Grabplatten in der Marienkirche

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  • maxausw
    Forum-Teilnehmer
    • 17.05.2015
    • 19

    #31
    AW: Grabplatten in der Marienkirche

    Hallo,

    konnte sich schon jemand das Buch besorgen?
    Vielleicht könnte man organisieren, dass die Grabplatten fotografiert werden um wenigstens den Ist-Zustand zu dokumentieren.
    Das könnte man mal an den Historischen Verein, Stadtmuseum oder die Marienkirche selbst herantragen.
    Schließlich haben die Personen, die unter den Grabplatten beerdigt liegen, hohe Ämter der Stadt und der Kirche bekleidet.

    Viele Grüße

    Max

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    • Ulrich 31
      Forum-Teilnehmer
      • 04.11.2011
      • 8562

      #32
      AW: Grabplatten in der Marienkirche

      Hallo Max,

      mich interessieren besonders die Grabplatten in der Danziger Johanniskirche/Johanneskirche (Kościoł św. Jana). Kannst Du in dem von Dir erwähnten Buch auch etwas zu diesen Grabplatten finden? Für eine Information wäre ich Dir dankbar.

      Viele Grüße
      Ulrich

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      • maxausw
        Forum-Teilnehmer
        • 17.05.2015
        • 19

        #33
        AW: Grabplatten in der Marienkirche

        Hallo Ulrich,

        ich habe das Buch nicht. Habe nur den Eintrag darüber gefunden und bin auch sehr daran interessiert.
        Mangels Polnisch-Kenntnisse habe ich noch nicht in Erfahrung bringen können, ob man das Buch ausleihen oder kaufen kann.
        Habe noch einen anderen Eintrag, vll Inhaltsangabe??, gefunden:


        Viele Grüße Max

        Kommentar

        • Ulrich 31
          Forum-Teilnehmer
          • 04.11.2011
          • 8562

          #34
          AW: Grabplatten in der Marienkirche

          Hallo Max,

          leider verfüge ich nur über Minimalkenntnisse der polnischen Sprache, die längst nicht ausreichen, die verlinkte Seite in #33 (vermutlich Kommentar von Lidia Potykanowicz-Suda [mit Google-Übersetzung zur ihrer Titelangabe: "Quellen für die Geschichte von Pommern Friedhöfen in den Archiven des Staates, in Danzig"] zum Buch "Pomorskie Cmentarze", einer Auswahl von Quellen, 2010) brauchbar zu verstehen.

          Vielleicht können uns unsere polnischen Freunde im Forum mit Deutschkenntnissen oder deutsche Forumer mit ausreichenden Polnischkenntnissen weiterhelfen. Wäre schön.

          Viele Grüße
          Ulrich

          PS:
          Mich würden außerdem Informationen dieses Buches zum Barbarafriedhof in Schidlitz interessieren.

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          • Rychu
            Forum-Teilnehmer
            • 04.01.2016
            • 119

            #35
            AW: Grabplatten in der Marienkirche

            Eine solche Neugier auf die Marienkirche - der Friedhof mehrere tausend Menschen von Danzig

            Ausgewählte Zitate:

            "Nur wenige Menschen wissen, dass die alten Danzig Kirchen sind
            große Friedhöfe. Basilica Aber Marien ständig auf Grabsteinen zu treten. In der größten Gdansk Tempel begraben mindestens mehrere tausend Menschen. (...)

            Nach 1945 Marienkirche begraben bisher zwei Personen: der erste war tot am November 26, 1978 Langjähriger Gastgeber dieser Kirche, Vater. Joseph Zator-Przytocki. Die zweite ist Dr. Otto Martin Kulcke, der Initiator und Gründer der Marian Organrekonstruktion . Er starb am 2. März 2005. Im Juni des gleichen Jahres die Urne mit seiner Asche wurde offiziell in der Kapelle von St. eingebettet .. Maria Magdalena. (...) "
            "Nec temere, nec timide"

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            • Ulrich 31
              Forum-Teilnehmer
              • 04.11.2011
              • 8562

              #36
              AW: Grabplatten in der Marienkirche

              Zur Erinnerung wg. einiger Parallelen (u.a. Dr. Kulcke) der Forum-Thread "Orgel in der Marienkirche" von Ende Juli 2015: > https://www.danzig.de/showthread.ph...ght=Dr.+Kulcke .

