Der "Bund der Danziger" gibt auf...

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  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #1

    Der "Bund der Danziger" gibt auf...

    Mit Mitteilung vom 01.10.2008 teilt der Bund der Danziger nicht nur mit, dass das Mitteilungsblatt "Unser Danzig" eingestellt wird. Es sei auch vereinbart worden, dass die "Danziger Landesverbände" in die "Landsmannschaft Westpreußen" aufgenommen werden. Die bisherigen Mitglieder werden gebeten, der westpreußischen Landsmannschaft, die sich künftig "Landsmannschaft Danzig-Westpreußen e.V." nennen wird, beizutreten.

    Desweiteren wird mitgeteilt, "es entfällt damit die Bundesspitze und die Bundesgeschäftsführung des Bundes der Danziger e.V."

    Das was seit einiger Zeit orakelt wurde, trifft nun ein. Der Bund der Danziger gibt auf, verliert seine selbstständige Existenz.

    Mit dem Eingeständnis, nicht mehr aus eigener Kraft die Pflege des Heimatgedankens und der heimatlichen Kultur aufrecht erhalten zu können, ist auch das Eingeständnis eines Scheiterns verbunden.

    Es ist zu Ende. Ich will nicht die letzten ein, zwei Jahrzehnte erfolgloser Arbeit erwähnen, sondern die Arbeit die für die geflüchteten, vertriebenen und ausgesiedelten Landsleute in den ersten Nachkriegsjahrzehnten geleistet wurde. Damals hatte der Bund der Danziger seine Berechtigung, er war notwendig und er leistete Großartiges.

    Der Bund der Danziger wird bald Geschichte sein. Kaum jemand wird sich an ihn erinnern. Bleiben wird das, was gedruckt wurde. "Unser Danzig" wird mit seinen 60 Jahrgängen immer eine unerschöpfliche Quelle zu allen Themen rund um Danzig bilden.
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"
  • Belcanto
    Forum-Teilnehmer
    • 24.09.2008
    • 2507

    #2
    Vielen Dank für die Nachricht. Als 1940 Geborener, kann ich substanziell schlecht beurteilen, welches Ausmaß dieses Ende hat. Ich denke einfach, dass es ein Stück Normalität ist, weil die Älteren immer weniger werden und wir Jüngeren, keine eigene Vorstellung an unserer Heimat haben.
    Viele Grüße
    Belcanto

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    • Christkind
      Forum-Teilnehmer
      • 10.02.2008
      • 1568

      #3
      Warum so ein Abgesang?
      Und wo stand denn diese Mitteilung?
      Im letzten Blatt vom September doch nicht?

      Der Bund der Danziger geht demnach mit den anderen Vertriebenverbänden zusammen, na und? Fusionen sollen ja auch in anderen Sparten vorkommen.

      Vielleicht sind dort bei den Westpreußen dann mehr junge, dynamische kluge Köpfe, die noch für die nächsten 50 Jahre weitermachen.
      Dass die eigene Kraft nicht mehr ausreicht,sehe ich nicht als ein Eingeständnis des Scheiterns.Eher als ein Zeichen für unnötiges Kompetenzgerangel mit Alterstarrsinn gepaart.
      Ob ich den richtigen Durchblick habe, weiß ich allerdings nicht.
      Kann sein, kann aber auch nicht sein.
      Aber - in jedem Ende ist ein neuer Anfang.
      _____
      Gruß von Christ.kind
      Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
      (M. Gandhi)

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      • Wolfgang
        Forumbetreiber
        • 10.02.2008
        • 11623

        #4
        Beigefügt das Schreiben des Bundes der Danziger mit dem er sein Ende sowie die Einstellung des Blattes "Unser Danzig" bekannt gibt.
        Angeh
        Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
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        • Wolfgang
          Forumbetreiber
          • 10.02.2008
          • 11623

          #5
          Noch eine kleine Ergänzung: Auf der Homepage des Bundes der Danziger www.danzig-online.de wird nach wie vor Werbung für die Organisation gemacht. Außerdem sind noch Bestellformulare für "Unser Danzig" herunterladbar obwohl das Blättchen zum 31.12.08 eingestellt wird.

