Ein Wort für die Danziger Juden

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  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #1

    Ein Wort für die Danziger Juden

    Schönen guten Abend,

    unrühmlich in der Geschichte Danzigs ist das Schicksal der Juden, das ihnen in Freistaat- und Kriegszeiten widerfuhr. Später als im "Reich", aber trotzdem unausweichlich wurden Juden diskriminiert, verfolgt, gemordet. Nach dem Krieg begann im Restdeutschland zögerlich eine Aufarbeitung der Juden gegenüber begangenen Verbrechen. Danzig wurde dabei weitgehend ausgeblendet. Der "Bund der Danziger" hätte dabei Meilensteine setzen können. Er tat es nicht. In seinem Sprachrohr "Unser Danzig" wurden die eigenen Wunden, die der deutschen christlichen Danziger beleckt. Dass es auch deutsche jüdische Danziger -neben vielen anderen Juden- gab, wollte niemand wissen, es interessierte nicht. Dabei war Danzig -auch zu Freistaatzeiten- ein Hort der Zuflucht gewesen.

    Die 60 Jahrgänge von "Unser Danzig" bilden ein Geschichtslexikon. Sie reflektieren Danzig aus deutsch-christlicher Sicht. Es ist nicht nur wichtig, was geschrieben wurde. Genauso wichtig ist das Verschwiegene.

    Ich kann momentan -obwohl ich sämtliche rund 1.000 Ausgaben von "Unser Danzig" besitze- keinen einzigen Artikel in einem der Hefte benennen, der sich mit den Danziger Juden befasst. Die Aufarbeitung der Geschichte der Danziger Juden hat man diesen -soweit sie überlebten- überlassen.

    Um so bemerkenswerter ist der folgende mutige Leserbrief von Werner Zynda, den "Unser Danzig" im März 1955 veröffentlichte:


    Aus "Unser Danzig", Heft Nr. 03 vom März 1955

    Ein Wort für die Danziger Juden
    Eine "Stimme aus dem Leserkreis" von Werner Zynda

    Vor zehn Jahren sahen wir unsere Heimat in Schutt und Asche versinken und mussten das Land unserer Väter und Vorväter verlassen. Den meisten von uns ist es inzwischen gelungen, eine neue Existenz aufzubauen und sich ein neues Wirkungsfeld zu schaffen. Unseren alten Freundes- und Bekanntenkreis haben wir inzwischen erweitert, und es war alles gar nicht so einfach, obwohl wir doch - bis auf wenige Ausnahmen - im deutschen Sprachraum geblieben sind.

    Wir haben nun, trotz der Verbitterung über die Unmenschlichkeit der Austreibung, einen Abstand zu den Dingen gefunden, der es uns erlaubt, gewisse Parallelen zu ziehen. Gerade wir Heimatvertriebene sollten heute endlich den Juden die notwendige Toleranz entgegenbringen, die allein ein friedliches Nebeneinander duldet; denn den gleichen, harten Schicksalsweg, den wir vor zehn Jahren gegangen sind, gingen unsere jüdischen Landsleute schon zehn Jahre vor uns. Wohl jedem sind die Ereignisse der sogenannten Kristallnacht bekannt, fast jeder wusste um die antijüdische Gesetzgebung. Viele Danziger hatten jüdische Bekannte oder Freunde, die unsere Heimatstadt - welche seit oft vielen Generationen auch deren Heimat war - verlassen mussten, um sich in der Fremde ihr Brot zu verdienen. Wie schwer das damals für diese unglücklichen Menschen gewesen sein muss, können wir heute erst richtig ermessen, nachdem wir einen ähnlich schweren Weg gegangen sind. Am erschütterndsten für sie war es, dass man ihnen, die im ersten Weltkrieg, genau wie wir, ihre Söhne und Väter für Deutschland hingaben, das Deutschtum aberkannte.

    Gewiss wurden die übrig gebliebenen nach dem Wiedergutmachungsgesetz für ihre materiellen Verluste entschädigt. Wer aber hat sich je bemüht, die seelische Not unserer jüdischen Landsleute zu mildern und ihnen Glauben und Vertrauen an unseren aufrichtigen Willen zu fruchtbarem Miteinander wiederzuschenken?

