Erfahrungsbericht stationärer Aufenhalt Uni-Klinikum Danzig

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  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #1

    Erfahrungsbericht stationärer Aufenhalt Uni-Klinikum Danzig

    Schönen guten Nachmittag,

    hier ein kleiner Erfahrungsbericht über meinen Uni-Klinik-Aufenthalt in Langfuhr:

    -----
    Universitätsklinik Danzig - hört sich toll an, alles scheint sich in jeder Hinsicht auf höchstem Standard zu bewegen.

    Einige Fakten:
    - Das Uni-Klinikum befindet sich im Stadtteil Langfuhr sowohl in neuen hochmodernen Gebäuden als auch in maroden kaputten Altbauten
    - jenachdem in welcher Fachklinik bzw. Station man liegt, hat man -von der Unterbringung her gesehen- Glück oder Pech
    - nach meinem Eindruck: das fachärztliche Niveau ist hervorragend, Anamnese und Diagnostik wird interdisziplinär außerordentlich viel Zeit und Sorgfalt gewidmet, die Behandlung im Rahmen vorhandener Möglichkeiten ist erstklassig, das Pflegepersonal qualifiziert, freundlich, engagiert.

    Ich bin in einem Altbau untergebracht, der bis zum Letzten ausgelutscht ist. Überall defekte Elektrik, herausgerissen Steckdosen mit blanken Kontakten, fehlende Beleuchtung, und, und, und. Der gesamten Station steht eine einzige Männertoilette zur Verfügung, kalt, unhygienisch, nicht behindertengerecht (viele Patienten hier sind Rollstuhlfahrer), nicht absperrbar. Es steht eine einzige Dusche zur Verfügung in einem kalten Raum.

    In der Station in der ich mich befinde, liegen Schwerkranke, Dahinsiechende, Sterbende, Genesende. Ich gehöre glücklicherweise zur letzten Gruppe. In meinem Zimmer befinden sich momentan fünf belegte Betten, es lassen sich aber je nach Bedarf noch ein paar weitere hineinquetschen. Nach dem was ich sah, glaube ich, dass es trotzdem noch das schönste Zimmer ist. Auch wenn die Heizung defekt ist... - sie lässt sich nicht regulieren sondern läuft mit Höchstleistung was ein extrem warmes Zimmer und pfurztrockene Luft mit sich bringt. Das hat auch zur Folge, dass immer irgend jemand röchelt "Fenster auf, Fenster auf" und der nächste dann klagt "es zieht, es zieht".

    Ein paar weitere Besonderheiten in vielen polnischen Krankenhäusern sind vielleicht auch nicht allgemein bekannt: Das einzig positive was man über die Verpflegung sagen kann ist, dass bisher noch niemand verhungert ist. Es kann sein, dass es zum Frühstück ein paar Scheiben Brot, ein Klacks Margarine und ein gekochtes Ei gibt. Das ist alles. Oder abends ein paar Scheiben Brot, ein Klacks Margarine und einen Löffel Quark. Käse, Wurst, Marmelade, Honig? Was ist das? Gibt's nicht. Gestern Abend gab's mal was Besonderes: Eine halbe Orange. Mittags gibt's Wassersuppe mit Karotteneinlage, manchmal auch mit enthaltenen Kartoffel- oder Rote-Bete-Stückchen. Dann eine Kelle Stampfkartoffeln, und einen Klops aus geschredderter Geflügelfleischmasse. Schmeckt wie eingeschlafene Füße. Pech hat, wer kein eigenes Besteck mitgebracht hat oder keine eigene Tasse. Irgendwie bekommt man dann zwar doch ein Plastikbesteck (zur Mehrfachverwendung), aber wer keine Tasse, Becher, Glas hat, kann schauen, wie er was zu trinken bekommt. Wenn überhaupt noch was zu trinken da ist. Denn selbst bei der Essensausgabe kommt es vor, dass es keinen Tee mehr gibt. Auf der Station gibt es auch kein Mineralwasser, Teebeutel oder sonst was. Es gibt nichts. Jeder von meinen Mitpatienten hat auch seine eigene Rolle Toilettenpapier -ich natürlich auch-, denn man kann nie wissen, wann auch das Papier ausgeht.

