Wo kommen die Woyke / Woycke her?

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  • JuHo54
    Forum-Teilnehmer
    • 11.12.2008
    • 2377

    #16
    AW: Wo kommen die Woyke / Woycke her

    Hallo Susanne,
    ich habe doch tatsächlich in meinem Stammbaum auch einen Woyke ( sehr, sehr weit entfernt) in der Schreibweise "Woike": Carl Ludwig Woike * um 1826 °° Sobbowitz 1854 Caroline Trick, er war Gasthofbesitzer in Dirschau (:-)... also doch nicht so selten wie du ja schon bei Wolfgang festgestellt hast....
    Liebe Grüße
    Jutta
    Jeder Tag ist ein kleines Leben für sich.

    Artur Schopenhauer* 1788 Danzig

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    • MueGlo
      Forum-Teilnehmer
      • 11.03.2010
      • 1120

      #17
      AW: Wo kommen die Woyke / Woycke her?

      Moin, Susanna,

      prima, ein interessanter Beitrag.

      Abgesehen von den unten bereits aufgeführten Woyke / Woike (sowie mit ck) finden sich bei Dorothea Weichbrodt / DANZIGER GENEALOGISCHE TAFELN eine ganze Reihe von Namen, die mit Woy... und Way... beginnen. Siehe

      https://danzigertafeln.vffow.org/suche.php (falls die Namen nicht angezeigt werden: "Wo" bzw. "Wa" eingeben und dann suchen).

      Der älteste dort aufgeführte Woyke wird 1377 erwähnt.

      Im Kirchspiel Steegen finden sich zwischen 1656 und 1792 ca. 36 Woyke-Heiraten ... dazu etliche Woy... (Woynacken, Woyner, Woytak, Woywode, etc.)

      Erstaunlich ist, dass die oftmals mit viel Phantasie ausgestatteten Prediger nie auf die Idee gekommen sind, den gehörten Namen dann "Weuke" zu schreiben ...

      Beste Grüße, Rainer MueGlo
      "Der Mensch lebt, so lange man sich seiner erinnert!" - Afrikanisches Sprichwort

      www.Momente-im-Werder.net --- Adressbücher, Literatur, Werkzeugkasten und Momente im Danziger Werder

      Nachbarn und Hofbesitzer in Groß und Klein Zünder vom 17. bis 20. Jahrhundert:
      http://momente-im-werder.net/01_Offen/31_Gross-Zuender/Nachbarn-GrZ-KlZ/index.htm

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      • Susanna
        Forum-Teilnehmer
        • 06.11.2022
        • 52

        #18
        AW: Wo kommen die Woyke / Woycke her?

        Moin Rainer,

        vielen Dank für den Link und die Infos. Es ist wirklich spannend, dass die Schreibweise sich halten konnte. Möglicherweise, weil sie vor Ort selbstverständlich erschien. Ich gehe da ganz bestimmt noch etwas weiter in die Tiefe und schaue mal, ob ich sonst noch ein paar uralte Namen finde, die es schon vor dem Eintritt in die geschriebene Geschichte gab.

        Beste Grüße aus dem Rheinland
        Susanne

        Kommentar

        • Susanna
          Forum-Teilnehmer
          • 06.11.2022
          • 52

          #19
          AW: Wo kommen die Woyke / Woycke her?

          Hallo Dieter,
          Eduard Friedrich ist mein Ururgroßvater, meine Urgroßmutter war eine Tochter aus erster Ehe, die zweite Ehefrau, Justina Mathilde Wockenfoth war die Frau, die meinen Großvater mit aufzog, weil meine Urgroßmutter alleinerziehend und berufstätig war. Erna Woyke, die Schwester meiner Urgroßmutter war niemals in den USA, es muss sich um eine andere Erna handeln. Soviel hierzu, ich gehe auf ancestry gerade (Wolfgangs Stammbaum immer im Blick) Schritt für Schritt zurück, bei bahnbrechenden zusätzlichen Erkenntnissen würde ich mich melden.
          Viele Grüße
          Susanne

