Standesamtliche Urkunden in Danzig und Berlin

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  • daggel
    Forum-Teilnehmer
    • 09.03.2008
    • 169

    #31
    Hallo Frischula

    ich glaube es werden die schrecklichen Erinnerungen sein. Mein Opa Cord hat auch nie über seine Gefangenschaft der Engländer oder seinen Arbeitseinsatz im Krieg erzählt. Er wollte nicht. Er zog sich lieber zurück und machte das mit sich allein aus.

    Auch Paps erzählte nichts über seine Flucht oder Vertreibung. Wenn er bereit war zu erzählen, dann über Danzig und seine Kindheit dort. Darum weiss ich auch nur so wenig über die Zeit nach Danzig.

    daggel

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    • Frischula
      Forum-Teilnehmer
      • 10.02.2008
      • 273

      #32
      Hallo Daggel,

      ... schon klar! Ich wollte mit meiner letzten Nachricht nur sagen, dass ich sogar meiner noch lebenden Tante (die mit 18 Jahren aus ihrer Heimat Pommern in das "sowjetische" Gefängnis GRAUDENZ im März 1945 abtransportiert wurde) ihr Stillschweigen nach 60 Jahren gebrochen hatte. Sie hatte bisher mit Niemanden über ihre schlimmen Erlebnisse gesprochen.
      Jahrelang hatte ich mit ihr telefoniert und wollte etwas über die Flucht aus Pommern wissen. Nachdem ich ihr aber erzählt hatte, dass ich ihren Geburtsort auf meiner "Exkursion in Polen, im ehemaligen Pommern" besucht hatte, brach Sie in Tränen aus und erzählte mir nun alles ganz genau:surprised:

      Es war für Sie wirklich sehr schwer das nun mitzuteilen, aber hinterher waren wir alle froh darüber und auch sie war nun erleichtert, was sie 60 Jahre alleine vor sich her getragen hatte!

      Greetings
      Frischula

      Kommentar

      • daggel
        Forum-Teilnehmer
        • 09.03.2008
        • 169

        #33
        Ich glaube Opa und Paps hätten sich bestimmt auch wohler gefühlt, wenn sie erzählt hätten. So aber sind sie von uns gegangen und haben ihre fürchterlichen Erlebnisse mitgnommen ohne diese wirklich verarbeitet zu haben.

        Wenn es Deiner Tante jetzt besser geht freue ich mich, denn ich denke soetwas und auch das Ableben eines lieben Menschen kann man nur wirklich verarbeiten, wenn man darüber spricht und seinem Herzen dadurch etwas Luft geben kann.

        daggel

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        • maya1
          Forum-Teilnehmer
          • 05.04.2008
          • 51

          #34
          Hallo zusammen!
          Das war wirklich viel Geld, aber ich wollte unbedingt diese Urkunden haben. Zur Zeit steht ein Urlaub in Danzig ganz oben auf meiner Wunschliste, leider ist es schwierig, da ich alleinerziehende Krankenschwester bin und meinen kleinen Knom nicht mitnehmen möchte. Da muß meine Mutti ran- aber dann hab ich keinen der mitfährt und so ganz alleine trau ich mich wohl nicht.
          Das Problem mit Oma ist, das sie schon mal prinzipiell zu der Sorte Alter Drache gehört. Hinzukommt, das sie weder mich, noch meine Mutti- Ihre Tochter besonders mag. Und wenn man nur versucht was über früher zu fragen, wird sie hysterisch- weil das ginge mich nichts an!
          Meine Oma wurde schon in Jena geboren- Ihre Mutter wurde 1905 in Danzig geboren und deren Mutter 1878 in Krampitz.
          Meine Mutti mußte mir immer und immer wieder die Geschichten von Ihrer Uroma aus Krampitz erzählen.
          Das sie so viele Kinder waren und Ihre Mutter nur selten zu sehen bekamen und obwohl die Familie wohl nicht so arm war hat der Lehrer Brote mitgebracht und die Mädchen mußten im Stall arbeiten. Studiert haben später nur die Jungs.
          Aber so war das halt.
          Die anderen Urkunden habe ich noch nicht bestellt- ich habe die Hoffnung diese selbst bald suchen zu können.
          LG Maya

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          • Wolfgang
            Forumbetreiber
            • 10.02.2008
            • 11623

            #35
            allo Nadja,

            Zitat von maya1
            Das war wirklich viel Geld, aber ich wollte unbedingt diese Urkunden haben.
            Das ist der erste Schritt... - so fing es bei mir auch an. Nachdem ich von überall hörte, es sei alles verbrannt, vernichtet, verloren gegangen, hätte ich ALLES bezahlt um an Urkunden heranzukommen.
            Und dann kam ich an sie heran - und teils auch sehr einfach.

            Zitat von maya1
            Zur Zeit steht ein Urlaub in Danzig ganz oben auf meiner Wunschliste
            Erfülle Dir diesen Wunsch. Bereite Dich aber inteniv darauf vor. Sorge dafür, dass jemand dabei ist -oder Dich dort führt- der Danzig kennt. Und nimm Deinen "Gnom" mit - hat ja schließlich auch Danzjer Blut in sich!!!

