Ein Wort für die Danziger Juden

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  • Familie Lowitsch
    Forum-Teilnehmer
    • 11.02.2008
    • 283

    #31
    AW: Ein Wort für die Danziger Juden

    Hallo Ulrich, :heart::heart:herzlichen Dank für die Links zu Yad Vashem. Hier habe ich eine ganze Reihe, von mir gesuchter Personen gefunden, allerdings ist häufig der Familienname falsch geschrieben. Eine Verwechslung liegt nicht vor. Da ist z.B. ein Alfred Lovitz aus Darmstadt aufgeführt. Hier kann es sich aber nur um Alfred LOWITSCH aus Darmstadt handeln, der Autor des Buches "Sozialismus, Energie und Planwirtschaft", welches die Nazis auf den Index bzw. die Liste zu verbrennender Bücher gesetzt hatten.
    Wie kann ich an weitere Daten kommen? Bad Aerolson?
    es grüßt Mandy aus dem Brandenburger Forrest
    "Wer sagt: Hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht."Erich Fried

    Kommentar

    • Ulrich
      Forum-Teilnehmer
      • 30.01.2009
      • 280

      #32
      AW: Ein Wort für die Danziger Juden

      Hallo Mandy,

      das freut mich, dass die Linkangaben Dir weitergeholfen haben. Mit der Schreibung der Namen, klar, die ist schon recht chaotisch. Deshalb ist es aber auch wichtig, zusätzliche Quellen heranzuziehen, um die Angaben einer bestimmten Person zuordnen zu können.
      Der eine Link führte übrigens zu Yad Vashem, der andere zum Bundesarchiv.

      Zu Deiner Frage nach weiteren Archiven:
      Sicher Bad Aroslson, wenn Du entweder nach Personen suchst, oder nach Angaben von Personen, die inhaftiert waren: http://www.its-arolsen.org/english/index.html.

      Dann: http://www.its-arolsen.org/english/index.html zur "Residentenliste", bzw. "Verzeichnis der jüdischen Einwohner..." z.b. im Bundearchiv Berlin.
      Hinfahren, Angaben nicht zumailen lassen, die Gefahr der Verwechslung ist zu groß.

      (Dann speziell zu den Personen in und aus jüdisch-nichtjüdischen Mischehen: "[SIZE="5"]Datei der Ergänzungskarten der Volkszähluing von 1939 im Bundesarchiv Berlin". Tipp: Wieder: Angaben nicht zumailen lassen, sondern hinfahren und Einblick nehmen. Allerdings: Die Datei der Ergänzungskarten
      enthält keine Angaben zu Danzig! Auch nicht zu Thüringen und zur ehemaligen Provinz Rheinland)!

      AngelB hat in einem früheren Beitrag "www.jewish-gen" als
      weitere Quelle angegeben. Die Angaben zu den verfolgten Danzigern habe ich aber nicht gefunden. Wenn es Dir gelingt, informier mich bitte.

      Dann die Wiedergutmachungsakten im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Verwahr-, oder aber Nahweisort[SIZE="5"] aller Wiedergutmachungsverfahren nach BEG, dort schlummert ein Schatz an familienbiografischen Informationen, wenn ein Antrag gestellt wurde.


      Hallo Mariolla, hallo Danli,
      eure Beitäge sind anrührend und aufrüttelnd. Das muss doch sein, danke.
      Danli, Dein Lektüretipp ist das Danziger Adress- und Telefonbuch von 1937.
      Warum, Danli? Ich verstehe Deine Empfehlung nicht. Was genau soll denn deutlich werden?
      Dann habe ich noch ein pranktisches Problem: Ich bekomme dieses Buch einfach nicht auf den Schirm. Ich habe die Emailadresse, aber es funktioniert nicht.

      Freundliche Grüße
      Ulrich

      Kommentar

      • Ulrich
        Forum-Teilnehmer
        • 30.01.2009
        • 280

        #33
        AW: Ein Wort für die Danziger Juden

        Pardon, ich habe fälschlich zwei links zu Bad Arolson angegeben. Der zweite link war überflüssig. Statt dessen sollte stehen folgende Linkangabe auf die "Residentenliste", bzw. "Liste der jüdischen Residiten...":
        Die Stiftung EVZ steht mit ihren Projektpartner:innen für eine Erinnerungskultur, die Neugierde weckt, Bezüge herstellt und möglichst viele Menschen in unserer Gesellschaft anregt, sich aktiv mit historischem Wissen auseinanderzusetzen.

