da bin ich vollkommen deiner Meinung. Jegliche Versuche aufzustacheln sollten wir tunlichst unterlassen. Ich denke, damit tun wir uns allen den größten Gefallen.
Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger
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AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger
Hallo Joachim,Vielleicht sollten wir mehr mireinander, als übereinander sprechen.
da bin ich vollkommen deiner Meinung. Jegliche Versuche aufzustacheln sollten wir tunlichst unterlassen. Ich denke, damit tun wir uns allen den größten Gefallen.Viele Grüße
Helga
"Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein) -
karsch
AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger
Hallo Belcanto,
vielleicht ist es überflüssig, weil du schon viele Bestätigungen bekommen hast.
Ich habe letztes Jahr einen Priester, der einzig stehengebliebenen Kirche, der Nikolaikirche(außer der Marienkirche), in Danzig, gesprochen, der als junger Mann, als Dominikaner, in Danzig lebte, und noch das Kriegsende erlebt hat. Die Straßen waren überall voll, von Deutschen(vornehmlich Soldaten, glaube ich), die an Laternen und Bäumen hingen, mit Schildern um den Hals, mit, wie schon benannten, Sätzen. beschriftet. Es war ziemlich schrecklich, das zu sehen. Zum Teil haben er und andere polnische Priester diese Leute heruntergeholt, um sie zu begraben.
Wir kamen darauf, weil mein Urgroßvater sich erhängt hat, weil er die Schläge und Behandlung der Russen nicht mehr ertragen konnte, wie auch den Verlust der Heimat.
Ich verstand erst, das er verstanden hätte, die Russen hätten ihn, und wie ich daraus schloß auch andere Deutsche aufgehängt, weil er dann von den Toten erzählte. Wie sich dann rausstellte waren es die Deutschen.
Viele Grüße,
OlafKommentar
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AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger
Hallo Olf
Dein Bericht deckt sich meinen Recherchen und man muss den polnischen Priestern dankbar sein, das sie die Soldaten beerdigt haben. Zum Glück war doch noch ein wenig Humanität übrig geblieben. Familie Döhring sagt mit nichts aber Familie Karsch.
Viele Grüße
BelcantoKommentar
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AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger
Ich habe erst gesten von diesem Thema hier im Forum Kenntnis genommen, unglaublich.
Den Satz, "Es waren Deutsche", (die diese Greuel angerichtet haben), habe ich zuerst von meinem Vater gehört. Es mag 1970 gewesen sein, ich also 20 Jahre alt. Er berichtete mir von seinem Leben in Danzig als "Jüdischer Mischling 2. Grades". Und als er auf seine Zeit bei der deutschen Wehrmacht zu sprechen kam, sprach er davon, dass er einmal gesehen habe, wie Soldaten Juden von einem Turm in den Tod gestoßen haben. Das ging ihm, beim Erzählen sehr nahe, auch, wie er sagte, weil er Angst hatte, dass seinem Vater, damals wegen seiner jüdischen Mutter in Danzig als "Jüdischer Mischling 1. Grades" eingruppiert, das gleiche Schicksal bevorstehen könnte.
Und dann sagte er, ich hab es noch deutlich vor mir, weil ich erst gar nicht verstand, wen er meinte - unter Tränen: "Das waren Deutsche, deutsche Soldaten".
Ich finde es richtig, dass die Danziger Soldaten, die desertiert sind, oder zu desertieren versuchten und von Deutschen erhängt wurden, rehabilitiert werden. Dabei denke ich auch an ihre Angehörigen, die Eltern, die meisten von ihnen bereits tot, an ihre Geschwister und deren Nachkommen, an ihre Kinder.
Ich wünschte mir, dass diese mit Achtung an diese Verwandten zurückdenken können.
In Köln gibt es seit neuestem ein erstes Denkmal für Deserteure.
Vgl. z.B. http://www.ksta.de/html/artikel/1246883844581.shtml
Es wäre bestimmt nicht falsch, wenn es für Danzig auch bald eines gäbe.
UlrichKommentar
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karsch
AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger
Hallo Ulrich,
ja, schrecklich. Für deinen Vater und dich muß es furchtbar gewesen sein
Schlimm, daß sowas passieren konnte.