          Kommentar

          • Susanna
            Forum-Teilnehmer
            • 06.11.2022
            • 52

            #20
            AW: Wo kommen die Woyke / Woycke her

            Hallo Jutta,
            herzlichen Dank für deine Antwort. Ja, in Danzig gab es viele Woykes, was meiner Lebenserfahrung und den Eingaben auf Namensatlanten im Internet diametral entgegen steht. Es ist in jedem Fall ein gutes Gefühl, dies nun zu wissen.
            Meine Woykes kamen einige Generationen lang aus Schiewenhorst. Sollten sich etwas mit Dirschau kreuzen, melde ich mich :-) !
            Liebe Grüße
            Susanne

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            • Wolfgang
              Forumbetreiber
              • 10.02.2008
              • 11623

              #21
              AW: Wo kommen die Woyke / Woycke her

              Einen schönen guten Morgen,
              hallo Susanne,

              unsere Woyke waren auch in Danzig recht gut vertreten. Die Stadt war offensichtlich für die Landbewohner ziemlich attraktiv und so zogen auch einige Woyke dorthin. Auch meine Großmutter Hulda und ihre ihre Geschwister Ella und Arthur. Und das war nicht der einzige Woyke-Zweig den es aus der Niederung nach Danzig zog.

              Der Ursprung der Woyke unserer Familie ist in der Niederung und im Großen Werder zu finden. Der erste mir bekannte zur Familie gehörende Woyke war Jakob Woyke, der 1738 ein paar hundert Meter von mir entfernt in der evangelischen Kirche in Fürstenwerder in erster Ehe Elisabeth Schoewe heiratete.

              Ob Woyke aus dem Niederungs-/Werdergebiet auch in andere Gegenden zogen, weiß ich nicht, kann aber möglich sein. Bei meinen bisherigen Recherchen habe ich aber festgestellt, dass die meisten von ihnen eine starke Bodenhaftung aufwiesen und höchstens mal von einem Dorf ins nächste Nachbardorf zogen.

              Schöne Grüße aus Prinzlaff
              Wolfgang
              Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
              Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
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              • MueGlo
                Forum-Teilnehmer
                • 11.03.2010
                • 1120

                #22
                AW: Wo kommen die Woyke / Woycke her

                Moin, Susanna & Wolfgang,

                die Heirat von Jacob Woyke am 01.01.1738 in Fürstenwerder: Leider geht aus dem Eintrag nicht eindeutig hervor ob er Gesell oder Witwer ist ... wißt Ihr, wann er gestorben ist und wie alt er wurde?

                Am 08.02.1705 heiratet in Steegen ein Jacob Woyke, Sohn des Hans Woyke, Mitnachbar in Fürstenwerder, eine Catharina Hasenbarg (-burg, -berg). Ist er identisch mit dem Jacob von 1738 oder sein Sohn?

                Beste Grüße, Rainer MueGlo
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                • Weimaraner
                  Forum-Teilnehmer
                  • 18.01.2018
                  • 307

                  #23
                  AW: Wo kommen die Woyke / Woycke her?

                  Danke Susanne für deine Information, werde diese prüfen und notfalls bei mir berichtigen.
                  Viele Grüße
                  Dieter
                  Du kannst keinen Tag der Vergangenheit ändern. Halte niemals mit einer Hand die Vergangenheit fest, denn du brauchst beide Hände für die Zukunft.

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                  • Susanna
                    Forum-Teilnehmer
                    • 06.11.2022
                    • 52

                    #24
                    AW: Wo kommen die Woyke / Woycke her

                    Moin Rainer,

                    und zugleich sorry für die späte Antwort. Ich treibe mich derzeit tief in altprussichen Forschungen rum, von denen ich gerade sehr begeistert bin, weil sie ein neues Kapitel in meinen Gedanken eröffnet haben.