          Bisher ist von den Mitgliedern des Bundes der Danziger offensichtlich nur ein ganz kleiner Teil informiert worden. Selbst die Deutsche Minderheit in Danzig, die traditionell eng mit dem Bund der Danziger zusammenarbeitet. ist nicht informiert wie mir vorhin deren Geschäftsführer Gerhard Olter in einem Telefonat sagte.

          Aber ich denke, in der nächsten Ausgabe von Unser Danzig wird Näheres darüber zu lesen sein.
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          • ada.gleisner
            Forum-Teilnehmer
            • 17.02.2008
            • 882

            #6
            Bund der Danziger gibt auf ....

            Hallo Wolfgang, mich hat es ein bißchen erschüttert, daß der Bund der Danziger sich davonstiehlt. Es gibt ja noch Zeitzeugen, denen fehlt dann ja ein wichtiges Bindeglied. Mir erscheint das alles noch ein bißchen früh, so als ob ein guter alter Bekannter plötzlich verstorben ist, mit Gruß Ada
            Was ist Geld? Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt. (H. Heine)

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            • Wolfgang
              Forumbetreiber
              • 10.02.2008
              • 11623

              #7
              Hallo Ada,

              "davonstiehlt" ist offensichtlich der richtige Ausdruck... - heute bekam ich die aktuelle Ausgabe von "Unser Danzig" zugestellt. Nach wie vor ist kein Wort darüber zu finden, dass sich der Bund der Danziger auflöst. Stattdessen gibt es ein beigelegtes Überweisungsformular für Spenden und den Aufruf, doch bitteschön Fotos für die Sammlung im Lübecker "Haus Hansestadt Danzig" zu spenden.

              Aber vielleicht wird's doch Zeit, ein einst ruhmvolles aber mittlerweile doch arg beschämendes Kapitel abzuschließen. Damit meine ich vor Allem die Einstellung von "Unser Danzig" zum 31.12.08 (obwohl noch immer um Abonennten geworben wird).

              Die aktuelle Ausgabe strotzt vor Fehlern wo es um Danzig geht. Nur zwei Beispiele: In Bildunterschriften wird von der "Schweizerei Schwalbental" gesprochen, in Wirklichkeit ist es das Schwabental. Dann wird vom "Kurhaus Freudental" gesprochen, aber das gab es nicht. Es war das FORSThaus Freudental.

              Mich erschüttert es nicht nur, dass sich der "Bund der Danziger" sang- und klanglos verabschiedet, es macht zutiefst betroffen, es ärgert mich in gewisser Hinsicht auch. Ich gehe nicht so weit wie ein alter Danziger in Stuttgart mit dem ich heute sprach. Er bezeichnete die Aufgabe des Bundes der Danziger als Verrat an Danzig, seiner Geschichte, seinen Bürgern und deren Nachkommen.
              Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
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              • Danzigcommittee e.V.

                #8
                Danzig-Westpreußen e.V.

                :heartie Mitglieder und die Landsleute verschwinden nicht aus Altersgründen. Sie sind verschwunden, weil die Interessen der Danziger nicht mehr vertreten werden.
                Es ist schon bezeichnend, daß der Spiegel nur von 14 Millionen traumatisierten Menschen spricht, während ich und andere Menschen an die vielen Versprechen der einzelnen Regierungen auf dem Boden von unseren Eltern und Vorfahren abgaben. Besetzt bleibt besetzt und Unrecht verjährt nicht, Das ist Präambel in den UNO-Beschlüssen.

                Hauptsache ist aber, nach meinen Überlegungen, daß die Rente nicht mehr reicht, für alle Überlebenden des Krieges und die Zugewanderten sich die Frage stellen, zu Recht, warum sie für die vielen Deutschen in die Rentenkassen einzahlen sollen. Da helfen auch keine verbindlichen Staatsgarantieen, weder zum Recht noch zur Politik. Und die Jugend wird zum Auswandern erzogen!
                Mit freundlichsten Grüßen, Senatssekretär Jürgen Peter Tessarz.

