Wasserspeier in Danzig

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  • waldkind
    Forum-Teilnehmer
    • 06.10.2008
    • 2366

    #1

    Wasserspeier in Danzig

    Guten Morgen, liebe Forumsfreunde.

    In früheren Jahrhunderten brachte man an größeren Kirchen oder Klöstern Wasserspeier an. Dies waren steinerne Figuren, die das vom Dach herabströmende Regenwasser auffingen und vom Gemäuer wegführten. Sie hatten ebenso die Funktion böse Geister fernzuhalten. In späteren Zeiten wurden diese Wasserspeier auch aus Metall konstruiert.
    Meine Frage ist: An welcher Kirche oder welchem Kloster in Danzig gab es oder gibt es einen solchen Wasserspeier? Wer kennt sich aus und kann mir einen Tipp geben?

    Für Hinweise jeder Art herzlichen Dank.
    Gute Grüße vom waldkind.
    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.
  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #2
    AW: Wasserspeier in Danzig

    Schönen guten Morgen,

    Danzig war eine Stadt der Beischläge und steinernen Wasserspeier. In vielen zur Mottlau führenden Gassen waren sie zu sehen. Heute, nach dem Wiederaufbau Danzigs, sind diese Beischläge durchgehend nur noch in der Frauengasse zu finden (Vieles davon stammt aus den Ruinen der Hundegasse). Auch in der Jopengasse kommen sie noch vor und vereinzelt in der Heilig-Geist-Gasse.

    Mir ist in Danzig kein kirchliches Gebäude bekannt, das heute Wasserspeier aufweist. Auch für die Vergangenheit ist mir nichts bekannt.
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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    • Erwin-Danzig, + 17.06.2017
      Forum-Teilnehmer
      • 11.02.2008
      • 160

      #3
      AW: Wasserspeier in Danzig

      Guten Morgen Waldkind und Wolfgang,
      sowie alle Interessierten,

      in einem ältesten Nachkriegswerk, "Nie vergessene Heimat"
      Verlag Johannes Tordsen jun Hamburg 1950,
      findet man ein Detail-Foto schwarz/weiß auf Seite 105.
      Text: "Eine Besonderheit des alten Danzig waren die Beischläge,
      Freitreppen die in die Straßen vorsprangen und den Gast wie mit einer
      steingewordenen Geste zum Eitritt einluden. Oftmals flankiert vom architektonischen Schmuck grotesker Wasserspeier, konnten sie zumeist wohl auch als die Bekundung solider bürgerlicher Wohlhäbigkeit gelten."

      Der dargestellte Wasserspeier hat als Ausflußöffnung ein aufgesperrtes
      Fischmaul, so entstand gleichzeitig ein Wassenstrahl, der das abfließende
      Regenwasser auf die Gasse hinausschleuderte. Aber auch bei wenig Wasser
      als Tropfnase diente und die Durchnässung der Fassade verhinderte.

      Wie schon erwähnt hatten die alten Gassen immer ein Gefälle zum nächsten
      Flußlauf (Vorfluter). Kanalisation gab es ja erst ab dem Ende des
      19. Jahrhunderts.

      Die Häuser hatten immer einen Giebel zur jeweiligen Gasse.
      Zwischen zwei Anwesen, die tief bebaut waren, verlief in Höhe der Traufe
      eine abgedichtete Rinne zum offenen Wasserspeier.

      Mit Ausbau der Stadtentwässerung mit unterirdischen Abwasserkänälen
      und im 20. Jahrhundert mit Trennsystem. Schmutzwasser aus den Häusern zur Kläranlage und Regenwasser direkt in die Flüsse, verschwanden die
      ersten frei "spuckenden" Speier. Das Regenwasser wurde dann am Ausflußende in Auffangkästen aus Kupfer- oder Zinkblech aufgenommen
      und in die Regenfallrohre geleitet. Der an Volumen größer bemessene Kasten, sorgte für einen Ausgleich der Wassermenge beim Einlauf in das
      Fallrohr und verhinderte so ein Überlaufen, an der Fassade herunter.

