Was war wirklich ?

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  • leonid
    • 29.09.2011
    • 9

    #1

    Was war wirklich ?

    Dass die Stadt Danzig Ende März 1945 zu 90 % zerstört wurde, ist ja nun hinlänglich bekannt.
    Da ich selber aus einer Stadt Deutschlands komme, Hamburg, unmittelbar vor der fast völligen Zerstörung im Juli 1943 geboren wurde, nach den Erzählungen meiner Mutter sie mit mir auf dem Arm durch brennende Straßenschluchten gelaufen ist, hat mich für die Zerstörung Danzigs sensibilisiert, zumal ich in den letzten 15 Jahren dort rund 100 x gewesen bin, zuletzt im September 2011, also vor wenigen Tagen.

    Beim Studium der entsprechenden Berichte über die Zerstörung Danzigs bin ich auf Ungereitheiten gestoßen, es offensichtlich hierzu unterschiedliche Versionen gibt.
    Leider aber auch auf den Hass von Leuten, die meinen, eine Mitschuld polnischer Bürger an der Zerstörung Danzigs könne es nicht geben.

    Zu den Versionen:

    1. Version: es wird gesagt, die „Nazis legten 90 % der Stadt in Schutt und Asche“ Quelle: Du Mont Reiseführer Polen, Teil Danzig.
    2. Version: , die Stadt soll im wesentlichen durch anglo-amerikanische Bombenangriffe zerstört worden sein. Quelle: neuer Publikationen über Danzig für Touristen, in denen auch gesagt wird, daß 90 % der Danziger Nazis waren.
    3. Version: von der deutschen mil. Führung sei angeordnet worden, dass Danzig um jeden Preis zu verteidigen sei, es darum schwere Kampfe gegeben haben soll.
    4. Version: Es soll keine schweren Kampfe gegeben haben, die Einnahme der Stadt soll nach 3 Tagen abgeschlossen worden sein, die Stadt danach nur zu ca. 30 % und absolut wiederaufbaufähgig gewesen sein. Quelle: Herder Forschungsrat. Die 3 Tage stimmen übrigens nach dem Kriegstagebuch der Wehrmacht.
    5. Version: nach der Einnahme der Stadt sollen Soldaten der Roten Armee die Stadt geplündert und dann planmäßig in Brand gesetzt haben (obwohl der Führer der 2. weisrussischen Front, Marschal Rokkosowski in seinem Tagesbefehlt zur Einnahme Danzis jede Plünderungen verboten hatte)
    6. Version: Die Verwaltung der Stadt wurde 4 Tage nach der Eroberung , also Anfang April 1945 an Polen übergeben, (Dekret v. 30. März 1945, Gesetzblatt RP No. 11, Pos. 57) die Plünderungen und Zerstörungen sind danach planmäßig durch polnische Milizen und Marodeure durchgerführt worden. Quelle: Grünther Grass wörtlich: „Schon Mitte April stand Feuerschein über der Stadt....“

    Auffällig ist, dass von den rd. 20 Kirchen und Kapellen der Stadt nur ganz wenige völlig zerstärt waren, einige sogar noch ihre Bilder und das Gestühl hatten (Quelle: Herders forsc hungsrat)
    Reichtum versprechende goldene Monstranzen wären sicher ein Raub atheistischer Rotarmisten gewesen ?
    Beispiel aus der o. g. Quelle: zerstörungsgrad, Mariendom: 10 % , St. Nikolai an der Markhalle: 10 % , Str. Katharien 20 % Selbst die Gemälde waren erhalten, Str. Jacob, völlig erhalten, St. Elisabeth; völlig erhalten, Heilige Leichnamskirche: völlig erhalten , Str. Trinitatios: völlig erhalt
    Plündernde Soldaten hätten davor keinen Halt gemacht. Folglich die Plünderer der Stadt Danzig Andere gewesen sein müssen.

    Die Frage vielmehr ist die: wer verfügte über die Logistik beim Abtransport geplünderter Dinge den Kampfeinheiten der Roten Armee oder später der polnischen Verwaltung.nach Übergabe der Stadt an Polen ?

    Ferner ist die Frage nach den Gründen für die Plünderung einer Stadt wichtig.

    Danzig war in Jalta dem neuen Polen = dem kommunistischen Lubliner Komitee – zugesprochen, eine generelle Plünderung der Stadt gegen den Befehlt Rokkosowski verstoßen , und Strafen für die Soldaten nach sich gezogen hätte.