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                • franz.potrykus
                  Forum-Teilnehmer
                  • 11.08.2008
                  • 30

                  #9
                  Sowiet ich es weiss ist es noch nicht vorbei, da wird noch getagt. Grüße FP

                  Kommentar

                  • Wolfgang
                    Forumbetreiber
                    • 10.02.2008
                    • 11623

                    #10
                    Zitat franz.potrykus: "Sowiet ich es weiss ist es noch nicht vorbei, da wird noch getagt. Grüße FP"


                    Das alles ist ein bisschen chaotisch! Viele Ortsgruppen des Bundes der Danziger wissen noch gar nicht, dass sie offiziell zum 31.12.2008 ausgelöscht werden. Andere wehren sich dagegen und wollen in irgend einer Form weiter existieren. Und auch bei der Landsmannschaft der Westpreußen scheint sich noch nicht überall herumgesprochen zu haben, dass sie die Danziger aufnehmen sollen.

                    Ich bin ja gespannt, ob und wann das einfache Mitglied davon erfahren wird und wann die Einstellung von "Unser Danzig" -für das noch immer Abonnenten geworben wird- offiziell bekannt gegeben wird.
                    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
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                    Kommentar

                    • Wolfgang
                      Forumbetreiber
                      • 10.02.2008
                      • 11623

                      #11
                      Kehrtschwenk Marsch!!!

                      In der Novemberausgabe von "Unser Danzig" wird nun bekannt gegeben, dass "Unser Danzig" zum Jahresende eingestellt wird und mit der Landsmannschaft der Westpreußen ab Januar eine gemeinsame Zeitung herausgegeben wird.

                      Über das Ende des "Bundes der Danziger e.V." wird jedoch nach wie vor nur sehr verklausuliert informiert. Oder sollte es nun heißen "Kehrtschwenk Marsch"? Einem früheren Informationsschreiben an die Vereinsgliederungen war noch zu entnehmen, der Bund der Danziger gehe in der westpreußischen Landmannschaft auf, die in "Landsmannschaft Danzig-Westpreußen e.V." umbenannt wird und dass die "Bundesspitze" (Vereinsvorstand?) sowie die Bundesgeschäftsführung damit entfallen. Darüber wird in "Unser Danzig" nun nicht mehr informiert, sondern gefordert, "... die Vereinsarbeit in den Danziger Landesverbänden, Ortsstellen und Frauengruppen unverändert zu lassen".

                      In "Unser Danzig" wird nun auch nicht mehr von der "Landsmannschaft Danzig-Westpreußen e.V." gesprochen sondern nur noch davon, es sei naheliegend, "... mit der Landsmannschaft Westpreußen e.V. über eine zukünftige Zusammenarbeit zu sprechen". Nu, was denn nun???

                      Das Chaos geht weiter! Ist die einsame Entscheidung einer der Vereinsbasis entrückten Vereinsverführung wieder umgeworfen worden? Was ist mit den mittlerweile gegründeten "Konkurrenzvereinen"? Was ist mit den Ortsgruppen, die sich aufgrund der bisherigen Ankündigungen aufgelöst haben oder den Mitgliedern, die bereits zu den Westpreußen überwechselten?

                      Es bleibt nur fassungsloses Kopfschütteln übrig, die finalen und chaotisch anmutenden Momente des Überlebenskampfes des Bundes der Danziger miterleben zu müssen, eines Verbandes, der in früheren Zeiten Großes für die Danziger leistete.
                      Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                      Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
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                      • Menzelbach-Hannes
                        Forum-Teilnehmer
                        • 09.10.2008
                        • 13

                        #12
                        Das Ringen um den Bund der Danziger e. V.

