Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

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  • ada.gleisner
    Forum-Teilnehmer
    • 17.02.2008
    • 882

    #1

    Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

    In den Unterlagen meiner Mutter fand ich folgenden Bericht, der , meine ich, wert ist, auch heute noch gelesen zu werden. Die Autorin ist Elisabeth Burkhard, geschrieben hat sie den Bericht 1948 auf Gut Garkau in Holstein.

    Ein Danziger, der bis vor wenigen Wochen in seiner Heimatstadt arbeitete,. floh jetzt nach den Westzonen. Auf seinen Schilderungen fußt folgender Bericht :
    27 Gebäude haben in Danzig die Kampfwochen von 1945 und den großen Brand, den die roten Truppen nach ihrem Einmarsch legten, überstanden. Zu ihnen gehörte der Riesenstein klotz der ehem. Arbeitsfront, das Gericht, Gefängnis und Polizeipräsidium. Alles andere versank. Und über die leer gebrannten kahlen Plätze zieht wie ein quälendes Grillengezirpe der polnische Sind-Sang einiger pagenköpfigen Schulmädchen auf dem Wiebenwall von der süßen Puppe Nataschka. 500 Schritte weiter beginnt eine tote Stadt. Sie heißt heute Gdansk.
    Das Langgasser Tor, der Eingang zur Stadt blieb. Ab und zu saust eine Straßenbahn hindurch. Polnische Hausfrauen fahren von einem Vorort zum anderen, um einzukaufen. Selbst die wenigen Fußgänger, die in aller Eile auf ihrem Weg zum neuen Konfektionshaus in der Breitgasse den Torbogen passieren, achten nicht auf die 2 eingemeißelten Sprüche zu ihren Häupten : "Durch Eintracht wachsen kleine Staaten, durch Zwietracht stürzen die großen ", lautet der eine und "es müsse Frieden sein in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen", der andere. Weisheiten vergangener Jahrhunderte.
    Die schlanken reichgeschmückten Patrizierhäuser der Langgasse sind nicht mehr. Brennessel und Grasgestrüpp überwuchert die Trümmer. Einsam steht links ein heiles Haus : das Pennäler Cafe Weitz., rechts der Grabhügel des Uphagenhauses.

    Da ich jetzt etwas anderes machen muß, schreibe ich morgen weiter, Gruß von Ada
    Was ist Geld? Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt. (H. Heine)
  • Gerhard Jeske
    Forum-Teilnehmer
    • 24.08.2014
    • 737

    #2
    AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

    Gerhard Jeske
    Immer die gleiche Hetze: " und dem großen Brand, den die roten Truppen nach Ihrem Einmarch legten" und das Singen der unschuldigen polnischen Schulmädchen verspottet diese Schreiberin als "quälendes Grillengezirpze" Das ähnelt dem Geist der heutigen Antiflüchtlinge.

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    • Helga +, Ehrenmitglied
      Moderatorin
      • 10.02.2008
      • 1948

      #3
      AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

      Was soll das denn Herr Jeske? Wer hetzt denn hier?
      Viele Grüße
      Helga

      "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)

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      • Herbert Claaßen
        Forum-Teilnehmer
        • 13.02.2008
        • 1005

        #4
        AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

        Keine Ahnung hat der Herr Jeske, was 1948 in den Köpfen der Vertriebenen vorging. Das hat mit dem Geist der heutigen Flüchtlinge wohl nichts mehr zu tun.
        Viele Grüße!
        Herbert

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        • Christkind
          Forum-Teilnehmer
          • 10.02.2008
          • 1568

          #5
          AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

          Herr Jeske, das ist jetzt wohl voll daneben. Die Frau war kein Flüchtling, sie war noch in ihrer Heimat.Gibt es einen Geist der Antiflüchtlinge, dann könnten Sie den vielleicht mal erklären, vor allem, wie der zu der Situation der Deutschen in dem zerstörten Danzig passt.
          Schöne Grüße, Christa
          Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
          (M. Gandhi)

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          • Felicity, Ehrenmitglied +20.5.2024
            Forum-Teilnehmer
            • 13.02.2008
            • 3493

            #6
            AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

            Liebe Christa ! "Die Wuerde des Menschen ist unantastbar", wie wahr das ist ! Nur manchmal werden Versuche gamacht sie lahm zu legen. Ich war froh den Bericht zu lesen. Wie in einem Jigsawpuzzle fehlen mir Jahre und Eindruecke ueber Danzzig seitdem ich es verlassen hatte in 1945. Es ist immer gut wenn man sich ein ganzes Bild machen kann von dem was uns lieb und teuer ist. Danke Ada fuer den Bericht. Liebe Gruesse von der Feli

