Rudolf Gnoyke oo Bertha Schettke

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neue Beitr
  • joachim1
    Forum-Teilnehmer
    • 26.10.2008
    • 174

    #16
    AW: Rudolf Gnoyke oo Bertha Schettke

    Guten Abend Frank,

    nachdem ich noch einen eklatanten Fehler in meinen Aufzeichnungen entdeckt habe, passt alles jetzt wie folgt zusammen:

    Großeltern:
    Erdmann Gnoyke, geb. 11.09.1817 in Bodenwinkel (KB Steegen Geburten 1817/177)
    oo am 22.03.1846 in Steegen (KB Steegen, Heiraten 1846/14)
    Christine Gnoyke, geb. 17.03.1824 (KB Steegen Geburten 1824/52)

    Deren gemeinsame Tochter war:
    Mathilde Maria Gnoyke, geb. 08.01.1847 in Bodenwinkel (KB Steegen 1847/8)

    Diese Tochter hat drei (bisher gefundener) uneheliche Kinder:
    Maria Emilie Gnoyke, geb. 27.03.1865 in Bodenwinkel (KB Steegen Geburten 1865/73)
    Rudolf Erdmann Gnoyke, geb. 18.01.1870 in Bodenwinkel (KB Steegen Geburten 1870/23)
    Johann Gottfried Gnoyke, geb. 02.10.1873 in Bodenwinkel (KB Steegen Geburten 1873/253)

    Die Steegener Maria Mathilde gibt es nicht. Hier hatte ich einen dicken Fehler. Ihr Kind habe ich der Maria Mathilde Gnoyke aus Bodenwinkel zugeordnet.

    Jetzt bleibt nur noch eine Mathilde Gnoyke mit ihren 2 Kindern in Stutthof übrig:
    Auguste Wilhelmine Gnoyke, geb. 26.08.1878 in Stutthof (KB Steegen Geburten 1878/225)
    Maria Wilhelmine Gnoyke, geb. 20.05.1881 in Stutthof (KB Steegen Geburten 1881/147)

    Entweder ist die letztgenannte Mathilde tatsächlich eine andere Person oder unsere Maria Mathilde ist mit ihren 3 Kindern zwischenzeitlich von Bodenwinkel nach Stutthof umgezogen.

    Das Besondere an diesem Fall wäre eine Mutter, die mehrere uneheliche Kinder zur Welt gebracht hat…. Es ist allerdings nicht einzigartig.

    danke für Deine Mithilfe. Der entscheidende tipp kam von Dir.

    Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tagesausklang
    joachim

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    • MueGlo
      Forum-Teilnehmer
      • 11.03.2010
      • 1120

      #17
      AW: Rudolf Gnoyke oo Bertha Schettke

      Moin, Joachim,

      "Das Besondere an diesem Fall wäre eine Mutter, die mehrere uneheliche Kinder zur Welt gebracht hat…. "

      Wie schrecklich! Oder?

      Wenn dabei drei verschiedene Väter involviert waren, dann, ja, salopp formuliert, ist da etwas aus dem Ruder gelaufen ...

      Wenn es sich jeweils um den gleichen Vater handelte --- was das KB nicht unbedingt preisgibt --- dann bedeutet das, dass ein Paar ohne kirchlichen Segen zusammenlebt und Kinder zeugt. Warum? Heiraten ist teuer, der Pfarrer ist spitz auf seinen Obolus. Und wer diesen nicht abdrückt wird zornig abgestraft, im KB-Steegen mit fünf Kringeln anstelle des Namens des Vaters: o o o o o . Man kann auch den Namen des Kindes auf dem Kopf / verkehrt herum schreiben, das Kind als "Hurkind" abqualifizieren, die Pfarrer hatten da viel Phantasie, um nicht nur ihren Protest gegen die "Unmoral" auszudrücken sondern auch gegen ihre entgangenen finanziellen Interessen ...

      Kompliziert wird es dann, wenn diese "unehelichen" Kinder heiraten: Unter dem Tauf-Nachnamen der Mutter oder -- da die Eltern irgendwann doch ihre Ehe vor der Kirche absegnen liessen --- dem Namen des Vaters ...

      Ich habe noch einen entsprechenden Glo-Fall in Steegen, den ich Dir noch schicken werde.

      Das alles führt zu einer erweitertern Frage: Warum gibt es im Kirchspiel Steegen relativ viele "uneheliche" Geburten? Warum im Kirchspiel Käsemark im 18. / 19. Jahrhundert so viele? Und warum kaum welche während dieser Zeit in Groß und Klein Zünder? --- Ich muss das noch durchzählen aber nach dem bisherigen Eindruck sind die Unterschiede gravierend!