    Konnte es Rache gewesen sein ? Rache auf polnischer Seite ? Gegen alles verhasste Deutsche ?
    Gegen die Stadt Danzig, die Auslöser des Krieges gewesen ist, und Symbol für eine fünfjährige Unterdrückung ? In der Stadt, die seit eh und je eine polnische gewesen ist, musste nun jede Erinnerung an die deutsche Vergangenheit ausgeslöscht werden ?

    Bewiesen ist zumindest eines: alle teilzerstörten Hauser im Zuge Langer Markt wurden wieder aufgebaut, (darüber gibt es Fotos) alle teilzerstörten Hauser im restlichen Gebiet der Rechtsstadt wurden eingerissen, die Ziegel für Ziegelbeschaffungsmaßnahmen verwandt (dito Fotos) Zum Wiederaufbau der Altstadt Warschaus ? Mit Danziger Ziegeln ?
    Bewiesen ist weiterhin (durch aktuelle Baumaßnahmen in Danzig, in einigen Gebieten Holstengasse und an der Radaune) daß die alten Häuser nach der Zerstörung bis auf die Fundamente abgetragen wurden, die Straßenzüge und die Keller der Hauser mit Sand verfüllt worden sind und dann mit Beton planiert.
    Aktuell September 2011 wurde das Karee an der Einmüdung der Radaune in die Mottlau freigelegt, einschließlich der ehemaligen Straßen Gr. Wallgasse, Kl. Wallgasse, Bäckergasse, GroßeGasse und Eimermacherhof
    Ärchäologen sichten dort in überdachten Arbeitsplätzen Relikte, die die Zerstörung überstanden haben und aus den nun freigelegten Kellern geborgen wurden. Ich zählte dort alleinne rd. 20 Körbe mit Fundsachen.

    Mir ist aufgefallen, daß es in der nördlich der Rechtsstadt gelegenen Altstadt und in der südlich der Rechtstadt gelegenen Vorstadt noch sehr viel alte Häuser aus der Gründerzeit gibt:
    So gibt es z.B. in der Vorstadt um den sog. Wallplatz eine fast völlig erhaltenes Altbauten-Ensenble, teilweise noch mit den jetzt wieder sichtbaren Werbehinweisen aus Deutscher Zeit, die Fleichergasse auf einigen hundert Metern fast vollständig erhalten ist.
    Ebenso in der Altstadt im Norden um den Helveliusplatz die Straßenzüge Hackelwerk, Jungferngasse, Neue Gasse, Rammbau, am Spendenhaus.

    Ein anderes Beispiel fällt ebenfalls ins Auge: Die im rechten Winkel nach Norden vom Altstädter Graben abgehende Tischlergasse (die dann später nach der Brücke über die Radaune in den Schlüsseldamm übergeht) und die Paralelstraße zur Tischlergasse, die Gr. Nonnenstr betreffend.
    Die Große Nonnenstraße noch mit dem alten Kopsteinpflaster und vollständiger Bebauung an ihrer Westseite. Dem gegenüber keine Beibauung auf der anderen Straßenseite und der Tischlergasse.

    So etwas ist einfach unerklärlich: Wenn auf der einen Seite der Straße die Baubauung lückenlos ist, aber die andere Straßenseite aber völlig Zerstörung. Das ist weder durch Bombardement, noch durch Artillerie erklärlich, allenfalls durch selektive Brandlegung.

    Zur Frage, wie es zur Zerstörung einer Stadt bei deren Eroberung kommen kann, ist der Danziger Stadtteil Langfuhr ein gutes Beispiel, das Vorgehen der Angriffspitzen der Roten Armee sehr gut nachvollziehbar sind: Die Panzersitzen haben im Verlauf der Pommerschen Chaussee (Adolf H. Straße) bis zum Marktplatz fast jedes Haus der 1. Reihe zerschossen, lediglich die Post auf der rechten Seite und einige Häuser im Kreuzungsbereich Hochstrießstr. sind erhalten gebleiben.
    Erst nach der Kreuzung ex Heiligenbrunnerweg/Ferberweg dort, wo heute das Deutsche und das Chinesische Generalkonsulsat sind, ist die alte Bebauung der 1. Reihe noch erhalten, einschließlich der vielen Stadtvillen reicher Danziger Bürger, im Verlaufe der (ex) Hindenburg Allee,

    ABER: Alle Querstraßen, nach der Kreuzung Hochstrießstraße haben ALLE ihre alte erhaltene Bebauung. Das ist für mich unerklärlich
    Selbst dieses Kleinod Genossenschaftlichen Bauens in Langfuhr , Im Karee Zobelweg, Eigenhausbau, Bruderstr, Rickerstr. ist compl. erhalten.