                    Zu deiner konkreten Frage habe ich definitiv keine Antwort bislang. Ich grabe mich mit dem Stammbaum ganz langsam rückwärts und bin noch nicht am Anfang des 18. Jh.

                    Was ich zu den Woykes aber ganz im Allgemeinen rausgefunden habe - mal ganz unabhängig von meiner Linie: Es gab sie in viel größerer Anzahl in der Gegend um Danzig überall, das altprussische "Pomesanien". Ich habe sogar Woykes in Königsberg gefunden. Es sind dazu, wenn man bedenkt, dass der Name eine regionale Ausprägung ist, richtig viele Woykes im 1. Weltkrieg gefallen, alle aus West- und Ostpreussen. Die bevorzugten Vornamen scheinen Peter, Jacob, Martin im 19., 18. Jh. gewesen zu sein. Wie und ob die miteinander zusammenhängen, daran puzzle ich noch.

                    Das Büchlein mit den Altprussischen Familiennamen ist nach langer Suche in den Antiquariaten der Republik bei mir eingetroffen (ein Lob auf das Internet und auf Google) und man darf Woyke mit Woycke, Wayke, Waike, Weike gleichsetzten, habe ich dort schon gelernt.

                    Ein Umstand muss grundsätzlich immer mitbedacht werden: Den älteren Kirchenbüchern nicht zu trauen. Was bedeutet, man sollte sich niemals darauf verlassen, dass alles drinsteht, was drinstehen sollte. Schon vor Jahrhunderten wurde immer wieder beklagt, wie nachlässig sie geführt wurden. Ergo, auch wenn man nichts findet, bedeutet es nicht, dass nicht doch jemand gelebt hat. In diesem Fall ist Mut zur Lücke erforderlich.
                    Der zweite Umstand ist: In Danzig selbst wurde die Bevölkerung immer wieder verheerend dezimiert (Pest/Cholera/Typhus/Napoleon (!) usw.), diese Phasen setzten sukzessive Wanderungsbewegungen von den umliegenden Ortschaften in Richtung auf die Stadt in Gang. Insofern kann ein wenig Bewegung drin sein, die man bei der Suche berücksichtigen kann.
                    Wenn ich tief in der Vergangenheit der Woykes ankommen, dann melde ich mich wieder ;-). Wolfgang wird mehr wissen.

                    Mit vielen Grüßen aus dem Rheinland
                    Susanne

                    Kommentar

                    • Wolfgang
                      Forumbetreiber
                      • 10.02.2008
                      • 11623

                      #25
                      AW: Wo kommen die Woyke / Woycke her

                      Schönen guten Abend,
                      hallo Rainer und Susanne,

                      der Jacob Woyke der 1705 in Steegen heiratete, war mit großer Wahrscheinlichkeit nicht identisch mit dem Jacob der sich 1738 in Fürstenwerder vermählte. Das vermutlich letzte Kind des in Fürstenwerder lebenden Jacob Woyke war Constantin, der am 05.07.1773 geboren wurde. Leider sind von Fürstenwerder keine Kirchenbücher vor 1714 erhalten geblieben. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gab es neben diesem Jacob Woyke noch mehrere andere Woyke in Fürstenwerder und es kann nur vermutet werden, dass diese verwandtschaftlich verbunden waren. Die Quellensituation ist etwas unübersichtlich, denn Archivalien von Fürstenwerder liegen sowohl in Marienburg als auch in Danzig. Und leider kann ich zur Zeit keine Archivbesuche machen um dort zu recherchieren.

                      Die Woykes kamen in Steegen besonders häufig vor, in Fürstenwerder nicht ganz so oft, aber auch in Bohnsack und Schönbaum sind sie in den Kirchenbüchern zu finden. Gut, die meisten von ihnen waren arme Schlucker, Landarbeiter, Tagelöhner, die sich auf den Höfen verdingten. Wenn es mal einen Ortswechsel in ein Nachbardorf gab, dann war das oft heiratsbedingt. Landflucht gab es kaum. Erst im 20. Jahrhundert zog es die ersten Woyke meiner Familie Richtung Danzig.

