Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger

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  • magdzia
    Forum-Teilnehmer
    • 06.12.2009
    • 464

    #76
    AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger

    Hallo Belcanto,

    hier habe ich noch, im Zuge der Recherche wegen Heubuden, folgendes gefunden:

    "Unter Schörners Führung konnten 1,6 Millionen Flüchtlinge aus Schlesien und dem Sudetenland dem Zugriff der anrückenden sowjetischen Verbände entzogen werden. Gleichzeitig schickte er zahlreiche Soldaten und Volkssturmmänner auf sogenannte Himmelfahrtskommandos. Regelmäßig riss er zurückweichenden Offizieren Orden und Rangabzeichen herunter und verurteilte versprengte Soldaten zum Tode. Im März 1945 wollte Schörner General Hanns von Rohr hinrichten lassen, weil dieser sich weigerte, Soldaten die vor sowjetischen Panzern geflüchtet waren, zu erschießen. Das OKH milderte das Todesurteil zu Degradierung und Bewährungseinsatz.

    Im Tagebucheintrag von Joseph Goebbels zum 12. März 1945 heißt es:

    „Ich berichte dem Führer dann ausführlich von meinem Besuch in Lauban. Der Führer ist auch der Meinung, dass Schörner einer unserer hervorragendsten Heerführer ist. ... Es sei Schörner gelungen, die Front in seinem Kampfraum im wesentlichen zu stabilisieren. Auf ihn sei es zurückzuführen, dass die Moral der Truppe dort so hervorragend gehoben worden sei. Ich berichte dem Führer von den radikalen Methoden, die Schörner zur Erreichung dieses Zieles anwendet. Deserteure finden bei ihm keine Gnade. Sie werden am nächsten Baum aufgeknüpft, und ihnen wird ein Schild um den Hals gehängt mit der Aufschrift: 'Ich bin ein Deserteur. Ich habe mich geweigert, deutsche Frauen und Kinder zu beschützen. und bin deshalb aufgehängt worden'. Solche Methoden wirken natürlich. Jedenfalls weiss der Soldat im Kampfraum Schörners, dass er vorne sterben kann und hinten sterben muss.[4]“

    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Sch%C3%B6rner

    Es waren also am Ende des Krieges nicht nur die Standgerichte, die solche Urteile aussprachen und ausführen ließen.

    Viele Grüße
    Magdalena

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    • karsch

      #77
      AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger

      Hallo Belcanto,
      ich halte mich jetzt zu solchen Themen zurück, und mir fehlt hier auch die Rückendeckung und Konsequenz, wenn man solch ein Theman anschneidet. Ich wollte soger einen Zeugen der Ereignisse, der zwar nur vorbeifuhr, aber selbst Soldat war, mit einbringen.
      Zu den Schiffen wollte ich sagen, daß durch die Einschläge und Explosionen von Munition oder Maschinen, oft die Kommandobrücken weggesprengt wurden, und es aus meiner Sicht nicht schlimm ist, wenn sich die Besatzung nebst Offizieren und Kapitän, ob dies bei der Gustloff Soldaten waren, weiß ich nicht, rettet. Daß die 2 Erwähnten, der Kapitän darunter, trocken waren, fand ich zunächst nicht unbedingt verwunderlich. Wenn du es aber anfühst, daß er als Letztes gehen muß, und wenn dann kein Platz mehr im Boot ist, bleiben sollte, ist das natürlich etwas Anderes. Ich poersönlich finde es etrwas unmenschlich, wenn sich die Mannschaft retten kann, sollte sie das, oft wurde ja immer ein Teil in der Seeschiffahrt dazu benutzt, um für die Mannschaft dazusein(Boote). Wenn abzusehen ist, das diese für andere, die sonst nicht mitkommen zu nutzen wären, sollte man diesen Menschen, als Verantwortlicher auch den Platz einräumen, was in der Regel ja auch so gehandhabt wurde. Das ist bewundernswert. dann rettet man sich , indem man von Bord springt, wenn man es noch schafft. Aber das ist schwer, weil ja meist noch Leute an Bord sind.
      Von dem Böhm weiß ich nur, daß er bis zum Schluß blieb, sich zum Teil um Flüchtlinge und deren Versorgung, b. z. w. die Verpflegung auf den Schiffen, auch die Verwundeten kümmerte, nachdem das Andere sowieso zum Teil schon besorgt war, wo es organisiert wurde(in dem Beispiel war es das, um das ging es, es war eines der letzten großen Schiffe, welches vom anderen Ufer herüberkommen konnte, glaube ich, und nach Dänemark weiterfahren sollte mit Proviant versort war). Er wies an, daß alle Mädchen und Frauen, die mitfuhren, sich um die vielen Veverwundeten Soldaten kümmern sollten, was gut gelang. Dies war dann ein Glücksfall. Sonst wären viele wegen der Unterversorgung gestorben oder mit sich allein geblieben, wie ich denke.
      Ich will nicht Partei ergreifen für Böhm, aber man sollte auch fair bleiben und das berücksichtigen. Er wurde dann wohl aus Hela ausgeflogen, vor der Kapitulation, genau weiß ich es nicht.
      Ich fühlte mich nur nicht unterstützt, in der Erhängten-Debatte und, daß denen Recht gegeben wird, die hier etwas Anderes vertreten, obwohl wir uns doch einsetzten wollten, oder sollten. Was auch die einzelnen Beweggründe waren, man kann es so oder so sehen, es war menschlich, und es gab sicher auch Gründe, die dies rechhtfertigten; ich habe ja eine Möglichkeit, aus diesem Film angeführt. Ich hörte ja auch, daß es viele EK1- Träger waren.
      Wenn jetzt wieder der Eid auf Hitler angeführt wird, und das Wahlverhalten einen Persilschein bekommt, sehe ich es als zwecklos. Ich bin auch schon wegen meiner Ausdrucksweise, zum Schutz der Soldaten und Magdzia gegenüber verwarnt worden. Sollen die das weiterführen, die hierzu eine Meinung haben, die konform gehen, mit den Gedanken, die hier vertreten werden. Zum Teil werden dann ja auch wieder meine Quellen hierzu gelesen und zitiert.
      Für mich ist dann hier Ende.
      Viele Grüße,
      Olaf

