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  • Sonde
    Forum-Teilnehmer
    • 17.02.2019
    • 117

    #1

    Witt

    Hallo zusammen,

    laut meinen Unterlagen lag der Sohn einer Oma im März 1945 verwundet im Krankenhaus Petershagen. Aufgrund der herannahenden Front musste er zurückgelassen werden. Spätere Suchanfragen blieben ohne Erfolg. Bis heute weiß niemand in der Familie etwas darüber, was aus dem Verwundeten geworden ist. Weiß jemand, wo das Krankenhaus Petershagen lag? In Praust bei Danzig? Gibt es noch heute Krankenakten aus der damaligen Zeit, wo ggf. ein Entlassungsdatum oder Todesdatum hinterlegt ist? Es handelt sich um folgenden gesuchten:

    *08.06.1936, Gotthard Anton Witt, eingeliefert am 15./16.März 1945, verwundet durch eine explodierende Granate im Hof.

    Ich bitte ggf. um Hinweise, ob und wie hier noch nachgeforscht werden kann. Vielen Dank.

    Viele Grüße
    Daniel
  • Martin_94
    Forum-Teilnehmer
    • 07.02.2019
    • 21

    #2
    AW: Witt

    Hallo Daniel,
    bin ganz neu in diesem Forum und habe gerade auf einer alten Landkarte einen Ort Petershagen gesehen. Dieser liegt an der Tiege, südöstlich von Tiegenhagen (wenige Kilometer) und nördlich von Tiegenhof. Ich weiß aber nicht, ob es mehrere Petershagen gibt.
    Gruß Martin

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    • sarpei
      Forum-Teilnehmer
      • 17.12.2013
      • 6085

      #3
      AW: Witt

      Hallo Daniel, hallo Martin,

      bei der Lokalisierung und Feststellung des Quellenstandes hilft die Web-Seite http://www.westpreussen.de/cms/ct/ortsverzeichnis.php bzgl. Westpreussen eigentlich immer weiter.


      Viele Grüße

      Peter

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      • Martin_94
        Forum-Teilnehmer
        • 07.02.2019
        • 21

        #4
        AW: Witt

        Hallo Peter, vielen Dank für deinen Hinweis. Viele Grüße Martin

        Kommentar

        • Sonde
          Forum-Teilnehmer
          • 17.02.2019
          • 117

          #5
          AW: Witt

          Hallo Peter, hallo Martin, hallo zusammen,

          ich danke Euch für Eure Hinweise. Ich habe nun auch selber das Dorf Petershagen gefunden auf diversen Karten gefunden. Weiß denn jemand, ob sich in Petershagen bei Tiegenhagen 1945 ein Krankenhaus befand? Ich habe schon unter Google gesucht. Ohne Erfolg. Zu Krankenhäusern auf dem Land in Westpreußen gibt es wenig Informationen. Am 20.11.2009 hatte hier Wolfgang über das Dorf Petershagen berichtet. Ein Krankenhaus wurde in der dörflichen Beschreibung jedoch nicht erwähnt. Hat jemand von Petershagen nahe Tiegenhagen Ortskenntnisse und kann etwas hinsichtlich eines Krankenhauses sagen?

          Viele Grüße aus Berlin
          Daniel

          Kommentar

          • sarpei
            Forum-Teilnehmer
            • 17.12.2013
            • 6085

            #6
            AW: Witt

            Hallo Daniel,

            eine Ortschaft von der Größe eines Peterhagen hat kein Krankenhaus. Zumindest lassen sich keine entsprechenden Hinweise finden. Das ist aber eine Aussage, die ich bzgl. 'normaler' Verhältnisse mache - die lagen nun allerdings im März 1945 wirklich nicht vor! Ich möchte nun auch gar nicht darüber mutmaßen, welche Räumlichkeiten zu dem Zeitpunkt alles als 'Krankenhaus' herhalten mussten.

            Wer der Meinung ist, dass ab März 1945 noch Krankenakten geführt wurden, hat sich über die Verhältnisse zu diesem zeitpunkt nicht informiert. Das, was möglicherweise auf Papier gebracht wurde, ist 'ersoffen', verbrannt, zerfleddert oder entsorgt ... .


