Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

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  • Felicity, Ehrenmitglied +20.5.2024
    Forum-Teilnehmer
    • 13.02.2008
    • 3493

    #61
    AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

    Lieber Kurt ! Genau wie Du gibt es da Hunderte die nicht verstehen koennen warum wir diesem Unglueck nicht entkommen konnten. Wir mussten durchhalten und ein neues Leben anfangen. Das war ja auch nicht immer leicht, manche hatten Hilfe aber viele auch nicht. Wie koennen die Menschen das alles so schnell vergessen und nichts davon lernen.
    Heute sieht man wieder die Not und Heimatlose die sich an das Leben klammern. Ich will Dir immer wierder sagen, bin froh dass Du geschrieben hast. Da ist doch so ein schoener Satz : "Geteilte Freude ist doppelte Freude und geteiltes Leid nur ein Halbes." Liebe Gruesse von der Feli

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    • Martschinke
      Forum-Teilnehmer
      • 07.03.2008
      • 404

      #62
      AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

      Liebe Felicity, manche Sprüchworte sind nicht so ganz von Ungefähr, vielleicht sogar unverständlich für uns.
      Ich erwähne mal einige, die auch grausam sein können, wie zB.: Not macht erfinderisch, Kriege bringen Fortschritt,
      Ende gut alles gut, ( wenn es auch nicht immer stimmt ) es ist traurig aber nicht unwahr.
      Wir Danziger haben nach dem Verlust unserer lieben Heimat eine neue Heimat heute in Wohlstand gefunden,
      wir leben aber heute weltweit von einander zerstreut und das ist ein lebenslänglicher, bleibender Schmerz.
      Ich selbst finde, es ist nicht ganz gleich, ob man seine Heimat zwangsweise verlassen muss oder man tut es
      aus eigenem Begehren seiner Zukunft. Wie gerne wäre ich in unserer alten Freien Stadt Danzig geblieben,
      wenn sie nur weiter existiert hätte. Heute kommen viele Flüchtlinge aus aller Welt zu uns nach Deutschland und
      erhalten hier Schutz im Lande. Sie können in ihrer Heimat nicht leben, weil sie dort verfolgt werden,
      aber einen Unterschied zwischen ihnen und uns Danzigern gibt es doch, die Beendigung des Bürgerkrieges in
      ihrer Heimat wird wahrscheinlich nicht sehr lange auf sich warten lassen, weil die Großmächte sich für die
      Beendigung des Krieges einsetzen und die Beibehaltung ihres Staates stabil halten werden. Diese Flüchtlinge
      dürfen dann wieder in ihrem friedlichen Land nach Hause, wenn sie nur wollen. Für uns Danziger waren die
      Großmächte nicht dazu bereit. Wir wurden von ihnen in Kollektivschuld genommen, weil wir als Danziger
      dieselbe Sprache hatten, wie die Verursacher des 2.ten Weltkrieges. Ich weiß es doch und habe es auch selbst
      erlebt, wer die polnische Sprache sprechen konnte war mit wenigen Ausnahmen ein guter Mensch, ganz gleich ob er
      davor ein Kommunist oder ein Nazi war. So dankte man den Lieben Gott für die Wiedergabe ihres verloreren Landes.
      Die bösen Nimce waren die Schuldigen, es wurde nicht danach gefragt wer ein echter, waschechter Danziger war.
      Die Sprache war allein entscheidet, wer gut oder böse war.
      Viele liebe Grüße kurt.

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      • Antennenschreck
        Forum-Teilnehmer
        • 05.09.2011
        • 1833

        #63
        AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

        Hallo Feli,

        da nun Kurt schon mal das Thema angesprochen hat, könntest du uns ja einmal etwas über die Einwanderungspolitik Australiens von damals (nach dem 2. WK) und heute erzählen. Das dürfte für uns heute sicher nicht ganz uninteressant sein.

        LG Arndt
        Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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        • Wolfgang
          Forumbetreiber
          • 10.02.2008
          • 11623

          #64
          AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

          Schönen guten Morgen,

          ich sehe, ein interessantes Thema, das zu vielen anderen und neuen Aspekten und Nebenthemen inspiriert.

          Bitte erinnert Euch bei künftigen Beiträgen an das Ursprungsthema: "Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948"

          So manches Thema hier verliert sich im Allgemeinen oder weicht vollkommen vom Ursprungsthema ab. Um für Leser auch künftig interessant zu sein, müsste es aber stehts heißen "bitte am Ball bleiben".

