt es daran, dass der Küchenchef vielleicht im Winterurlaub ist oder keine Lust hatte oder vielleicht auch nur unter Wintermüdigkeit leidet. Sagen wir es so: Es war essbar und es war nicht wirklich schlecht. Aber die sonst sehr ansprechende Dekoration der Gerichte auf dem Teller war nur ansatzweise zu erkennen. Die halbe Ente, filetiert, platsch, auf einen Haufen in die Tellermitte geschmissen, weich, fett, kaputtgekocht, nicht der leiseste Ansatz von Knusprigkeit. Glücklicherweise war die auseinandergeschnippelte und von Knochen befreite Ente nur ein Entlein, eine Mini-Zwergente. Glücklicherweise, denn mehr hätte ich gar nicht hinunterbekommen. Der Zander? Nett, das Zanderlein. Interessant der Grashalm oder Strohhalm oder was das sonst war, was da in dem als Beilage gereichten Kuskus hochaufragend steckte, ein lustiger und sprichwörtlich fast ins Auge stechender Dekorationsansatz. Über das Scampi-Cocktail ist noch weniger zu berichten.

        Die Preise? Ganz schön happig für Danziger Verhältnisse. 55 Zloty für das Entchen-Gericht (fast 15,00 Euro) - da wäre mein deutscher Chinese überglücklich wenn er das für seine köstlich-knusprigen Entengerichte erhielte.

        Ein weiterer kleiner Wermuthstropfen: Obwohl die Bedienungen sehr freundlich sind, haben sie das "Timing" noch nicht ganz drauf. Ein altes Übel im Brauereirestaurant! Immer wenn man sie nicht brauchte, standen sie wie Angehörige einer Drückerkolonne hinter uns. Als wir sie benötigt hätten, so z.B. als die Biergläser leer waren, sah man sie zwar hin und her wuseln, aber wir wurden keines Blickes gewürdigt. Das Gleiche beim Bezahlen: Wenn sie uns doch wenigstens nicht hätten halb verdursten lassen bevor jemand mit der Rechnung kam...

        Trotz Allem wird die Brauerei auch künftig eines meiner bevorzugten Gastronomieziele sein. Das Bier ist einzigartig, hervorragend! Das Ambiente, die Atmosphäre einmalig und alleine schon für sich ein Grund, der Brauerei einen Besuch abzustatten. Das Personal: Wichtig ist, dass es sehr freundlich und zuvorkommend ist, alles andere wird sich hoffentlich bessern. Das Essen: Schaut zuerst auf die Teller der anderen Gäste. Wenn keine anderen Gäste da sind oder es nichts zu sehen gibt, dann bestellt Euch halt nur ein paar Weißwürschte. Da kann man nicht viel falsch machen.

        Herzliche Grüße aus dem sehr kalt gewordenen Danzig (-12 Grad)
        Wolfgang
        Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
        Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
        Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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        • Wolfgang
          Forumbetreiber
          • 10.02.2008
          • 11623

          #19
          AW: Mein Geheimtipp... - die Danziger Brauerei

          Schönen guten Abend,

          gestern Mittag waren meine Frau und ich bei "meinem Chinesen" in Besigheim am Neckar. Wir bestellten zu zweit ein Mittagessen: Gebratene Ente (knusprig) mit Gemüse aus dem Wok. Und die Ente, eine Riesenportion, war tatsächlich knusprig. Die davor gereichte wunderbare Suppe (nur eine, denn wir bestellten ja auch nur ein Essen) bekam meine Frau. Der Reis, echt chinesisch, wurde essstäbchengerecht gereicht. Wir beide waren vollkommen satt. Der Preis? Keine 110 Zloty für uns beide (wie uns in der Danziger Brauerei für die ruckzuckplopp auf die Teller geschmissenen Zwergentenhälften abgeknöpft wurde), sondern sage und schreibe lediglich siebeneurofuffzig!!! (plus 5,00 Euro für Weizenbier und Litschisaft).

          Ich weiß, nach meinem Chan (dessen Frau übrigens Polin ist und aus Stuhm kommt) und der uns immer lachend mit "Dzien dobry" begrüßt werde ich mich immer zurück sehnen. Aber ich habe ihm schon versprochen, dass ich zumindest wenn ich auf Urlaub in Deutschland bin bei ihm vorbeischaue.
          Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
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          • Wolfgang
            Forumbetreiber
            • 10.02.2008
            • 11623

            #20
            AW: Mein Geheimtipp... - die Danziger Brauerei (Brovarnia Gdanska)

            Schönen guten Nachmittag,

            tja, die Zeiten ändern sich

            Ich frage mich, wie es jemals möglich war, dass ich die "Brovarnia Gdansk" als meinen "Geheimtipp" bezeichnen konnte...

            Letzte Woche trafen wir uns in dieser "Brauereigaststätte": Erhart, dessen polnische Freunde, Vera, Dieter (der Cousin meiner Mutter) und ich. Der Vorschlag für die "Brovarnia Gdansk" stammte von mir. Bereits in den vergangenen Jahren nicht immer positiv gemachte Erfahrungen verblassten in der Erinnerung aufgrund der früher wirklich guten Küche.

            Aber dieses Mal war ich das letzte Mal dort. Auch nach einer Woche und etliche Male darüber schlafen sehe ich das dort Erhaltene noch immer als Zumutung und Unverschämtheit an.

            Die Preise? Gut, wenn das Essen hervorragend ist und das Preis-/Leistungsverhältnis somit stimmt, können sie als akzeptabel bezeichnet werden.