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            • Gerhard Jeske
              Forum-Teilnehmer
              • 24.08.2014
              • 737

              #7
              AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

              Gerhard Jeske
              Frau Christkind. Leider hatten auch Sie nicht den Bericht richtig gelesen. Ihr Text: "Die Frau war kein Flüchtling"- Ihre Frau war aber ein Mann: "Ein Danziger, der bis vor wenigen Wochen" ist zu lesen.. und Herr Claaßen dreht meine Worte um. Ich schrieb nicht vom" Geist der Flüchtlinge" sondern vom Geist der " heutigen Antiflüchtlinge" usw.

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              • Beate
                Administratorin
                • 11.02.2008
                • 4835

                #8
                AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                Guten Abend zusammen,

                ich denke, wenn der Mann, auf dessen Bericht sich die Erzählerin beruft, erst 1948 aus Danzig floh, könnte er vielleicht gewusst haben, wer damals Brände legte/gelegt hatte...

                Ich bin gespannt auf Deinen weiteren Bericht, Ada, denn ich halte die Schilderungen eines Flüchtlings aus dem Danzig von 1948 nicht unbedingt übertragbar auf die heutige Situation, zumal es überhaupt nicht in solcher Absicht geschrieben wurde, nicht?
                Ich mag nichts hinein interpretieren, ich mag es unvoreingenommen (weiter) lesen.

                Danke schön, Ada.

                Freundliche Grüße Beate
                ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

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                • Gerhard Jeske
                  Forum-Teilnehmer
                  • 24.08.2014
                  • 737

                  #9
                  AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                  Nun Frau Beate,
                  ich war in Danzig, auch als fünfzehnjähriger in der erste Kompanie, dritter Zug in der Jugendherberge kaserniert und verwundet worden, am rechten Oberarmgelenk. Nach dem die Kämpfe längst der Motlau aufgehört hatten, in der Stadt war die Mottlau die letzen drei Tage im Marz die Hauptkampflinie geworden, war die Innenstadt eine Ruinenwüste . Von einem Einmarsch der roten Truppen hatte ich weder etwas gesehen, auch bis heute nichts gehört. Abziehende Truppen sprengen Brücken und legen Brände, weil sie dem Feind dadurch schaden wollen und um ihren Rückzug zu decken. Truppen, die eine Stadt erobern, wollen die Infrastruktur für sich nutzen, zum Schlafen, zur Versorgung der Verwundeten, Verhinderung von Seuchen usw.

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                  • asche
                    Forum-Teilnehmer
                    • 11.12.2009
                    • 211

                    #10
                    AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                    Dass Soldaten der Roten Armee im bereits eroberten Danzig systematisch Brand legten, bestreitet heute eigentlich niemand, schon gar nicht in Polen. Es scheint mir auch nicht glaubhaft, dass dies aus blinder Zerstörungswut geschah. Es muss politisch-propagandistische Hintergründe gegeben haben. Berichte darüber wären in der Tat sehr interessant, möglichst aus verschiedenen Perspektiven.

                    Insbesondere wüsste ich gerne, in wie weit sich bereits unter Deutschen, Polen und Sowjetsoldaten herumgesprochen hatte, dass die Städte längst den ethnischen Polen zugesprochen waren und die Deutschen vertrieben würden. Wer kennt entsprechende Zeitzeugen-Aussagen?

                    Hingegen ist die Litanei von "Den Unsrigen ist Unschuldig Unrecht geschehen von Bitterbösen Barbaren" historisch gesehen langweilig bis kontraproduktiv, weil die Fakten dadurch mindestens verfärbt erscheinen.
                    Herzliche Grüße,

                    - Alexander -

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                    • mottlau1
                      Forum-Teilnehmer
                      • 11.02.2008
                      • 1720

                      #11
                      AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                      Hallo zu diesem Thema,

                      meine Mutter aber auch andere Verwandten die in um Danzig zu der Zeit lebten erzählten mir dass die Russen die Stadt angezündet hätten. Bis Langfuhr usw. hätte man den Feuerschein der in Brand gesteckten Häuser gesehen. Allgemein hieß es, daß als die Russen erfuhren Danzig wird den Polen zugesprochen sie diese Handlungen vornahmen.
                      Meine Mutter und ich lebten bis August 1950 in Langfuhr. -Ich habe noch heute sehr viel Verwandtschaft in und um Danzig.

