Ende und Anfang: Danzig 1945-1955

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  • andrea
    Forum-Teilnehmer
    • 05.04.2008
    • 42

    #16
    Bücher über Danzig

    Hallo lieber Ohrscher, vielen Dank für Deine Antwort. Man muss sich eben bemühen beide Seiten der Medaille zu betrachten. Aber ich glaube wir driften wieder ab vom Thema, aber der Wolfgang wird es schon richten....

    Das Thema war Bücher,....
    ... man kann aber auch Museen nehmen, Geschäfte, Krichen, Amtsstuben, Hotels überall wird englisch bzw. polnisch gesprochen und geschrieben. Ist das noch niemanden aufgefallen?? Mir ist aufgefallen, und das schon seit Jahren, das viele Übersetzungen nur in englisch daherkommen, obwohl der größte Teil der Besucher Danzigs (von den jungen Leuten mal abgesehen) deutsch spricht. Entweder will man nicht oder man darf nicht oder man kann nicht. Dieses Manko beobachte ich schon seit mehreren Jahren.
    Mich würde sehr die Meinung unserer polnischen Forumsmitglieder dazu interessieren.

    Ich freue mich auf Antworten, Gruß Andrea

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    • mottlau1
      Forum-Teilnehmer
      • 11.02.2008
      • 1720

      #17
      leider Bücher ohne hohe Auflage

      Hallo liebe Andrea,

      vor zwei Tagen erhielt ich von einer Freundin aus Danzig die Mitteilung, dass sie wohl das letzte Buch mit diesem Titel in der von mir genannten Buchhandlung kaufen konnte. Vielleicht bekommt man es ja beim Danziger Bowke oder in anderen Läden?
      Es ist halt so, wenn in Polen ein Buch auf der Ladentheke liegt sollte man , wenn es einen interessiert, schnellstens zugreifen. Denn wie sich zeigt kann es sein, dass man es schon am nächsten Tag nicht mehr bekommt.

      Und Andrea und auch Rudolf, im Danziger Goldwasser-Resto sassen mir vor einem Jahr Leute aus der ehemaligen DDR gegenüber, die haben fest u. steif behauptet, dass Danzig nicht von den Russen angesteckt wurde. Als ich ihnen entgegnete, dass meine Mutter es mit eigenen Augen gesehen hat
      sprachen sie kein Wort mehr mit mir.--Waren wohl linientreu und nicht zu überzeugen.
      Ich wollte mit diesem Hinweis nichts verallgemeinern!

      Gruss Jutta
      Es kann keiner gerecht sein, der nicht menschlich ist.
      (Maurice Cove de Murville) Französischer Politiker

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      • Christkind
        Forum-Teilnehmer
        • 10.02.2008
        • 1568

        #18
        Zitat von andrea
        Meine Eltern sind bestimmt nicht freiwillig DDR-Bürger geworden und sind auch von den Russen vertrieben worden. Meiner Mutti ihr Wohnhaus, die Staße und die Schule sind vor ihren Augen von den Russen angezündet worden.... aber erzähl das mal einem in einem russenfreundlichen Staat wie es die DDR damals war...Soviel dazu, ich musste das mal loswerden.

        Gruß Andrea aus Erfurt
        Wir sind nicht von den Russen vertrieben worden, Andrea.
        Die Vertreibung begann erst, als Danzig unter polnische Verwaltung gestellt wurde. Und das mit Zustimmung aller Siegermächte.
        Wir waren noch bis Anfang September 1945 in Danzig.
        Da war der Siegestaumel der russischen Horden schon abgeklungen und russische Kommandanturen waren eingerichtet.Das weiß ich, weil ich mich erinnere, wie meine Mutter einen russischen Soldaten abwehrte, indem sie laut schrie,sie würde zur Kommandantur gehen, wenn er sie nicht in Ruhe ließe.Da wurden die Soldaten bestraft, die sich schuldig machten.
        Ich meine, das müsste so Mai gewesen sein,denn wir waren noch im Umherirren, und meine Mutter kochte Kartoffeln auf einem Feuer zwischen Ziegelsteinen.
        Schönen Gruß in die wunderschöne Stadt Erfurt,
        Christa
        Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
        (M. Gandhi)

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        • Anonymus

          #19
          Kommandantur!