                        Zu diesem Thema habe ich Folgendes von einem Bundesvorstandsmitglied erfahren (es gibt auch einige Schriftstücke in Kopie): Am 20.9.2008 überraschte der BdDA-Bundesvorstand die Delegierten mit dem Auflösungsauftrag ohne sie vorher auch mit der geringsten Frist auf dieses Vorhaben vorzubereiten. Nach heftigster Diskussion bot der Bundesvorstand an, unter jenen Vorbehalten abzustimmen, dass der Antrag allein eine Grundsatzentscheidung ist, am BdDA Änderungen vornehmen zu müssen (wg. wirtsch. Lage, Mitgliedsschwund usw.) sowie dass den Landesverbänden Gelegenheit zur Vorlage von Alternativkonzepten der Neuorganisation des BdDA gegeben wird; So wurde der Antrag mit einer Enthaltung bzw. Gegenstimme angenommen. Die Vorbehalte wurde vom Bundesvorstand jedoch nicht mit einem Wort im Protokoll festgehalten, als wäre der Antrag problemlos durchgegangen und es bei der Auflösung zum 31.12.2008 fest bleibe. Der Bundesvorstand lud darauf zu einer "Abschlußsitzung" am 8.11.2008 ein, während welcher sich ein heftiger Widerstand von 4 Landesverbänden Berlin, Baden-Wü., Hamburg und NRW entfachte im Hinblick auf das nicht korrekte Protokoll; Hamburg hatte zudem am 23.8.2008, also vor dem ganzen Debakel, eine Initiative 'Danziger Gemeinschaft' gegründet, die ursprünglich und noch ohne von den Plänen des BdDA zu wissen, zur Aufgabe hatte, organisatorische und technische Innovationen dem BdDA und anderen Danziger Einrichtungen vorzuschlagen, u. a. ein Netzwerk aufzubauen und ein allgemeines aufklärendes Faltblatt herauszubringen; Diese Aufgaben erweiterte Hamburg am 20.9.2008 um ein Rettungskonzept des BdDA und ruf andere Landesverbände auf, an dieser Initiative mitzumachen; Wieder vorgespult zur "BdDA-Abschlussitzung" am 8.11.2008: hier forderten die gegen die Auflösung zusammengetroffenen Landesverbände die Einberufung einer außerord. Bundesdelegiertenversammlung zwecks Nachholung der Informationspflicht über das Vorhaben und die Erörtung der eingeforderten Alternativkonzepte; Außerdem stellten sie auf Grund der o. g. Bedenken als auch der Bedenken wegen mögl. polit. Assoziationen des künftig geplanten Namens "Danzig-Westpreußen" usw. einen Feststellungsantrag bei Vereinsregistergericht Lübeck; Dieser Forderung hatte sich der BdDA-Bundesvorstand gebeugt und diese Versammlung für den 6.12.2008 einberufen. Zu dieser ao. Versammlung legten die opositionellen Landesverbände Alternativkonzepte vor, die u. a. die Umwandlung des Museum in Lübeck in eine "Museums- und Begegnungsstätte" vorsahen, um durch neuartige Veranstaltungen und mit moderneren Methoden mit Hilfe des Hauses mehr Interesse bei den Jüngeren zu erwecken, dann die Neuwahl und personelle Reduktion des Bundesvorstands sowie seiner Aufgaben auf den Mitgliedserfassungs- und Informationsaustauschdienst, den sie mit Audiotex-Telefonauskunftssystemen (Info-Ansagen auf einer Service-Tel.-Nr.) sowie mit geeigneten, seniorenfähigen Internetlösungen als verwirklichungsfähig darstellten; In diesem Zusammenhang boten sie alternativ zur Fursion mit der LM Westpreußen einen engeren Kooperationsvertrag mit derselben an sowie stattdessen eine neue kooperative Verzahnung aller Danziger Einrichtungen; Diese wurde wie folgt vorgeschlagen: BdDA als Verzeichnis- und Auskunftsstelle, Förderkreis als Museums- und Begegnungsstätte, Rat der Danziger als Einrichtung zur völkerre. Recherche etc. und Kulturwerk als Einrichtung zur Organisation von Veranstaltungen; Doch diese selbst eingeforderten Alternativvorschläge wurden am 6.12.2008 überaschend vom Bundesvorstand unbesehen abgelehnt, der BdDA wollte sie gar nicht mehr sehen; Der BdDA berief sich plötzlich auf eine Rechtsauskunft, nach der der Auflösungsbeschluss vom 20.9.2008 eine Gültigkeit behielte und beharrte weiterhin darauf, den BdDA wie geplant zum 31.12.2008 mit aller Gewalt zu "bestatten". Die oppositionellen Landesverbände wurden mit angeblichen schriftlichen Blankostimmen nicht erschienener Delegierter sowie einer Stimme, die als solche bisher gar nicht als stimmberechtigt gegolten haben soll, überstimmt. Eine in meinen Augen traurige, wenn nicht dubiose Entwicklung, der ich hinsichtlich 60 Jahre des BdDA kein Verständnis schenken kann. Selbst wenn eine Fusion mit den Westpreußen eine gute Lösung wäre - warum diese Geheimnistuerei und warum diese Überaschungsakte... Ich habe keine Ahnung, ob die Intiative 'Danziger Gemeinschaft' dieser 4 Landesverbände den richtigen Weg geht und ob ihre Vorschläge besser oder schlechter sind als das Auflösungsultimatum, vielleicht war noch etwas mehr passiert, wovon ich nichts weiss, aber so wie ich das erfahren und auch gelesen habe, scheint sich hier tatsächlich ein Kampf um die Erhaltung dieses Dachverbades abzuspielen. Wer weiß mehr?
                        Grüße, Zopottscher Hannes