      Beste Grüße aus Rabat,

      Rainer MueGlo
      "Der Mensch lebt, so lange man sich seiner erinnert!" - Afrikanisches Sprichwort

      www.Momente-im-Werder.net --- Adressbücher, Literatur, Werkzeugkasten und Momente im Danziger Werder

      Nachbarn und Hofbesitzer in Groß und Klein Zünder vom 17. bis 20. Jahrhundert:
      http://momente-im-werder.net/01_Offen/31_Gross-Zuender/Nachbarn-GrZ-KlZ/index.htm

      Kommentar

      • joachim1
        Forum-Teilnehmer
        • 26.10.2008
        • 174

        #18
        AW: Rudolf Gnoyke oo Bertha Schettke

        Guten Morgen Rainer,

        Deine Beobachtungen kann ich nur bestätigen. Und ich sagte ja, es ist kein Einzelfall.

        Ich habe bisher nur noch nicht darauf geachtet. Es gibt mehrere Familien, in denen ich eine Mutter habe , der ich diverse Kinder zuordnen kann aber keine Väter. In den Fällen stimmen zumindest die Geburtsorte der Kinder überein. Diese Orte sind dann erst einmal das gemeinsame Bindeglied, was eine Zuordnung ermöglicht, welche die rekonstruierten "Familien" zusammenhält - ohne Anspruch auf Richtigkeit. Die zeitliche Einordnung der Geburtsdaten zueinander ein Weiteres. Und wenn wir Glück haben, wie in dem beschriebenen Fall - dank des Hinweises auf den noch lebenden Großvater des Kindes - gelingt es, eine belastbare Verbindung zwischen den einzelnen Protagonisten herzustellen. Oftmals jedoch lassen erst Heiraten, Scheidungen oder Sterbefälle weitere Rückschlüsse auf die richtige/falsche Zuordnung der Kinder zu. Und manches mal bleibt es einfach nebulös.

        Die Frage der großen Anzahl unehelicher Kinder hat auch mich schon beschäftigt. zumindest für das Kirchenbuch Steegen bleibt die Zahl über die Jahre 1814 bis 1874 immer auffallend hoch. Über die Gründe kann ich bisher nur spekulieren. Gab es diese hohe Zahl unehelicher Kinder nur bei den evangelischen Kirchen oder decken sie sich mit den vergleichbaren Zahlen katholischer Quellen gleicher Kirchspiele. Offenbar gab es Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden, wie Du schreibst. Aber warum das so war, darüber vermag ich nur zu spekulieren. Eine spannende Frage...

        Viele Grüße aus Oldenburg
        Joachim Gnoyke

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        • love danzig
          Forum-Teilnehmer
          • 09.11.2015
          • 1494

          #19
          AW: Rudolf Gnoyke oo Bertha Schettke

          Hallo ,zusammen.
          Es gab Gebiete in Deutschland ,da war das heiraten um 1800 schon Schwierig. Man verlangte (Pastoren?) das eine eigene Wohnung oder ein Haus den Eheleuten gehört. Das konnte sich aber nicht jedes Paar leisten. Das könnte auch hier zutreffen.
          Grüße Roman

          Kommentar

          • joachim1
            Forum-Teilnehmer
            • 26.10.2008
            • 174

            #20
            AW: Rudolf Gnoyke oo Bertha Schettke

            Guten Abend Roman,

            danke für den Hinweis. Diesen Aspekt hatte ich noch nicht bedacht.

            Viele Grüße
            Joachim

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            • Insel2008
              Forum-Teilnehmer
              • 29.03.2008
              • 779

              #21
              AW: Rudolf Gnoyke oo Bertha Schettke

              Guten Abend,

              aus #17: "Heiraten ist teuer, der Pfarrer ist spitz auf seinen Obolus. Und wer diesen nicht abdrückt wird zornig abgestraft, im KB-Steegen mit fünf Kringeln anstelle des Namens des Vaters: o o o o o ."

              Mit den Kringeln ist mir auch schon mal untergekommen, der Hintergrund dazu war mir aber nicht klar.
              Und wieder etwas dazu gelernt Danke.
              Grüße von Inselchen2008
              Meine Namens-u.Ortsuche:
              https://www.danzig.de/showthread.php?5465-Steinchen-für-Steinchen-zum-Mosaik

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              • Lavendelgirl
                Forum-Teilnehmer
                • 11.01.2015
                • 4013

                #22
                AW: Rudolf Gnoyke oo Bertha Schettke

                Hallo zusammen,

                es wurden aber auch bei Totgeburten die o o o o o geschrieben oder wenn das Kind vor der Taufe starb, zumindest im Kirchenbuch von Steegen.

                Viele Grüße,
                Frank
                Ein kleines Dankeschön für eine gegebene Antwort sollte doch für jeden machbar sein.

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