      Die nächsten Fehlbelastungen der Entwässerungsleitungen für das
      sogenannte Reinwasser (ohne Fäkalien) entstand bei den Straßen-
      Einläufen im 20. Jahrhundert.
      Im Jahre 2007 stand ich, bei meinem letzten Danzig-Besuch in Zoppt.
      an einer offenen Baugrube. Es handelte sich um einen Zwischenschacht
      der aus der Stadt in Richtung Ostsee geführten "Reinwasserhauptleitung".
      Der von mir geschätzte Rohrdurchmesser war größer als 60 cm.
      Das Wasser an Seestädten wird dann mit seinen Ausläufen vom Strand weg, zum Grund der See geführt. Aber inzwischen fahren in aller Welt in den
      Städten so viel Kraftfahrzeuge, die auf den Straßen Schmier- und Treibstoffe verlieren und weiterhin von den Bremsbelägen Abriebstoffe
      verlieren, die das Regenabflu0wasser stark belasten.
      So muß jede Generation technische Vorausetzungen in der
      Stadtentwässerung schaffen, um z.B. die Qualität SEEBAD zu erhalten.

      Grüße an Alle von Erwin Völz

      Kommentar

      • waldkind
        Forum-Teilnehmer
        • 06.10.2008
        • 2366

        #4
        AW: Wasserspeier in Danzig

        Hallo Wolfgang, hallo Erwin, schönen guten Tag an alle.

        Zunächst vielen Dank für eure Antworten, Wolfgang und Erwin. Wasserspeier habe ich, nun nach euren Ausführungen, auf Abbildungen in Kürtz seinem Danzig-Buch entdeckt, so auf den Seiten 50/51, 56/57 und 14. Wirklich interessante und groteske Wesen. Als Regenwasserentsorgung ein ausgeklügeltes System und hübsch dazu. Ob nun diese Speier der Patrizierhäuser diese auch vor bösen Geistern schützten?

        Dass die Patrizierhäuser Wasserspeier hatten, die Kirchen aber nicht, ist verwunderlich. Wie gingen die Kirchen mit dem Regenwasser um?
        Ich suche für eine kleine Geschichte einen Wasserspeier an einer Kirche oder einem Kloster. Wenn jemandem ein solches kirchliches Gebäude in Danzig einfällt, bitte sagt Bescheid.

        Ansonsten, finde ich, sind diese Wasserspeier ein spannendes Thema, sowohl architektonisch, wie wasserwirtschaftlich, wie auch mythisch betrachtet.

        Hallo Erwin,
        jede Entwässerungsart hat seine Vor- und Nachteile. Bei der Trennkanalisation hat es bei starken Regengüssen den Vorteil, dass die Abwasserentsorgung der Häuser nicht blockiert wird. Dann läuft selbst bei Überschwemmungen die Abwasserentsorgung weiter. Dass bei zunehmendem Autoverkehr auch das Regenwasser geklärt werden muss, steht außer Frage - der Umwelt zuliebe. Bei einer Mischkanalisation braucht man wahrscheinlich Auffangbecken, die bei starken Regengüssen das überschüssige Mischwasser aufnehmen, um eine Überlastung der Kläranlagen zu verhindern.

        Liebe Grüße vom waldkind.
        Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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        • waldkind
          Forum-Teilnehmer
          • 06.10.2008
          • 2366

          #5
          AW: Wasserspeier in Danzig

          Hallo an alle,
          da habe ich gerade einen Wasserspeier in der Frauengasse gefunden.



          Fische schienen als Skulptur beliebt gewesen zu sein. Aber ob diese auch eine Schutzfunktion vor bösen Geistern erfüllen konnten?
          Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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          • mottlau1
            Forum-Teilnehmer
            • 11.02.2008
            • 1720

            #6
            AW: Wasserspeier in Danzig

            Hallo Miriam,

            danke für den Hinweis mit den Wasserspeiern und vielem mehr.
            Sehr ergiebige Seite. War gleich bei Weichselmünde wo meine Großeltern
            lebten. Werde noch mehr auf dieser Seite ansehen.

            Schönen Tag ohne Gewitter u. Hagel.
            Aachen wird wohl heute noch davon heimgesucht.
            Neulich standen mehrere Stadtteile unter Wasser. Paßt zu diesem Thema.