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      • Wolfgang
        Forumbetreiber
        • 10.02.2008
        • 11627

        #78
        AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger

        Schönen guten Abend,

        auch unter diesem Thema wurden großenteils Beiträge geschrieben, die entweder nur am Rande oder sogar nichts mit dem Thema "Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehörigen" zu tun hatten. Ich habe versucht, das ein klein wenig zu entwirren und etliche Beiträge in folgende andere Themen verschoben:

        "Zivilistenschicksale am Ende des Krieges" https://www.danzig.de/showthread.php?t=5117

        "Karsch" https://www.danzig.de/showthread.php?t=4903

        "Freiwilligkeit in Exekutionskommandos" https://www.danzig.de/showthread.php?t=5118

        Bitte denkt daran, dass neue Beiträge auch immer zu einem Diskussionsthema passen sollten. Wenn ein neues Thema sinnvoll ist, dann macht bitte ein neues Thema auf. Sonst verliert man den Diskussionsfaden und dann geht's zu wie in "Kraut und Rüben".
        Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
        Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
        Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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        • waldkind
          Forum-Teilnehmer
          • 06.10.2008
          • 2366

          #79
          AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger

          "Mein Anliegen ist auch-und so bin ich auch verstanden worden-dieses viel zu lange verschwiegene Thema einmal aufzugreifen und sachlich zu diskutieren." (Zitat Belcanto).

          Hallo Belcanto,
          das ist auch gut so, dass du das Thema aufgegriffen hast. Ich selber war bereits frustriert, wenn ich bei meiner Behauptung "Nicht jeder konnte sich frei entscheiden" eins übergebügelt bekam.
          Ich selber habe gerade deswegen so viele Dokumentationen angesehen, um dieser meist jeden bewegenden Frage nachzugehen: Wie konnte das alles geschehen? Wie war es, menschlich betrachtet, möglich?"

          Ich erinnere mich an Scenen in den Dokus wie etwa, dass ein junger Mann von 19 Jahren sich verweigerte auf Menschen zu schießen. Er wurde hingerichtet. Ein ehemaliger deutscher "Kindersoldat" berichtete: "Was sollten wir machen? Vor uns war der Feind, der schoss auf uns. Hinter uns war der Deutsche, der schoss auf uns." Eine andere Doku berichtet über zwei Jugendlichen, die zur Abschreckung als Staatsfeinde aufgeknüpft wurden. Beispiele dieser Art gibt es unzählige. Wer wollte es nun diesen Menschen verdenken, dass sie nicht alle die Courage besaßen sich aufknüpfen bzw. erschießen zu lassen?
          Es lief ja kürzlich auf mehreren Programmen die fünfteilige Doku (oder sechsteilig?) zur Wehrwacht, aufschlussreich. Es gab Soldaten, die auslosten, wer gewann, wurde von den Kameraden angeschossen, damit er von der Front weg nach hause konnte.