            Viele Grüße

            Peter

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            • Sonde
              Forum-Teilnehmer
              • 17.02.2019
              • 117

              #7
              AW: Witt

              Hallo Peter, hallo zusammen,

              ich habe mir einmal die Stadtteile in Danzig etwas näher angesehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass es in Danzig einen Stadtteil gab der Petersagen hieß. Petershagen lag direkt unter dem Bischofsberg, nahe dem Stadtteil Altschottland. (siehe folgenden Link einer Karte aus dem Jahre 1938)
              Hier k nnen Sie den Stadtplan von Danzig - Mit Langfuhr 1:8.000 (~ 1930), v llig kostenlos und uneingeschr nkt online abrufen. Im Landkartenarchiv finden Sie ber 200 verschiedene historische Stadtpl ne, aus dem Zeitraum von 1903 bis 1945. Die Stadtpl ne geh rten vor dem 2. Weltkrieg zu den besten Stadtpl nen der Welt.

              Direkt neben der Haltestelle Petershagen befand sich das Hospital Gertrud. Ich halte es für möglch, dass der Sohn meiner Oma in diesem Krankenhaus untergebracht wurde. Da der Unfall in Praust passierte, ist es denke ich, wahrscheinlicher, dass der Verwundete in diesem Krankenhaus in Danzig statt in Petershagen bei Tiegenhagen behandelt wurde. Gibt es dieses Krankenhaus unter einem anderen Namen auch heute noch und weiß jemand wie es heißt? Wenn ich die Karte von Danzig 1938 und heute vergleiche komme ich auf keinen gemeinsamen Nenner.

              Viele Grüße
              Daniel

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              • love danzig
                Forum-Teilnehmer
                • 09.11.2015
                • 1494

                #8
                AW: Witt

                Hallo, Daniel.
                Das Krankenhaus- Szpital wurde 1945 zerstört.
                Grüße Roman

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                • Fischersjung
                  Forum-Teilnehmer
                  • 10.11.2015
                  • 5603

                  #9
                  AW: Witt

                  Hallo Daniel,
                  nach dem Beitrag von Roman, danke dafür, und dem Bild der gesuchten Kirche mit Hospital,
                  Übersetzen Sie kostenlos aus Englisch in Deutsch mit genauen Ergebnissen. Millionen verwenden Bing täglich, um mehr als 100 Sprachen zu übersetzen – probieren Sie es jetzt aus!

                  verweise ich auf den Thread:
                  https://www.danzig.de/showthread.ph...alvator-Kirche
                  Viele Grüße von Joachim

                  Kommentar

                  • sarpei
                    Forum-Teilnehmer
                    • 17.12.2013
                    • 6085

                    #10
                    AW: Witt

                    Hallo Daniel!

                    Hier noch ein anderer Auszug aus einem Stadtplan:

                    [ATTACH=CONFIG]23869[/ATTACH]

                    Hospital St. Gertrud
                    Günther-Schaffner-Wall 9 (jetzt: Trakt Świętego Wojciecha)

                    Alten- und Pflegeheim; Stiftung

                    heute auf Basis Google StreetView unter der Anschrift 'Gdansk Trakt Świętego Wojciecha 9' und Umgebung keine Überreste zu erkennen

                    Informationen aus der Heimatortkartei Danzig-Westpreussen:

                    Erich Richard Hermann WITT
                    * 05.05.1908 in Arnswald (Kr. Neumark), ev.
                    wohnte in der Straße Schleuse Nr. 5 in Praust; nach dem Krieg Vorsteigstr. 12 in Stuttgart

                    Ehefrau Gertrud Maria KOSCHMIEDER
                    * 16.02.1915 in Rosenberg, kath.
                    Dänemark-Flüchtling
                    Kinder: Gotthard Anton (der Vermisste), Joachim Hermann, Horst Günther, Adelheid Gertrud
                    (Geburtsdaten liegen vor)

                    Der Schüler Gotthard WITT wurde am 08.06.1936 in Praust geboren.
                    Er soll am 15.03.1945 verwundet worden sein.
                    Vom 24.03.1945 soll eine letzte Nachricht von ihm gekommen sein; Dritte sollen ihn angeblich in Danzig-Langfuhr gesehen haben.