                      Schöne Grüße aus dem Werder
                      Wolfgang
                      Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                      Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                      Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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                      • Susanna
                        Forum-Teilnehmer
                        • 06.11.2022
                        • 52

                        #26
                        AW: Wo kommen die Woyke / Woycke her

                        Hallo Wolfgang und Rainer,

                        ich muss das Schicksal der Woykes ganz allgemein doch noch einmal aufnehmen..., an anderer Stelle hatte ich zur altprussischen Herkunft des Familiennamens berichtet. Das zog selbstverständlich nach sich, dass ich mich dann doch komplett durch die altprussische Geschichte gearbeitet habe: back to the roots...;

                        Leider leider ist die Quellenlage dürftig, da die alten Prussen, genau wie die Kelten, keine schriftlichen Zeugnisse hinterließen, archäologisch gesichert ist, dass sie seit 3000 Jahren ansässig waren und auch die Völkerwanderung ihr Gebiet nicht erreichte. Wie immer ist es schon seit dem alten Rom so, dass die Geschichte von den Siegern geschrieben wird (in diesem Fall der Chronist des Deutschen Ordens) und die Geschichte derjenigen, die das Spiel verloren haben, eliminiert und ausgelöscht und verunglimpft wird (siehe Rom und Karthago).

                        Es gibt einige Bücher zum Thema, auch welche, die man flüssig lesen kann ohne Vorkenntnisse. Leider alle naturgemäß auf Ostpreußen fixiert und von Menschen ostpreußischer/ostprussischer, meistens Königsberger Herkunft geschrieben (Westpreußen und damit auch Danzig versank zu historisch-preußischen Zeiten ja leider in provinzielle Bedeutungslosigkeit, Königsberg war Zentrum = Ordensfeste und Krönungsort des ersten "Königs von Preußen").

                        Lange Rede kurzer Sinn bzw. nun endlich der Bezug zu den Woykes und den weiteren "übriggebliebenen" Prussen: Sie waren jahrhundertelang faktisch entrechtet, wurden von ihren Ländern vertrieben, durften nur unfruchtbares Land bebauen und auch weniger als die Neusiedler, mussten jedoch identische Abgaben bezahlen, durften lange lange nicht die Schule besuchen, später nur bis 500 zählen lernen und schreiben nur ihren Namen; durften grundsätzlich nur niedere Dienste verrichten, waren quasi Leibeigene; in die Stadt durften sie nicht ziehen, wenn sie nicht spurten, wurden ihnen ihre Kinder weggenommen usw., man kann die Aufzählung verlängern. Später wurden sie übrigens ganz bevorzugt in zwei Weltkriegen "verheizt", jedenfalls die, die noch da waren. Nach 1871 nahmen wohl viele die Gelegenheit zur Freizügigkeit war und zogen nach Hamburg oder auch in den Ruhrpott für Arbeit.

                        Ein nicht uninteressantes Kapitel der Deutschen "Kolonialgeschichte", die Prußen waren die Arbeitstiere, auf denen der Osten aufgebaut wurde. Ich war definitiv einigermaßen erstaunt, noch niemals zuvor davon gehört zu haben und natürlich selbstredend erschüttert!

                        Selbstverständlich bringen es die wenigsten Menschen dann zu etwas, sie blieben in der Tat über Jahrhunderte "arme Schlucker", wie du das genannt hast, Wolfgang (das schließt jetzt endlich den Bogen meines Romans, mit dem ich andeuten wollte, dass die Welt nie einfach ist..., ).
                        Vielleicht waren einige Dinge im 19. Jh. dann schon etwas leichter aber wer Jahrhunderte nur die Drecksarbeit erledigen durfte wird danach nicht umgehend Bürgermeister.... jedenfalls hat er nicht die allerbesten Voraussetzungen dafür; wenn man anfängt, den Dingen auf den Grund zu gehen, dann wird es meistens kompliziert und genauso oft unschön...