            Gruß Mottlau1
            Es kann keiner gerecht sein, der nicht menschlich ist.
            (Maurice Cove de Murville) Französischer Politiker

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            • Wolfgang
              Forumbetreiber
              • 10.02.2008
              • 11623

              #7
              AW: Wasserspeier in Danzig

              Hier noch zwei ganz aktuelle Photos aus der Frauengasse, aufgenommen letzte Woche am Freitag. D Wasserspeier waren nur vereinzelt zu sehen, da sie mit Ständen und Sonnenschirmen -es war ja der Dominik!- zugestellt waren.
              Angeh
              Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
              Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
              Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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              • waldkind
                Forum-Teilnehmer
                • 06.10.2008
                • 2366

                #8
                AW: Wasserspeier in Danzig

                @Jutta:
                Hallo Jutta,
                ich merke meist beim zweiten Hinsehen erst, was ich für Seiten herauszupfe. Stimmt, man kann dort manches entdecken, wie etwa das Strandbad in Brösen in alten Zeiten als man Männlein und Weiblein noch an der Kleidung unterscheiden konnte. Das könnte auch dem Hans-Joerg gefallen. Und echte Dampfschiffe entdeckt man auf den alten Postkarten. Ich habe in der Briefmarkensammlung gestöbert und mich an die danziger Marken meiner Kindheit erinnert.

                In Berlin haben wir nun auch unsere sintflutartigen Gewitter abbekommen. Wenn es mit den extremen Wetterlagen so weitergeht, müssen wir wirklich wieder über neue Entwässerungssysteme nachdenken. Vielleicht kommen die alten Wasserspeier dann sinnvoll wieder zum Einsatz. Ein paar kräftige große Sandsteinbecken vor die Speier, die einen Teil des Wassers auffangen, um Überschwemmungen in der Stadt zu vermeiden, sähen in der Frauengasse gewiss hübsch aus.

                @Wolfgang.
                Hallo Wolfgang,
                ich habe nun auf alten Bildern und Stichen herumgeblättert. Du hast recht, die Kirchen hatten keine Wasserspeier, sonst müsste auf dem einen oder andern Stich mal was auftauchen. Da die Heilig-Geist-Gasse und die Frauengasse um die Marienkirche liegen, werde ich mir meine Geschichte aus dieser Situation heraus ausdenken.

                Das Zeughaus muss am Anfang mit Wasserspeiern aus vergoldetem Kupferblech ausgestattet gewesen sein. Diese sollen meterweit über die Fassade herausgeragt haben. Später wurden diese durch kürzere ersetzt. Die Wasserspeier des Zeughauses wurden im Krieg zerstört, aber nicht wieder ersetzt.
                Danke auch für die Fotos, Wolfgang. Kann es sein, dass die Mauer unter dem Wasserspeier aus Beton nachgegossen wurde?

                Die alten Postkarten der Frauengasse vermitteln einen Eindruck wie es dort ausgesehen haben könnte. Die Häuser waren vermutlich aus Backstein, die Ballustraden, Treppen und Speier aus Sandstein, das Gelände der Treppen aus Eisen?

                Mit gutem Gruß, waldkind.
                Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                • Hans-Joerg +, Ehrenmitglied
                  Forum-Teilnehmer
                  • 10.02.2008
                  • 5206

                  #9
                  AW: Wasserspeier in Danzig

                  ... wie etwa das Strandbad in Brösen in alten Zeiten als man Männlein und Weiblein noch an der Kleidung unterscheiden konnte. Das könnte auch dem Hans-Joerg gefallen
                  Danke Waldkind....kannte schon den Link....aber schön Dein Hinweis.

                  Viele Grüße
                  Hans-Jörg

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                  • Erwin-Danzig, + 17.06.2017
                    Forum-Teilnehmer
                    • 11.02.2008
                    • 160