    Zu den Zeitzeugenschilderungen über Plünderungen ist anzumerken: Wenn um einen herum die Welt zusammenbricht, dann kann wohl kaum unterschieden werden, ob es sich hierbei um eine russische oder polnische Uniform gehandelt hat.

    Zweifelfrei hat es nach der Übernahme der Stadt durch die polnische Verwaltung ab Anfang April 1945 russische Aktivitäten durch die sog. Trophäen - Brigaden gegegeben.
    Das waren hohe russische Offiziere, die deutsche Museen nach vormals geraubten russischen Kunstschätzen durchsuchten., um diese Dinge wieder nach Russland zurück zu führen.
    Der beste Fund gelang in einer Bank, in der die von den Nazis geraubte Münzsammlung der numismatischen Abteilung des Puschkin Museums wiedergefunden wurde.

    Der Chef der für Danzig verantwortlichen Brigade , Major Lew Charko (wohlbmerkt NACH der Übernahme der Verwaltung durch die polnische Behörde) zitat: " jetzt kam es in Danzig zu einem Wettlauf zwischen der Brigade und den Plünderern, eine ware Schatzjagd auf versteckte Museumswerte war im Gange und oft hatten die Plünderer die Nase vorn"
    Und diese Plünderer waren Polen,

    Rache, Bedürfnis nach Genugtuung und Vergeltung und auch Brandschatzung der Stadt eines bezwungenen Gegners, das entsprach wohl auch polnischer Mentalität der damaligen Zeit.
    ,
  • Hans-Joerg +, Ehrenmitglied
    Forum-Teilnehmer
    • 10.02.2008
    • 5206

    #2
    AW: Was war wirklich ?

    Hallo Peter
    mmhhh .. sehr interessant die Versionen .......!
    Das muss ich erst mal durcharbeiten.
    Bin auch gespannt auf die Antworten.

    Viele Grüße
    Hans-Jörg

    Kommentar

    • joachimalfred
      Forum-Teilnehmer
      • 11.02.2008
      • 222

      #3
      AW: Was war wirklich ?

      Hallo Leonid,
      das ist wohl ein bischen sehr viel Tobak was Du da so alles an Fragen und Thesen ins Forum gestellt hast.
      Ich werde meine Berichte darüber, und vor allen Dingen meine Erinnerungen und Erlebnisse beim Zusammenbruch von Danzig darauf hin noch einmal genau durchforsten und mir dann eine Meinung bilden.
      Ich bin sehr gespannt auf den Ausgang dieser Diskussion im Forum.
      Herzliche Grüße

      vom Heubuder joachimalfred aus Lübeck an der Ostsee

      Kommentar

      • radewe
        Forum-Teilnehmer
        • 08.03.2008
        • 935

        #4
        AW: Was war wirklich ?

        Hallo leonid,
        es gibt mindestens noch eine 7. Version.
        Die 7. Version ist von Heinz Voellner,
        „Die Schlacht um Danzig 1945“,
        wurde (angeblich) 1986 in „Unser Danzig“ Nr.5 veröffentlicht.

        Ich möchte mich an dieser Diskussion nicht beteiligen, da ich weder Historiker noch Augenzeuge bin.

        Grüße von Hans-Werner aus Hamburg
        Ich suche Geburtsdaten Michael BERGMANN um *1808, WO??
        Im November 1835 heiratet er `katholisch´ Anna Elisabeth SCHULZ aus Zoppot.
        Er, seine Ehefrau & die Nachkommen lebten in Carlikau, Fischerkolonie (Fischerplatz).