                        Kommentar

                        • Wolfgang
                          Forumbetreiber
                          • 10.02.2008
                          • 11623

                          #13
                          Hallo Hannes,

                          vielen Dank für die aufschlussreichen Informationen! In der November-Ausgabe von "Unser Danzig" war bereits ersichtlich, dass das an die Ortsstellen des Bundes der Danziger gerichtete etwas konfuse Schreiben vom 01.10.2008 mit dem die Auflösung angekündigt wurde, so nicht umgesetzt wird.

                          Unabhängig davon was zum Schluss dabei rausgekommt: Der ohnehin bereits durch Vorstandsversäuminisse massiv geschwächte Bund der Danziger wird in der bisherigen Form kaum überleben können. Vom Vorstand wurde in der praktischen Arbeit gezeigt, dass sie sich als die letzten "Fähnleinträger" sehen und dass nach ihnen nichts mehr kommt. Als früherer stellvertretender Landesvorsitzender in Baden-Württemberg wurde mir gesagt, ich hätte sowieso nichts zu melden, da ich kein Danziger sei.

                          Aus diesem Selbstverständnis heraus ist es nur logisch, dass nach dem trotzigen Abtreten der alten Garde und dem halsstarrigen Festhalten am Auflösungsbeschluss dieser Bund der Danziger sang- und klanglos untergeht. Das Problem dabei ist nur, dass dabei auch die gesamte Organisation und die Zeitschrift "Unser Danzig" in den Untergang mitgerissen wird, sodass für diejenigen die eigentlich befähigt wären, einen Neuanfang zu beginnen nur noch eine verbrannte Landschaft übrig bleibt.
                          Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                          Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                          Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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                          • Heibuder
                            Forum-Teilnehmer
                            • 10.02.2008
                            • 751

                            #14
                            Zitat Wolfgang: "... an die Ortsstellen des Bundes der Danziger gerichtete etwas konfuse Schreiben vom 01.10.2008 mit dem die Auflösung angekündigt wurde, ..."


                            Hat der BdDA eigentlich eine gerichtlich abgesegnte Satzung? Er ist doch ein e.V.! Ich habe den Eindruck, dass der gealterte Vorstand des Bundes keine Ahnung von geregelter Vereinsführung hat.
                            Es grüßt der Heibuder!

                            "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

                            Kommentar

                            • Wolfgang
                              Forumbetreiber
                              • 10.02.2008
                              • 11623

                              #15
                              Zitat Wolfgang: "In der Novemberausgabe von "Unser Danzig" wird nun bekannt gegeben, dass "Unser Danzig" zum Jahresende eingestellt wird"


