Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

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  • StampCollector
    Forum-Teilnehmer
    • 19.01.2014
    • 924

    #31
    AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

    Hallo Herr Jeske,

    man darf auch nicht vergessen, daß die Rote Armee das Konzentrationslager Majdanek befreit hatte.

    Es war ein absolutes Grauen, welches die Befreier entdeckten.

    Hieraus wurde die Formel "Rache für Majdanek" entwickelt, welche vielleicht manches Grauen erklären kann, welche die deutsche Bevölkerung in den Ostgebieten betraf...

    SC

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    • Gerhard Jeske
      Forum-Teilnehmer
      • 24.08.2014
      • 737

      #32
      AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

      StampCollector #31
      Guten Tag, StampCollector,
      Nicht nur Majdanek war ein abschreckendes Erlebnis für die sowjetischen Soldaten, nehmen wir mal die Gegend westlich vor Danzig. Da wurden auf zwei Strecken die KZ Häftlinge, mitten im Winter, in Richtung Neustadt getrieben. Wer nicht mit kam wurde erschossen, andere fielen um und erfroren. Im vielen Dörfern finden sie die Massengräber, an die 10.000 Häftlinge sind unterwegs umgekommen. die bedeckte der Schnee und als die sowj. Soldaten im März in der Gegend kämpften fanden sie diese Leichen, der Schnee taute weg und gab die Leichen zur Ansicht frei. Auch in Kalbude, auf dem Friedhof, finden wir so ein Massengrab mit einem Denkmal. Auf einer Strecke des Todes haben sich die sowj, Soldaten nach Danzig durchgekämpft. Und Herrn Rahmenbauer frage ich: Wieviel Städte hatte das sowj. Militär absichtlich zerstört? und wieviele Städte wurden, absichtlich von den Amerikanern und Engländern vernichtet? Zum Beispiel, solche wie Hamburg, Dresden, Königsberg oder Swinemünde, um nur einige zu nennen,

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      • StampCollector
        Forum-Teilnehmer
        • 19.01.2014
        • 924

        #33
        AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

        Hallo Herr Jeske,

        der Bombenkrieg gegen Deutschland war brutal. Ein Ziel war die Demoralisierung der deutschen Bevölkerung, welches übrigens nicht so recht gelang...

        Deutsche Städte wurden entsprechend ihrer Bausubstanz klassifiziert und entsprechend wurde eine Mischung aus Brand- und Sprengbomben eingesetzt um größtmöglichen Schaden anzurichten...

        Man darf dabei natürlich nicht vergessen, daß Deutschland mit diesem Mist angefangen hat:

        Guernica, Warschau, Rotterdam, London, Coventry...

        SC

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        • Antennenschreck
          Forum-Teilnehmer
          • 05.09.2011
          • 1833

          #34
          AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

          Hallo,

          speziel zu dem Thema "Vernichtung von Städten (incl. der Einwohner) im WK II kann ich das Buch "Der Brand" von Jörg Friedrich nur empfehlen. Darin wird auch gut recherchiert, wer, wann, wo, was und warum getan hat. Ich habe es inzwischen mehrfach gelesen, obwohl es etwas langatmig geschrieben ist, was sich aber bei so einer Aufarbeitung wohl nicht vermeiden lässt.

          Tschü......
          Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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          • Rahmenbauer14, + 1.11.2021
            Forum-Teilnehmer
            • 01.01.2009
            • 1434

            #35
            AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

            >Und Herrn Rahmenbauer frage ich: Wieviel Städte ...<

            Herr Jeske:
            Das Thema lautet: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ....