          Ich erinnere mich auch an die Umkehrung der Strategie Hitlers am Ende des Krieges. Er hatte die Deutschen bereits aufgegeben, nachdem er anfing zu begreifen, dass das von ihm erwählte "Herrenvolk" versagte. Wenn dieses Herrenvolk es schon nicht schaffte seinen globalen Herrschaftsanspruch durchzusetzten, dann hatte es nichts anderes verdient als unterzugehen. Man könnte beinahe vermuten, dass er am Ende des Krieges den Selbstmord "seines Volkes" angeordnet hatte. Sehr gut wird dieser Punkt in dem Spielfilm "Der Untergang" mit Bruno Gans angesprochen.

          Ich meine, wenn ich wirklich die Wahrheit wissen möchte, dann muss ich mich in alle Rollen einfühlen. Diese sind sehr vielschichtig (und zum Teil sehr gruselig). Aber wie sonst kann man Vergebung finden? Ich habe auch versucht mich in die einzufühlen, die schießen mussten und sich nicht wehren konnten.

          Ich weiß, dass dieser Beitrag nicht wissenschaftlich ist. Es steht aber auch nirgendwo geschrieben, dass er es sein müsste. Ich gehe es mal nur mit meinem Herzen an. Nun sind die Dokumentationen, die ich bisher sah, nicht speziell auf Danzig ausgerichtet. Aber ich habe mir immer gesagt, wenn es überall so war, warum sollte es in Danzig anders gewesen?

          Mit gutem Gruß, waldkind.
          Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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          • Belcanto
            Forum-Teilnehmer
            • 24.09.2008
            • 2508

            #80
            AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger

            Hallo Waldkind
            Vielen Dank für deine Einschätzung. Bei solchen Thema-darauf wurde schon hingewiesen-, wird immer stark polarisiert. Dies in in den meisten Fällen auch durchaus beabsichtigt. Man darf einen Standpunkt vertreten und ihn mit Argumenten und Fakten untermauern.Es gibt aber eben nicht nur Schwarz und Weiß.Wenn es nach 65 Jahren immer noch des Mutes bedarf, über diese Dinge offen und sachlich zu schreiben und zu diskutieren, dann ist in unserer Gesellschaft etwas nicht in Ordnung.Es gäbe weitere Themen über die man sich unterhaltenkönnte.Etwa von den Fidelkindern, die elternlos und allein in Gotenhafen zurückblieben. Es geht mir dabei nicht um Schuld und Sühne, sondern mich interessieren die Kinder mit ihren Schicksalen.
            Viele Grüße
            Belcanto

            Kommentar

            • gabriel
              Forum-Teilnehmer
              • 22.10.2010
              • 1

              #81
              AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger

              Hallo Belcanto,
              Bin bei rescherschen durch zufall in Googel auf ihr Thema gestoßen. Da ich gerade an einem Roman über die Vertreibung aus Ostpreußen arbeiter. Kann ich Ihnen die Informationen, leide aus zweiter Hand (Mutter) geben. Ja es gab Hinrichtungen deutscher soldaten, Mutter hatte auf der Fluch so manchen deutschen Soldaten erhängt gesehen mit einen dieser selbst geschriebenen Schildern. " ich bin ein Vaterlandsverräter" uam. Ich bin auch der Meinung, dass man Geschicht aufarbeiten sollte und nicht in eine Schupplade stecken sollte. mein Buch soll mir helfen, die Mutter zu verstehen, weshalb diese Gerenation ihren Kinder nicht die Wärme geben konnte, die heute für Jede Mutter, eine selbstverständlichkeit ist.
              Ich glaube sie sind Innerlich gestorben, bei all dem Grauen.
              Viele Grüße Gabriel

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              • Belcanto
                Forum-Teilnehmer
                • 24.09.2008
                • 2508