        Kommentar

        • leonid
          • 29.09.2011
          • 9

          #5
          AW: Was war wirklich ?

          auch ich bin weder Historiker noch Augenzeuge. ich bin einfach nach einer ganz einfachen Formel vorgegangen, wie es profiler machen:

          Wer hatte Interesse
          Wer hatte den größten Nutzen
          Was war technisch in einer bestimmten Zeit möglich
          Was hätten Kampftruppen tragen können
          Welche Strafen hätte es geben können
          Welche Moralbegriffe spielten eine Rolle, Glaube, Ethik.

          Immerhin stand ja auch einmal zur Debatte eine Art polnisches Oradour sur glane zu schaffen , mit liebevoll gepflegten Ruinen, als immerwärende Anklage . und eine neue Stadt Gdonsk etwas Mottlauabwärts

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          • wenzkauer
            Forum-Teilnehmer
            • 26.10.2008
            • 203

            #6
            AW: Was war wirklich ?

            Hallo leonid,
            da hast Du Dir viel vorgenommen. Mir kommt vieles bekannt vor und es hat auch in meiner Familie zu Streitigkeiten geführt. Dies befürchte ich ebenso im Forum, denn es spielt eine große Rolle, wer das erlebt hat, wo, wann genau und welche Schlüsse er daraus zieht. Die Deutschen ( wer eigentlich, Reichsdeutsche, Danziger, Kaschuben, ehemals Polen) haben schwer gelitten. Katholische Kaschuben haben nach 1945 möglichst ihre polnischen Wurzeln gefunden, um zu überleben.
            Ein Teil wurde nicht vertrieben und konnte auf dem Lande rund um Danzig bleiben. Da gibt es ganz wundersame Biographien. Altnazis haben das natürlich auch gesehen. Manch ein Jude konnte nach 1945 sehr viel berichten. Es gab humane Russen und humane Polen, die haben das auch erlebt. Ich habe bestimmt noch einige vergessen..., und nun stelle diesen Menschen deine Fragen. Ich habe in meiner überschaubaren Familie bis heute nur wenige Antworten bekommen. Hier liegt der Unterschied der Betrachtung zwischen den Deutschen in Danzig bzw. Zoppot und den Kaschuben auf dem Lande. Da gibt es dann schon 2. Versionen...und,und,und.
            Ich bin gespannt, ob sich jemand dieser Herausforderung stellt. Aber deine Ausführungen "leonid" legen sicher den Finger auf die Wunden.
            Viele Grüße von Michael

            Kommentar

            • leonid
              • 29.09.2011
              • 9

              #7
              AW: Was war wirklich ?

              hallo, um es klar zu stellen, ich habe mir nichts vorgenommen.

              Sicher scheint eines zu sein, daß es aus verschiedendenen Gründen keine historische Analyse über die Zerstörung Danzigs gibt. Es gibt die Ergebnisse, jedoch keine historische Klärung, wer die Verursacher waren..
              Das hat Gründe, die in der Geschichte der BRD liegen.
              Über die Zerstörung Dresdens gibt es keine 2 Meinungen, ausreichend dokumentiert. (und auch missbraucht)

              Warum ist das so ? Danzig lag nicht mehr im Fukus deutscher Historiker, als Stadt, die ohnehin nicht mehr zu Deutschland gehörte, hatten Historiker der Nachkriegszeit alle Hände voll zutun, um die deutsche Vergangenheit bis 1945 aufzuarbeiten und zu analysieren.
              Für Danzig kam ein weiterer Aspekt ins Spiel, der unausgesprochene Vorwurf, bei genauer Recherche ggf. doch zu einer anderen Aussage zu kommen, dass es eben nicht die Russen waren, die der Stadt Danzig des Todesstoß versetzt haben sondern die neuen Herren

              Eine Art der Selbstzensur ? mit dem gerne gezügten Damokleschwert über dem Haupt, wer Kritik an Polen äußert, dann wie Hitler agiert ?
              Generell ist ja diese Denkart ja bis in die letzten Tage zu beobachten.

              Kommentar

              • Uwe
                Forum-Teilnehmer
                • 10.08.2008
                • 1962

                #8
                AW: Was war wirklich ?

                Hallo Leonid,

                Du fängst leider erst am Ende beim Untergang an zu fragen. Ich denke dass ist so als frage man einen Mörder, warum hast Du den Dolch noch tiefer in Dein Opfer gedrückt. Bringt nichts bei der Frage nach Verantwortung und lenkt mir viel zu sehr bei den Ursachen ab. Es gibt nur eine Ursache für das viele Leid, die vielen Toten, die viele Zerstörung, es ist eine menschenverachtende Ideolgie der zuviele gefolgt sind und viel zu wenige in Deutschland und auch Danzig widersprochen haben.

