Dialekt in Danzig

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  • Gerhard Jeske
    Forum-Teilnehmer
    • 24.08.2014
    • 737

    #16
    AW: Dialekt in Danzig

    Ullrich 31#
    Gerhard Jeske
    Das Wort " Dubbaß " fand ich im kleinen Sprachführer 1997 von Gerhard Wolfgang Ellerhold, Es ist ein großer Gegenstand, ( domp- Eiche ) also ein harter Knüppel. Ellerhold war Fähnleinführer in Neufahrwasser, er beschreibt seine Jugend und politische Entwicklung in einer Broschüre, die er im Tausch gegen mein Buch, mir zusandte. Jeske meint, dass solche Worte aus dem Osten weit verbreitet waren. So sprach ich einmal mit Siegfried Lenz und erwähnte, dass ich eine auf den Deez bekam. Da lachte er und meinte, dass er dieses Wort vergessen hatte. Also. auch in Lyk war der " Deez- Kopf" bekannt. Hamburger Grüße sendet zu Ihnen Gerhard Jeske

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    • Ulrich 31
      Forum-Teilnehmer
      • 04.11.2011
      • 8547

      #17
      AW: Dialekt in Danzig

      Nachtrag zu #13:

      Hier zwei Google-Funde zum ersten Teil des betr. Ehmke-Wortes in der Schreibweise "Dubbas":
      - Hinweis im Wörterbuch der deutschen Umgangssprache lässt sich hier leider nicht weiterleiten. Bitte deshalb dort selbst nachsehen.
      - http://www.gutefrage.net/frage/was-ist-ein-dubbas .
      In beiden Fällen wird ein Zitat von Günter Grass aus seiner Novelle "Katz und Maus" erwähnt, wo das Wort "Dubbas" eine spezielle Bedeutung hat.

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      • Christkind
        Forum-Teilnehmer
        • 10.02.2008
        • 1568

        #18
        AW: Dialekt in Danzig

        Feli, ich denke, mal, dass Hochdeutsch vowiegend in der Stadt gesprochen wurde.In der Schule sowieso. Ich komme aus einer Arbeiterfamilie, aber auch wir sprachen zu Hause kein Missingsch, so wie ich es etwa in dem Büchlein von Hans B. Meyer "Bowkes und Pomuchelsköpp" lese. Einzelne Wörter ergeben noch keinen Dialekt.Dabei ist ewig schade, dass dieses Kulturgut des Volkes, das sich in Jahrhunderten in den Dorfgemeinschaften entwickelt hat, einfach so verschwindet. Klingt es nicht schon beim Lesen allein lustig fantasievoll :" Der Glumskopp ist so miekrig wie'ne Friehkartoffel als Kleinkind, der große Schnurras und die gnubblije Karott' mitten drin is's ganze Jesicht von dein' Gardejeneral, aber mein Max".... "Dein Ehekriemel auf Filzwuschen, so'ne Maus im Haus..." ....."Mich is ganz schwach auffe Fieß' " .. "Schwach im Kopp is schlimmer" ... ?
        Kein Schulkind kam ohne Hochdeutsch aus.
        Puttchen, Bulwensupp,Klüsen,de Back puscheien,verknusen,Zrohr,brejenklietrich... das kennt wohl jeder Danziger.
        Schöne Grüße, Christa
        Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
        (M. Gandhi)

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        • Langfuhr43
          Forum-Teilnehmer
          • 05.01.2012
          • 567

          #19
          AW: Dialekt in Danzig

          Guten Morgen an alle,

          letztens war ich mit meiner Schwester (70 J.), ich 72 J. im Urlaub. Sie gebrauchte ein Wort, das für uns beide verständlich war, weil es früher in unserer Familie gebraucht wurde. Sie gebrauchte das Wort: jibbern
          Wir stellten fest, dass es wohl ein Danziger Ausdruck sein muß. Weiß jemand die genaue Bedeutung?
          Hallo Eva, über das Wort "kietern" haben wir beide uns kennen gelernt.
          Viele Grüße Gisela
          Ein Schiff ist im Hafen sicher. Aber für den Hafen ist es nicht geschaffen.

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          • hugeno
            Forum-Teilnehmer
            • 15.01.2011
            • 170

            #20
            AW: Dialekt in Danzig

            Hallo Langfuhr 43
            Ich kenne diesen Ausdruck -jibbern- als wie ich kann es kaum erwarten oder ich bin schon ganz erwartungsvoll oder ganz heiss
            Gruß
            hugeno

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            • Felicity, Ehrenmitglied +20.5.2024
              Forum-Teilnehmer
              • 13.02.2008
              • 3493

              #21
              AW: Dialekt in Danzig

              Auch wenn man uebermuetig und vergnuegt ist, gebraucht man das Wort 'jibbern' Gisela. Na, da habt Ihr zwei Marjellchen bestimmt genug Zeit zum jibbern gehabt. Liebe Gruesse von der Feli.