            Schöne Grüße

            Rainer
            "In einem freien Staat kann jederman denken,
            was er will, und sagen, was er denkt"
            (Spinoza)

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            • Felicity, Ehrenmitglied +20.5.2024
              Forum-Teilnehmer
              • 13.02.2008
              • 3493

              #36
              AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

              Lieber Rainer ! Bin in 1927 geboren und erst in 1945 aus Danzig rausgekommen, bin halt auch von der Erlebnisgeneration. Habe schon vieles gehoert und manchmal auch Dinge die man kaum glayben kann. Der Einmarsch der Russen war in verschiedenen Teilen der Stadt unterschiedlich. Es kam wohl auf die Leitung der Truppe an. Ich war im Reservelazarett und pflegte die Verwundeten von beiden Seiten. Mit der Kampftruppe kam auch ein Militaerarzt mit seinem Stab, der sofort Kontrolle uebernahm und den Chaos erst garnicht aufkommen liess. Es herrschte Diszipline und auch bald Ordnung. Liebe Gruesse von der Feli

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              • Antennenschreck
                Forum-Teilnehmer
                • 05.09.2011
                • 1833

                #37
                AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                Hallöle,

                ein großes Problem vieler großer Städte im Osten des Reiches war, der Durchhaltebefehl, der die Städte zum Festungen erklärte, welche bis zur letzten Patrone zu verdeitigen waren. Das damit verfolgte Ziel der Kräftebindung beim Gegner wurde allerdings gar nicht erreicht, Die Russen wussten um die militärische Schwäche der Deutschen in diesem Gebiet, und zogen mit ihrer Hauptmacht weiter hinter der zurückweichenden deutschen Armee her. Anders als in Stalingrad stand ihnen hier keine kampffähige komplette Heeresgruppe gegenüber. Das hatte natürlich Einfluß auf den Kampfverlauf in den betroffenen Städten und Gebieten. Am meisten hatte unter diesem strategisch sinnlosem Durchhaltebefehl die Bevölkerung zu leiden. Auch für die bauliche Substanz der Städte war das katastrophal.

                Tschü........
                Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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                • Martschinke
                  Forum-Teilnehmer
                  • 07.03.2008
                  • 404

                  #38
                  AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                  Die Danziger Bevölkerung wurde für dumm gehalten. Es wurde 1945 immer nur von dem Endsieg gesprochen.
                  Nun kommen die Wunderwaffen. Die Danziger wußten, der Krieg ist verloren. Viele hatten noch die Hoffnung,
                  dass Danzig wieder ein Freistaat werden könnte und blieben zu Hause. So grausam hatten die Danziger sich
                  den Frieden nach Kriegsende nicht vorgestellt. Die Innenstadt Danzig wurde zum größten Teil nach der Vereinnahmung
                  durch das Militär der Roten Armee zerstört. In den ländlichen Gebieten machten die Russen fette Beute. Die
                  Bauernhöfe hatten ihr Vieh noch im Stall. Die Russen nahmen der Bevölkerung aber auch alles und sämtliche
                  Vorräte weg. Die Bauern hatten viel zu spät mit ihren schon gepackten Pferde-Fuhrwerken die Erlaubnis erhalten
                  die Flucht anzutreten. An sehr vielen Häusern stand die Aufschrift: WIR KAPITULIEREN NIE! Die Parteileitung
                  hatte viel zu spät die Flucht-Erlaubnis freigegeben. Ich kann mich noch an die letzte Ausgabe von dem Danziger
                  Wandkalender erinnern. Das Titel-Bild zeigte Danzig umringt von russischen Soldaten die ihre Gewehre auf die
                  Stadt Danzig richteten. Nur mit Schiffen war ein entkommen möglich, aber auch nur für wenige.

                  kurt martschinke

                  Kommentar

                  • Gerhard Jeske
                    Forum-Teilnehmer
                    • 24.08.2014
                    • 737