          Für vollkommen neue Themengebiete bitte ein neues Thema aufmachen, so z.B. auch zur Einwanderungspolitik Australiens.

          Schöne Grüße aus dem Werder
          Wolfgang
          -Forum-Admin-
          Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
          Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
          Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

          Kommentar

          • Antennenschreck
            Forum-Teilnehmer
            • 05.09.2011
            • 1833

            #65
            AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

            Schon klar, nicht optimal. Werde dazu nix mehr posten.
            Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

            Kommentar

            • Wolfgang
              Forumbetreiber
              • 10.02.2008
              • 11623

              #66
              AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

              Moin, Arndt, ich wollte auf keinen Fall sagen, dass nix mehr gepostet werden soll, sorry! Ich bin mir sicher, dass Feli antworten wird, wenn Du ein neues interessantes Thema aufmachst.

              Schöne Grüße aus dem Werder
              Wolfgang
              Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
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              Kommentar

              • Antennenschreck
                Forum-Teilnehmer
                • 05.09.2011
                • 1833

                #67
                AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                Hallöle Wolfgang,

                ich sag mal so, wenn Feli das als Thema für wichtig hält so wird sie sich dazu äussern. Und dann sehen wir, ob es sich lohnt dazu extra ein neues Thema aufzumachen. denn aus meiner Sicht hat das schon ein wenig Danzigbezug, wenn uns Feli beschreibt, wie das Ganze aus ihrer Sicht damals empfunden hat, und ob sich da inzwischen irgend etwas aus heutiger Sicht verändert hat bei diesem Thema.

                Tschü....
                Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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                • Felicity, Ehrenmitglied +20.5.2024
                  Forum-Teilnehmer
                  • 13.02.2008
                  • 3493

                  #68
                  AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                  Lieber Arndt und lieber Wolfgang ! Es ist, so wie ich es glaube, nicht noetig einen neuen thread aufzunehmen. Die Frage nach der Einwanderungspolitik von damals und heute, werde ich so gut ich kann, kurz beantworten. Ich spreche da ja nur aus meiner eigenen Erfahrung und 'General knowledge'.
                  1. Einige wichtige Punkte
                  Australien ist ein grosser Kontinent, hat in der Mitte des Landes eine unbewohnte Wueste, wegen Wassermangel und hat die Bevoelkerung um die Kueste angesiedelt. Die Bevoelkerung ist multikulturell aber durch die gemeinscaftliche, englische Sprache und der Australischen Staatsbuergerschaft, streng vereint. 120,000 Europaeische Emigranten wurden nach dem Krieg, als D.Ps. hier angesiedelt. Heute sind 25 % der Bevoelkerung uebersee geboren und 45 % von uebersee geborenen Eltern. Englisch ist die offizielle Sprache. Die Bevoelkerung kommt von 150 verschiedenen Laendern. Alle sind Staatsbuerger von verschiedenen Nationen.
                  2. Emigration nach dem Krieg
                  Die groessten Passagierschiffe und Troop Transports von Europa und Amerika brachten uns nach Australien. IN den 4-6 Wochen auf hoeher See, war das Leben der Passagiere streng reguliert. Sie hatten Englischen Untericht, lernten die Kultur und Geschichte des Landes kennen und wurden auch ueber die Gesundheit und das Klima orientiert. In Deutschland's Resettlement Camps, wurden wir auf gesundheitlichem, kriminellem und politischem Hintergrund geprueft und aussortiert. Wir mussten einen 2-jaehrigen Kontrakt unterschreiben, dass wir dort arbeiten wuerden wo die Regierung uns hinschickt und wo wir gebraucht wurden, auf vollem Gehalt und allen anderen sozialen Versorgungen.
                  3. Today's Einwanderungs Politik
                  Es hat sich nur so viel geaendert, insofern die Auffangslager nicht in Deutschland sind, sonder auf Inseln vor der Kueste Australien's. Emigranten die anfliegen oder auf Passagierschiffen nach Australien kommen, haben von den Botschaften und Konsulaten die noetigen Papiere erhalten und haben keine Schwierigkeiten. Das Problem liegt mit den Boot People, die von Kriminellen in das Land, auf seeuntuechtigen Booten und meistens ohne Papiere, in das Land geschmuggelt wurden. Das hat sich geaendert. Sie werden von der Kriegsmarine aufgefangen, die Boote versenkt und die Kriminellen Schmuggler festgenommen. Die Fluechtlinge kommen in Lager auf den Inseln und werden dort aussortiert bevor sie auf das Festland kommen. Wenn sie einmal auf Australischem Boden sind, steht ihnen die soziale Innenstruktur des Lander zur Verfuegung. Viele von ihnen sind nicht Fluechtlinge und haben andere Motive, die werden dann eben zurueck geschickt.
                  4. Zur heutigen Voelkerwanderung in Europa
                  Australien hat sich bereit erklaert Assylum Seekers aufzunehmen und Emigration Officers sind nach Europa geflogen um dieses in Lauf zu setzen.