Ich hoffe, deiner Familie ist nichts passiert.
Ich hoffe auch, daß demnächst mehr in die Richtung passiert. Hat ja lange genug gedauert, bis die Kriegsverweigerer, jetzt endlich, rückwirkend, rehabilitiert und frei gesprochen wurden. Gerade in Danzig läuft man denke ich offene Türen ein, müßte man diese vorher fragen, ob sie einverstanden wären.
Das wäre vielleicht ein weiterer, wichtiger Schritt zur Versöhnung.
Fragt sich, ob dies Danziger waren, aber das wäre ja nicht so wichtig.
Viele Grüße,
OlafKommentar
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AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger
Langsam, Olaf, weder mein Vater noch ich gehören zu den Deserteuren, besonders ich nicht, wie auch, 1950 geboren. Auch der Vater (1910 geboren), schon länger tot, war kein Deserteur; der war Soldat "vom ersten bis zum letzten Tage", wie er einmal schreibt, enttäuscht sogar, dass er "mit seinem schlechten Blut" nicht befördert wurde - denn Beförderung im Militärdienst hätte ihn als guten Deutschen erwiesen und damit seiner Familie, wie allen damals so gesehenen "Jüdischen Mischlingen" und "Jüdisch Versippten", so zumindest die Hoffnung damals, dabei geholfen, ihr "Blut aufzubessern", d.h. nicht allzu stark diskriminiert zu werden.
Kurz:Alle aus der Familie haben sowohl rassische Diskriminierung durch Deutsche, Danziger, als auch den Krieg überlebt. Ihre Geschichte werde ich aufschreiben. Ich werde Dich informieren.
Mir ging es nur um den einen Satz meines Vaters: "Das waren Deutsche", die Gleichkeit des Erstaunens. Denn in frühen vorhergehenden Beiträgen zum Thema ging es doch darum, dass man vollkommen verdutzt war, dass Deutsche, dass Danziger [SIZE="3"]von Deutschen aufgehängt wurden.
UlrichKommentar
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AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger
Hallo Ulrich
Vielen Dank für deinen Beitrag- so sehe ich das auch. Ich habe noch nicht herausbekommen, wie und auf welche Weise, die Angehörigen über den Tot unterrichtet wurden. Ich denke , dass die Eltern, Ehefrauen niemals etwas über das Schicksal der Soldaten erfuhren, die von ihren eigenen Kameraden liquidiert wurden. Sie waren einfach tot.hier gibt es noch einiges aufzuarbeiten.
Viele Grüße
BelcantoKommentar
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karsch
AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger
Ulrich,
jetzt bist du mal langsam.
Ich habe das gar nicht erzählt, das du oder dein Vater Desateure, waren.
Und wenn ihrs wäred, na und?
So weit ich weiß, wurden diese auch verheizt, und sehbar, absolut unnötig, in den Tod geschickt. Hinzu kam, daß diese kurz vorher eingezogen wurden, junge Bengels waren, und nicht auf andere Leute schießen wollten. Das Ganze war völlig sinnlos.
Und es waren Danziger.
Ich habe kein Problem, hier meine Meinung zu vertreten, Ich habe wenigstens Rückrat. Wie auch die Deserteure Rückrat für mich haben.
Was verfolgst du hier eigentlich?
Erst nach Mitleid rufen, und mich dann in ein Messer laufen lassen?
Ich habe kein Problem mit meiner Aussage, aber vielleicht du.
Hier war auch kein Erstaunen, daß Deutsche von Deutschen aufgehängt wurden.
Das ist nicht richtig, was du hier erzählst.
Das ist ja wohl auch hinlänglich bekannt, daß beim Militär die eigenen Leute umgebracht wurden, wenn sie nicht mitmachten.
Das kommt noch hinzu. Diese, deine Aussage stimmt auch nicht.
Bleib mal ehrlich und bei den Tatsachen, und erzähl hier nichts Verkehrtes, was hier jemand gesagt haben soll.
Das ist ja ganz schön verdreht und link.
Was verfolgst du hier eigentlich, auf Kosten Anderer?
Bitte, übrigens für meine Anteilnahme.