                #82
                AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger

                Hallo Gabriel
                Unsere Mütter mussten viel erleiden und waren starke Persönlichkeiten. Sie hätten lieber Ihr Leben, als das Leben Ihrer Kinder geopfert. Das werde ich, voll Dankbarkeit niemals vergessen.
                Gruß
                Belcanto

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                • Christkind
                  Forum-Teilnehmer
                  • 10.02.2008
                  • 1570

                  #83
                  AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger

                  Kann man das glauben, was du schreibst: "mein Buch soll mir helfen, die Mutter zu verstehen, weshalb diese Gerenation ihren Kinder nicht die Wärme geben konnte, die heute für Jede Mutter, eine selbstverständlichkeit ist." ??

                  Ja, Gabriel.Ich denke, es stimmt.

                  Ich möchte ganz persönlich von meiner Schwester, Jahrgang 1928,erzählen.
                  Sie war ein junges Mädchen noch in Danzig, aber sie sah und erlebte im Jahr 1945 schon schlimme Dinge.
                  Neulich sagte ihre Tochter zu mir:"Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Mutter mich mal in den Arm genommen und gedrückt hat."Darüber muss ich immer wieder nachdenken. Diese Verweigerung von Gefühlen kann nur mit ihren eigenen Erlebnissen zusammenhängen.Nie hat sie selbst erzählt, wie es ihr ergangen ist.
                  Meine Mutter konnte es nicht verhindern,obwohl Tag für Tag und Nacht für Nacht die Mädchen hinter Rucksäcken, unter alten Lumpen, zugedeckt von den Geschwistern, kauerten.Wer nicht stark war, der wollte nicht mehr leben.
                  Nun ist meine Schwester dement,aber ihre Kälte war ihr Charakter.Leider verlor sie ihren Mann sehr früh durch Krankheit. Er hatte das richtige Einfühlungsvermögen durch seine Liebe zu ihr.Sie ging auch keine neue Beziehung mehr ein, obwohl sie mit 42 Jahren Witwe wurde.
                  Und so denke ich wohl, dass die Generation der Mütter nach dem Krieg sich anders verhalten hat.
                  Besorgt, behütet- ja, aber sparsam mit Gefühlen.
                  _____
                  Gruß von Christa
                  Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                  (M. Gandhi)

                  Kommentar

                  • Zoppot
                    Forum-Teilnehmer
                    • 15.01.2010
                    • 16

                    #84
                    AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger

                    Auch auf Grund oder vorallem war das Diktat zu Versailles der Grund das Adolf Hitler an die Macht kam. Mit seinen nicht erfüllbaren Auflagen. Die letzte Zahlung erfolgte ja 2010. Die Amerikaner traten dem Vertrag nicht bei, weil er Ihnen nicht erfüllbar von Deutschland erschien. Viele Deutsche wurden im
                    Korridor von Polen ermordet vor dem 01.09.1939 ! Die meisten Staaten in Europa hätten sich 10 Jahre dies diskriminieren nicht gefallen lassen !! Auch Polen
                    nicht !! An der Kaserne in Dzg. - Neufahrwasser, Olivaerstr. hingen Soldaten-unter ihnen Fässer-mit dem Schild: Ich bin zu feige fürs Vaterland zu kämpfen.

                    Kommentar

                    • Uwe
                      Forum-Teilnehmer
                      • 10.08.2008
                      • 1962

                      #85
                      AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger

                      Hallo "Zoppot",

                      ich denke das ist zu einfach gedacht und klingt so als wäre Hitler die einzig mögliche Konsequenz gewesen und die "Schuld" dafür hätte eigentlich bei anderen gelegen. Außerdem vergisst Du die sogenannten "goldenen" zwanziger Jahre, dort passierte nichts dergleichen sondern, erst im Zeichen der Weltwirtschaftskrise. Will nicht damit sagen der Vertrag war gerecht, aber Sieger machen selten "gerechte" Verträge. Denke es lag eher an dem fehlenden Willen der Deutschen die Demokratie zu stützen und es so einfach war die Schuldigen für alles "Übel der Welt" in den Juden und anderen zu sehen.