                  Wie schon gesagt, diese sind meine Erlebnisse und wenn Ihr mehr wissen wollt ueber dieses Theme, Mr. Google kann alles beantworten. Bitte nicht zu vergessen dass Australien in 1900 eine Bevoelkerung von 4 Millionen hatte in 1949, als wir ankamen, 11 Millionen und in 2011, sind wir zu 22 Millionen angestiegen, eine kleine Bevoelkerung fuer so ein grosses Land. Ich hoffe das beantwortet Deine Frage Arndt und ich sende Euch alle liebe Gruesse von Down Under

                  Kommentar

                  • Felicity, Ehrenmitglied +20.5.2024
                    Forum-Teilnehmer
                    • 13.02.2008
                    • 3493

                    #69
                    AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                    Lieber Kurt ! Danke fuer Deine Worte. Wenn man 88 ist, kann man oefters auch zwischen den Zeilen lesen. Es hoert sich nicht an, als ob Du Kurt, gluecklich und zufrieden in der neuen Neimat bist. Wolfgang hat einen Spruch auf seiner Seite :"Das ist die hoechste aller Gaben, geborgen sein und eine Heimat haben." Ich wuensche so sehr, dass Du diese Gabe gefunden hast. Liebe Gruesse von der Feli

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                    • Martschinke
                      Forum-Teilnehmer
                      • 07.03.2008
                      • 404

                      #70
                      AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                      Liebe Felicity, doch, doch, da kann ich Dir ganz beruhigt mitteilen, ich bin schon glücklich und zufrieden, weil
                      ich Wohlstand, Kapital, Sicherheit und Geborgenheit in meiner neuen Heimat gefunden habe. Es täuscht aber nicht
                      darüber hinweg, dass ich die Gedanken einer sehr schmerzlichen Vergangenheit einiger Jahre der Nachkriegszeiten
                      nicht ausschalten kann. Ich beneide jeden der das konnte, diese Gabe habe ich leider auch bis heute nicht ausschalten
                      können. Wie schön wäre es, für mich alleine gedacht, wenn ich die Fähigkeiten besäße unerwünschte Gedanken zu
                      löschen oder in glückselige zu verwandeln.
                      Liebe Grüße kurt.

                      Kommentar

                      • Zernecke
                        Forum-Teilnehmer
                        • 14.02.2008
                        • 25

                        #71
                        AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                        Ich weiss nicht um welches Buch es gehen soll? Empfehle mal das Buch: "Die Flüchtlinge"
                        von Günter Böddeker - Die Vertreibung der Deutschen im Osten. Bes. Artikel XI.VERSCHLEPPUNG
                        - Frauen zwischen Eismeerund Schwarzmeer - Erinnert mich an den Transport der Menschen aus Danzig und Umgebung. U.a. meiner Verwandten und meines Vaters.(Ullstein Sachbuch
                        ISBN : 3548 34322 8 vom Mai 1085

                        Kommentar

                        • Ulrich 31
                          Forum-Teilnehmer
                          • 04.11.2011
                          • 8547

                          #72
                          AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                          Zu #21:

                          Zitat: ". . . und schließlich Adolf Hitler. Durch ihn verlor Danzig mehr als nur die Freiheit und das Leben vieler seiner Bewohner, es verlor seinen Namen , sein Deutschtum, sich selbst. . . ."

                          Aber die Freie Stadt Danzig hat ihn gewollt! Hier nur ein jüngst angeführtes Beispiel dafür im Forum-Threat "Jakob-Hegge-Kapelle": > https://www.danzig.de/showthread.ph...063#post108063 . Siehe dort die Beiträge #40 bis #42.

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