AW: Die Sage vom Riesen Tullatsch
Guten Tag -
in dem Gedicht von Hugo Arendt werden die Danziger Ausdrücke erklärt. Ich kann nicht sagen, wer es wann wo eingestellt hat. Aber für sooo wichtig halte ich es auch gar nicht. Der Autor ist wichtig.
Beste Grüße
-Krista-
Heimatluft Hugo Arendt
Es ist schon immer so gewesen:
„Die Sprache“, sie bezeugt dein Wesen.
Ja, sie beweist, ob du ganz echt,
ob einer gut ist oder schlecht.
Die Liebe und die Heimattreue,
beweist sie täglich uns aufs neue.
Auch in der fernen, fremden Welt,
der Danziger treu zur Heimat hält,
an seiner Mundart hält er fest,
ob er nach Norden, Süd und West
verschlagen ist. Nichts kann ihm rauben
den Heimatsinn, den Heimatglauben.
Drum höre die vertrauten Worte,
die ich dir sag an diesem Orte:
N'en feinen „Pinkel“ nennt man „Zror“,
gar mancher kam uns „mochumsch“ vor.
Die Straßenbahn war eine „Lor“,
für Ohra sagt ein Danz'ger „Or“.
Ein „Tammchen“ war ein dicker Stock,
ein „Scheckert“ ein pickfeiner Rock.
Ein Hochseedampfer war ein „Stiemer“,
für Knüppel sagt man „Ochsenziemer“ .
Ein „Schleiser“ war des Danzigers Braut,
„betonn ihm“, sagt man, wenn man haut.
Der „Bochert“ band sein „Beffchen“ um,
und „schucher“ war so viel wie dumm.
„Schrubber“ hießen schöne Beine,
ein „Drussel“ war ein Stückchen Leine.
„Angströhr“ war der Zylinderhut
und „Bottermelk“ kein Danz'ger Blut.
77
Ein „Blitzkopp“ war ein Polizist,
ein Schimpfwort war „du altes Mist“.
Hat dir der „Eduard“ gejuckt,
wurd' ein „Machandelchen“ geschluckt.
Ein „Bohnchen“ war' ne gute Stell',
ein schmuckes Mädchen hieß „Marjell“.
Ein „Kissert“ war ein böser Hund,
ein „Fellak“-Stein wog an fünf Pfund.
Den „Deffert“ kennt der Taubenmann,
am „Dubbas“ war schon etwas dran.
Ein „Gnussel“ war ein kleiner Kerl,
'ne „Butterblum“ 'ne Strohhutperl.
Ein „Flittchen“ war ein leichtes Mädchen,
ein „Schien“ ein Polizist im Städtchen.
'ne „Flirr“, das war ein großes Loch.
„Ei er dir“, sagt, kennt ihr das noch?
„Halbmast“ hieß eine kurze Hose,
ein „Kuli“ war ein Leichtmatrose.
Mit einer „Kuff“ fuhrst du einmal,
ein „Krimmchen“ war ein Kriminal.
Ein „Loui“ war ein Messerheld
aus Schidlitz, Emaus, Niederfeld.
Ein Fröschlein war 'ne alte „Pogg“,
ein „Pfläumert“ zierte deinen Kopp.
Mit „Schleifchen“ liefst du auf der Bahn,
'ne „Lomm“, das war ein Oderkahn,
ein „Leschak“ ein recht dummer Mann,
ein „Pracher“ war ein Bettelmann.
Zu Schuhen sagt der Danziger „Trittchen“
und für 10 Pfennig sagt er „DittChen“.
Ein „Wichstopp“ war ein Hochzeitshut,
er hat „ne Wonz“ sagt man für Wut.
Ein „Vatermörder“ war ein Kragen,
und „Ollsche“ hörte man oft sagen.
'Ne Glocke war 'ne alte „Zrimmel“ ,
ein „Lorbass“ war ein Danziger Lümmel. Ein Lorbass
„Unnosel“ war ein frecher Mann,
ein „Zagel“ hing am Hunde dran.
Ein „Zinkhahn“ hat ein kleines Haus,
der „Zaster“ ging uns manchmal aus.
Ein „Ruschelbruder“ war ein Dieb,
„Spektakel“ hat wohl niemand lieb.
Ein „Zobel“ war wohl jede Katz,
ein „Stauer“ war am Hafenplatz.
Ein „Stuchel“ war ein kleiner Fisch,
für Angst sagte man einfach „Schiss“.
Ein „Pfänder“ war 'ne Pulle Fusel,
und Glück, das nennt der Danz'ger „Dusel“.
Zum „Rummel“ gingen Männer, Fraun,
um dort den „Lukas“ gut zu haun.
78
„Solinger“ nannte man das Messer,
auf ohrsch klingt auch „Zachling“ besser.
'Ne „Glibber“ war 'ne Bahn aus Eis,
was jeder Danziger Junge weiß.
Ein' „Schniefke“ nahm wohl jeder Mann,
der „Lange Heinrich“ war ein Kran.
Ein „Dudd“, das war ein falscher Zopp,
manchmal flog dir 'ne „Klipp“ an' Kopp.
Ganz dicken „Modder“ nannt man „Blott“,
Bindfaden hieß bei uns stets“ Bott“ .
Kartoffeln hießen „Bulwen“ gar,
„ei er dir“ mit de „Lochzigarr“.
„Doppelte Neunkraft“ machte jung,
mit „Zislawäng“ kamst du in Schwung.
„Moi gammas“ hab' ich Sie getreten?
Komm, lass uns einen noch „verlöten“!
Genug mit diesem Sprachgewirr,
sonst haut' mir einer noch 'ne „Flirr“
in meinen Danziger „Bregen“ hier.