                      Herzliche Grüße

                      Uwe
                      Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

                      Suche Informationen zu den Familiennamen Block, Gehrt, Kirschke, Kirsch, Haak, Happke, Hoffmann, Makowski, Namowicz, Patzer, Rehberg, Tolk(e) und Vierling aus Danzig

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                      • ada.gleisner
                        Forum-Teilnehmer
                        • 17.02.2008
                        • 882

                        #86
                        AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger

                        Ein sehr später Nachtrag von Ada : Ich glaube nicht, daß die erhängten Soldaten Danziger waren. wie ULrich schrieb. Die Stadt war voller zurückflutender Soldaten, die sicher auch die Gelegenheit nutzen wollten, um zu desertieren (meine Hochachtung haben sie: dazu fällt mir folgende Episode ein. Meine Eltern waren abends in der Stadt gewesen und sind wohl spät nach Hause gekommen. Morgens lag auf unserem Frühstückstisch eine kleine runde Dose auf der Schokakola stand. Auf meine Frage, woher diese unerwartete seltene Leckerei stammte, sagte sie, daß sie einen Soldaten getroffen hatten, der nicht wußte wo er übernachten sollte. Sie haben ihn mitgenommen und er hat bei uns geschlafen, war jedoch schon sehr früh wieder verschwunden. Das hört sich für mich auch so ein bißchen nach Desertation an. Seltsamerweise habe ich diesen ZwischenfaLL nie vergessen, Ada
                        Was ist Geld? Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt. (H. Heine)

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                        • MatzePe
                          Forum-Teilnehmer
                          • 03.02.2012
                          • 11

                          #87
                          AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger

                          Hallo Ada,

                          ähnliche Geschichten haben mir meine Tanten und meine Mutter auch erzählt und darum interessiert mich das heute sehr.
                          Am 25. März 1945 hat meine Großmutter mit ihren beiden jüngsten Kindern die Flucht angetreten und Danzig für immer verlassen.
                          Mein Großvater war zu diesem Zeitpunkt Ober-Wachtmeister der Luftschutzpolizei und durfte die Stadt nicht verlassen.
                          Augenzeugen sollen später berichtet haben, dass er kurz vor Einrücken der russischen Truppen von Nazi-Schergen (Kettenhunde?) ermordet wurde. So viel mir von meinen Tanten berichtet wurde, war er im kommunistischen Widerstand aktiv.
                          Meine Vermutung ist diese: In den letzten Stunden vor Einrücken der russischen Truppen wurden (von "Verantwortlichen") sehr schnell "alte Rechnungen" beglichen und "kurzer Prozess gemacht". So ein Opfer ist eben auch mein Großvater, vielleicht wollte er abhauen und wurde erwischt... Gern wüsste ich mehr, aber leider gibt es keine Augenzeugen mehr.
                          War er als Ober-Wachtmeister der Luftschutzpolizei auch gleichzeitig Wehrmachtsangehöriger? Wie sah der (kommunistische) Widerstand im März 1945 in Danzig aus?
                          1951 hat meine Goßmutter ihrer Mann für tot erklären lassen, damit ihr das Versorgungsamt eine sehr geringe Witwenrente zahlen konnte.

                          Herzliche Grüße
                          Matthias

                          Kommentar

                          • cortés
                            Forum-Teilnehmer
                            • 12.12.2011
                            • 242

                            #88
                            AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger

                            Hallo Matthias,

                            unter folgendem Link kannst du etwas über die Luftschutzpolizei nachlesen:



                            Kommentar

                            • MatzePe
                              Forum-Teilnehmer
                              • 03.02.2012
                              • 11

                              #89
                              AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger

                              Hallo Cortés,
                              vielen Dank für den Hinweis. Dann gehörte er zwar nicht zur Wehrmacht, war aber dienstverpflichtet. Wie es damals so üblich war wurde ein unerlaubtes Entfernen vom Einsatzort als Fahnenflucht ausgelegt und mit dem sofortigen Tode bestraft...
                              Weißt du was über den kommunistischen Widerstand in Danzig, wie der organisiert war, welche Rolle dabei die Werftarbeiter spielten?
                              Herzlichen Gruß aus Hannover
                              Matthias

                              Kommentar

                              • cortés
                                Forum-Teilnehmer
                                • 12.12.2011
                                • 242

                                #90
                                AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger

                                Hallo Matthias,

                                ein sehr spezielles Thema. Was gibt es erst mal generell:

                                1. Buch: Lexikon des Widerstandes 1933 - 1945
                                Broschiert: 238 Seiten
                                Verlag: C.H. Beck Verlag; Auflage: 1. (November 1998)
                                Sprache: Deutsch
                                ISBN-10: 3406374514
                                ISBN-13: 978-3406374517

                                Dieses Lexikon ist ein Nachschlagewerk für jeden, der sich über die wichtigsten Personen, Ereignisse und Ideen des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus und den Faschismus informieren will. Es behandelt in mehr als 400 Artikeln den gesamten europäischen Raum von 1933 bis 1945. Der konservative Widerstand gegen Hitler wird ebenso behandelt wie die "Weiße Rose", der kirchliche, der sozialistische und kommunistische Widerstand oder der Widerstand im Kriegsalltag.