    Ziehen wir einen Vergleich zu unserer eigenen Vertreibung, so wird uns der Ursprung zu der oft kritisierten fleißigen Geschäftigkeit der Juden sehr bald klar. Seit etwa dreitausend Jahren sind sie ständig auf der Flucht. In dieser langen Zeit hatten sie es infolge vieler Anfeindungen und Verfolgungen gelernt, sich im Lebenskampf besonders zäh und tüchtig durchzusetzen. Geht es uns jetzt nicht ebenso? Wenn heute ein Einheimischer sagt: "Seht den Flüchtling, der besitzt schon wieder mehr als wir", dann hat es beinahe denselben Klang, als wenn früher jemand sagte: "Seht, dort geht ein Jude!"

    Auch wir haben es gelernt, mit allen Situationen fertig zu werden, auch wir haben im Kampf um die Existenz ein Training erhalten, das uns in vielen Fällen ermöglicht, uns besser durchzukämpfen und daher oft mehr zu erreichen als der Einheimische.

    "Gerechtigkeit für Danzig!" fordern wir von der Welt. Gerechtigkeit müssen wir aber auch unseren jüdischen Mitbürgern zu geben gewillt sein! Wenn wir unserem Bestreben um Rückkehr in die angestammte Heimat ein ethisches Fundament geben wollen, sollten wir jetzt schon daran arbeiten, unseren jüdischen Landsleuten eine Brücke zu bauen und zu sagen: Ihr Danziger Juden, es ist auch eure Heimat, die wir verloren haben und mit Gottes Hilfe wiedergewinnen werden, und das Mahnen eurer vielen Gräber wird in unseren Herzen nicht ungehört verklingen - um Gottes und der Gerechtigkeit Willen!

    -----

    Die Veröffentlichung dieses Artikels erfolgte mit freundlicher Genehmigung des "Bundes der Danziger" in Lübeck.

    Weitere Verwendungen / Veröffentlichungen bedürfen der ausdrücklichen Genehmigung durch den Rechteinhaber:
    Bund der Danziger
    Fleischhauerstr. 37
    23552 Lübeck

    Bei vom Bund der Danziger genehmigten Veröffentlichungen ist zusätzlich ist die Angabe "Übernommen aus dem forum.danzig.de" erforderlich.

    -----

    Viele Grüße aus dem Werder
    Wolfgang
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"
  • Helga_Claassen, +12.10.2010
    Forum-Teilnehmer
    • 11.02.2008
    • 80

    #2
    Zitat von Wolfgang
    Nach dem Krieg begann im Restdeutschland zögerlich eine Aufarbeitung der Juden gegenüber begangenen Verbrechen. Danzig wurde dabei weitgehend ausgeblendet. Der "Bund der Danziger" hätte dabei Meilensteine setzen können. Er tat es nicht. In seinem Sprachrohr "Unser Danzig" wurden die eigenen Wunden, die der deutschen christlichen Danziger beleckt. Dass es auch deutsche jüdische Danziger -neben vielen anderen Juden- gab, wollte niemand wissen, es interessierte nicht. Dabei war Danzig -auch zu Freistaatzeiten- ein Hort der Zuflucht gewesen.
    Die Aufarbeitung der Geschichte der Danziger Juden hat man diesen -soweit sie überlebten- überlassen.
    Guten Morgen,Wolfgang!

    Ich bin Jahrgang 1929 und kann mich nur noch schwach an antijuedische Parolen erinnern.Es war Propaganda mit der wir aufwuchsen und lebten.Ich habe damals nicht gross darueber nachgedacht.

    Nach dem Krieg erfuhr ich das grausame Schicksal der Juden.Aber ich habe nie etwas ueber die Danziger Juden gehoert und gelesen habe ich erst etwas davon hier im Danziger Forum. Ich habe auch lange "Unser Danzig" bezogen und ich kann mich wirklich nicht erinnern ob da was ueber Juden stand. Wieviel Juden waren denn in Danzig und hatten sie Einfluss?

    Nach dem Krieg war die Familie zerstreut und wir Alle haben unsere Wunden geleckt und waren konzentriert darauf zu überleben und uns eine neue Existenz aufzubauen.Das ist auch den meisten von uns gelungen.Ich hoffe auch,dass die ueberlebenden juedischen Mitbuerger sich eine neue Existenz aufbauen konnten.

    Liebe Gruesse von den Balearen
    Helga Claassen

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    • wenzkauer
      Forum-Teilnehmer
      • 26.10.2008
      • 203

      #3
      Juden in Danzig

      Wieviele Juden waren denn in Danzig...