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              • Steinfeld
                Forum-Teilnehmer
                • 12.06.2016
                • 26

                #22
                AW: Dialekt in Danzig

                Hallo,
                danke für die Webseite!

                Meine Vorfahren sind Mennoniten und kommen aus dem Raum Danzig. Dort hat sich unter Mennoniten im 16 bis 18 Jahrhundert mennonitisches Plattdeutsch gebildet, das bis heute weltweit gesprochen wird (Deutschland, Russland, Kanada, USA, Paraguay usw.). "Danzig-Weichselmünde (Gdańsk-Wisłou (ID:540918)" ähnelt diesem sehr, aber doch nicht 100%tig.

                MfG Steinfeld

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                • ada.gleisner
                  Forum-Teilnehmer
                  • 17.02.2008
                  • 882

                  #23
                  AW: Dialekt in Danzig

                  Hallo,
                  auch das Wort "jibbern" hat meine ostpreußische Mutter oft benutzt, Grüße von Ada
                  Was ist Geld? Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt. (H. Heine)

                  Kommentar

                  • Langfuhr43
                    Forum-Teilnehmer
                    • 05.01.2012
                    • 567

                    #24
                    AW: Dialekt in Danzig

                    Bei einem Telefonanruf bei meiner 82-jährigen Tante gebrauchte sie: laßt euch bloß nicht berumpsen.
                    (Beim Bezahlen nach einer Taxifahrt in Danzig)
                    Viele Grüße von Gisela
                    Ein Schiff ist im Hafen sicher. Aber für den Hafen ist es nicht geschaffen.

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                    • vklatt
                      Forum-Teilnehmer
                      • 28.03.2009
                      • 1521

                      #25
                      AW: Dialekt in Danzig

                      Ich kenne auch: sei nicht so jibberig.

                      Viele Grüße Vera
                      Was ist ein wahres Geheimnis?
                      Etwas, das für jeden offen da liegt-
                      und der eine erkennt es, der andere jedoch nicht.

                      Lao-tse

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                      • waldkind
                        Forum-Teilnehmer
                        • 06.10.2008
                        • 2366

                        #26
                        AW: Dialekt in Danzig

                        Hallo Sprachler,
                        wir hatten schon einmal eine ausführliche Auseinandersetzung mit der Danziger Sprache. Macht erneut Spaß, da mal reinzuschauen. Ich setze die Links unter diesen Beitrag.
                        Auch den Unterschied zwischen Standarddeutsch, Niederdeutsch, Hochdeutsch und Missingsch hatte ich hier mal erklärt, weiß aber nicht wo. Daher zum besseren Verständnis der Sprache noch einmal ein kurzer Abriss.


                        Zuerst einmal muss mit dem Begriff„Hochdeutsch“ aufgeräumt werden. Niederdeutsch und Hochdeutsch sind keine Qualitäten von Sprache, sondern eine räumliche Abgrenzung von Sprache. Die niederdeutschen Dialekte wurden im nördlichen Raum Deutschlands gesprochen, die hochdeutschen im südlichen Raum. Getrennt waren diese Sprachregionen von der imaginären Uerdinger Linie (googlen, wen es interessiert).Was wir fälschlicher Weise unter Hochdeutsch verstehen, ist die Deutsche Standardsprache. Aber diese ist mehr ein „Kunstwerk“,was immer mal erneuert wird, wie wir es 1996 erlebt haben. Das Standarddeutsche ist als eine überregionale Amtsschriftsprache gedacht, mit der man sich in ganz Deutschland verständigen kann. Althochdeutsch ist seit 750 belegt, doch erst 1200 dringt das Mittelhochdeutsch als Dichtersprache in den nördlichen Raum vor. Und erst im 18.Jh. setzt sich das Neuhochdeutsche im gesamten deutschen Raum als Schrift- und Kanzleisprache durch. Bereits im 16. Jh. gab es einige Versuche eine einheitliche Standardisierung vorzunehmen. Als Vorarbeiter kann Martin Luther gesehen werden, der 1522 eine Ausgleichssprache (Sprache, die zwischen verschiedenen Sprachen vermittelt) benutzte, um das N.T. möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Meines Wissens wurde das Standarddeutsche aber nicht nur aus dem Hochdeutschen genommen, sondern erhielt auch Elemente aus dem Niederdeutschen. Das Hochdeutsche mag aber überwogen haben, sonst hätte es nicht zu dieser merkwürdigen Wertung von Nieder- und Hochdeutsch im Volkssinn kommen können.
                        Danzig gehört in die Gruppe der niederpreußischen Dialekte. Das Niederpreußische ist gekennzeichnet durch niederdeutsche, niederländische und baltische Elemente. Innerhalb der Niederpreußischen gehört Danzig in eine eigene Mundart, nämlich die des Weichselmündungsgebietes. Für Danzig müssen wir vor allem zwei Sprachen unterscheiden: [LIST=1][*]Platt oder Niederdeutsch[*]Missingsch[/LIST]
                        Das Missingsch entsteht dadurch, dass niederdeutsche Muttersprachler versuchen Standarddeutsch zu sprechen. Dabei richtet sich die Grammatik nach dem Niederdeutschen, das Vokabular ist eine Mischung aus Standarddeutsch und Niederdeutsch.Mein Lieblingsbeispiel:
                        Missingsch: Er ist tot geblieben
                        Platt: He is doot bleven
                        Standarddeutsch: Er ist gestorben
                        Wenn man das Danziger Missingsch vergleicht mit dem Danziger Niederdeutsch, so sehen wir aber auch, dass das Missingsch nochmals ganz eigene Wörter herausgebildet hat, die auch aus anderen Sprachen, wie etwa dem Französischen stammen.
                        In Wahrheit ist die ganze Sache aber noch komplizierter.
                        Wenn also jemand behauptet, er habe schon immer Hochdeutsch gesprochen, so wäre erst einmal herauszufinden, was er damit gemeint hat. Sprach der Bairisch, Amtsdeutsch oder Missingsch? LG waldkind.