    Ach, fast hätte ich's vergessen: Unsere Betten sind Metallpritschen, mit unflexiblem Metallgitterrost auf dem eine drei Zemtimeter starke durchgelegene "Matratze" liegt. Nach der ersten Nacht zeichnete sich das Metallgitter auf meinem Rücken ab. Meine Frau schleppte Berge an dicken Decken an um das Bett wenigsten ein klein wenig zu polstern. Seitdem kann ich wenigstens halbwegs schlafen.

    Nett und abwechslungsreich sind internationale Studentengruppen die hier durch die Abteilung geführt werden und eine eigene Anamnese und Diagnostik durchführen und potentielle Behandlungen diskutieren. Da dies in der Regel Studenten sind, die kein polnisch können, sind Professoren und Ärzte dankbar wenn sie ausländische Patienten haben, die gut mit ihren Studenten in englischer Sprache kommunzieren können.

    Tja, es gäbe noch viel, viel zu erzählen. Schlimmes, Trauriges, aber auch Nettes. Nettes ist durch die Bank weg über das Personal zu sagen. Wie sie sich mühen, wie sie Empathie zeigen, wie sie Sterbende behutsam pflegen.

    Vielleicht noch eine kleine Anmerkung: Ich vermute auf diesen kleinen Erlebnisbericht Kommentare wie "kann auch alles in Deutschland passieren, haben wir auch". NEIN, das ist NICHT möglich in Deutschland. Natürlich ist das auch nicht in jedem polnischen Krankenhäusern so, erst recht nicht in Uni-Kliniken, aber es ist kein Einzelfall. Meine Mutter hat eine noch sehr viel schlimmere Odyssee mitmachen müssen.

    Vor zweieinhalb Jahren war ich zu einer Operation in der Berliner Charité, in einem vergleichbaren Altbau, aber was Baulichkeiten, Hygiene und Verpflegung anbetrifft, liegen da Welten dazwischen.

    Aber ich wiederhole auch noch einmal: Die medizinische Versorgung durch Ärzte und Pflegepersonal ist erstklassig und könnte kaum irgendwo anders besser sein.

    Mit ein bisschen Glück komme ich morgen Nachmittag raus. Dann wird mein längster stationärer Krankenhausaufenthalt seit Kindesbeinen beendet sein. Und dann, erst dann, wird eine richtige Genesung möglich sein.
    -----

    Schöne Grüße aus Danzig
    Wolfgang
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"
  • Ulrich 31
    Forum-Teilnehmer
    • 04.11.2011
    • 8562

    #2
    AW: Erfahrungsbericht stationäre Aufenhalt Uni-Klinikum Danzig

    Lieber Wolfgang,

    Dein Erfahrungsbericht aus dem Uni-Klinikum ist eine erschütternde Anklage über die derzeitigen räumlichen Zustände und die aktuelle Verpflegung im Altbautrakt dieser Krankeneinrichtung. Träfe Deine Schilderung auch nur annähernd auf die Situation in einer deutschen Haftanstalt zu, wäre ein Generalstreik mit öffentlicher Medienbegleitung sofortige Folge.

    Ich hoffe deshalb sehr, dass Du erstens morgen tatsächlich diese erbärmliche Zumutung, diesen unmenschlichen Schandfleck der Stadt Danzig verlassen und Dich anschließend zu Hause endgültig gesundpflegen kannst, und dass Du zweitens nach restloser, nachhaltiger Ausheilung den Mut fasst, Dich beim Stadtpräsidenten von Danzig, dem sonst so sehr um seine Stadt bemühten Paweł Adamowicz, über Deine Erfahrungen im Uni-Klinikum Danzig zu beschweren.

    Im offiziellen Portal der Stadt Danzig, gdansk.pl, wird derzeit laufend über Verschönerungsaktionen in den Straßen der Stadt berichtet. Um wieviel sinnvoller wäre es, mit Teilen der dafür verfügbaren Finanzmitteln im Uni-Klinikum Danzig endlich menschenwürdige Zustände herzustellen, die internationalen Standards für Krankenhauseinrichtungen entsprechen.