                    #39
                    AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                    Kurt Martschinke #38
                    Herr Martschike,
                    Sie schreiben, dass die Bauern noch ihe Tiere im Stall hatten. Das Gegenteil war der Fall. Bestimmt erinnern sich einige Forum Teilnehmer, dass die Kühe beschlagnahmt wurden und zur Kampfbahn Niederstadt auf das Fußballfeld getrieben worden sind. Es wurden massenhaft Kuhe, und Schweine geschlachtet und in die Danziger Kühlhäusr eingelagert. Da die Wehrmacht wußte, dass Danzig eingekesselt wurde, sollte für die Ernährung im Voraus gesorgt werden. Als nachher die Elektrizität ausfiel, verfaulten die Fleischbestände. Meine Mutter ging nach dem Fall Danzigs zum Schlachthof hin und schnitt sich Flomen vom Fleich ab, daraus machten wir Schmals. Die Leier, dass die Russen Danzig ansteckten zeigt mir wieder, wie auch Ihre Viehtheorie, dass Sie die kalte Nachkriegspropaganda bis heute verinnerlicht haben. Gerhard Jeske

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                    • jonny810
                      Forum-Teilnehmer
                      • 10.02.2008
                      • 2423

                      #40
                      AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                      Werter Gerhard Jeske,

                      wie können sie in ihrem letzten Beitrag einfach mal so behaupten, dass das was Kurt Martschinke geschrieben hat,

                      das Gegenteil der Wahrheit, also falsch ist.

                      Der Mann ist 86 Jahre alt, und wird sich mit Sicherheit keine Märchen aus den Fingern saugen.

                      Ich finde es mit Verlaub gesagt, ihre Behauptungen sind einfach einseitig und besserwisserisch.

                      Es gab in Danzig nach dem Krieg noch viel Vieh, welches herrenlos in Schidlitz und Ohra auf Freiflächen herumlief.

                      Ich habe mit meinen eigenen Augen gesehen, wie russische Soldaten einige der Kühe mit ihren MP's erschossen haben.

                      Die Beine haben sie an Ort und Stelle abgetrennt und diese uns Kindern zugeworfen.

                      Wir haben zur damaligen Zeit auf dem Heinrich Scholtz - Weg Unterschlupf gefunden.

                      Dort haben wir für Polen Kühe gehütet. Als Dank erhielten wir Jungen am Abend 1 Liter frisch gemolkener Milch.

                      Das half uns auch, zu Überleben.

                      Sie sind sicherlich nicht der einzige Zeitzeuge.

                      Es gibt in unserem Forum Gottseidank noch mehr Mitglieder mit anderen Erfahrungen, als die Ihrigen.

                      Also, meine Meinung geht dahin.

                      Wenn K.M. das so erlebt und niedergeschrieben hat, muss das nicht gleich das Gegenteil der Wahrheit sein.

                      Nichts für ungut, aber ich kann in so einer Situation einfach nicht schweigen.

                      Allen noch einen schönen Abend..
                      Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
                      "Nec Temere - Nec Timide"
                      Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

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                      • Gerhard Jeske
                        Forum-Teilnehmer
                        • 24.08.2014
                        • 737

                        #41
                        AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                        Janny 810 #40"
                        "Die
                        Bauernhöfe hatten ihr Vieh noch im Stall." Das schrieb Herr Martschinke und darauf antwortete ich. Das es rumlaufende Pferde und Kühe gab. weiß ich selbst. Wir baten, an der Hühnerberg- Brücke, zwei sowj. Offieziere für uns ein verwundetes Pferd zu erschießen. Das taten sie mit ihren Pistolen. Erst nach einigen _Schüssen brach das Pferd tot zusammen. Danach hatten wir das Pferd ausgeschlachtet. Weil die Kaschuben nicht geflohen waren, befanden sich in ihren Ställen ihr Vieh, zusätzlich Pferde, die dieTrecks zurückgelassen hatten. Aber das war weiter westlich. Gerhard Jeske ( 86 Jahre alt)

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                        • jonny810
                          Forum-Teilnehmer
                          • 10.02.2008
                          • 2423

                          #42
                          AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                          Selbstverständlich hatten einige Bauern noch Vieh im Stall.

                          In Neuteich zum Beispiel.

                          Die Bauern hatten Schutz in Bunkern gesucht und das Vieh war z.T. noch im Stall.

                          Neuteicher Mitglieder werden das bestätigen können.

                          Nur ist für mich dieses Thema hiermit abgehakt.