                        Hier noch die Links aus unserem Forumüber die Danziger Sprache.
                        https://www.danzig.de/showthread.ph...noch&highlight
                        https://www.danzig.de/showthread.ph...FCcke&highligh
                        Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                        • Ulrich 31
                          Forum-Teilnehmer
                          • 04.11.2011
                          • 8547

                          #27
                          AW: Dialekt in Danzig

                          Danke, liebes waldkind, dass Du in #26 im Dickicht des Sprachwaldes aufgeräumt hast.

                          Danke auch für Deine beiden Links zu früheren weiteren Threads über die Danziger Sprache, wovon sich der erste im Unterforum "Plachanderecke" und der zweite im Unterforum "Danzig Stadt" befindet. Zusammen mit meinem Hinweis hier in #15, Absatz 2, ergibt sich nun, dass etliche Threads über die Danziger Sprache verstreut in diesen verschiedenen Unterforen unseres Forums laufen:

                          - "Plachanderecke"
                          - "Wirtschaft, Sport, Kultur"
                          - "Danzig Stadt" .

                          Dies halte ich für unzweckmäßig und empfehle deshalb der Moderation, an eine Bündelung dieser verstreuten diversen Threads gleicher Sprachthematik in nur einem Unterforum zu denken. Ich würde mich, wie sicherlich auch andere im Forum, freuen, wenn dies gelänge.

                          Beste Grüße
                          Ulrich

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                          • Beate
                            Administratorin
                            • 11.02.2008
                            • 4836

                            #28
                            AW: Dialekt in Danzig

                            Moin zusammen,

                            danke, waldkind für's Auflisten ich werde Euch jetzt mal in die "Kulturecke" verschieben, Sprache hat -nicht nur für mich- mit Kultur zu tun, nicht?

                            Fröhliche Grüße Beate
                            ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

                            Kommentar

                            • Miles
                              Forum-Teilnehmer
                              • 24.03.2016
                              • 42

                              #29
                              AW: Dialekt in Danzig

                              Danke, waldkind, für die Infos. Jetzt muss ich erst mal lesen....

                              Kommentar

                              • waldkind
                                Forum-Teilnehmer
                                • 06.10.2008
                                • 2366

                                #30
                                AW: Dialekt in Danzig

                                Hallo Olaf,
                                hat mir Freude bereitet. Man findet dann zu neuen eigenen Erkenntnissen und Überlegungen. Allein schon die Überlegung darüber, dass es historisch gesehen zuerst das Danziger Niederdeutsch gab, und das Missingsch kann sich demnach erst nach der Deutsch-Standardisierung entwickelt haben, also ab dem 18.Jh.

                                Hallo Ulrich,
                                schöne Idee mit dem Zusammenführen der Sprach-Threads. Rein formell betrachtet hast du recht. Ich für meinen Teil bin selten glücklich, wenn aus dem Plachander-Thread etwas verschoben wird. Plachandern ist nun mal Plachandern. Dort verhalten wir uns lockerer und vertrauter und manches wird gesagt, was man vielleicht so in der Öffentlichkeit nicht sagen würde. Ich finde, wir sollten den Schutz der Privatsphäre nicht durch späteres Verschieben in den öffentlichen Bereich brechen. Mich würde es zurückhaltender machen.

                                Liebe Forumer,
                                ich bin dankbar, dass ein so schöner Austausch über die Danziger Sprache damals zustande gekommen ist. ich erinnere mich, dass wir immer wieder mal, in den unterschiedlichsten Threads auf die Danziger Sprache zu sprechen kamen. Ein Zeichen dafür, wie wichtig die Sprache für die eigene Identifikation ist. LG waldkind.
                                Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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