        In dieser Liste finden sich auch Angaben zu Danzigern.
        Ulrich

        Kommentar

        • Erwin-Danzig, + 17.06.2017
          Forum-Teilnehmer
          • 11.02.2008
          • 160

          #34
          AW: Ein Wort für die Danziger Juden

          Liebe Forscher,

          hier noch ein Hinweis auf Literatur:

          Erwin Lichtenstein Bericht an meine Familie
          Ein Leben zwischen Danzig und Israel. ISBN 3-472-86594-6.
          Auch als Anwalt für Wiedergutmachungsfragen von
          Danziger Juden
          und Gespräche mit Danzigern nach 1945,
          so auch mit Leuten vom Bund der Danziger in Lübeck,
          mit Dr. Norbert Sternfeld, Präsident der Vertretung
          der Freien Stadt Danzig. in Lübek

          Es grüßt Erwin Völz

          Kommentar

          • danli, + 23.01.2015
            Forum-Teilnehmer
            • 10.02.2008
            • 71

            #35
            AW: Ein Wort für die Danziger Juden

            An Ulrich
            Dass danziger Adressbuch faengt an Ehrenbuerger Forster
            War der Gauleiter der N.S.D.A.P. von Danzig.
            So viel ich weis ist er es heute noch.


            Wenn mansich das Adressbuch genauer ansieht stoesst man
            ziemlich oft A.B.........der N.S.D.A.P.
            D.E..........der N.S.D.A.P.

            Wie ich das sah, wusste ich ,warum mich meine Eltern 1938 zu meinen
            Grosseltern schickten.

            Wenn Du die Bilder vom letzten Gottesdienst in derGrossen Synagoge siehst stehen dort H.J.mit einem Schild:

            "Komm lieber Mai und mache von Juden uns jetzt frei."

            das war vor dem 1.9.1939.

            Wen es dich interesiert schicke ich Dir eine CD mit dem Adressbuch.
            brauche dann nur Deine Anschrift

            danli

            Kommentar

            • Christkind
              Forum-Teilnehmer
              • 10.02.2008
              • 1568

              #36
              AW: Ein Wort für die Danziger Juden

              Dan, wenn man nicht wüsste, wovon diese Schilder der Anfang waren, würde man drüber wegsehen.Aber so wurde Stimmung gemacht. Und alle lasen, sahen, schwiegen.Bedrückt? Geduckt? Verängstigt? Gleichgültig?
              Ich weiß es nicht.

              Ähnlich habe, ich gelesen,wurden auch die Vertriebenen zur Zielscheibe von Spottliedern in Deutschland. Ein Beispiel zitiere ich:

              "Noch in den 50er Jahren sang man nicht nur in Köln "Am dreißigsten Mai ist der Weltuntergang-wir leben nicht mehr lang ".
              Andere dichteten es um und sangen dafür:" Am dreißigsten Mai geht ein Flüchtlingstransport-wir lachen uns kaputt, dann sin se wieder fott!". Und noch schärfere sangen: "... ach wären se schon fott, sonst schlon mer se kapott !!".
              __
              Das sitzt auch noch tief in der Erinnerung derjenigen, denen diese Lieder galten.
              Aber es ging kein Transport zurück.

              _____
              Gruß von Christa.
              Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
              (M. Gandhi)

              Kommentar

              • Wolfgang
                Forumbetreiber
                • 10.02.2008
                • 11623

                #37
                AW: Ein Wort für die Danziger Juden

                Schönen guten Abend,
                hallo Dan, hallo Christa,

                Dan, ich habe mich auf Deinen Beitrag nicht gemeldet weil er mich hilflos und sprachlos machte.

                Erinnerung ist subjektiv. Wir nehmen bestimmte Dinge selektiv wahr während vieles Andere an uns vollkommen unbeachtet vorüber geht.

                Richter, Anwälte, Staatsanwälte fürchten nichts mehr als Zeugen, vor allem wenn es mehrere sind. Lass einen Verkehrsunfall von 10 Augenzeugen schildern - und alle sagen obwohl sie das gleiche sahen etwas anderes aus. Genauso ist es mit Zeitzeugen. Auch wenn sie besten Willens sind kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich deren Aussagen haarsträubend voneinander unterscheiden.