Belcanto, was siehst du daran genauso? Hast du nicht gelesen, was er schreibt? Danke für deine Stellungnahme, das sagt ja auch Etwas.
OlafKommentar
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AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger
Hallo Belcanto,
natürlich wurden die Witwen und Angehörigen nicht geschont und Ihnen mitgeteilt, wie die "Verbrecher" gestorben sind.
Die Witwen bekamen keine Rente. Auch sonst wurden sie als Aussätzige behandelt, nicht nur von den Behörden sondern auch von ihren Mitmentschen. In den Dörfer war das natürlich ganz schlimm und am allerschlimmsten waren hier die Kinder betroffen.
Wie wir alle wissen, nahm das Unrecht nach dem Krieg in der BRD weiter seinen Lauf und das nicht nur in dieser Angelegenheit.
Viele Grüße
MagdalenaKommentar
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AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger
Hallo Olaf, gerade lese ich Deinen Beitrag, und ich bin echt erschreckt. Das habe ich nicht gewollt.Ich glaube, das sind alles nur Missverständnisse.Lass uns doch einmal miteinanander telefonieren. Ich schick Dir meine Tel.-Nummer; wenn Du magst, schickst Du mir Deine. Es geht doch, wenn ich das richtig sehe, um ein politisches Anliegen, das wir beide teilen, wo wir beide doch derselben Ansicht sind. Wenn ich etwas geschrieben haben sollte, was wie falsches Spiel aussehen sollte, tut mir das aufrichtig leid.
Grüße
Ulrich.Kommentar
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AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger
Hallo Belkanto,
das von gewählte Thema hat mich seit meinem
13. Lebensjahr auch nie losgelassen.
In der Liste Danzig-L habe ich den ersten
Erlebnisbericht über dieses Thema vor mindestens
10 Jahren geschrieben. -
Es geschah vor Weihnachten 1944 in Hohenstein
bei Danzig. Dort hatte ich Verwandte wohnen
und bin dort auch bis Ende 1944 in eine ausgelagerte
Mittelschulklasse der Rechtstätischen Mittelschule
Poggenpfuhl gegangen. Meine Eltern ließen eine
KLV-Lagereinweisung nicht zu. - Gott sei Dank !".
Denn da habe ich später aus Erzählungen von
etwas älteren Kollegen einiges gehört und in einem
Buch "Kinderlandverschickung" viel gelesen.
Nun zu Hohenstein : In meinem Erlebnisbericht habe
ich beschrieben wie die Feldgendarnerie genannt
"KETTENHUNDE" - einen jungen Soldaten an einem
Chaussebaum erhängten. - Vielleicht findest Du diesen
Bericht in Yahoo Danzig-L. Sonst muß ich ihn noch
suchen. Weiter stehen unter Google Suchbegriff Praust,
Erlebnisberichte unter meinem Namen und dort
müßte unter März 1945 geschildert sein, wie
wir Jungen damals an der Fahrstraße nach Müggenhahl,
einen erschossenen und dann aufgehängten Soldaten
gesehen haben. - Mein Vater der bis zum 28.März 1945
Lokfüher (UK) in Danzig-ODZ war, hat uns schon damals
von den erhängten Soldaten in der Großen Allee erzäht.
Auch im "UNVERGÄNGLICHEN SCHMERZ" von Poralla
sind solche Hinweise zu finden. Poralla lernte ich am
15.5.1988 in Hannover kennen und erhielt sein Buch
mit Widmung. Danach habe ich meine Erinnerungen
nieder geschrieben und auch mit dem Unrecht über
die Judenfrauen-Arbeitskollonen am Prauster Flugplatz
begonnen. - Diese Zeit war in meiner Kindheit und
Jugend sehr prägend für mich.
Wenn Du, i.e.g. Buch, die Frontverläufe auf Seite 208
ansiehst fällt auf, daß die Tageslinien in Wittstock-
Schäferei sehr eng stehen. Die sowjetischen Truppen
kamen dort in 2 Wochen kaum voran. Eine zu mir
7 Jahre ältere Danzigerin, damals also 20 Jahre alt
und Angestellte der Danziger Stadtverwaltung,
erzählte mir auch von den Erhängungen in der
Großen Allee. Sie mußte damals immer noch täglich
von Oliwa nach Danzig (am Stadttheater) zum
"Dienst", solange ein Durchkommen möglich war.