            Ich hatte keinen großen Hunger und so bestellte ich eine kleine Mahlzeit, die hier in Landgaststätten ("Karczma") häufig zu finden ist und meist hervorragend schmeckt: Gebratene Truthahnleber, Apfelstückchen, Zwiebelchen. In einer einfachen Landgaststätte wird zwar meist keine Truthahnfettleber serviert sondern feinere Hühnchenleber, und es gibt auch meist eine ordentliche Portion Bratkartoffeln dazu, aber die "Brovarnia Gdansk" befindet sich ja am edlen Danziger Jachthafen mit potentiell zahlungskräftigen Gästen und da kann man ja schon ein bisschen kräftiger zulangen.

            Und was habe ich bekommen? Aber lest bitte zuerst die Speisekarte der Gaststätte: http://www.brovarnia.pl/de/menu-des-...estaurant-menu. Dort heißt es: "Truthahnleber in Speck mit Calvados-Äpfeln und Confit aus roten Zwiebeln 29 zł".

            Die Truthahnleber bestand aus drei verhutzelten kleinen Stücken, halb so groß wie mein kleiner Finger, eingewickelt in eine wenige Quadratzentimeter kleine dünne Speckscheibe. Die Calvadosäpfel habe ich nicht gefunden - sie hängen wahrscheinlich noch immer auf den Bäumen und das "Confit aus roten Zwiebeln" war ebenfalls nicht existent. Stattdessen gab es ersatzhalber ein paar Blättchen unangerichteten Rucolasalat. Der "Hammer" bei der ganzen Geschichte: Es gab einen Teller so groß wie ein Wagenrad und in der Mitte befand sich ein Minischeibchen Knäckebrot auf dem die darauf platzierten Leberstückchen trotzdem noch wie verloren wirkten.

            Ich war sprach- und fassungslos. Erhart auch. Er freute sich, mich mal mit so einem ungläubigen Gesichtsausdruck zu sehen

            29,00 Zloty sind für so etwas eine Unverschämtheit, eine Unverfrorenheit. Wenn es wenigstens noch geschmeckt hätte... - aber die Hühnerstückchen waren zu klein um sie zart anzubraten. So waren sie eben -trotz Speckmäntelchen- pfurztrocken. Als Füllung für einen hohlen Zahn wäre das gut gewesen, aber nicht als kleine Mahlzeit.

            Dieter hatte für 49,00 Zloty "Schweinsfilet in Steinpilzsauce mit Kartoffel" bestellt. Gut, das hat fast doppelt so viel gekostet wie mein Essen und er hat auch doppelt so viel bekommen (also noch immer fast nichts). Auch die Qualität seines Essens war sehr bescheiden.

            Erhart und Vera waren gescheiter: Sie nahmen angesichts der tränentreibenden Preise eine schöne Portion Salat. Und soweit ich das beurteilen kann, war zumindest das in Ordnung.

            Brovarnia Gdansk - nach wie vor ein Geheimtipp? Ja, aber nur für Jene die das Risiko eingehen möchten für mickrige Portionen bescheidene Qualität zu üppigen Preisen zu erhalten.

            Bei dem was wir erlebten, kann auch das gute selbst gebraute Bier nichts mehr rausreißen...

            Schöne Grüße aus dem Werder
            Wolfgang

            P.S.: Ich hätte ja gerne Fotos gemacht, aber leider hatte ich kein Makro-Objektiv dabei mit dem ich die Miniportionen halbwegs formatfüllend hätte aufnehmen können
            Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
            Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
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            • ada.gleisner
              Forum-Teilnehmer
              • 17.02.2008
              • 882

              #21
              AW: Mein Geheimtipp... - die Danziger Brauerei (Brovarnia Gdanska)

              Ja Wolfgang, so ist es erst mal überall, Geld verdirbt den Charakter sagt man, hier verdirbt Geld das Angebot. Danzig ist inzwischen voll zur Tourismusstadt geworden und da wird genommen, was man kriegen kann, wahrscheinlich kommt der Kunde ja eh nicht wieder. So etwas gab es ja früher auch in unseren Breitengraden. Ich erinnere mich gut an Preise und Leistung an der westdeutschen Ostseeküste in den 60er und 70er Jahren. Mittlerweile sind die Gastwirte klüger geworden, haben zwar die Preise nicht heruntergeschraubt, dafür aber das Essen verbessert. Das wird eine Tages, hoffe ich, auch in Danzig geschehen. Man sollte der Küche aber immer mitteilen, was man von ihr hält, sonst glauben die noch, sie könnten so weitermachen, Grüße aus Braunfels von Renater, wo es keine einigermaßen guten Restaurants gibt, bis auf einen teuren Italiener.
              Was ist Geld? Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt. (H. Heine)

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              • Ulrich 31
                Forum-Teilnehmer
                • 04.11.2011
                • 8547

                #22
                AW: Mein Geheimtipp... - die Danziger Brauerei (Brovarnia Gdanska)

                Lieber Wolfgang,

                für Deine Restaurantbesuche demnächst in Danzig hier meine aktuellen Empfehlungen:

                - "Targ Rybny" > http://www.targrybny.pl/de.html
                - "U Dzika" > http://www.pierogarniaudzika.com/
                - "Cała Naprzód" > http://calanaprzod.com.pl/about-us/
                - "Tawerna" > http://www.tawerna.pl/de/indexde.html.

                Bessere Erfahrungen mit diesen Empfehlungen wünscht Dir mit vielen Grüßen aus Berlin
                Ulrich

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