      Hallo in die Runde

      Das würde mich auch interessieren, zumal wir hier bezüglich der Danziger Einwohnerzahlen, erst kürzlich diskutiert haben. Belegbar sollen 95% Deutsche,
      3,3% Polen in Danzig vor 1940 sein. Dementsprechend müßten die verbleibenden 1,7% dann Ukrainer, Russen, Schweden u.v.m. einschließlich der Juden sein. Kann das stimmen...?
      Das Judentum in Danzig müßte danach verschwindet klein gewesen sein.
      Mich irritieren bereit´s die 3,3% Polen und ich werde das Gefühl nicht los, daß das sehr " deutsche " Zahlen sind. Wer weiß es genauer...?

      Viele Grüße Michael

      Kommentar

      • waldkind
        Forum-Teilnehmer
        • 06.10.2008
        • 2366

        #4
        Nationalität und Religion

        Hallo Michael,
        es gibt deutsche Juden, polnische Juden, schwedische Juden, holländische Juden..... so wie es deutsche Christen, polnische Christen, schwedische Christen, holländische Christen....gibt.
        Also kann man nicht sagen, Juden befanden sich ausschließlich in den 1,7%.

        Mit gutem Gruß, Miriam
        Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

        Kommentar

        • Heibuder
          Forum-Teilnehmer
          • 10.02.2008
          • 751

          #5
          Jüdische Gemeinden in Danzig Zoppot

          ...mit diesen Suchworten in´s Google gehen!
          Man erhält über 870 Fundstellen!
          Einen Buchauszug gibt es hier: http://books.google.de/books?id=97jx...um=1#PPA187,M1
          Der wiederum hat eine ergiebige Bibliographie!
          Es grüßt der Heibuder!

          "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

          Kommentar

          • wenzkauer
            Forum-Teilnehmer
            • 26.10.2008
            • 203

            #6
            Danke Wolfgang, der Heibuder.

            Sehr, sehr aufschlußreich. Ich kann das nicht so gut, " gockeln im Internetz ".

            Viele Grüße Michael

            Kommentar

            • nonnenmacher
              Forum-Teilnehmer
              • 29.02.2008
              • 8

              #7
              Über die Bedeutung von Zahlen

              ..........
              *****die Zahl der Juden in Danzig betrug am 18.08.1929 10.448 Personen und stieg nach 1933 weiter an. Im Jahr 1936 lebten über 11.000 Juden in der Stadt..........******

              so zumindest aus RAMONAT, Wolfgang: Der Völkerbund und die Freie Stadt Danzig 1920 - 1934; Studien zur Militärgeschichte, Militärwissenschaft und Konfliktforschung, Band 18, Dissertation 1977 mit Zitat aus: SODEIKAT: Die Verfolgung und der Widerstand der Juden in der freien Hansestadt Danzig vo 1933 bis 1945 in Bulletin des Leo Baeck Instituts, Nr. 30, Tel Aviv, 1965

              wo es weiter heißt:

              *****.........
              hinzu kam, dass die antijüdischen Maßnahmen unter der danziger Bevölkerung lange Zeit kaum Resonanz fand................******

              Prozente sind gut für Statistiken - die Bedeutung jedes Menschen, Juden, Christen, ..., Polen, Schweden, ...., Deutschen, ist aber auch mehr wert als eine Zahl.

              Schöne Grüße
              Manfred Lehmann

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              • wenzkauer
                Forum-Teilnehmer
                • 26.10.2008
                • 203

                #8
                ...die Bedeutung eines Menschen´s Schicksal erscheint umso banaler, je kleiner die Zahl dahinter oder in astronomische Höhen gesetzt. Oft wird wohl anstelle der Wahrheit, mit Zahlen taktiert.

                Gruß Michael

                Kommentar

                • Wolfgang
                  Forumbetreiber
                  • 10.02.2008
                  • 11623

                  #9
                  Zitat von wenzkauer
                  Oft wird wohl anstelle der Wahrheit, mit Zahlen taktiert.
                  Hallo Michael,

                  nicht Zahlen zählen, es sind die Menschen, es sind die Einzelschicksale. Die Vertreibung der Danziger begann nicht mit dem Ende des Krieges, die Vertreibung begann bereits in den 30er Jahren als Unmenschlichkeit Einzug hielt in Danzig und die jüdischen Mitbürger entrechtet und gezwungen wurden, ihre nackte Haut zu retten.