                    #10
                    AW: Wasserspeier in Danzig

                    Hallo Waldkind
                    und andere Freunde der alten Entwässerungstechnik,
                    die Entwässerungstechnik hat sich immer weiter entwickelt und muß es auch in der Zukunft tun.
                    Die Abwässer der alten Stadt Danzig nach ca. 1880 bis 1945, wurden durch ein Pumpwerk auf dem Holm, bis zu den Rieselfeldern östlich von Weichselmünde gepumpt und sind dort in den sandigen Rieselfeldern über Verteiler versickert. Wenn kein Regenwasser anfiel, wurden die Leitungen
                    sogar zusätzlich mit Flußwasser gespült. Über Planung, Bau und Betrieb habe ich Litereratur. Das gehört in mein Berufsfach hinein.
                    Schon früher habe ich beschrieben wie ein Regenüberlaufbauwerk zu planen ist. Das war ein Teil meiner Ingenieurprüfung im Fach Entwässerungstechnik vor 55 Jahren.
                    Die flächenmäßige Vergrößerung der Stadt Danzig nach 1945, hat auch dadurch Probleme gebracht, weil man Regenwasser der westlichen Erweiterungssiedlungen direkt in den Radaunekanal entwässert hat.
                    Bei meinen Besuchen in Praust habe ich mir die Eimündungen der Regenwasserkanäle in den Radaunekanal angesehen und fotografiert.
                    Das hat zu den großen Überschwemmungen von Praust bis zum Hbf Danzig
                    geführt. Der große Dammbruch war so eine Folge dieser Nichtbeachtung
                    von Auswirkungen, bei der Einleitung in einen Vorfluter. Der Kanal ist es jedenfalls nicht ! - Ebenso ist der enge Strießbach total überlastet gewesen
                    und hat durch Überschwemmung benachbarter Gebäude alte Archivakten vernichtet. Nach einem Exkursionsbericht der Aachener RWTH aus dem Jahre 1976, hat ein polnischer Bausachverständiger aus Danzig, vor den Problemen der schon damals geplanten Westerweiterung in die
                    Höhenzüge gewarnt. Dazu gehört dann eben eine entspreche Kenntnis
                    und eine Beachtung durch die Verantwortlichen in den Ämtern.

                    Nun noch zur Dachentwässerung der Marienkirche, die ja auch eingeschnittene Dachflächen und somit Entwässerung der aufgesetzten Satteldachflächen an ihren Traufen hat, die in Rinnen nach Aussen zu entwässern sind. Auf alten Fotos, die aber eben nur etwas mehr als
                    100 Jahre bezeugen, sind Blechkästen erkennbar, die das Wasser über
                    Fallrohre ableiten. Fallrohre gab es ja auch früher an unseren Häusern,
                    als es ausserhalb noch keine Stadtentwässerung gab.
                    In meinen Unterlagen habe ich Radierungen
                    von Prof. Dr. Johhann Carl Schulz.
                    Da sind nun die weit auskragenden Blech-Wasserspeier gut dargestellt.
                    Es sind jewils 5 Stück aus den Seiten des Kohlenmarktes und auf der Seite
                    Wollwebergasse. Gut zu erkennen sind die Wasseraustrittsöffnungen in den
                    Fassaden und die Verstrebungen der Kragkonstruktion mit Verzierungsanker.
                    Die Auskragungslänge würde ich im Vergleich mit den anderen Öfnungen,
                    auf 3 bis 4 Meter schätzen. Ist schon beeindruckend !

                    Herzlihe Grüße von Erwin Völz

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                    • waldkind
                      Forum-Teilnehmer
                      • 06.10.2008
                      • 2366

                      #11
                      AW: Wasserspeier in Danzig

                      hallo Erwin,
                      vielen herzlichen Dank für deine ausführlichen Beschreibungen. Ein bisschen kenne ich mich aus mit Rieselfeldern. Die gab es auch um Berlin herum und ich schrieb, lang ist es her, meine Diplomarbeit zur Ingenieurin (Landschaftsplanung) über "Nachwachsende Rohstoffe auf ehemaligen Rieselfelder". Dabei ging es um Möglichkeiten der Schwermetallsanierung.

                      Ich glaubte an den alten Kirchen Danzigs so etwas wie Fallrohre entdeckt zu haben auf den alten Kupferstichen. War mir nicht sicher, weil die Stiche nicht immer so deutlich sind. Nach deinen Ausführungen kann ich nun doch an so mancher Kirche diese Fallrohre erkennen. Leider sind die Stiche selten mit Datum versehen, so dass ich diese Entwässerungsmethode zeitlich nicht gleich zuordnen kann. Nun erkenne ich auch noch andere intelligente Schachzüge der Entwässerung. Wenn man genau hinsieht und den Weg des Wassers verfolgt, so sind die vielen kleinen Dächer der Kirchen so geschickt angelegt, dass das Wasser von Ziegelfläche zu Ziegelfläche geleitet wird, bis es schließlich in nur wenige Rinnen oder Rohre landet, die entweder waagerecht schräg von der Fassade wegführen oder eben in einem Fallrohr münden. Es scheint im unteren Fassadenbereich manchmal schräge Vordächer zu geben, die wohl auch die Funktion zur Wasserwegleitung erfüllen.