Verbeugung: „Ich verfeier mir!“
Guten Tag -
in dem Gedicht von Hugo Arendt werden die Danziger Ausdrücke erklärt. Ich kann nicht sagen, wer es wann wo eingestellt hat. Aber für sooo wichtig halte ich es auch gar nicht. Der Autor ist wichtig.
Beste Grüße
-Krista-
Heimatluft Hugo Arendt
Es ist schon immer so gewesen:
„Die Sprache“, sie bezeugt dein Wesen.
Ja, sie beweist, ob du ganz echt,
ob einer gut ist oder schlecht.
Die Liebe und die Heimattreue,
beweist sie täglich uns aufs neue.
Auch in der fernen, fremden Welt,
der Danziger treu zur Heimat hält,
an seiner Mundart hält er fest,
ob er nach Norden, Süd und West
verschlagen ist. Nichts kann ihm rauben
den Heimatsinn, den Heimatglauben.
Drum höre die vertrauten Worte,
die ich dir sag an diesem Orte:
N'en feinen „Pinkel“ nennt man „Zror“,
gar mancher kam uns „mochumsch“ vor.
Die Straßenbahn war eine „Lor“,
für Ohra sagt ein Danz'ger „Or“.
Ein „Tammchen“ war ein dicker Stock,
ein „Scheckert“ ein pickfeiner Rock.
Ein Hochseedampfer war ein „Stiemer“,
für Knüppel sagt man „Ochsenziemer“ .
Ein „Schleiser“ war des Danzigers Braut,
„betonn ihm“, sagt man, wenn man haut.
Der „Bochert“ band sein „Beffchen“ um,
und „schucher“ war so viel wie dumm.
„Schrubber“ hießen schöne Beine,
ein „Drussel“ war ein Stückchen Leine.
„Angströhr“ war der Zylinderhut
und „Bottermelk“ kein Danz'ger Blut.
77
Ein „Blitzkopp“ war ein Polizist,
ein Schimpfwort war „du altes Mist“.
Hat dir der „Eduard“ gejuckt,
wurd' ein „Machandelchen“ geschluckt.
Ein „Bohnchen“ war' ne gute Stell',
ein schmuckes Mädchen hieß „Marjell“.
Ein „Kissert“ war ein böser Hund,
ein „Fellak“-Stein wog an fünf Pfund.
Den „Deffert“ kennt der Taubenmann,
am „Dubbas“ war schon etwas dran.
Ein „Gnussel“ war ein kleiner Kerl,
'ne „Butterblum“ 'ne Strohhutperl.
Ein „Flittchen“ war ein leichtes Mädchen,
ein „Schien“ ein Polizist im Städtchen.
'ne „Flirr“, das war ein großes Loch.
„Ei er dir“, sagt, kennt ihr das noch?
„Halbmast“ hieß eine kurze Hose,
ein „Kuli“ war ein Leichtmatrose.
Mit einer „Kuff“ fuhrst du einmal,
ein „Krimmchen“ war ein Kriminal.
Ein „Loui“ war ein Messerheld
aus Schidlitz, Emaus, Niederfeld.
Ein Fröschlein war 'ne alte „Pogg“,
ein „Pfläumert“ zierte deinen Kopp.
Mit „Schleifchen“ liefst du auf der Bahn,
'ne „Lomm“, das war ein Oderkahn,
ein „Leschak“ ein recht dummer Mann,
ein „Pracher“ war ein Bettelmann.
Zu Schuhen sagt der Danziger „Trittchen“
und für 10 Pfennig sagt er „DittChen“.
Ein „Wichstopp“ war ein Hochzeitshut,
er hat „ne Wonz“ sagt man für Wut.
Ein „Vatermörder“ war ein Kragen,
und „Ollsche“ hörte man oft sagen.
'Ne Glocke war 'ne alte „Zrimmel“ ,
ein „Lorbass“ war ein Danziger Lümmel. Ein Lorbass
„Unnosel“ war ein frecher Mann,
ein „Zagel“ hing am Hunde dran.
Ein „Zinkhahn“ hat ein kleines Haus,
der „Zaster“ ging uns manchmal aus.
Ein „Ruschelbruder“ war ein Dieb,
„Spektakel“ hat wohl niemand lieb.
Ein „Zobel“ war wohl jede Katz,
ein „Stauer“ war am Hafenplatz.
Ein „Stuchel“ war ein kleiner Fisch,
für Angst sagte man einfach „Schiss“.
Ein „Pfänder“ war 'ne Pulle Fusel,
und Glück, das nennt der Danz'ger „Dusel“.
Zum „Rummel“ gingen Männer, Fraun,
um dort den „Lukas“ gut zu haun.
78
„Solinger“ nannte man das Messer,
auf ohrsch klingt auch „Zachling“ besser.
'Ne „Glibber“ war 'ne Bahn aus Eis,
was jeder Danziger Junge weiß.
Ein' „Schniefke“ nahm wohl jeder Mann,
der „Lange Heinrich“ war ein Kran.
Ein „Dudd“, das war ein falscher Zopp,
manchmal flog dir 'ne „Klipp“ an' Kopp.
Ganz dicken „Modder“ nannt man „Blott“,
Bindfaden hieß bei uns stets“ Bott“ .
Kartoffeln hießen „Bulwen“ gar,
„ei er dir“ mit de „Lochzigarr“.
„Doppelte Neunkraft“ machte jung,
mit „Zislawäng“ kamst du in Schwung.
„Moi gammas“ hab' ich Sie getreten?
Komm, lass uns einen noch „verlöten“!
Genug mit diesem Sprachgewirr,
sonst haut' mir einer noch 'ne „Flirr“
in meinen Danziger „Bregen“ hier.
Verbeugung: „Ich verfeier mir!“
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