                  Dank an unseren "Heibuder" Wolfgang, der einen Link zu einem Buch veröffentlichte. Aber auch hier zeigt sich, dass die Aufarbeitung des Schicksals der Juden nicht von deutscher Seite erfolgte. Es waren Juden und Polen die Licht in das Dunkel bringen.

                  Es geht nicht darum mit dem Zeigefinger auf irgend jemanden zu zeigen, der damals 10 oder 15 oder 20 Jahre alt war. Es geht um Respekt. Es geht um die Geschichte, um die Wahrheit. Es geht um das Andenken an Menschen wie Du und ich, denen unsagbares Unrecht und unvorstellbares Leid angetan wurde. Auch das gehört zur Geschichte Danzigs. Es ist passiert, niemand kann es leugnen.

                  Wer sagt, das alles sei Vergangenheit, man müsse aufhören darüber zu sprechen, man solle vergessen, der soll sich bitte auch vor Augen führen, dass wir über Danzigs Geschichte sprechen. Auch diese liegt in der Vergangenheit. Sollen wir die ganze Geschichte Danzigs vergessen? Oder nur den Teil der Geschichte in dem Juden vorkamen?

                  Und wenn wir über die Danziger Juden sprechen, dann dürfen wir auch nie vergessen, dass es auch Danziger Staatsangehörige polnischer Nationalität gab, die häufig genauso verfolgt und hingemordet wurden.
                  Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                  Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                  Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                  Kommentar

                  • waldkind
                    Forum-Teilnehmer
                    • 06.10.2008
                    • 2366

                    #10
                    Mein Freund, der Jude

                    Zahlen, Daten, Fakten belegen, sechs Millionen Polen kamen zwischen 1939 und 1945 ums Leben, darunter rund drei Millionen Juden. Ein anderes Buch nennt kleinere Zahlen. Erleichternd! Müdigkeit kommt auf im Wirrwarr der Zahlen. Wie viele waren es denn nun wirklich? Was macht den Unterschied zwischen vier und sechs Millionen? Wir setzen den Juden Denkmäler, sagen den Deutschen und der Welt "Denkt mal"...

                    Am Sonntag kommt mein Freund, der Jude, bringt Kuchen mit. Er ist nicht zimperlich im Aufarbeiten der Vergangenheit. Vielleicht sollte ich mir mit ihm ein Spiel erlauben? Gemeinsam über Erinnerungssteine stolpern, die in das Pflaster vor Häusern eingelassen wurden, in denen einmal Juden wohnten. "Denk mal" sagt der Fuß, "Denk mal" sagt der Kopf, "Denk mal" sagt das Herz. Bringt es den Menschen die Würde zurück?

                    Lieber Wolfgang,
                    es ging dabei nicht um Menschen "wie du und ich". Es ging um Menschen, denen die Würde des Menschseins aberkannt wurde. Zahlen, Daten, Fakten sind wichtig für die Geschichtsschreibung. Was bringt den Menschen die Würde zurück?

                    Mit gutem Gruß, Miriam
                    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                    Kommentar

                    • AngelB +12.3.22
                      Forum-Teilnehmer
                      • 11.02.2008
                      • 254

                      #11
                      AW: Ein Wort für die Danziger Juden

                      Hallo Ihr Lieben,

                      unter www.jewishgen.org sind auch die "Danziger Juden" erfasst (man muss ein bisschen suchen). Dort sind Geburten, Heiraten und Todesfaelle erfasst.

                      Ich habe an diesem online-Projekt mitgearbeitet, weiss aber nicht, inwiefern schon alles, was ich bearbeitet habe, bereits ins Netz gestellt wurde, denn der Projektleiter, Mr Kleinwaks, hielt es nicht mehr fuer noetig, sich bei mir zu melden.

                      Liebe Gruesse
                      Angelika
                      Jugend ist verfuehrbar, heute und damals.

                      Kommentar

                      • danli, + 23.01.2015
                        Forum-Teilnehmer
                        • 10.02.2008
                        • 71

                        #12
                        AW: Ein Wort für die Danziger Juden

                        In diese Woche faellt der Jahrestag der Kristallnacht.
                        Auch in der Freien Stadt Danzig brannten Synagogen !!
                        Heute sieht man in der Kristallnacht den Anfang des Holocaust.
                        Auch von meiner Familie fand ich die Namen der Ermordeten
                        in der Buecherei von "Yad Vshem " in Jerusalem.
                        Ich hoere immer 6 Milionen? Soviele warens aber nicht.
                        Auch wenn es nur 5 oder 5-1/2 waren , wo ist da der Unterschied?
                        Wieviel Menschenleben hat der 2. Weltkrieg gekostet
                        In Deutschland sang man:
                        Und heute gehoert uns Deutschland und morgen die ganze Welt.
                        Wer hat "Mein Kampf " gelesen.?
                        Wer kennt noch den Ausdruck:Lebensraum?
                        Ich sage nur:Wir duerfen nicht vergessen ,was geschah.!!
                        auch nicht nach 60-70-80 Jahren