                        Wer möglicherweise jetzt Interesse hat und sich einlesen möchte, der meldet sich gerne. Ich empfehle gerne echte Bücher :-).

                        Mit ganz herzlichen Grüßen aus dem Rheinland
                        Susanne

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                        • MueGlo
                          Forum-Teilnehmer
                          • 11.03.2010
                          • 1120

                          #27
                          AW: Wo kommen die Woyke / Woycke her?

                          Moin, Susanna & Wolfgang,

                          Susanna: An der Literaturliste wäre ich natürlich interessiert. Stellst Du sie hier ein?

                          Deine Ausführungen bzgl. der Prussen sind interessant. These: Das bezieht sich alles auf Ostpreussen und nicht auf Weichsel-Mündungsgebiet. Denn bekanntlich gab es dort keinen Adel, kein Bauernlegen, keine Güter - abgesehen von einigen Staatsgütern der Stadt Danzig - keine Leibeigenschaft. Stattdessen freie, selbstbewußte Nachbarn.

                          Wolfgang: Die Woyke im Kirchspiel Steegen sind zwischen 1659 und mindestens bis ca. 1750 - bin da noch nicht ganz durch - Nachbarn, Gärtner, Schipper, Krüger, gelegentlich auch mehreres zusammen; also keine "armen Schlucker, Landarbeiter, Tagelöhner".

                          - 1659 heiratet George Woyke, Gesell, Nachbar, Krüger in Pasewark eine Anna NN, Witwe des Martin Schultz, Nachbar & Höcker in Käsemark
                          - 1668 heiratet Martin Woyke, Gesell, Nachbar, Maria Mally, Tochter des Martin dÄ Mally, Pasewark, und 1691 Maria von Kolm, Tochter von Cornelius von Kolm, Nachbar & Schultz in Pasewark (8-fachter Urgroßvater)
                          - 1691 heiratet ein Martin Woyke, der aus Pommern stammt.
                          Und so geht das weiter.

                          Schaut man sich die Heiraten der Woykes danach an tauchen etliche im Kirchspiel bekannte Namen auf, die jahrhundertlang im Kirchspiel Steegen eine Rolle spielen. Sprich: Sie sind integriert, das Pruzzentum spielt keine Rolle.

                          Ob es dann in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts und / oder im 19. Jahrhundert einen Abstieg der Woyke zu armen Schluckern, Landarbeitern, Tagelöhnern gegeben hat, kann ich bislang nicht übersehen.

                          Nur, wenn dem so ist, dann hat das nichts mit ihren Pruzzen-Wurzeln zu tun ... das ist anderen Familien, die niemals etwas mit den Pruzzen zu tun hatten, auch passiert.

                          Im übrigen listet Dorothea Weichbrodt bei den Danziger Patrizierfamilien bereits im 14. Jahrhundert Woyke auf ...



                          Und was die Gefallenen in den Befreiungskriegen bis zum Wk II betrifft: Da wurden grundsätzlich an vorderster Front erst einmal die Söhne der "unteren" Schichten verheizt ... unabhängig von ihren Wurzeln.

                          Beste Grüße, Rainer MueGlo
                          "Der Mensch lebt, so lange man sich seiner erinnert!" - Afrikanisches Sprichwort

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                          Nachbarn und Hofbesitzer in Groß und Klein Zünder vom 17. bis 20. Jahrhundert:
                          http://momente-im-werder.net/01_Offen/31_Gross-Zuender/Nachbarn-GrZ-KlZ/index.htm

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                          • Susanna
                            Forum-Teilnehmer
                            • 06.11.2022
                            • 52

                            #28
                            AW: Wo kommen die Woyke / Woycke her?

