Leben für Ausländer im heutigen Danzig

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  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #16
    AW: Leben für Ausländer im heutigen Danzig

    Schönen guten Abend,

    vielleicht noch ein kleiner Nachtrag zur Krankenversicherung übersiedlungswilliger Deutscher. Es kommt (natürlich!) immer darauf an, WIE man versichert ist:

    - wenn man weder eine Versicherung in Polen noch in Deutschland hat ist es empfehlenswert Scheich zu sein
    - wenn man eine "gesetzliche" Versicherung (NFZ) in Polen hat, ist in der Regel eine gewisse Grundversorgung gewährleistet. Diese ist jedoch NICHT vergleichbar mit den Leistungsansprüchen gesetzlich Versicherter in Polen. Deutsche Rentner können sich über ihre deutsche Krankenversicherung zusätzlich kostenlos bei der NFZ versichern lassen.
    - Deutsche Nicht-Rentner können sich nur privat über die NFZ versichern lassen - was jedoch meist Unsinn ist, da rein private Verträge in der Regel kostengünstiger sind. Das betrifft u.a. Arbeitnehmer, Vorruheständler, Arbeitsteilzeitler, Arbeitslose.
    - In Deutschland privat Versicherte: Sie können sich in der Regel meist überall privat bei voller Kostenübernahme behandeln lassen. In diesem Fall wäre nur zu klären wie im Ernstfall ein notwendiger Rücktransport nach Deutschland erfolgen kann.
    - Privat "Versicherte" in Polen - ein Ausnahmefall. Dies geschieht in der Regel über Zusatzversicherungen. Häufig bieten Privatkliniken diesen Versicherungsschutz an, wie z.B. in Danzig "Swissmed". Für einen bestimmten Beitrag kann man dort eine rein private Vorsorge -die dann aber nur für Swissmed gilt- oder eine Zusatz-"Versicherung" abschließen

    Habe ich etwas vergessen? Wenn ja, dann fragt.

    Ich sagte früher, die Sprache und die Gesundheitsvorsorge seien abzuwägende Knackpunkte. Ein weiterer Punkt sollte nicht vergessen werden: Der Abbruch sozialer Kontakte. Hier gilt es häufig bei der Stunde Null anzufangen. Freunde? Bekannte? Kinder? Enkel? Urenkel? Sie sind weit weg!

    Ich freue mich über jeden Deutschen der hierher kommt. Wenn der/die Übersiedelnde sich nicht isoliert, wird das durch die Buschtrommel häufig weiter geleitet und es spricht sich herum. Polen ist aber kein Zufluchtsort für in Deutschland Gescheiterte. Polen ist eine richtige Adresse für in Deutschland Erfolgreiche. Oder für Leute die mit ihrem Geld auch in Deutschland gut auskommen können. Denn Polen ist kein Niedrigpreisland mehr. Diese Zeiten sind vorbei.

    ABER!: Dies hier ist meine Heimat. Als heimatlos Geborener bin ich hier, mit meiner 83-jährigen Mutter. Und genau bei diesem Punkt sind die Unterschiede zwischen emotionalem und rationalem Handeln besonders sichtbar. Ich werde nun nicht über rationale Aspekte diskutieren - bei mir wiegt das Emotionale doppelt und dreifach: Nach fast 60 Jahren kam ich dort an wo ich eigentlich immer sein wollte -ohne früher mit Bestimmtheit sagen zu können wo das nun auch ist- im Werder, in meiner Heimat, dort wo meine Vorväter und -mütter lebten und wo sie ihre letzte Ruhe fanden.

    Viele Grüße aus dem Werder
    Wolfgang
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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    • Waldschrat

      #17
      AW: Leben für Ausländer im heutigen Danzig

      Es gibt ein Reisebüro, welches die Formalitäten für den kleinen Grenzverkehr nach Kaliningrad erledigt. Auf dieser Seite stehen u.a. zwei Dokumente zum Herunterladen in PDF - Form bereit, ein Visum-Antrag und der Wortlaut der Vereinbarung zwischen Polen und Russland. Der Antrag stellt die Frage nach der Staatsbürgerschaft, woraus man schon ersehen kann, dass die polnische Staatsbürgerschaft nicht notwendigerweise erforderlich ist. In der Vereinbarung steht geschrieben, dass Personen ausgeschlossen werden können. Verschiedene Kriterien sind angegeben von der Bedrohung für die innere Sicherheit des Ziellandes bis zu Krankheiten.

      Ein Knackpunkt kann sein, dass auf der Seite des Reisebüros steht, dass man eine Bestätigung braucht, dass man in der Region min. 3 Jahre gemeldet sein muss und zwar unbefristet. Das kann so interpretiert werden, dass wer noch die Begrenzung für 5 Jahre hat, davon ausgenommen ist und dass wer die 5 Jahre zwar hat und mittlerweile den Festaufenthalts-Titel besitzt, danach trotzdem noch 3 Jahre warten muss. Dieser Punkt ist unklar und muss ggf. geklärt werden.

      Webseite: http://www.aleks.pl/kaliningrad.html

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      • Waldschrat

        #18
        AW: Leben für Ausländer im heutigen Danzig

        Nachtrag. Auf der genannten Webseite befindet sich der Hinweis, dass das Abkommen auch Ehepartner und unterhaltsberechtigte Kinder betrifft, auch wenn sie erst weniger als drei Jahre lang in der Berechtigunsgzone leben.

        Eine Landkarte im .jpg-Format steht ebenfalls zum Herunterladen bereit, auf der die Berechtigunszone farblich gekennzeichnet ist.

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