    Sollte wider Erwarten die Beschwerde bei Herrn Adamowicz nicht fruchten, wäre an eine öffentliche Anprangerung Deiner geschilderten Uni-Klinikum-Zustände zu denken. Dafür würden sich sicher Mitstreiter – nicht nur im forum.danzig.de – finden.

    Ich bewundere Deine Geduld, die Du in dieser Krankenhaus-Hölle so lange aufgebracht hast, und wünsche Dir sehr herzlich ab morgen ein Wiederaufblühen in Prinzlaff.

    Mit besten Grüßen
    Ulrich

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    • Heibuder
      Forum-Teilnehmer
      • 10.02.2008
      • 751

      #3
      AW: Erfahrungsbericht stationäre Aufenhalt Uni-Klinikum Danzig

      Grauslich! Wie kann es das geben bei EU-Fördergelder an Polen in Höhe von 9,5 Mrd€?
      Google liefert noch mehr solche symptomatischen Berichte aus ganz Polen, z.B. diesen:

      (Bremen, JE) Artikel über Krankenhäuser sind in der Regel eine traurige, deprimierende Angelegenheit. Doch selbst wenn es um Leben oder Sterben geht, können Tragik und Komik manchmal eng bei einand…


      Und der Diebstahl medizinischer Geräte in deutschen Kliniken weitet sich aus (lt. Ärzteblatt). Alles klar?
      Ob dieser frustierte Zwerg von der PIS davon weiß? Vielleicht schiebt er auch dafür den Deutschen die Schuld zu.

      Denn man eine Gute und schnelle Genesung, Wolfgang!!
      Es grüßt der Heibuder!

      "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

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      • Wolfgang
        Forumbetreiber
        • 10.02.2008
        • 11623

        #4
        AW: Erfahrungsbericht stationäre Aufenhalt Uni-Klinikum Danzig

        Schönen guten Abend,

        in dem von Dir, Wolfgang, aufgezeigten Artikel vom Februar 2011, wird die Hauptursache für die Misere genannt: Eine chronische Unterfinanzierung des Gesundheitswesens an der sich bis heute nichts geändert hat. Und so trifft praktisch all das noch zu was schon vor sieben Jahren bemängelt wurde.

        In Danzig wird sehr viel getan, sehr viel gebaut. In zwei Jahren soll die Fachklinik in der ich bin einen Neubau beziehen. Und dann wird auch da viel Positives geschehen. Aber nur ein weiteres Beispiel für Geldmangel: Als ich in der Notaufnahme war (13 Stunden lang) waren in dem Behandlungszimmer in dem meine ersten Untersuchungen durchgeführt wurden, beide EKG-Geräte defekt. Eine Krankenschwester wurschtelte mit Zange und Schraubenzieher an den Kontakten so lange rum bis es dann doch eine Minute lang funktionierte.

        Der Personalschlüssel ist -zumindest in meiner Station und nach meinem Empfinden- während der Arbeitswoche ausreichend. Hier käme es nie vor, dass ein hilfsbedürftiger Patient, der selber nicht essen kann, vor einem vollen Teller sitzen bleibt bis dieser abgeräumt wird.

        Ein ganzer Teil des Pflegepersonals trägt hier zivile Kleidung. Weil kein Geld da ist, kein Geld für Krankenhauskleidung, kein Geld für Wäschereinigung. Was die hier Beschäftigten für Hungerlöhne leisten -sowohl Ärzte als auch Pflegepersonal- grenzt an Bewundernswertes. Hinzu kommen die Rahmenbedingungen, die eigentlich jeden hier Beschäftigten mutlos werden lassen müssten.