                          Es gibt offenbar Themen, da haben nur die Einen Recht.

                          Erhart Joniszus (78 Jahre alt)
                          Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
                          "Nec Temere - Nec Timide"
                          Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

                          Kommentar

                          • Wolfgang
                            Forumbetreiber
                            • 10.02.2008
                            • 11623

                            #43
                            AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                            Schönen guten Abend,
                            hallo Erhart,

                            Erlebnisberichte von Flüchtlingen aus den Tagen als die Russen kamen, zeigen dass überall im Großen Werder (also östlich von Danzig) wie von Dir, Erhart, geschildert, die Bauern ihr Vieh im Stall hatten. Was nicht verhungerte, verdurstete, erfror oder ungemolken an Euterentzündungen starb, fiel meist den Russen in die Hände.

                            Schöne Grüße aus dem Werder
                            Wolfgang
                            Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                            Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                            Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                            Kommentar

                            • jonny810
                              Forum-Teilnehmer
                              • 10.02.2008
                              • 2423

                              #44
                              AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                              Ja Wolfgang, so war es.

                              Mein Langzeitgedächtnis hat ganz im Gegensatz zum Kurzzeitgedächtnis

                              den Schlaganfall schadlos überstanden. Was ich als Kind gesehen habe,

                              ist mir meistens noch sehr gegenwärtig.

                              Ich frage mich manchmal bloß, woher du junger Dachs das alles weißt

                              Noch einen schönen Abend in die alte Heimat und an deine Mutter.
                              Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
                              "Nec Temere - Nec Timide"
                              Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

                              Kommentar

                              • Gerhard Jeske
                                Forum-Teilnehmer
                                • 24.08.2014
                                • 737

                                #45
                                AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                                An Wolfgang #42
                                Wieso wird nicht auf meinenText eingegangen. Ich schrieb, dass tausende Kühe nach Danzig eingetrieben wurden und auf dem Fußballfeld und an anderen Stellen standen. Sie waren dort ohne Futer und Wasser und ich sah selbst, wie Kühe zusammenbrachen und ihnen sofort die Schlagader durchschnitten wurde, damit sie ausbluteten und noch verwendet werden konnten. Diese Kühe waren von den schon verlassenen Bauerhöfen dorthin getrieben worden. Was hatte das mit Neuteich zu tun?. Herr Wolfgang ich bni erstaunt. Wenn Sie schreiben " dass überall im Großen Werder (also östlich von Danzig) wie von Dir, Erhart, geschildert, die Bauern ihr Vieh im Stall hatten." Der Text erweckt den Eindruck, dass die Bauern im Großen Werden nicht geflohen waren. Das ist für mich nicht nachvollziehbar. und noch einmal: Ich schrieb von Danzig und und das bedeutete auch für seine Umgebung. Außerdem mußte ich auf einer Militärkolchose im Werder arbeiten und aus den verlassenen Gehöften noch brauchbare Landwirtschaftliche Geräte zusammensuchen und tragen, die wir auf der Kolchose einsetzen konnten. Ich sage ihnen. wir fanden sehr wenig Brauchbares, vieles war von Sprengsätzen zerstört. Als ich bestimmt wurde, mit einem anderen Kameraden, das Grass abzumähen, mit den zackigen Messern, und je zwei Pferden davor und der gefangene ostpreußische Bauer sagte. : Ihr sollt über die Wiesen fahren und Mähen weil Minen hochgehen könnten, Ich bin dem Kommandanten dafür zu schade, ich werde noch gebraucht" war das der Anlaß, dass ich mich in der Nacht aus dem Staube machte.. Zu meiner Mutter sagte ich: "Bevor die Fahndung einsetzt, dauert es 4-5 Tage, bis dahin müssen wir hier weg." und es gelang uns mit einem Güterzug, der zum Westen fuhr, glücklicherweise bis Berlin, Danzig zu verlassen.
                                Sie merken, Herr Wolfgang, dass auch ich meine Geschichte habe und zwar eine sehr gründliche,

                                Kommentar

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