              Viele Grüße
              Ulrich

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              • Rychu
                Forum-Teilnehmer
                • 04.01.2016
                • 119

                #37
                AW: Grabplatten in der Marienkirche

                Für Abiturienten Conradinum in Danzig...

                Zitiert ks. Prälat Stanislaw Bogdanowicz - langjähriger Pfarrer in der Basilika:

                "Tombstone Conradi

                Vor der Kapelle unter der alten Platte von 1632 von Hans und Salomon Heine begraben wurde Karl Friedrich Freiherr von Conradi, der Gründer der berühmten Schule Conradinum. Verstorben in Danzig am 12. Juli 1798. Die Steinplatte wurde auf die andere Metall angewendet. Auf dem Wappen erscheint am oberen Rand des Conradich drei gepressten, nach der Einweihung."
                "Nec temere, nec timide"

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                • Ulrich 31
                  Forum-Teilnehmer
                  • 04.11.2011
                  • 8562

                  #38
                  AW: Grabplatten in der Marienkirche

                  Hier ist die Grabplatte für Karl Friedrich Freiherr von Conradi in den Angaben zu dessen Vita zu sehen: > http://kulturportal-west-ost.eu/biog...freiherr-von-2 .

                  Siehe auch Forum-Thread "Conradinum": > https://www.danzig.de/showthread.ph...ght=Conradinum .

                  Viele Grüße
                  Ulrich

                  Kommentar

                  • sarpei
                    Forum-Teilnehmer
                    • 17.12.2013
                    • 6090

                    #39
                    AW: Grabplatten in der Marienkirche

                    Hallo miteinander,

                    wer sich für die Grabplatten in Danziger Kirchen interessiert, sollte mal in dem nachstehend verlinkten Büchlein 'Danzigs mittelalterliche Grabsteine' (1893) von Bernhard Engel und Reinhard Hanstein stöbern:



                    Das Buch von Lidia Potykanowicz-Suda (Hg.): Pomorskie cmentarze. Wybór źródeł [Pommerellische Friedhöfe. Ausgewählte Quellen]. Gdańsk: Stowarzyszenie Przyjaciół Archiwum Państwowego w Gdańsku 2010 (Skarby gdańskiego archiwum [Schätze des Danziger Archivs]). 56 S., 44 Abb. ISBN 83-914612-9-7. ist nach angaben des Danziger Archivs vergriffen. In gängigen deutschen Antiquariaten habe ich es nicht finden können.

                    Den Band zu den Epitaphbeschreibungen "Die Basilika zu St. Marien in Danzig" von Stanislaw Bogdanowicz; Herausgegeben von Mariola Malerek; Laumann-Verlag Dülmen; 2. Auflage 1995, habe ich antiquarisch gefunden und bestellt.


                    Viele Grüße

                    Peter

                    Kommentar

                    • maxausw
                      Forum-Teilnehmer
                      • 17.05.2015
                      • 19

                      #40
                      AW: Grabplatten in der Marienkirche

                      Hallo,

                      ich konnte im Buch/Aufsatz "Mittelalterliche Grabmäler in Preussen" von Tadeusz Jurkowlaniec einen Grundriss der Marienkirche mit Markierungen für die Grabmäler finden. Der Plan soll aus dem 18. Jahrhundert stammen. Leider ist der Abdruck so klein, dass ich die Beschriftungen am Rand nicht entziffern kann.
                      Hier der Link dazu:

                      Die Abbildung befindet sich auf Seite 185 (Seite 9 im PDF).

                      Die Suche nach der angegebenen Quellenangabe hat mich wieder auf das in #30 beschrieben Buch geführt:
                      Lidia Potykanowicz-Suda (Hg.): Pomorskie cmentarze. Wybór źródeł [Pommerellische
                      Friedhöfe. Ausgewählte Quellen]. Gdańsk: Stowarzyszenie Przyjaciół Archiwum
                      Państwowego w Gdańsku 2010 (Skarby gdańskiego archiwum [Schätze des
                      Danziger Archivs]). 56 S., 44 Abb. ISBN 83-914612-9-7.

                      Hat schon einer von euch das Buch erwerben können?