          Zitat von Christkind
          Wir sind nicht von den Russen vertrieben worden, Andrea.
          Die Vertreibung begann erst, als Danzig unter polnische Verwaltung gestellt wurde. Und das mit Zustimmung aller Siegermächte.
          Wir waren noch bis Anfang September 1945 in Danzig.
          Da war der Siegestaumel der russischen Horden schon abgeklungen und russische Kommandanturen waren eingerichtet.Das weiß ich, weil ich mich erinnere, wie meine Mutter einen russischen Soldaten abwehrte, indem sie laut schrie,sie würde zur Kommandantur gehen, wenn er sie nicht in Ruhe ließe.
          ..........
          Genau so war's Christa. Auch wir waren bis zum 01. Juni 1946, nun allerdings unter poln. Verwaltung, noch in Danzig-Ohra.
          Vor der russischen Kommandantur, hatten nicht nur die russ. Soldaten Respekt, noch mehr allerdings die Polen. Wenn sie auf ihren naechtlichen Raubzuegen durch die Wohnungen der verbliebenen Deutschen waren und das Wort "Kommandantur" hoerten, machten sie sich nicht selten "aus dem Staub".

          Viele Gruesse
          Ohrscher Siegfried

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          • Christkind
            Forum-Teilnehmer
            • 10.02.2008
            • 1568

            #20
            Zitat von Ohrscher 33-46
            Genau so war's Christa. Auch wir waren bis zum 01. Juni 1946, nun allerdings unter poln. Verwaltung, noch in Danzig-Ohra.
            Vor der russischen Kommandantur, hatten nicht nur die russ. Soldaten Respekt, noch mehr allerdings die Polen.
            In dieser grauenvollen Zeit hatte jede Familie ihr eigenes Schicksal, Siegfried.
            Aufgestaute Hassgefühle ließen nur wenig Menschlichkeit zu. Jeder versuchte,für sich Vorteile zu ergattern, wenn eine Gelegenheit da war;ohne Rücksicht auf christliche Gebote.
            Wen will man da an den Pranger stellen.Ich sehe da keinen Grund für.

            Als wir dann im Viehwaggon saßen, hofften wir, der größten Gefahr für Leib und Leben entronnen zu sein. Aber die Not und Angst blieben beständiger Begleiter auf der langen Fahrt.Bis dann im Lager in Berlin fast der Hungertod unserer Irrfahrt ein Ende gesetzt hätte.14 Tage dort, irgendwie auch eingesperrt, stundenlang anstellen nach Suppe, die dann nicht ausreichte für alle Anstehenden.
            Und so ging es noch jahrelang weiter mit dem Hunger.
            Die doppelten Verlierer, das waren die Vertriebenen.
            Das noch dazu meinerseits.
            Christa
            Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
            (M. Gandhi)

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            • Anonymus

              #21
              Eine Charta!

              Liebe Christa,

              wenn ich hier im Forum oft lese: "Leute lasst uns nach vorne schauen", dann waren es nach 1945 auch wir Vertriebene, die sofort nach vorne schauten, um moeglichst schnell wieder "auf die Beine" zu kommen. Hierbei erinnere ich gleichzeitig an die "Charta der deutschen Heimatvertriebenen" (siehe Anhang). Diejenigen die nach Flucht und Vertreibung nicht mehr die Kraft hierzu aufbrachten, zaehlten dann auch zu den Opfern des Krieges.
              Heute, nach ueber sechs Jahrzehnten, sei es uns - die letzten einer Erlebnisgeneration - doch bitte noch erlaubt, den Satz auszusprechen:

              "VERGEBEN JA - VERGESSEN NIE"

              Viele Gruesse
              Ohrscher Siegfried

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              • Wolfgang
                Forumbetreiber
                • 10.02.2008
                • 11627

                #22
                Zitat von Ohrscher 33-46
                Heute, nach ueber sechs Jahrzehnten, sei es uns - die letzten einer Erlebnisgeneration - doch bitte noch erlaubt, den Satz auszusprechen: "VERGEBEN JA - VERGESSEN NIE"
                Der Satz sollte nicht nur ausgesprochen werden, er sollte auch beherzigt werden. Ich selber habe zwar nichts zu vergeben -ich gehöre ja auch nicht dieser Erlebnisgeneration an-, sondern im Gegenteil, ich habe etliche Gründe unendlich dankbar zu sein. Aber vergessen sollten wir wirklich NIE! Wie oft müssen wir auch heute noch feststellen, dass allzu gerne vergessen wird, wie es anfing, von wem Schuld ausging, wer hurra- und heil-jauchzend oft sehenden Auges ins teils selbstverschuldete Verderben rannte und wer dann nach all diesem Vergessen sich auch noch als alleiniges Opfer fühlt.