                              Was im November angekündigt wurde, ist nun Knall auf Fall eingetreten. "Unser Danzig" wurde nach 60 Jahren eingestellt. Mit der Dezemberausgabe ist Schluss, aus, basta. Der innere Führungszirkel des Bundes der Danziger hat beschlossen, dass aufgehört wird und so ist es. Autoritär, undemokratisch -wie auch die Auflösung des Bundes der Danziger über die Bühne gehen soll-, ohne eventuelle zukunftsorientierte Lösungsmöglichkeiten auch nur zu erwägen, ist es nun ratzfatz zu Ende gegangen. Nach Bulldozer-Manier kam der Bagger mit Abrissbirne und schuf Fakten: Es ist aus, da mögen noch so Viele schreien und ihr Bedauern äußern. Nach dem Selbstverständnis Einiger in der Führungsetage mag das nur logisch sein: "Wir sind die letzten "echten" Danziger und nach uns kommt nichts mehr". Also: Nach uns die Sintflut, nur die Echten sind echt, alle andere sind nur "nachgemachte Danziger" (an mich gerichtete Originalaussage auf einem Bundestreffen der Danziger).

                              Die Einstellung von "Unser Danzig" war absehbar, sie mag nun vielleicht sogar unabwendbar gewesen sein. Zu lange hielt man an alten Konzepten fest, hatte nichts mehr zu sagen -und wenn man was sagte, war es häufig falsch-, berichtete kaum mehr über Interessierendes. Man greife nur einmal zu einer 50 Jahre alten Ausgabe: Diese ist auch heute noch frisch, teils sogar wirklich aktuell zu lesen, während das was im vergangenen Jahrzehnt verzapft wurde, großenteils aus immer wiederkehrenden Wiederholungen früherer Ausgaben oder anderer Publikationen bestand. Einschläfernd, wirklich langweilig. Das echte Leben kam nicht mehr vor, dafür aber -in abnehmender Zahl- Todesanzeigen.

                              ABER: "Unser Danzig" muss als Gesamtwerk gesehen werden. Wolfgang Federau, der erste Redakteur, legte die Grundsteine für eine Auflage die die Zwanzigtausend erreichte. Auch später kamen gute Redakteure nach. Es war ein spannendes, ein hochinteressantes Blatt, das nicht nur das wichtigste Bindeglied zwischen den Exil-Danzigern bildete, sondern die gesamte Nachkriegsgeschichte der Danziger bis heute aufzeigte. Auch wenn Manches einseitig, verdreht oder vielleicht auch falsch dargestellt wurde: "Unser Danzig" ist als Gesamtwerk ein Zeitdokument das darauf wartet, Thema einer Doktorarbeit zu werden.

                              Trotzdem will ich noch auf ein Manko aufmerksam machen: Die direkte Beteiligung des "einfachen" Danzigers war offensichtlich stets unerwünscht. Es gab praktisch nie Leserbriefe, auch interessante Beiträge fielen der Zensur zum Opfer, und zumindest in den letzten Jahren überlebte sich die Zeitung einfach. Außer Kurzberichten aus den "Ortsstellen" des Bundes der Danziger kam nichts. Wieviel Abonnenten mag es zum Schluss noch gegeben haben? Hundert, zweihundert, dreihundert?

                              Heimlich, still und leise wurde "Unser Danzig" nun in den Orkus geworfen. Einen würdigen, ja, auch melancholisch stimmenden Abgesang schrieb Dieter W. Leitner (wer ist das eigentlich?) in der letzten Ausgabe unter dem Titel "Abschied von UNSER DANZIG". Ich zitiere einige Sätze:
                              - "Jetzt ist es ein Generationenproblem, wir sind ein aussterbender Verein"
                              - "Seit dem Kniefall Willy Brandts 1970 in Warschau und spätestens nach dem Deutsch-Polnischen Vertrag von 1990 erkannten auch die Danziger die Unverletzlichkeit der Grenze an. Die nationalen Ansprüche auf die Heimat wurden durch die Geschichte gegenstandslos."
                              - "Mit Trauer nehmen wir Abschied"

                              Ich bin stolz, alle 60 Jahrgänge von der ersten bis zur letzten Ausgabe zu besitzen. Trotz aller von mir über die letzten Jahrgänge geäußerten Kritik finde ich es schade -ja, die Einstellung bildet geradezu eine Zäsur, einen finalen Abgesang!-, dass "Unser Danzig" aufgehört hat zu bestehen.
                              Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                              Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                              Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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