                                2. Buch: Jugendopposition 1933-1945: Ausgewählte Beiträge
                                Broschiert: 185 Seiten
                                Verlag: Lukas Verlag; Auflage: 1
                                Sprache: Deutsch
                                ISBN-10: 3867320098
                                ISBN-13: 978-3867320092

                                Das nationalsozialistische Regime hat es verstanden, den überwiegenden Teil der Jugend Deutschland für sich zu gewinnen. Dennoch gab es stets auch Resistenz gegen die Vereinnahmung bis hin zu jugendspezifischen Widerstand. Diese bisher noch wenig erforschte Opposition speiste sich aus politischen, religiösen und kulturellen Quellen. Kurt Schildes Aufsatzsammlung geht auf jüdische Jugendliche im Widerstand und oppositionelle Jugendgruppen wie die "Edelweiß-Piraten" sowie biographische Beispiele ein. Sie bietet einen profunden Überblick über die vielfältigen Ziele und Formen der Jugendopposition gegen den Nationalsozialismus.

                                3. Buch: Gewerkschafterinnen im NS-Staat: Verfolgung, Widerstand, Emigration
                                Broschiert: 368 Seiten
                                Verlag: Klartext-Verlagsges. (18. Februar 2008)
                                Sprache: Deutsch
                                ISBN-10: 3898619141
                                ISBN-13: 978-3898619141

                                Verfolgt, verhaftet, vertrieben - das ist das Schicksal vieler Gewerkschafterinnen in der Zeit des Nationalsozialismus. Das Buch porträtiert 40 ungewöhnliche Frauen, die sich im "Dritten Reich" politisch engagierten und Widerstand leisteten. Jede Lebensgeschichte zeigt eine eigenständige, starke Persönlichkeit. Die Frauenbildeten nicht selten das Rückgrat des Widerstandes, indem sie Netzwerke knüpften, Rückzugsräume schufen und für Informationsaustausch sorgten. Damit wirft das Buch die Frage nach einem signifikant weiblichen Widerstand auf, weil jeder Einsatz über den privaten Lebensraum hinaus dem zeitgenössischen Rollenbild der Frau widersprach. Kaum eine der vor 1933 einflussreichen Gewerkschafterinnen konnte sich nach 1945 in der männerdominierten Politik behaupten. Bis heute ist die Bedeutung dieser Frauen für den Widerstand nicht gewürdigt worden.

                                4. Buch: Die Verfolgung und der Widerstand der katholischen Kirche in der Freien Stadt Danzig von 1933 - 1945
                                Broschiert: 48 Seiten
                                Verlag: Bernward (1967)
                                ASIN: B0000BUQ4Z

                                5. Die Geschichte des Internationalen Jugend-Bundes (IJB) und des Internationalen Sozialistischen Kampf-Bundes (ISK) : Ein Beitr. z. Geschichte d. Arbeiterbewegung in d. Weimarer Republik u. im Dritten Reich. Marburger Abhandlungen zur politischen Wissenschaft
                                Gebundene Ausgabe
                                Verlag: Verlag Anton Hain Meisenheim; Auflage: erste Auflage (1964)
                                Sprache: Deutsch
                                ASIN: B007FI7LE8

                                Siehe auch bei den Quellenangaben des Textes:



                                Daraus ergibt sich, dass man hier anfragen könnte:
                                Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin

                                Weiterhin eine Möglichkeit wäre, bei der Partei "Die Linke" zu recherchieren, es sollte doch ein Archiv geben bei der langen Geschichte. Ebenso die Zeitung "Neues Deutschland" müsste eine reiche Quelle darstellen.

                                Zu deinem angefragten Thema fällt mir erst einmal nichts spezielles ein.

                                Viele Grüße
                                Rogab

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