            Zitat von maya1
            Das Problem mit Oma ist, das sie schon mal prinzipiell zu der Sorte Alter Drache gehört.
            Kommt mir bekannt vor - scheint ein nicht selten vorhandenes Generationenproblem zu sein

            Zitat von maya1
            Ihre Mutter wurde 1905 in Danzig geboren und deren Mutter 1878 in Krampitz. Meine Mutti mußte mir immer und immer wieder die Geschichten von Ihrer Uroma aus Krampitz erzählen.
            Na, in diesem speziellen Fall müsste sich nun auch unser Ohrscher Siegfried einschalten.
            Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
            Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
            Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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            • Erwin-Danzig, + 17.06.2017
              Forum-Teilnehmer
              • 11.02.2008
              • 160

              #36
              Geburtsnachweise Danzig

              Zitat von perepere
              Hallo Freunde
              wie schon in Danzig-L 2007 berichtet, war ich mit Erwin Völz im Monat Juni 2007 in Danzig. Unter anderen haben wir unsere Geburtsurkunden bzw. Abschriften aus den Standesamtunterlagen dort erhalten. Die Unterlagen befinden sich im Stadtamt (Stadtverwaltung) der Stadt Danzig "Urzad Mielski" in der Strasse "NowOgrody 8/17" Zimmer 135, 3. oder 4. Stock. (Nicht weit vom Bahnhof) Vom Parkplatz auf der Rückseite des Gebäudes den südöstlichen Eingang an der Hausecke benutzen. Im Zimmer befindet sich eine deutsch sprechende Person. Man erhält aber nur Kopien aus den Standesamtunterlagen, wenn man genau Geburtsdatum, Heiratsdatum etc. , den Vorort und die Strassenadresse kennt.
              Der persönliche Besuch in dem Amt verspricht den besten Erfolg. Man muss sich ausweisen. Schriftliche Anfragen sind ein grosses Problem, besonders, wenn man keine detaillierten Angaben machen kann.Uns wurden Stapel von Anfragen gezeigt, die aus Mangel von Details und Vollmachten nicht bearbeitet werden konnten. Man muss in den Originalstandesamtbüchern suchen lassen und das kostet Zeit, die man dort aus Mangel an Personal und modernen Datenbanken nicht hat. Dafür ist eine bestätigte Seitenkopie relativ billig:: 5 Sloty.
              Vielleicht hat der eine oder andere Danzig-Besucher das gleiche Glück wie Erwin Völz und ich.
              Herzliche Grüsse
              Peter Rembold

              Nachtrag.
              Alle Geburtsurkunden aus dem "Storchenhaus" sind dort. Sie haben diort einen ganzen Raum mit Standesamtbüchern. Inwieweit andere Stadtteile und Unterlagen von Hausgeburten vorhanden sind, weiss ich nicht.
              Hallo, hier die Ergänzung als INFO von Erwin Völz :

              Selbst bin ich 1932 geboren im Bardewickweg, meine Daten wurden dann in einem Buch für Nachweise von Hausgeburten gefunden. Ich erhielt eine Kopie aus dem Eintrag. Darauf war auch die Unterschrift meines Vaters, der damals die Geburt angezeigt hat.

              Ausserdem habe ich noch Zwillingsschwestern die 1936 in der Staatlichen Landesfrauenklinik, genannt Storchenhaus, geboren wurden. Auch hierzu konnte ich Bestätigte Kopien erhalten. Natürlich gegen Gebühren.

              Herzliche Grüße Erwin Völz

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              • Christkind
                Forum-Teilnehmer
                • 10.02.2008
                • 1568

                #37
                Zitat von Erwin-Danzig
                Hallo, hier die Ergänzung als INFO von Erwin Völz :

                Selbst bin ich 1932 geboren im Bardewickweg, meine Daten wurden dann in einem Buch für Nachweise von Hausgeburten gefunden. Ich erhielt eine Kopie aus dem Eintrag. Darauf war auch die Unterschrift meines Vaters, der damals die Geburt angezeigt hat.

                Ausserdem habe ich noch Zwillingsschwestern die 1936 in der Staatlichen Landesfrauenklinik, genannt Storchenhaus, geboren wurden. Auch hierzu konnte ich Bestätigte Kopien erhalten. Natürlich gegen Gebühren.

                Herzliche Grüße Erwin Völz

                Einige Unterlagen im Einwohnermeldeamt sind durch das verheerende Hochwasser in Danzig Anfang dieses Jahrhunderts fast vernichtet. So fand ich zwar den Geburtseintrag meines Bruders (1926),aber er war fast unleserlich durch den Wasserschaden.Ebenfalls andere meiner Geschwister. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass der Schaden reparierbar war.
                Wo befinden sich Bücher über die Hausgeburten, Erwin?

                ___
                Mit Grüßen von Christa.
                Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                (M. Gandhi)

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