AW: Suche Kresin in Danziger Adreßbuch 1918
Im Brösener Weg geboren, in Neuschottland zur Schule gegangen und als junger Mann in Langfuhr gewohnt,
bin ich, als ich 16/17 Jahre alt war, jedes Wochenende bei Reinhold Kresin, Besitzer von "Kresins Festsälen"
zum Tanzen gegangen. Das bekannte Tanzlokal mit einem großen Saal und einem Riesenpropeller an der Decke
befand sich im Brunshöfer Weg in Langfuhr. Heute ist in dem Haus, im 1. Stock die Deutsche Minderheit zu
Hause, bei der ich in den letzten Jahren, 2005 / 2006 bis 2011 zu Besuch war. Weil ich nicht polnisch lesen
kann, weiß ich nicht was im ehemaligen Lokal von Reinhold Kresin und in seinem Festsaal heute passiert.
Es ist auch heute nicht mehr von grßem Interesse für mich, da meine Tanzerei als alter Mann ein wenig
nachgelassen hat. Entsinnen kann ich mich noch, daß damals eine "Tanzschleife" 15 Pfennige kostete.
Die bunte Papierschleife war gleichzeitig "Eintrittsgeld". Sie hatte jeden Tag eine andere Farbe und sie wurde
mit einer Patentsicherung so an der Kleidung befestigt, daß sie nur durch Durchreißen entfernt werden - und
nicht ein zweites Mal benutzt werden konnte. Ein Bier von der Danziger Aktien-Bierbrauerei kostete 20 Pfennig.
Für einen Schnaps "Weißer mit Punkt" nahm Reinhold auch 20 Pfennig. Danziger Machandel war teurer.
Den Preis weiß ich nicht, da ich nie mehr als einen Gulden für einen Besuch bei "Reinhold" ausgab. Manchmal
kam ich mit 35 Pfennig aus. Tanzschleife und ein Bier. (Dauerbier) Über weitere, wunderschöne Erlebnisse
bei Reinhold möchte nicht schreiben. Es waren Erlebnisse, die so unvergeßlich sind, daß sie einfach nicht mit
Worten zu beschreiben sind. Jedenfalls nicht von mir. Ich habe zwar in Danzig den Beruf eines Schriftsetzers
erlernt, zum Schriftsteller, der Gefühle beschreiben kann, hat es nie gereicht.
Heute wohne ich an der gleichen Ostsee an der Brösen liegt, in Warnemünde. Bin aber jedes Jahr bis zu
drei Mal in Danzig, sammle alles über Danzig, bin jedes Jahr auf dem "Dominikanermarkt", der zwar nicht mit
dem "Danziger Dominik" zu vergleichen ist, wie wir ihn aus der Freistaatzeit kennen.
Im Brösener Weg geboren, in Neuschottland zur Schule gegangen und als junger Mann in Langfuhr gewohnt,
bin ich, als ich 16/17 Jahre alt war, jedes Wochenende bei Reinhold Kresin, Besitzer von "Kresins Festsälen"
zum Tanzen gegangen. Das bekannte Tanzlokal mit einem großen Saal und einem Riesenpropeller an der Decke
befand sich im Brunshöfer Weg in Langfuhr. Heute ist in dem Haus, im 1. Stock die Deutsche Minderheit zu
Hause, bei der ich in den letzten Jahren, 2005 / 2006 bis 2011 zu Besuch war. Weil ich nicht polnisch lesen
kann, weiß ich nicht was im ehemaligen Lokal von Reinhold Kresin und in seinem Festsaal heute passiert.
Es ist auch heute nicht mehr von grßem Interesse für mich, da meine Tanzerei als alter Mann ein wenig
nachgelassen hat. Entsinnen kann ich mich noch, daß damals eine "Tanzschleife" 15 Pfennige kostete.
Die bunte Papierschleife war gleichzeitig "Eintrittsgeld". Sie hatte jeden Tag eine andere Farbe und sie wurde
mit einer Patentsicherung so an der Kleidung befestigt, daß sie nur durch Durchreißen entfernt werden - und
nicht ein zweites Mal benutzt werden konnte. Ein Bier von der Danziger Aktien-Bierbrauerei kostete 20 Pfennig.
Für einen Schnaps "Weißer mit Punkt" nahm Reinhold auch 20 Pfennig. Danziger Machandel war teurer.
Den Preis weiß ich nicht, da ich nie mehr als einen Gulden für einen Besuch bei "Reinhold" ausgab. Manchmal
kam ich mit 35 Pfennig aus. Tanzschleife und ein Bier. (Dauerbier) Über weitere, wunderschöne Erlebnisse
bei Reinhold möchte nicht schreiben. Es waren Erlebnisse, die so unvergeßlich sind, daß sie einfach nicht mit
Worten zu beschreiben sind. Jedenfalls nicht von mir. Ich habe zwar in Danzig den Beruf eines Schriftsetzers
erlernt, zum Schriftsteller, der Gefühle beschreiben kann, hat es nie gereicht.
Heute wohne ich an der gleichen Ostsee an der Brösen liegt, in Warnemünde. Bin aber jedes Jahr bis zu
drei Mal in Danzig, sammle alles über Danzig, bin jedes Jahr auf dem "Dominikanermarkt", der zwar nicht mit
dem "Danziger Dominik" zu vergleichen ist, wie wir ihn aus der Freistaatzeit kennen.
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