                      Mit den Blechwasserspeiern meinst du sicher das Zeughaus. Den Kohlenmarkt habe ich gefunden, die Wollwebergasse nicht. Liegt sie zwischen Kohlenmarkt und Gerbergasse? Ich finde die Länge dieser blechernen Speier auch sehr beeindruckend. Vor allem kann man ja die Figuren in Blech viel bizarrer arbeiten als in Stein, so dass man sicher ihnen mehr geisterhaften oder drachenähnlichen Ausdruck verleihen konnte. Mich erinnert das etwas an die Raumenergietheorien der Asiaten.
                      Nun gut, ich werde mal sehen, dass ich an die Radierungen von Carl Schulz komme, um mir die Speier anzusehen. Was sind es denn für Figuren? Fische? Drachen? Hunde?

                      Wenn man an die letzte Überschwemmung in Danzig denkt, die Wolfgang und Regina beschrieben haben, auch was die Versiegelung von Flächen anbelangt, und nun deine Ausführungen über die Überlastung der Vorfluter mit ansieht, dann kommt man unschwer zu der Ansicht, dass in Danzig einige Spezialisten neu über Entsiegelung und Entwässerung der Stadt nachdenken sollten. So blöd das alte Kopfsteinpflaster für Instandhaltung der Straßen und beim Autofahren sind, für die Entwässerung der besiedelten Flächen war es vorteilhafter. Aber da hat man wieder das problem mit dem Schadstoffeintrag ins Grundwasser.

                      Noch mal herzlichen Dank für deine Erklärungen, Miriam.
                      Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                      Kommentar

                      • Erwin-Danzig, + 17.06.2017
                        Forum-Teilnehmer
                        • 11.02.2008
                        • 160

                        #12
                        AW: Wasserspeier in Danzig

                        Hallo Miriam,

                        Das Zeughaus hat einen Haus-Durchgang.
                        Die Wollwebergasse ist die Ostseite, man überquert sie wenn man
                        in Richtung Marienkirche geht.

                        Gruß Erwin

                        Kommentar

                        • Willy
                          Forum-Teilnehmer
                          • 06.03.2009
                          • 68

                          #13
                          AW: Wasserspeier in Danzig

                          Hallo zusammen,
                          hier noch einige Bilder von der letzten Woche, nicht nur von den Wassserspeiern, sondern auch von den Einlaufkästen, die ich persönlich sehr interresant finde.
                          Gruß, nach einer sehr schönen Urlaubswoche in Danzig und Umgebung.
                          Willy
                          Angeh

                          Kommentar

                          • 30Frohsinn01
                            Forum-Teilnehmer
                            • 11.02.2008
                            • 182

                            #14
                            AW: Wasserspeier in Danzig

                            Hallo Willy,
                            tolle Aufnahmen. Du hast den besonderen Blick dafür. Sicher kommen noch weitere Danzig-Bilder hinzu. Freue mich schon
                            Gruß
                            Karlheinz

                            Kommentar

                            • waldkind
                              Forum-Teilnehmer
                              • 06.10.2008
                              • 2366

                              #15
                              AW: Wasserspeier in Danzig

                              Hallo Willy,
                              vielen Dank für die Bilder. Sehen echt urig aus, die Figuren. Scheinbar gab es mehrere Wasserabführmöglichkeiten nebeneinander. Die Speier konnten also weiter oben liegen in Giebelnähe oder weiter unten in Treppennähe. Habe ich das richtig verstanden? Bild 1 habe ich noch nicht ganz verstanden. Dieser Käfer (oder Fliege) speit Wasser und hat gleichzeitig ein Fallrohr? Weißt du noch in welcher Straße du diese Bilder gemacht hast?
                              Hat mir auch gefallen eine danziger Ziegelwand so detailreich zu sehen. Das ursprüngliche Fenster war anders als das jetzige. Wenn man es sich so mit dem Rundbogen vorstellt, sieht es sehr harmonisch aus.

                              Hallo Erwin,
                              danke für deine Ortsbeschreibung. Jetzt kann ich es mir ungefähr vorstellen, wo die Wollweber Gasse liegt. Jedenfalls würde ich sie finden, wenn ich nach Danzig käme.

                              Mit gutem Gruß, Miriam.
                              Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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