        Der Leidensdruck kommt jedoch bei der "Elite", also bei den oberen Zehntausend, nicht an. Denn diese hat durch Vitamin "B", also entweder durch Einfluss, Beziehungen und/oder Geld ganz andere Möglichkeiten. Das modernste und am besten eingerichtete Krankenhaus Polens ist das Militärkrankenhaus in Warschau. Dort kommt "Kreti und Pleti" jedoch kaum hin. Aber auch private Krankenhäuser (wie das Danziger SwissMed) sind gut, aber eben nicht mit den medizinischen Kapazitäten versehen wie die Uni-Klinik. Ein ganz anderes Problem ist, erst einmal in ein Krankenhaus aufgenommen zu werden. Denn es fehlen Betten, Personal, Geld. Und so werden viele Menschen die eigentlich dringend auf Hilfe angewiesen wären, solange wieder nach Hause geschickt bis es gar nicht mehr anders geht und sie aufgenommen werden müssen. Wenn sie's dann überhaupt noch in's Krankenhaus schaffen.

        Es hilft letztendlich nur eins: Ein gewisser Fatalismus gewürzt mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus und Humor.

        Schöne Grüße aus Danzig
        Wolfgang
        Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
        Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
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        • Ulrich 31
          Forum-Teilnehmer
          • 04.11.2011
          • 8562

          #5
          AW: Erfahrungsbericht stationäre Aufenhalt Uni-Klinikum Danzig

          Hallo Wolfgang,

          Deine Empfehlung im letzten Absatz von #4 teile ich ganz und gar nicht. Hier hilft nur Druck von außen: internationale öffentliche Anprangerung, wenn im eigenen Land nicht von selbst Abhilfe geschaffen wird.

          Viele Grüße
          Ulrich

          Kommentar

          • Wolfgang
            Forumbetreiber
            • 10.02.2008
            • 11623

            #6
            AW: Erfahrungsbericht stationäre Aufenhalt Uni-Klinikum Danzig

            Schönen guten Abend,
            lieber Ulrich,

            bedingt durch meine Frau zählen zu unserem Freundes- und Bekanntenkreis überwiegend Ärzte (sowohl Krankenhaus als auch frei praktizierend) und Apotheker. Und alle kämpfen für bessere Verhältnisse (oder gehen in's Ausland). Es wird sich sicherlich auch was zum Besseren ändern, aber das wird lange, lange dauern.

            Schöne Grüße aus Danzig
            Wolfgang
            Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
            Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
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            • Ulrich 31
              Forum-Teilnehmer
              • 04.11.2011
              • 8562

              #7
              AW: Erfahrungsbericht stationäre Aufenhalt Uni-Klinikum Danzig

              Hier der Link zu einem Bericht zu diesem Thema von Deutschlandfunk Kultur vom 06.12.2017 ("Polens Ärzte in Not - 'Wir lassen die Situation eskalieren'"): > http://www.deutschlandfunkkultur.de/...icle_id=402384 .

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              • Inge-Gisela
                Forum-Teilnehmer
                • 09.11.2012
                • 1842

                #8
                AW: Erfahrungsbericht stationäre Aufenhalt Uni-Klinikum Danzig

                Wolfgang, ich bin wirklich erschüttert über Deinen Bericht. Da kann die Genesung wirklich erst zu Hause stattfinden. Das kann man überhaupt nicht mit einem Krankenhausaufenthalt in Deutschland vergleichen. Obwohl in großen Krankenhäusern auch so einiges zu wünschen übrig lässt. Aber das wäre jetzt im Vergleich zu Deinem Erlebnis auf hohem Niveau genörgelt. Hier muss man eher aufpassen, dass man im Krankenzimmer nicht beklaut wird, wenn man sogar dabei ist. Andererseits gibt es hier auch Patienten, die glauben, sie seien in einem Hotel untergebracht und klingeln für Nichtigkeiten oder für Dinge, die sie selbst erledigen könnten. Man kann schon so einiges beobachten. Jedenfalls glücklich der, der nur ganz selten ins Krankenhaus muss oder überhaupt nicht.