                        dan

                        Kommentar

                        • Helga +, Ehrenmitglied
                          Moderatorin
                          • 10.02.2008
                          • 1948

                          #13
                          AW: Ein Wort für die Danziger Juden

                          Lieber Dan,

                          du hast so Recht. All das Schreckliche darf nie vergessen werden. Und ob 5 oder 6 Millionen Juden, ist egal. Wären es einige wniger als 6 Millionen, alles wäre genau so schlimm, genau so ´grausam, genau so menschenverachtend.

                          Ich denke, der Holocaust begann eigentlich lange vor der Kristallnacht. Seit 1933 wurden Juden diskriminiert und ausgegrenzt, seit den Nürnberger Gesetzen 1935 war eigentlich klar, wo es hinführen würde und Himmler sprach schon 1937 von der "Entjudung". Mein Gott, was für ein Wort. Die Novemberprognome steigerten allerdlings den Antisemitismus ins unermeßliche.

                          Wir können nur versuchen, so etwas nie nie wieder geschehen zu lassen, versuchen, unsere Welt ein bißchen besser zu machen, obwohl man manchmal glauben könnte, dass lediglich alte Vorurteile durch neue Vorurteile ersetzt werden.
                          Viele Grüße
                          Helga

                          "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)

                          Kommentar

                          • waldkind
                            Forum-Teilnehmer
                            • 06.10.2008
                            • 2366

                            #14
                            AW: Ein Wort für die Danziger Juden

                            Hallo Danli,
                            wie gut, dass du an die Kristallnacht erinnerst. Du hast recht, wir dürfen nicht vergessen. Das Deutsche Reich hat in seinem Herrschaftsanspruch so viele Menschenleben gefordert. Grausam wurden Juden und Polen hingerichtet. Nicht einmal vor der eigenen Brut hat Hitlers Wahn Halt gemacht.
                            Als die Deutschen in Polen einmarschierten, haben sie gleich die Häuser gestürmt, die Juden zusammengetrieben, sie zu nahegelegene Gruben gebracht und erschossen oder abtransportiert.

                            Als die deutschen "kleinen Soldaten" begriffen, was geschah, da hat noch lange nicht jeder mitmachen wollen. Es gab welche, die den Mut hatten sich zu verweigern. Diese wurden hingerichtet. Die "großen Deutschen", auf die es angekommen wäre sich zu verweigern, taten es nicht bzw.es waren zu wenige, die in den Widerstand gingen.

                            Ich meine auch, wenn wir von Danzig sprechen, dürfen wir die Juden nicht vergessen. Es ist beinahe ein Hohn, wenn es nicht so traurig wäre, dass ausgerechnet in Polen die Juden von den Deutschen verfolgt wurden, wo sie doch im Laufe der Geschichte gerade in Polen eine Akzeptanz und Freizügigkeit genossen wie sonst nirgends auf der Welt. Das macht mich traurig.
                            Friede mit dir, Dan. Miriam.
                            Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                            Kommentar

                            • magdzia
                              Forum-Teilnehmer
                              • 06.12.2009
                              • 464

                              #15
                              AW: Ein Wort für die Danziger Juden

                              Hier habe ich was zu den Danziger Juden gefunden:



                              Habe heute mit meinem Vater gesprochen und er sagte mir, dass es sehr viele in der Stadt gab und sie eines Tages plötzlich verschwunden sind, auch die Sinti und Roma.
                              Die ganze Motlauer Promenade war mit jüdischen Geschäften. In der Reichskristallnacht wurden auch diese zerstört. Am nächsten Tag war die Motlau mit Schaufensterpuppen und sonstigen Sachen übersät.

                              Ich glaube, dass die Menschen damals das Grauen nicht so richtig erfassen konnten, selbst die, die davon betroffen waren.
                              Wüssten wir es heute nicht besser, würden wir es auch nicht glauben, das der Mensch fähig ist so grausam zu handeln.

                              Gruß
                              Magdalena

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