Sie wohnte in der Nähe Schäferei und dort waren
SS-Kampfeinheiten, die man per Schiff von
Kurland nach Danzig gebracht hatte. Diese SS-Leute
waren im wesentlichen Fremde Volksstämme, wie
Balten, Flamen usw., die geäussert hätten, dieses
hier ist unser letzter Einsatz, der geht bis zu unserem
Tode. Daher leisteten diese Widerstand bis "zur letzten
Patrone". Und man sieht ja auch, daß der Durchbruch
der sowjetischen Truppen in der Nacht zum 22.3. 1945
bei Adlershorst zur Ostsee gelang. Da war der Kessel
Danzig noch einmal geteilt. Die Anwesenheit solcher
SS-Verbände, mit der verbissenen Motivation zum
Kampf bis zum Tode verbunden, Das hat auch zur
Folge, daß "Drückeberger und Feiglinge" erschossen
und erhängt wurden. Jeder der nicht bei seiner
Kampfeinheit blieb, oder versprengt wurde, konnte
wegen Entfernung von der Truppe oder Feigheit
vorm Feind, oder Verrat an seinen Kameraden,
erschossen und erhängt werden. Das stand ja meistens
auf den umgehängten Schildern, die den Erhängten
kennzeichnen sollten, um andere zu "wanen !"
- Die "Richter" saßen ja nicht im vorderen Graben,
sondern hinter den Linien. Und so konnte man den
Beschuldigten vom LKW aus, so wie ich es das 1.
Mal in Hohenstein gesehen habe, vollstrecken.
Wie viele hatten sicherlich auch sich selbst,
den Heimatschuß verabreicht um auf ein Schiff
zu kommen. Auch das haben mir ältere Kollegen
später erzählt. Und nicht jede selbst beigebrachte
Verwundung war glaubhaft zu vertreten. Auch bei
den militärischen Einheiten der SS gab es Ärtzte,
die so etwas zu beurteilen hatten.
Dabei will ich hier aber auch den Bericht eines
Bauleiters aus Essen erwähnen, der mir 1961
nach einer Dienstbesprechung, sein Soldatenschicksal
vom Frühjahr 1945 erzählte. Er war damals junger
Pionierleutnant vor Pillau in Ostpreußen, und er
hat mit seiner kleinen Einheit die dortige Lanzunge
abriegeln müssen, gegen eine stark drängende
sowjetische Front. So gelang es noch vielen
Flüchtlingen aus Königsberg und dem Samland,
auf die bereitstehenden Schiffe zu kommen.
Am Ende gingen sie dafür mehrere Jahre in
sowjetische Gefangenschaft bis nach Sibirien.
Eine Zeit, aus der wir Jüngeren, nach dem Krieg
der Losung "NIE WIEDER KRIEG" und in der 1949
gegründeten DDR in deren Hymne
"DAS NIE WIEDER EINE MUTTER IHREN SOHN BEWEINT"
glauben wollten -, hat viele dann doch enttäuscht.
Als ich im April 1947, als 15-Jähriger, die Oberschule
in Magdeburg, auf Veranlassung meines Vaters,
verlassen mußte und in der völlig zertrümmerten
Stadt Magdeburg eine Maurerlehre begann,
habe ich mir geschworen nie irgendwo in
militärische Dienste zu treten. Auch nicht für
die verlorene Heimat,- Auch wenn ich sie bis
zu meinem Tode nicht vergessen werde,-
Das konnte ich wahr machen. Dazu gehörte auch
1959 eine Flucht aus der DDR, mit ihrer "zackigen"
Volksarmee. Für nichts in der Welt wollte ich
den "Heldentot" sterben. Ich habe genug tote
Helden und ihre Opfer, unter Zwang 1945 in
Oliwa am 28. und 30. März 1945, in Bomben-
trichtern und Gräben verscharren müssen.
Wo niemand mehr sagen konnte, wer
das war und ob das was da schnell im nächsten
Bombenloch zugeschaufekt wurde, ein ganz
vollständiger Toter war.