                            Moin Rainer,

                            Jahre später ;-) und mit der Bitte um Entschuldigung dafür (und nach einem langen und intensiven Familienforschungs-Umweg über Dithmarschen/Schleswig-Holstein auf dringendsten Wunsch einer noch unter uns weilenden Mutter) bin ich seit dem Herbst wieder sehr verstärkt im Werder unterwegs mit der Familienforschung zu den Woykes und mit der ältesten Geschichte und bislang auch gut voran gekommen. Ich persönlich mag es, in der ältesten Vergangenheit rumzuwühlen bzw. den Weg bis zu den Anfängen zu finden.
                            Zu den alten Prußen und ihren Sitten ist eine gute Zusammenfassung, wenn auch etwas "aufgebracht" geschrieben: Beate Szillis-Kappelhoff: Prußen - die ersten Preußen. Die Fakten, die sie aufführt, liest man überall, einfach weil es mehr an Fakten nicht gibt. Aber sie hat darüber hinaus offenbar persönliche Einblicke aus Familienüberlieferung, das macht es lebendig.

                            Ich suche aktuell unter anderem "meine" Woykes (diese zuletzt in Schiewenhorst, wo sie sich mit ältesten Einwohner-Zweigen dort und in Schnakenburg vermischten) weiter, im Moment stecke ich in Tiegenhof sehr fürchterlich fest bei einem Jacob Woike, der 1803 dort als "Einwohner" verstorben ist. Er ist in zweiter Ehe mit der Enkelin eines Wassermüllers verheiratet und es gibt einen Müller mit identischem Namen Jacob Woike, so dass ich Familien-Zusammenhänge vermute aber noch nicht belegen kann wie genau, weil ich den Eindruck habe, dass dort viele Aufzeichnungen einfach fehlen, die logisch da sein müssten. Den Grund versuche ich gerade zu verstehen bzw. frage mich, was ich übersehen habe.

                            Darüber hinaus beschäftige ich mich mit der ältesten Geschichte in den Werdern an sich und auch da gibt es sehr interessante Literatur im Nachdruck und auch über Google Books, die das Leben der Altvorderen lebendig werden lassen. Die Sozialgeschichte berichtet von gut situierten Höfen und auch bitterer Armut, letzteres speziell zu Zeiten der Schwedenkriege.

                            Beste Grüße
                            Susanna

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                            • Lavendelgirl
                              Forum-Teilnehmer
                              • 11.01.2015
                              • 4013

                              #29
                              AW: Wo kommen die Woyke / Woycke her?

                              Hallo Susanna,
                              dein Jacob WOIKE starb im Jahr 1803 im Alter von 72 Jahren.
                              Es gibt im Kirchenbuch von Garnsee eine Taufe eines Jacob WOYKE, welcher am 24.05.1734 geboren wurde und am 27.05.1734 in Garnsee getauft wurde.
                              Vater war ein Jacob WOYKE, Mutter hieß Maria.
                              Vielleicht hilft es dir weiter...?

                              https://www.familysearch.org/ark:/61...015626&lang=de
                              Viele Grüße
                              Frank
                              Ein kleines Dankeschön für eine gegebene Antwort sollte doch für jeden machbar sein.

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                              • MueGlo
                                Forum-Teilnehmer
                                • 11.03.2010
                                • 1120

                                #30
                                AW: Wo kommen die Woyke / Woycke her?

                                Moin, Susanna,

                                das die Kirche in Tiegenhof erst in den 1780-er Jahren startet nuss man bei einem † 1803 im Kb Tiegenhof auch im Kb Tiegenort schauen; diese Kirche war bis ca. 1780 für die gesamte Gegend zuständig, danach nur noch für einen kleineren Teil.

                                Beste Grüße, Rainar MueGlo
                                "Der Mensch lebt, so lange man sich seiner erinnert!" - Afrikanisches Sprichwort

                                www.Momente-im-Werder.net --- Adressbücher, Literatur, Werkzeugkasten und Momente im Danziger Werder

                                Nachbarn und Hofbesitzer in Groß und Klein Zünder vom 17. bis 20. Jahrhundert:
                                http://momente-im-werder.net/01_Offen/31_Gross-Zuender/Nachbarn-GrZ-KlZ/index.htm

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