                Ich stimme da 100%-ig mit Dir und Deiner Forderung überein: "Vergessen nie!"
                -----
                Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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                • Regina, +19.11.2023
                  Forum-Teilnehmer
                  • 15.02.2008
                  • 235

                  #23
                  Danzig 1945-1955 Anfang und Ende

                  Liebe Danziger.
                  nach der Nachricht von Jutta ueber dieses Buch hat sich bei mir Henry-Peter gemeldet.mit dem Titel auf einem Zettel bin ich zur Buchhaltug in der Langgasse gegangen und habe ihn der Verkaeuferin gezeigt. Sie schuettelte mit dem Kopf, da sagte ich ihr :komisch, vor ein paar Tagen hat meine Freundin es hier gekauft und jetzt koennen sie sich an diesen Titel nicht erinnern ?. Dann ging sie mit dem Zettel nach hinten, kam zureuck und har das Buch gleich gefunden. Sie sagte, das ist das letzte, aber sicher bin ich nicht. Es kostet jetzt 69 Zi. und ist ziemlich schwer.
                  Liebe Gruesse.
                  Regina

                  Kommentar

                  • Heibuder
                    Forum-Teilnehmer
                    • 10.02.2008
                    • 752

                    #24
                    Zitat von Regina
                    ...das Buch gleich gefunden. Sie sagte, das ist das letzte, aber sicher bin ich nicht. Es kostet jetzt 69 Zi. und ist ziemlich schwer.
                    ...
                    Liebe Regina, hast Du es auch gekauft?
                    Falls nicht, kannst Du es für mich kaufen?
                    Ich muß dann mal sehen, wie ich es nach Hause bekomme.
                    Es grüßt der Heibuder!

                    "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

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                    • Heibuder
                      Forum-Teilnehmer
                      • 10.02.2008
                      • 752

                      #25
                      Buch: "Anfang und Ende: Danzig 1945-1955"

                      Zitat von mottlau1
                      ...
                      Titel: Danzig 1945-1955 Ende und Anfang
                      Darin sind viele Berichte u. Dokumente in deutscher Sprache.
                      Der Band zeigt viele Fotos vom Untergang Danzigs und Neubeginn.
                      Das Buch kostet Zloty 69,-- und wiegt 1,4kg
                      ISBN 83-88560-01-8
                      ...
                      Ich habe es noch hier entdeckt:


                      Sollte man vielleicht doch mal an eine Sammelbestellung denken?
                      Angeh
                      Es grüßt der Heibuder!

                      "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

                      Kommentar

                      • jonny810
                        Forum-Teilnehmer
                        • 10.02.2008
                        • 2423

                        #26
                        Sammelbestellung?

                        Hallo Heibuder,

                        ich bin dabei.

                        Habe nur noch keine Idee, wie man das richtig organisiert.

                        Aber bei genügend Beteiligten, sollte so etwas doch auch telefonisch

                        gehen, oder?

                        Die kosten könnte jeder selbst überweisen. Das müsste doch gehen.

                        Bleib am Ball, Du hast meine Unterstützung.

                        Mit Gruss, Erhart vom Schüsseldamm
                        Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
                        "Nec Temere - Nec Timide"
                        Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

                        Kommentar

                        • Helga +, Ehrenmitglied
                          Moderatorin
                          • 10.02.2008
                          • 1948

                          #27
                          Zitat von mottlau1

                          Titel: Danzig 1945-1955 Ende und Anfang
                          Darin sind viele Berichte u. Dokumente in deutscher Sprache.
                          Der Band zeigt viele Fotos vom Untergang Danzigs und Neubeginn.
                          Das Buch kostet Zloty 69,-- und wiegt 1,4kg
                          ISBN 83-88560-01-8
                          Hallo,

                          ich habe mein Exemplar heute bekommen, danke Wolfgang. Es ist wirklich ein wunderbares Buch. Bisher konnte ich es zwar nur durchblättern (bin ja wieder im Büro), werde mich wohl erst am Wochenende ausführlich damit beschäftigen. Allein die Fotos sind den Preis wert, Schöne - traurige Fotos - die manchen von Euch vielleicht schmerzlich berühren werden. Sie gehen mir unter die Haut.

                          Schon der Einband ist schön und edel. Ich habe ihn mal eingescannt, leider ist die Qualität nicht so gut. Genauer gesagt, in Wirklichkeit ist es viel schöner und fühlt sich auch noch gut an. Für mich ist es immer wichtig, daß ich so ein Buch auch gut fühle...

                          Danke auch an Jutta für den Tipp
                          Angeh
                          Viele Grüße
                          Helga

                          "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)

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                          • Helga +, Ehrenmitglied
                            Moderatorin
                            • 10.02.2008
                            • 1948

                            #28
                            Zitat von Helga
                            Schon der Einband ist schön und edel. Ich habe ihn mal eingescannt,
                            Und schon - Stunden später - sehe ich, Wolfgang der Heibuder hatte ihn ja schon gescannt, Sorry............
                            Viele Grüße
                            Helga

                            "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)

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