                      Gruß Jutta
                      Es kann keiner gerecht sein, der nicht menschlich ist.
                      (Maurice Cove de Murville) Französischer Politiker

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                      • ada.gleisner
                        Forum-Teilnehmer
                        • 17.02.2008
                        • 882

                        #12
                        AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                        Liebe Forumer,
                        ich hatte gestern weitergeschrieben, jedoch wurde mein Beitrag vom Forum nicht angenommen . Ich sei nicht berechtigt zu dieser Aktivität , ich müßte mich erst registrieren lassen und dann nachfragen, ob es gestattet ist. Was soll das ? woher kommt dieser Bescheid ? Ich hatte Helga gemailt, ob sie mir helfen könne, habe bis jetzt jedoch keine Antwort. Viele Grüße von Ada
                        Was ist Geld? Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt. (H. Heine)

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                        • Antennenschreck
                          Forum-Teilnehmer
                          • 05.09.2011
                          • 1833

                          #13
                          AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                          Hallo Ada,

                          wenn dun nur Texteingabe gemacht hast, während du im Forum eingeloggt warst, dann wäre diese Meldung wirklich merkwürdig. Mal sehen ob einer der Moderatoren eine Erklärung dafür hat. Ich habe übrigens auch in einem Buch von diesen Ereignissen nach dem Einmarsch der Russen in Danzig gelesen, kann aber nicht mehr genau sagen welches Buch das war.

                          Tschü......

                          Tschü....
                          Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

                          Kommentar

                          • jonny810
                            Forum-Teilnehmer
                            • 10.02.2008
                            • 2423

                            #14
                            AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                            Hallo zusammen,

                            zu diesem Thema habe ich an anderer Stelle schon einmal einen Beitrag geschrieben.

                            Hier noch einmal meine Erinnerungen aus der damaligen Zeit.


                            Nachdem wir unseren Keller in der Baumgartschengasse wegen Sauerstoff-Mangels

                            verlassen mussten, (die Versorgungs-Pumpen lieferten nur noch Qualm und Gase in die

                            Keller-Räume), wurden wir alle auf den Bischofs-Berg gelotst.Dort verbrachten wir eine

                            gewisse Zeit ganz in der Nähe einer russischen Artillerie-Stellung.

                            Man hatte die Geschütze im Halbkreis aufgestellt, mit Munition bestückt und alles was

                            noch ein Ziel bot, anvisiert.

                            Bei jedem Treffer ertönte ein lautes "Hurree".

                            Dann wurde ein Schluck aus der Flasche, in der sicherlich kein Kaffee war, genommen

                            und das Schauspiel wiederholte sich.

                            Ich hatte zu der damaligen Zeit den Eindruck, als wäre das der Alkohol und keine politische

                            oder militärische Order.

                            In der Wallgasse und in der Samtgasse waren Schule und ein Teil der Kaserne von russischen

                            Soldaten bezogen.

                            Ausserdem gab es auch eine Wellblech-Baracke in der Karthäuserstrasse-Ecke Steubenstrasse

                            in der Nähe des Friedhofes, in der auch Soldaten untergebracht waren.

                            Im Übrigen kann ich sagen, dass die Soldaten recht kinderlieb waren.

                            Von der dürftigen Verpflegung (Kascha oder Sauerkraut-Suppe) gaben sie uns noch einen Teil ab.

                            Zur damaligen Zeit hat uns ja wirklich alles geschmeckt. Sogar Graupen mit ranzigem Rapsöl.(Kascha)

                            Man kann wirklich nur hoffen,dass sich dieser Wahnsinn nicht wiederholt. Es wird in der letzten Zeit

                            nach meiner Meinung genügend "gezüngelt".
                            Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
                            "Nec Temere - Nec Timide"
                            Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

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                            • Rahmenbauer14, + 1.11.2021
                              Forum-Teilnehmer
                              • 01.01.2009
                              • 1434

                              #15
                              AW: Dies war Danzig - dies ist Gdansk, ein Bericht aus dem Jahre 1948

                              Arndt,

                              meinst Du das Buch "Spurensuche... Die Wahrheit über den Untergang Danzigs 1945" ?

                              Schöne Grüße

                              Rainer
                              "In einem freien Staat kann jederman denken,
                              was er will, und sagen, was er denkt"
                              (Spinoza)

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