                    Am 07.03.1955 gab es eine Rundfunkdurchsage:
                    4. Aus Danzig-Praust, Schleuse 5, wird Gotthard WITT, geboren am 8. Juni 1936, gesucht von seinem Vater Erich WITT und Mutter Gertrud WITT. Gotthard befand sich im März 1945 im Krankenhaus Danzig-Langfuhr und soll im Mai 1945 in das Waisenhaus Danzig-Altschottland gekommen sein.
                    (gleichlautend am 31.03.1955 in Dt. Suchdienst-Ztg. Nr. 6 auf der Seite 7)


                    Viele Grüße

                    Peter
                    Angeh

                    Kommentar

                    • Sonde
                      Forum-Teilnehmer
                      • 17.02.2019
                      • 117

                      #11
                      AW: Witt

                      Hallo Peter, hallo Joachim, hallo Roman,

                      unfassbar, was ihr alles herausgefunden habt! Vielen lieben Dank! Die wichtigste Neuigkeit ist erst einmal, dass der Vermisste überlebt hat und der zuletzt bekannte Aufenthaltsort der Wahrscheinlichkeit nach das Waisenhaus Danzig-Altschottland war. Meine Großeltern hatten bis zum Schluss keine Erkenntnisse darüber. Ich weiß nicht genau wieviele Vermisstenanzeigen sie aufgegeben hatten. Vermutlich waren der Vermisste und die Behörden in Danzig davon ausgegangen, dass die Eltern nicht überlebt haben. Gibt es denn Möglichkeiten nachzuforschen, bei welchen Pflegeeltern er untergebracht wurde und wo er gelebt hatte? Ich schließe nicht aus, dass er in Polen geblieben ist, da die Ahnen mütterlicherseits von Gotthard vermutlich teilweise kaschubischer Herkunft waren (Rozynski und Pelplinski oder Peplinski). Bei welcher Behörde könnte man da nachfragen? Immerhin war der Krieg im Mai 1945 in Danzig bereits zu Ende, und vielleicht wurde etwas schriftliches festgehalten, was noch erhalten geblieben ist. Ich möchte noch ergänzen, dass der jüngere Sohn Joachim Hermann ebenfalls durch die Explosion der Granate im Hof in Praust verwundet wurde. Joachims Verletzungen waren jedoch so stark, dass er laut der mir vorliegenden Sterbeurkunde am 16.03.1945 im Stadtkrankenhaus in Danzig seinen Verletzungen erlag.
                      Die Geburtsdaten meines Onkels und meiner Mutter sind mir natürlich bekannt . Da ich meine Kindheit und Jugendzeit in Stuttgart verbracht hatte, war ich häufig bei meinen Großeltern zu Besuch.
                      Zusatzfrage: Habe ich das richtig verstanden, dass Gotthard im März 1945 nicht im Hospital St. Gertrud sondern die ganze Zeit im Krankenhaus Danzig-Langfuhr lag? Auf St. Gertrud bin ich nur deshalb gekommen, weil in dem Schreiben meiner Großeltern vom 09.03.1955 an den Kindersuchdienst Hamburg als letzter Aufenthaltsort von Gotthard das Krankenhaus Petershagen genannt wurde. Übrigens: Heute befindet sich an der Stelle des Hospitals St. Gertrud offenbar ein Sportzentrum/Stadion (Boisko sportowe Centrum Kształcenia Ustawicznego (Gdańsk)).
                      (http://wikimapia.org/#lang=de&lat=54...44528&z=16&m=w)


                      Schöne Ostern und viele Grüße
                      Daniel

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                      • sarpei
                        Forum-Teilnehmer
                        • 17.12.2013
                        • 6085

                        #12
                        AW: Witt

                        Einen schönen guten Morgen, Daniel!

                        Bzgl. des Waisenhauses tippe ich auf das Knabenwaisenhaus unter der Anschrift 'Radauneufer 55/56':

                        [ATTACH=CONFIG]23871[/ATTACH]

                        Bzgl. der weiteren Nachforschungen ist meine persönliche Meinung: unrealistisch. Es handelt sich um die letzten Kriegstage, erst stecken die Russen Danzig in Brand, dann kommen die Polen. Für die Deutschen heißt das Chaos und völlige Missachtung. Im Allgemeinen kann von einer funktionierenden Verwaltung erst ab 1947/1948 ausgegangen werden. Das ist dann auch der Zeitpunkt massiver Ausweisung der Deutschen.

                        Wo du nachfragen könntest? Möglicherweise gibt es das Waisenhaus noch oder du wendest dich an das Staatsarchiv in Gdansk. Ich verstehe den Wunsch nach Gewissheit oder Klarheit, habe aber wie bereits geschrieben keine Hoffnung.

                        Ich habe das in Kurzform wiedergegeben, was auf den Karteikarten steht. Die kann ich dir auch gerne zuschicken, wenn du mir deine Mail-Adresse via 'Persönliche Nachricht' zusendest. Über St. Gertrud stand da nichts - das heißt aber nicht, dass es ausgeschlossen ist.