Nun noch ein paar Literaturhinweise:
1) Karl Salm, ISBN 3-89180-024-X
"Fahnenflucht als politische Weltanschauung"
2) Helke Sander/ Barbara Johr
"Befreier und Befreite", ISBN 3-88897-060-1
3) Freiburger Zeitung v. 15.04.2007
" Funftionierender Richter"
vom Militärhistoriker Manfred Messerschnidt,
zu Kontroverse um Hans Filbinger.
Wenn Kopien erwünscht sind müßte ich Deine
Postanschrift haben.
Meine eMail-ADR erwin.voelz@online.de
Es grüßt Erwin VölzKommentar
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AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger
Lieber Erwin
Ich danke dir für deinen ausführlichen Bericht. Eine Meisterleistung. Ich glaube ich habe deinen Bericht in Danzig-L schon mal gelesen. Deshalb kam ich wohl darauf. Ich war damals fünf und kann mich daran nicht mehr bewusst erinnern.Mein Bruder Jahrgang 31, und meine Schwester Jahrgang 34, erinnerten sich noch gut. Ein Dank gilt dir, und allen anderen Autoren, die dies Thema wertneutral aufgegriffen und geschildert haben, was in den letzten Kriegswochen- nicht nur in Danzig-durch die Feldgendarmerie geschah, darf nicht vergessen werden.
Mit freundlichen Grüßen
BelcantoKommentar
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AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger
Hallo Alle,
mit schmerzlichen Empfindungen und großer Anteilnahme habe ich diese Berichte hier gelesen. Es sind nur wenige und doch gehen sie einem sehr nahe. Niemals darf so etwas vergessen werden und niemals darf man über vollzogenes Unrecht den Mantel des Schweigens breiten, wie es im Nachkriegsdeutschland in West und Ost geschah. Deshalb müssen diese Berichte in die Öffentlichkeit und hier gilt mein Dank unserer Christa, die in ihrem Buch "No Glory in War" die Dinge, die uns wichtig sein müssen, beim Namen nennt.
Warum reagieren wir denn manchmal so barsch? Ich glaube, weil wir unter der gefälschten Geschichtsschreibung unserer Nachkriegskindheit noch heute leiden. Und dann kommen Informationen, was eigene Landsleute eigenen Landsleuten antaten. Aber ich glaube, dass in der letzten Zeit des Krieges auch ein gewisser Notstand herrschte. Befehlsverweigerung wurde mit dem Tode bestraft. Wer ging schon freiwillig in den Tod. Dafür darf man nicht die Soldaten verantwortlich machen, die im Vollstreckungskommando standen, sondern die Befehlshaber, die sich zu Richtern aufspielten, oftmals ohne Urteil. Das ist das Verwerfliche, selbst in solch einem Krieg. Und die unteren Diensgrade mussten in den allermeisten Fällen ins Gras beißen, wie man so sagt, und die hohen kamen davon. Selbst in der Gefangenschaft wurden hier unterschiedliche Handlungsweisen gemacht. Diejenigen, die in führenden Positionen Schuld auf sich geladen hatten, hatten die größten Chancen zu überleben.
Das Unrecht ging also nach der Kapitulation weiter. Das Unrecht vorher darf nicht verschwiegen werden, auch nicht ein Mord an Unschuldigen. Und deshalb hier ein großer Dank an alle, die sich äußerten, das ist ein Schritt in die Aufarbeitung unserer Geschichte.
Bitte, Erlebnisgeneration, haltet nicht hinterm Berg mit euren Erlebnissen. Schreit sie in die Welt hinaus, auf dass wir erkennen, wo die Wahrheit liegt.
Viele Grüße
WernerSuche alles zur Danziger Division, der 60. Infanterie-DivisionKommentar
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AW: Exekutionen an deutschen Wehrmachtsangehöriger
Hallo Olaf (Karsch), ich hatte ja jetzt eine Woche Zeit, nachzudenken, warum ich auf die Äußerungen Deines Mitgefühls so eigenartig reagiert habe. Ich weiß es nicht. Vielleicht, weil es so plötzlich da war, ich konnte das da noch nicht annehmen, und musste davon irgendwie ablenken, sorry.
UlrichKommentar
Kommentar