                      Viele Grüße Max

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                      • Poguttke
                        • 20.05.2008
                        • 523

                        #41
                        AW: Grabplatten in der Marienkirche

                        Danzigs Geschichte von Löschin, 2 Bürgermeister sind dort begraben, sie wurden von den deutschen Rittern heimtückisch ermordet, Gero

                        Kommentar

                        • Ulrich 31
                          Forum-Teilnehmer
                          • 04.11.2011
                          • 8562

                          #42
                          AW: Grabplatten in der Marienkirche

                          Hallo Gero,

                          wie wär's, wenn Du uns ein wenig mehr über die in #41 erwähnten Ermordungen berichten würdest. Solche Kurzhinweise befriedigen nicht sonderlich.

                          Gruß Ulrich

                          Kommentar

                          • Poguttke
                            • 20.05.2008
                            • 523

                            #43
                            AW: Grabplatten in der Marienkirche

                            Undank ist der Welten Lohn. Mit dieser Weisheit mußten nun die Danziger Bekanntschaft machen. Heinrich von Plauen entwickelte sich zum Despot und die Ritterschaft verfiel der Sittenlosigkeit. Sein Bruder, der Komtur der Danziger Burg war ihm sehr ähnlich und zusätzlich von Habgier beseelt. Er betrachtete Danzig als sein persönliches Eigentum und jedes Mittel war ihm recht, um von den Danzigern Geld zu erpressen und ihre Rechte zu beschneiden. Diesem Ansinnen widersetzte sich allerdings Conrad Letzkau mit Klugheit und Energie, und zog sich so den Haß des Komturs zu. Aber die Rechte Danzigs zu wahren sah Conrad Letzkau als seine heiligste Pflicht an. So kam es in einer Ratssitzung zum Eklat, als Letzkau seinem Gehilfen dem Bürgermeister Benedict Pfennig Ehrlosigkeit vorwarf. Dieser war Münzpächter und wollte im Auftrage des Hochmeisters und zu dessen Gunsten den Wertgehalt der Münzen um das Vierfache verringern. Die Ratsherren waren über dieses Vorhaben dermaßen erbost, daß sie Pfennig kurzerhand aus dem Fenster warfen. Dieser überlebte den Sturz mit gebrochenen Armen und Beinen, wurde seiner Ämter enthoben und für ehrlos erklärt. Auch die Bevölkerung war über diese Angelegenheit aufgebracht und drohte mit Rache und Aufruhr. Der nächste Streitpunkt mit dem Orden war der Wiederaufbau des abgebrannten Kranes. Der Komtur wollte den Wiederaufbau verbieten und den Kran stattdessen in der Nähe des Schlosses aufbauen, um sich die Einnahmen zu sichern. Auch hier widersetzte sich Letzkau. Der Kran wurde wieder aufgebaut, und der Kran des Komturs wurde unter Führung von Letzkau von einer bewaffneten Bürgerwehr zerstört. Auch den Bau des Turmes „Kiek in die Kök“ den man heute noch in Danzig bewundern kann, und von dem aus man einen herrlichen Blick in den damaligen Burghof hatte, wollte der Komtur verhindern. Aber auch hier wußte der Danziger Held und Märtyrer Conrad Letzkau sich durchzusetzen. Der Versuch des Komturs, die beträchtlichen Einkünfte Danzigs aus der Bernsteinverarbeitung in die Kasse des Ordens zu leiten, schlug ebenfalls fehl. Als nächstes widersetzte sich die ganze Danziger Bürgerschaft dem Willen des Hochmeisters, als dieser eine Kriegssteuer einführen wollte. Aus Danziger Sicht ist dies durchaus verständlich, denn der Orden dachte gar nicht daran den Einsatz der Danziger im Krieg gegen Polen zu honorieren, oder gar das gegebene Darlehen zurück zu zahlen. Stattdessen sann der Hochmeister nun darauf, wie er die Danziger für ihre Steuerverweigerung bestrafen könnte. Und so befahl er jeden reisenden Danziger in Haft zu nehmen, und drohte Danzig mit der Aufhebung des Stapelrechts. Einige Zeit später erschien der Hochmeister dann aber persönlich in Danzig, um diesen Streit in einem friedlichen Vergleich zu beenden. Er versöhnte sich mit dem großherzigen Letzkau, jedenfalls schien es der Form nach so zu sein, und sie besuchten gemeinsam mit dem Komtur den Hochaltar. Dieser erneute Sieg Letzkaus muß den Haß der im Komtur steckte, gegen diesen Widersacher so hoch getrieben haben, daß er fürchterliches ersann. Er verschickte eine feierliche Einladung zum Mittagsmahl in seiner Burg an die Bürgermeister Letzkau, Tiedemann, Huxer und Hecht, sowie den Ratsherrn Groß.