                Auch über die in Danzig brennenden Synagogen finden sich die unterschiedlichsten Zeugen. Wahr ist, dass eine Danziger Synagoge (neben der in Zoppot), nämlich die in Langfuhr brannte. Weder Reitbahn noch Mattenbuden wurden angesteckt. Grass schreibt z.B. fabulierend in der "Blechtrommel": "Die Synagoge war fast abgebrannt, und die Feuerwehr passte auf, dass der Brand nicht auf die anderen Häuser übergriff." Und "kenntnisreich" schildert er: "Vor der Ruine schleppten Uniformierte und Zivilisten Bücher, sakrale Gebrauchsgegenstände und merkwürdige Stoffe zusammen". In Danzig werden übrigen historische Spaziergänge auf den Spuren von Grass angeboten...

                Christa, die Schicksale deutscher Vertriebener wurden zig-tausendfach in Büchern dokumentiert. Es sind Schicksalsberichte. Leider gibt es von Juden kaum Vertriebenenberichte da sie zumeist aus dem Leben vertrieben wurden und nichts mehr über Spott, über unmenschliche Brutalitäten, über Sadismus und Mord erzählen können.

                Wir wissen aber darüber. Wir müssen dankbar sein, wenn daran erinnert wird, dass es nicht nur ausschließlich christlich-deutsche Opfer gab, die starben oder vertrieben wurden.
                Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                Kommentar

                • Marc Malbork
                  Forum-Teilnehmer
                  • 23.02.2008
                  • 1050

                  #38
                  AW: Ein Wort für die Danziger Juden

                  Ich stimme dem Beitrag Wolfgangs völlig zu und ich möchte mich bei Danli bedanken, das er hier seine Erinnerungen und Gedanken mit uns teilt.

                  Man darf nicht die Eingliederungsschwierigkeiten deutscher Heimatvertriebener nach 1945 mit den rassistischen Verbrechen der Nazis, die ja schon 1933 begannen, auf eine Stufe stellen. Denn dann verabsolutiert man das eine oder relativiert das andere.

                  Über den Abbruch der Synagoge und die Begleitumstände konnte in Danzig übrigens gar nicht "hinweggesehen" werden:

                  A banner hung on a large synagogue in Danzig which adapts the song 'Come, beloved May, and make the trees green' to read 'Come, beloved May and make us free from the Jews'. There are 3,000 Jews in...


                  A banner hung on a large synagogue in Danzig which adapts the song 'Come, beloved May, and make the trees green' to read 'Come, beloved May and make us free from the Jews'. The synagogue is to be...

                  Kommentar

                  • Christkind
                    Forum-Teilnehmer
                    • 10.02.2008
                    • 1568

                    #39
                    AW: Ein Wort für die Danziger Juden

                    Aber nein! Rüdiger!
                    Weder will ich etwas verabsolutieren noch relativieren noch beschönigen. noch auf eine Stufe stellen.
                    Da lasse ich mir auch nichts unterstellen.
                    Die Eingliederungsschwierigkeiten hatten nicht die Vertriebenen, sondern die Einheimischen.
                    _____
                    Christa
                    Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                    (M. Gandhi)

                    Kommentar

                    • Erwin-Danzig, + 17.06.2017
                      Forum-Teilnehmer
                      • 11.02.2008
                      • 160

                      #40
                      AW: Ein Wort für die Danziger Juden

                      Liebe Christa und Alle !

                      Was ich über die jüdischen KZ-Zwangsarbeiterinnen
                      aus dem Winter 1943/44, vom Prauster Flugplatzausbau
                      schon vor der Internetzeit berichtet habe, ist oft
                      erwähnt und bekannt. Dafür erhielt ich ein Anerkennungs-
                      Schreiben des damaligen Vorsitzenden des Zentralrates der
                      Juden in Deutschland Herrn Ignatz Bubis,
                      Er ist verstorben und in Israel beerdigt worden.

                      Es grüßt Erwin Völz

                      Kommentar

                      • Wolfgang
                        Forumbetreiber
                        • 10.02.2008
                        • 11623

                        #41
                        AW: Ein Wort für die Danziger Juden

                        Schönen guten Abend,

                        unter diesem Thema wurden die unterschiedlichsten Beiträge geschrieben, die mit dem Ursprungsthema teils wenig, teils sogar gar nichts mehr zu tun hatten.

                        Damit wir "am Ball" bleiben können, habe ich einige Beiträge von hier in ein anderes Thema verschoben:

                        Lebenserinnerungen https://www.danzig.de/showthread.php?t=5220
                        Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                        Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                        Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                        Kommentar

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