                Herzliche Grüße

                Uwe
                Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

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                • Hans-Joerg +, Ehrenmitglied
                  Forum-Teilnehmer
                  • 10.02.2008
                  • 5206

                  #9
                  AW: Was war wirklich ?

                  Hallo Peter
                  Je mehr ich Deinen 2. Beitrag studiere desto mehr komme ich ein wenig ins Grübeln…..
                  99 % (?) unserer ( Neu-) Mitglieder haben einen gewissen familiäreren Bezug zu Danzig.
                  Du kommst gleich mit einem “ schwierigen “ Thema .
                  Wieso stellst Du diese vielen Fragen ? Stellst Versionen vor …
                  Steckt da etwas berufliches dahinter ?
                  Viele Grüße
                  Hans-Jörg

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                  • Felicity, Ehrenmitglied +20.5.2024
                    Forum-Teilnehmer
                    • 13.02.2008
                    • 3493

                    #10
                    AW: Was war wirklich ?

                    Uwe, Du hast so Recht, Geschichte kann man nicht aendern aber wir haben so wenig gelernt von unserer Geschichte, wenn man den Menschen begutachtet, dass es eigentlich beaengstigend ist. Wie es 'wirklich war', kann auch ich, Augenzeuge und alles mitgemacht, nicht vollstaendig wissen. Von all den Versionen kommen immer wieder, aus den Erinnerungen, Scenen hervor, die ich selbst gesehen und mitgemacht habe. Aendern kann man da nichts mehr aber haben wir davon gelernt ? Liebe Gruess von der Feli.

                    Kommentar

                    • Uwe
                      Forum-Teilnehmer
                      • 10.08.2008
                      • 1962

                      #11
                      AW: Was war wirklich ?

                      Genau das "Grübeln" hat mich schon zu meinem ersten Beitrag hier bewegt. Wenn jemand über 100 mal in Danzig in den letzten Jahren war und sich neu hier anmeldet und gleich mit seinen zweiten Beitrag so ein Thema so aufmacht irritiert mich das sehr! Wenn ich so oft in Danzig gewesen wäre, denke ich würde ich andere Dinge zu erst schreiben. Deswegen frage ich mich wer sich hinter leonid wirklich verbirgt. Steckt dahinter vielleicht politische Agitation?

                      Herzliche Grüße

                      Uwe
                      Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

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                      • Hans-Joerg +, Ehrenmitglied
                        Forum-Teilnehmer
                        • 10.02.2008
                        • 5206

                        #12
                        AW: Was war wirklich ?

                        Hallo Uwe
                        Wie schon gesagt ..... ich kam ( komme ) ins Grübeln .......!
                        Viele Grüße
                        Hans-Jörg

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                        • Uwe
                          Forum-Teilnehmer
                          • 10.08.2008
                          • 1962

                          #13
                          AW: Was war wirklich ?

                          Liebe Feli,

                          ja manche lernen nicht oder wollen nicht lernen. Ich denke aber die meisten haben davon gelernt, aber es besteht immer wieder die Gefahr, dass Menschen von manchen Dingen ablenken wollen oder die Ursachen umdeuten wollen. Jeder muss für sich entscheiden was er davon gelernt hat aber das schreibe ich dir lieber in einer privaten Nachricht.

                          Herzliche Grüße nach Australien sendet

                          Uwe
                          Geschichte kann man nicht ändern ... aber man kann aus ihr lernen!

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                          Kommentar

                          • Poguttke
                            • 20.05.2008
                            • 523

                            #14
                            AW: Was war wirklich ?

                            Also es gibt nun wirklich jede Menge Bücher, geschrieben von Danzigern, die sich genauestens damit befassen. @leonid - frage mal den Wolfgang welche Titel für dich in Frage kommen. Mein Archiv ist leider verpackt und so kann ich keine belegbare Auskunft geben.
                            Aber was in Danzig zerstört wurde waren keine 90% und es waren nicht die Nazis, sondern es geschah im Kampfverlauf. Die Russen haben einiges angezündet.
                            Danzig war zur Festung erklärt worden und war zu halten bis zum letzten Mann.
                            Was sind schon 3 Tage? Das stimmt auf keinen Fall, aber das kann ich nachschaun...

