Deine frühere Wohnstraße in Danzig muss natürlich richtig heißen: "SCHÜSSELDAMM".
Die falsche Bezeichnung "Schlüsseldamm" habe ich leider ungeprüft aus der Kinowiki-Seite für 1941 in #8 übernommen. - Sorry! - Die Kinowiki-Seiten für 1933, 1934 und 1937 (siehe dazu #2) geben richtig "Schüsseldamm" als Adresse für das "Gedania-Theater" an. - Genaueres Studium aller hier erwähnten Kinowiki-Seiten zeigt, dass es in diesen Informationen auch noch andere Schreibfehler bei Adressangaben gibt, u.a. "Domonikswall" (schon erwähnt).
wir haben auch ein altehrwürdiges 'Puschenkino' mit viel Platz zwischen den Stuhtreihen und nach dem zweiten Weltkrieg gegründet. Seit der Gründung in Familienbesitz betrieben.
Zum Gedania-Theater findet sich im Kino-Wki folgender Eintrag:
Da habe ich doch in der Annonce vom Stattheater 'Frau Holle' gefunden, Peter ! Das war eine Freude. Wir sind doch jedes Jahr zu den Weihnachtsmaerchen im Stattheater gegangen, Frau Holle, Die Schneekoenigin, Der Gestiefelte Kater, Dornroeschen und Schneewittchen sind ja alle ganz tief in meinen Juigenerinnerungen. Eine wunderschoene Zeit. Liebe Gruesse von der Feli
Lieber Thomas ! In meinen KInderjahren habe ich nur einenFilm gesehen, 'Die sieben Raben.' Wir durften nicht alleine in's Kino gehen und Mutti hate nicht die Zeit, wir hatten doch den Laden, die Leibibliothek. Einmal durfte ich mit Galina mitgehen, sie war j 6 Jahre aelter und wir sahen "Die Tochter des Samureih's". Kann mich noch an den Ausbruch vom Vulkan erinnern.
Eines Tages nahm Mutti uns doch zum Kino. Wir sollten die 'Sieben Raben' sehen. Und wie so ueblich da war ja dauernd die Wochenschau vor den Filmen. Als Hitler mit seinen Gefaehrten auf dem Balkon erschien, hoerte man ploetzlich im Kino ein Kinderstimmchen. ganz laut und klar : "Mutti sind das die Sieben Raben ?" Ich glaube Mutti haetten in den Boden sinken wollen, aber es war ja dunkel und niemand wusste woher das 'Stimmchen' kam, man hoerte nur ein unterdruecktes Gelaechter. Liebe Gruesse von der Feli
SC hat mit dem Aufzeigen der verlinkten Wikipedia-Seiten (in deutscher und in englischer Fassung) zu Walt Disneys erstem abendfüllenden Zeichentrickfilm von 1937, „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ (Originalfassung: „Snow White and the Seven Dwarfs“), Feli gefragt, ob sie diesen Film in Danzig im Kino gesehen habe oder dort gerne hingegangen wäre.
Nach Felis Antwort darauf (#29: sie hat diesen Film damals nicht gesehen) will ich hier ein paar Informationen zu diesem Walt-Disney-Film geben.
Ich weiß es nicht genau, aber ich bin mir sicher, dass dieser amerikanische Film in seiner deutschen Synchronisation von 1938 damals weder im „Dritten Reich“ noch in der Freien Stadt Danzig gezeigt werden durfte, weil an der deutschen Synchronisation auch jüdische Schauspielerinnen und Schauspieler beteiligt waren. Und dieser Tatbestand hat sicher den Herren Joseph Goebbels (Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Präsident der „Reichskulturkammer“) und Albert Forster (Gauleiter und seit 1933! mit 30 Jahren! „Ehrenbürger“! der Freien Stadt Danzig) zum Aufführungsverbot dieses Films gereicht. – Also hätte Feli diesen Film damals schon deshalb nicht sehen können.
Der Film „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ war von Anfang an sehr erfolgreich; er wird, so Wikipedia, als „der bedeutendste Zeichentrickfilm“ benannt.
Viele Grüße
Ulrich
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*) Nach der Wikipedia-Seite zum o.a. Song wurde dessen erste Jazz-Instrumental-Version 1943 in einem Konzert der „Ghetto Swingers“ im „Kaffeehaus“ des KZ Theresienstadt unter dem Titel „Musik aus dem Film 'Snow White' von Walt Disney“ gespielt.
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