                Lieben Gruß

                Inge-Gisela

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                • ada.gleisner
                  Forum-Teilnehmer
                  • 17.02.2008
                  • 882

                  #9
                  AW: Erfahrungsbericht stationäre Aufenhalt Uni-Klinikum Danzig

                  danke Ulrich für den Link www. deutschlandkuiltur.de. Alle Themen, Polen betreffend sind für mich interessant gewesen und habe sie mit Spannung gelesen. Da kann man sein Wissen über Polen noch ein bißchen bereichern. Was die Misere in polnischen Krankenhäusern betrifft, erinnert mich das sehr an die 80er, 90er Jahre wo massenhaft Lastwagen mit Medikamenten, mediz. Geräten, ja selbst Bettwäsche nach Russland fuhren. Sollte man das vielleicht jetzt auch für Polen organisieren ? Abendlich Grüße von Ada
                  Was ist Geld? Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt. (H. Heine)

                  Kommentar

                  • Hans-Henning
                    Forum-Teilnehmer
                    • 15.07.2010
                    • 108

                    #10
                    AW: Erfahrungsbericht stationäre Aufenhalt Uni-Klinikum Danzig

                    Lieber Wolfgang!
                    Recht gute Besserung wünsche ich Dir von ganzem Herzen!
                    Über die Gesundheitsversorgung in P. bin ich durch einen 90 jährigen Danziger,erschütternd
                    Informiert! Dieses kann man sich bei uns einfach nicht vorstellen!
                    Über meinen letzten K.-Aufenthalt kann ich absolut nicht klagen.
                    Alles Gute für Dich und die Deinen,
                    Hans- Henning

                    Kommentar

                    • Ulrich 31
                      Forum-Teilnehmer
                      • 04.11.2011
                      • 8562

                      #11
                      AW: Erfahrungsbericht stationäre Aufenhalt Uni-Klinikum Danzig

                      Hallo an alle, die hier mit Wolfgang mitgelitten haben.

                      Inzwischen habe ich mich an diesen Forum-Beitrag erinnert, in dem ich auf einen gdansk.pl-Artikel vom 08.05.2017 hinwies, der vom Richtfest "einer bedeutenden Erweiterung des Krankenhauses der Medizinischen Universität Danzig: dem Nicht-invasiven Medizinischen Zentrum" berichtete (Titel des gestarteten Themas: "Neues Krankenhaus der Medizinischen Universität Danzig"): > https://www.danzig.de/showthread.ph...sit%E4t-Danzig .

                      Dort hieß es u.a. (siehe dazu die deutsche Übersetzung), dass die ersten Patienten in der zweiten Jahreshälfte 2018 aufgenommen würden, der Gesamtkomplex dieses Neubauvorhabens aber erst 2020 fertiggestellt sein würde.

                      Frage an Wolfgang: Soll das oben erwähnte Bauvorhaben (auch) den schrecklichen Altbau ersetzen, in dem Du Dich aufhalten musstest?

                      Viele Grüße
                      Ulrich

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                      • love danzig
                        Forum-Teilnehmer
                        • 09.11.2015
                        • 1494

                        #12
                        AW: Erfahrungsbericht stationäre Aufenhalt Uni-Klinikum Danzig

                        Hallo,guten Abend.
                        1979 ist mein Onkel in dieser Klinik an Krebs verstorben,ich habe ihn besucht und es war wirklich nicht Schön. Holzhäuser ohne Bad und Wc. Es sah aus wie in einen Gefangenenlager und vor den Häusern saßen sehr kranke Männer und genossen die letzten ihrer Tage mit Schnabs. Ich habe diese Klinik nicht mehr besucht. Und hoffe das es sich dort bald alles ändert. Eine schreckliche Erinnerung für mich.
                        Gruß Roman

                        Kommentar

                        • Beate
                          Administratorin
                          • 11.02.2008
                          • 4836

                          #13
                          AW: Erfahrungsbericht stationäre Aufenhalt Uni-Klinikum Danzig

                          Guten Abend zusammen,

                          ich komme gewaltig ins Grübeln: da lässt man ein Prestige-Objekt nach dem anderen entstehen und so eine Urnotwendigkeit wie ein gut funktionierendes Krankenhaus, das doch jedem Bürger der Stadt dienen soll, das ist eher Nebensache? Dauert, dauert, dauert?