                            Zitat: "Gegen die Stadt Danzig, die Auslöser des Krieges gewesen ist, und Symbol für eine fünfjährige Unterdrückung ? In der Stadt, die seit eh und je eine polnische gewesen ist, musste nun jede Erinnerung an die deutsche Vergangenheit ausgeslöscht werden ?"

                            Nicht Danzig war der Auslöser des Krieges, sondern Deutschland!!! Die Annexion des Staates Freie Stadt Danzig war ein Völkerrechtsverbrechen und Anklagepunkt gegen die Nazis. Danzig steht laut Versailler Vertrag auch heute noch unter dem Schutz der Alliierten und den Vereinten Nationen. Danzig war seit 1224 als Stadt deutscher Sprache und Kultur von dem damaligen pommerellischen Fürsten als Handelsstadt gegründet worden, wer sich die Karte aus jener Zeit ansieht kann klar erkennen, daß es in Danzig keine Polen gegeben hat. Hier lebten Kaschuben und im übrigen war das Weichseldelta ein Sumpfgebiet und Schnakenloch und nicht kultiviert.

                            Kommentar

                            • asgaard
                              Forum-Teilnehmer
                              • 06.05.2010
                              • 345

                              #15
                              AW: Was war wirklich ?

                              Hallo Leonid,

                              Nur mal ganz grob,

                              Versionen mag es sicherlich viele geben, aber auf Latrinenparolen sollte man allerdings nicht so viel Wert legen, so die Version 1.

                              Obwohl es den Nerobefehl des GröFaZ 1945 (Zerstörung der Infrastruktur und Versorgung) tatsächlich gab, der auch für Danzig galt, aber doch von vielen Befehlshabern und auch von RM Speer sabotiert, also nicht ausgeführt wurde.
                              Allerdings beim Rückzug oder Zurückweichen einzelner Wehrmachtsverbände wurden Bahnüberführungen und Gleisanlagen ,Türme o.Ä möglicherweise auch kriegswichtige Industrie oder Betriebe unbrauchbar gemacht. Gebäude auf erhöhtem Gelände, die für die russische Atillerie hätten wichtig sein können, um deutsche Stellungen zur Beobachtung und zur Bekämfung zu nutzen ,ebenfalls.

                              Version 2 nur zum Teil,
                              auch die Russen haben Bombenangriffe u.Ä.geflogen wie den Älteren sicher bekannt ist.
                              Das mit den Nazis lassen wir mal weg, das ist unsachlich.

                              Version 3 stimmt, ist aber keine Version, sondern Tatsache . Die Wehrmacht ist sogar von See aus durch Kriegsmarineeinheiten mit schweren Geschützen auf russische Stellungen unterstützt worden,wo immer sie auch waren, wenn sie entdeckt wurden.
                              Die russische Atillerie feuerte erheblich in die Stadt und in die Vororte und richtete große Zerstörungen an solange der Widerstand anhielt.
                              Hierzu gibt es dokumentierte Frontverläufe.

                              Version 4
                              ein bischen arg schön geredet meine ich, für mich ein wenig unseriös.

                              Version 5

                              natürlich hat die Soldateska geplündert zerstört gemordet, vergewaltigt und gebrandschatzt.

                              Version 6
                              erst die Russen dann die Polen und beide gleichzeitig,ob es Absprachen gab,ist nicht dokumentiert.

                              So kommen die schwersten Zerstörungen durch Bombenangriffe, schwere Atillerie und Panzer in erster Linie in Betracht.
                              In Brand gesteckte Häuser gab es sicherlich eine Vielzahl, dadurch können durchaus auch einzelne Straßenseiten unbrauchbar geworden sein.

                              Allerdings gab es im Gegensatz zur deutschen Besatzungspolitik im Osten (also Massenerschießungen und Vernichtung durch Gas) dieses bei den Russen und Polen nicht, dennoch sind unmenschliche und mörderische Taten geschehen, die eines Siegers unwürdig waren,

                              meint Asgaard mit freundlichen Grüßen
                              http://www.momente-im-werder.net/01_Offen/40_Nickelswalde/03_Photos_Pohl/01_Photos_Pohl.htm

                              Du kannst dir nicht aussuchen was im Leben passiert, aber du kannst dir aussuchen wie du damit umgehst.

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