                            Es war am Palmsonntag 1411, als diese unbesorgt erschienen. Von einem Hofnarren der Ritter wurden sie mit dem Scherz begrüßt; „Wenn die Herren wüßten, welche Mahlzeit ihnen bereitet ist, sie gingen sicher nicht hinein!“ Diese Aussage berührte den alten, bedachtsamen Huxer so sehr, daß er sich noch vor der Zugbrücke mit dem Vorwand verabschiedete, er müsse nochmal zurück, da er den Schlüssel zum Geldschrank vergessen habe. Auch den anderen wurde es mulmig. Aber Letzkau konnte sie beruhigen und sie gingen hinein. Kaum angekommen wurde die Zugbrücke hochgezogen, und sie saßen in der Falle. Der nächste Spruch des Hofnarren machte ihnen ihre Situation deutlicher. „Drei Vögel sind gefangen, der alte war zu listig, und ist dem Garn entgangen!“ Sie betraten den Saal in welchem sie der von Rittern umgebene Komtur mit erniedrigenden Beschimpfungen empfing. Nach kurzer Gegenrede begriff Letzkau, daß die Verteidigung mit Rechts- oder Vernunftsgründen hier nichts mehr brachte und hegte nur noch den Wunsch, nicht wehrlos sterben zu müssen. Er sagte zu seinen Begleitern; „Wenn ich hier ein Schwerdt hätte, ich mögte tausend Gulden dafür schuldig sein!“
                            Ein herbeigerufener Scharfrichter aus Elbing sollte nun die Enthauptung durchführen. Dieser lehnte jedoch mit der Begründung ab, er könne nur gesetzmäßig Verurteilte hinrichten. Daraufhin wurde er hinausgeworfen und die Ritter waren sich einig, die Morde selbst zu vollenden. Sie sperrten ihre Opfer ins Gefängnis und betranken sich. Morgens gegen drei Uhr töteten sie ihre Opfer auf grausame Weise. Letzkau hatte 10, Hecht 16, Groß 17 Wunden. Anschließend versteckten sie die Leichen im Düngerhaufen.
                            In Danzig hatte niemand Kenntnis von diesem Verbrechen. Man ging lediglich davon aus, daß die Geladenen im Gefängnis festgehalten werden. Aber nach einer Woche schickte man eine Gesandtschaft zum Hochmeister, und diese erwirkte den Befehl zur sofortigen Freilassung. Am nächsten Morgen fand man die schändlich zugerichteten Leichen vor der Burg. Damit nicht genug wurde auch das ganze Vermögen der Ermordeten vom Komtur beschlagnahmt. Obwohl die Danziger den Hochmeister dazu aufforderten dieses Verbrechen seiner Ordensbrüder aufzuklären, ist nie etwas geschehen. So kann man vermuten, daß auch er darin verwickelt war. Es gab den Chronikschreiber Johann Lindenblatt der dieses Verbrechen des Ordens anders schildert, diese Version ist aber unglaubwürdig, da Lindenblatt nach eigener Aussage - „er und seine Freunde hätten alle Seeligkeit und alles Glück vom Orden gehabt alle ihre Tage“ - also in einem engen Abhängigkeitsverhältnis zum Orden stand. Unsere Helden Conrad Letzkau und Arnold Hecht wurden in der Marienkirche beigesetzt, neben der Hedwigskapelle linkerhand des Hochaltars. Groß wurde in einer nah liegenden Kapelle beigesetzt.

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                            • Ulrich 31
                              Forum-Teilnehmer
                              • 04.11.2011
                              • 8562

                              #44
                              AW: Grabplatten in der Marienkirche

                              Hallo Gero,

                              vielen Dank für die überaus ausführliche Schilderung des damals Geschehenen. - Meine Skepsis dazu: Wer konnte damals alle diese Details nicht nur wahrnehmen, sondern auch so genau beschreiben? - Wo ist diese Schilderung gedruckt zu finden?

                              Gruß Ulrich

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                              • Poguttke
                                • 20.05.2008
                                • 523

                                #45
                                AW: Grabplatten in der Marienkirche

                                Danzigs Geschichte, Gotthilf Löschin, 2 Bände, Rosenberg Verlag. Löschin war der Erste der Danzigs Geschichte umfassend festgehalten hat (1822), mit Genehmigung des Danziger Rates, vorher gab es nur Chronikschreiber.

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