                          Ob in Danzig die Prioritäten anders gesetzt werden?

                          Grübelnde Grüße, Beate
                          ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

                          Kommentar

                          • Wolfgang
                            Forumbetreiber
                            • 10.02.2008
                            • 11623

                            #14
                            AW: Erfahrungsbericht stationäre Aufenhalt Uni-Klinikum Danzig

                            Schönen guten Nachmittag,

                            ich habe mit meinem "Erfahrungsbericht" eine Diskussion losgetreten, in der der Stadt Danzig eine Art Buhmann-Funktion zugeteilt wird. In meinen Augen zu Unrecht. Wir schreiben auch das Jahr 2018 und nicht mehr 1979. Es hat sich in den letzten Jahren wahnsinnig viel getan, und wenn die Ergebnisse noch immer unbefriedigend sind, dann liegt das nicht am fehlenden Willen -vor allem nicht auf lokaler Ebene- sondern primär am polnischen Gesundheitssystem und mangelnden finanziellen Mitteln.

                            Ich sehe hier auch keine großen mit öffentlichen Mitteln gebauten Prestigeobjekte die einer besseren finanziellen Ausstattung des Gesundheitswesens entgegen stünden. Denn öffentliche Investionsvorhaben, die ja vom Staat, der EU und zum Teil auch der Stadt Danzig bestritten werden, betreffen in erster Linie notwendige Infrastrukturmaßnahmen sowie kulturelle Einrichtungen.

                            Hinter dem Altbau in dem ich lag wird gerade ein neuer Klinikkomplex hochgezogen. Er wird in zwei Jahren fertig sein und dann auch den Altbau ersetzen. Ich befürchte aber, dass sich bis dahin die personelle Situation weiter verschärfen wird.

                            Schöne Grüße aus dem Werder
                            Wolfgang
                            Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                            Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                            Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                            Kommentar

                            • Mona1
                              Forum-Teilnehmer
                              • 21.07.2014
                              • 59

                              #15
                              AW: Erfahrungsbericht stationäre Aufenhalt Uni-Klinikum Danzig

                              Lieber Wolfgang,

                              sehr lange ist es her, dass ich hier im Forum gelesen habe. Seit 12.12. bis letze Woche, hatte mich auch ein heftiger Infekt mit Fieber aus der Bahn geworfen. Allerdings konnte ich mich zuhause wieder langsam, langsam ins Lot bringen...

                              Was ich von dir hier gelesen haben, erschüttert mich sehr. Es macht mich sehr betroffen, unter welchen Umständen du im Krankenhaus "ausharren" musstest. Eine ähnliche Geschichte mit Krankenhausaufenthalt deiner Mutter hattest du uns ja erzählt. Dass es aber in der Uni-Klinik auch an allen Ecken und Enden fehlt, hätte ich nicht gedacht. Schlimm und traurig zugleich. Wie so oft wird Geld am falschen Fleck eingesetzt. Ein gut funktionierendes Krankenhaus mit entsprechender Hygiene sollte im 20 Jahrhundert auch in einer Universitätsstadt wie Danzig möglich sein. Wie gut, dass du mittlerweile zuhause bist :-)

                              Ich wünsche dir von ganzem Herzen baldige Genesung, und dass das neue Jahr dir und deinen Lieben Gesundheit, Wohlergehen, und viele vergnügte Stunden in Leichtigkeit und Freude beschert.

                              Wenn sich meine Gesundheit weiter stabilisiert, und es mir möglich sein sollte Reisen zu können, dann möchte ich meinen Geburtstag Anfang Juni in Danzig feiern :-) Also lieber Wolfgang, werde auch du gesund, damit ich dann entsprechenden Wein aus Cleebronn besorgen kann :-) :-) und wir uns noch einmal wiedersehen können :-) Ich gebe mein bestes ;-) , du bitte auch ;-)

                              Herzlichst Sybille
                              PS. Auch von meinem Mann die allerbesten Genesungswünsche für Dich!

                              Kommentar

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