                        Viele Grüße

                        Peter
                        Angeh

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                        • Timba
                          Forum-Teilnehmer
                          • 26.07.2018
                          • 51

                          #13
                          AW: Witt

                          Zu dem Waisenhaus, wenn es das noch gibt wohl nicht an der Stelle.
                          Dort war ich letztes Jahr, da meine Großmutter dort um die Ecke geboren wurde und lebte.

                          Das Gebäude an sich steht noch, so habe ich es in Erinnerung. Aber es stand dort nichts direkt von einem Waisenhaus oder ähnlichem.
                          Ein Stück weiter rauf ist ja eine Kirche, das Gelände war größtenteils eingezäunt und nicht direkt einsehbar.


                          Zu Witt:
                          Ist hier vielleicht eine Verbindung zu der geborenen Anna Witt bekannt? Diese heiratete später Johann Kass(Kaß).
                          Weitere Daten zu Ihr habe ich bisher noch nicht, da ich noch nicht weiter in die Tiefe geforscht habe.
                          Dürfte aber weiter in der Vergangenheit liegen meine Anna Witt, da eine Tochter von 1888 geboren wurde.

                          Kommentar

                          • Sonde
                            Forum-Teilnehmer
                            • 17.02.2019
                            • 117

                            #14
                            AW: Witt

                            Hallo Timba, hallo zusammen,

                            da ich gerade für meine Familie einen Stammbaum zusammenstelle und selber in der Linie Witt nicht wirklich weiter komme, kommt mir Deine Frage, Timba, gerade recht. Diese Informationen sind mir bekannt:

                            Herman Witt
                            * wann? wo? unbekannt
                            Geschwister unbekannt
                            + vor 1928, ggf. in Bangschin, Danziger Höhe

                            Ehefrau Wilhelmine Witt, geb. Doerks (evangelisch)
                            * wann? wo? unbekannt
                            Geschwister unbekannt
                            + nach 1928, ggf. in Bangschin, Danziger Höhe

                            Kinder:
                            Erich Witt
                            * 05.05.1908 in Arnswalde, Kreis Neumark
                            + 16.06.1990 in Stuttgart
                            Kinder u. Ehefrau bekannt

                            Anna Muhsal, geb. Witt
                            * 1913 wann, wo?
                            + wann, wo in Zainingen/Römerstein?
                            Ehemann u. Kinder bekannt

                            Erna ?, geb. Witt
                            * wann, wo?
                            + wann, wo? ggf. in den Niederlanden
                            Ehemann u. Kinder unbekannt

                            Frieda ?, geb. Witt
                            *wann, wo?
                            Ehemann u. Kinder unbekannt

                            Herta ?, geb. Witt
                            * wann, wo?
                            + wann, wo?
                            Ehemann u. Kinder unbekannt

                            @Timba: Ob hier eine Verbindung zu Anna Kass bzw. Kaß, geb. Witt besteht, kann nur beantwortet werden, wenn wir etwas über den Vater und Großvater von Herman Witt herausbekommen können. Das dürfte sich aber aufgrund der vorliegenden unzureichenden Daten schwierig gestalten.

                            Könnt ihr Timba und mir hier trotzdem weiterhelfen? Mich würden zusätzlich auch die fehlenden Daten der Geschwister meines Opas, Erich Witt, interessieren. Laut dem Einwohnerbuch der Danziger Landkreise 1927/28 wohnten Wilhelmine, Anna u. Erna Witt in Bangschin. Eine Herta Witt habe ich in diesem Einwohnerbuch in Stuba gefunden. Besteht hier möglicherweise eine familiäre Verbindung?

                            Viele Grüße
                            Daniel

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                            • Lavendelgirl
                              Forum-Teilnehmer
                              • 11.01.2015
                              • 4007

                              #15
                              AW: Witt

                              Hallo Daniel,

                              Hermann WITT starb am 19.12.1919 im Krankenhaus Praust, wohnhaft in Bangschin und wurde am 13.12.1919 in Gischkau beerdigt.
                              Sterbeeintrag Kirchenbuch Nr.11/1919 ev. Kirchenbuch Gischkau
                              Sterbeurkunde Standesamt Praust Nr.66/1919
                              Ein kleines Dankeschön für eine gegebene Antwort sollte doch für jeden machbar sein.

                              Kommentar

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