Lebenserinnerungen von Johanna Scharmer, gebn. Dahms, Tochter von Dr. Paul Dahms

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  • Witz5
    Forum-Teilnehmer
    • 17.04.2012
    • 188

    #16
    AW: Lebenserinnerungen von Johanna Scharmer, gebn. Dahms, Tochter von Dr. Paul D

    Kapitel 15
    Als mein Mann mich, wie jeden Tag besuchen kam, wusste er noch nichts davon. Vorsichtig trat er ins Zimmer. Ich lag im Bett und lachte ihn an." Sie doch nur, was die Schwestern mir für ein reizendes Kinderbettchen rein gestellt haben!"
    Er wollte gar nicht hingehen, er sah erst mich an, dann wieder die Hebamme. Nach langen Reden ging er endlich zu den Kinderbettchen, weil ich behauptete, das Kopfkissen wäre so entzückend. Da stutzte er, es lag ja ein Kind in dem Bettchen. Ich sagte nur: "Ja, Papachen, es ist eine Tochter." Da ist der große junge Papa, den langen Krankenhauskorridor heruntergehopst, von einem Bein auf das andere und hat laut gerufen: "Ich habe eine Tochter! Ich habe eine Tochter!“ Inzwischen waren wir in die Badokowskistrasse in Tiegenhof umgezogen, in ein Zwei - Beamten Haus. Jeder Beamte hatte ein halbes Haus und dazu einen Stall mit Heuboden und einen großen Garten. Das wurde zu einem wahren Paradies für die Kinder, denn am 4.5.1934 wurde ein Pärchen geboren. Hans und Dora waren kräftige Kinder. Der blonde Hans wog knapp sieben Pfund und die dunkle Dorle gut sechs Pfund.
    Im Jahre 1934 zogen die ersten Gewitterwolken am politischen Horizont auf. Das nationalsozialistische Regime zog auch in Tiegenhof ein. Mein Mann und ich lehnten es ab und erschwerten uns damit das Leben sehr. Durch viele Schikanen versuchte man, uns zu einem Gesinnungswechsel zu bringen. Nicht weit von Tiegenhof , nur eine Stunde mit dem Bimmelbähnchen, lag Stutthof, ein Konzentrationslager. In Tiegenhof war die Umladestation, weil das Bimmelbähnchen schmalspurig war. So standen jeden Tag viele Juden unter Bewachung auf dem Bahnhofsplatz und warteten auf die Weiterverfrachtung. Ich sah entsetzliche Not und werde diese bleichen, abgehärmten und in ihrer Stummheit anklagenden Gesichter in meinem Leben nicht vergessen.
    Im Herbst 1944 wurde mein Mann zum Extradienst kommandiert. Er war 62 Jahre alt und sollte Schützengräben ausheben, weil die Front immer näher rückte. Es sollte eine Strafarbeit sein. Doch mein Mann kam quietschfidel nach Hause, wenn er einen Tag Urlaub hatte. Zu gut sei es ihm noch nie ergangen, jeden Tag konnten sich die Männer gutem Essen satt essen und schüppen taten sie nur, wenn ein "Bronze" zur Besichtigung kam. Sie alle hatten längst eingesehen, dass das Ganze heller Unsinn war und die Russen nicht mehr aufzuhalten waren.
    Am 3. Januar 1945 flohen wir. Am Morgen hatte die Partei alle Familien benachrichtigt, dass der Russe mit Panzern durchgebrochen war und in einer halben Stunde der Abtransport der Familien wäre. Da galt es, eilig zu packen. Die Kinder hatte ich schon 14 Tage vorher mit meiner Mamsell Erna nach Lauenburg / Pommern zu meiner Schwester geschickt. Wir wussten damals, dass es nur eine Sache von Tagen war, ehe der Russe da war. So trafen wir uns in Lauenburg alle wieder, nachdem wir in einem Viehwagen, worin der gefrorene Mist lag, und durchschlagen konnten. Damals holte ich mir den Frost in den Fußsohlen.
    Meine Mamsell schickte ich zu ihrer Mutter zurück, damit sie ihrer Mutter bei den sechs kleinen Geschwistern helfen konnte.
    Mein Mann arbeitete nun in Lauenburg am Landratsamt und meine Stelle im Krankenhaus als Nachtschwester verdanke ich einem Unfall meiner Tochter Gretel. Diese hatte sich beim Kartoffeldurchdrehen durch den Fleischwolf den Finger böse verletzt. Am nächsten Morgen ging ich mit ihr ins Krankenhaus. Sie wurde vom Chefarzt behandelt und bei einem Gespräch stellte sich heraus, dass auf der Entbindungsstation eine Nachtwache fehlte. So hatte ich auch eine Arbeit.
    Meine Mutter hatte ich schon aus Zoppot geholt. Ich fand sie wie ein verscheuchtes Wild im Keller. Auf dem Bahnhof wäre sie beinahe unter den Zug gekommen, weil sie ihren ersparten Zucker in den Zug gereicht hatte und der Zug abfuhr. Die Züge waren alle so überfüllt, dass es an ein Wunder grenzte, war man einen Platz bekam. Nun, jetzt zwei Plätze zu bekommen, war beinahe unmöglich. In Gotenhafen gelandet, kamen wir nicht weiter. Schließlich gelang es mir durch die Fürsprache des Kommandanten, noch auf einen überfüllten Lastauto unterzukommen und so landeten wir in Lauenburg. Noch zweimal fuhr ich nach Tiegenhof, um Lebensmittel aus dem Keller zu holen, denn meine Tochter Gretel wurde noteingesegnet (??? G.d.V.). Ein letztes Mal fuhr ich mit meinem Mann zusammen nach Tiegenhof. Alles war verwüstet. Wir befanden uns im Niemandsland. Die Betten des Krankenhauses auf der Straße, die Instrumente hatte man herausgeworfen. Die Zentralheizung in unserem Haus war durch den starken Frost geplatzt und die Decke und die Lampen hingen tief herunter. Als wir von dieser Fahrt zurückkamen, weigerte ich mich, noch einmal dorthin zu fahren. Denn diese Fahrten waren ein zu großes Risiko. Als ich auf einer dieser Fahrten in Danzig auf dem Bahnhof stand, erkannte ich auf dem anderen eine Frau aus einem Dorfe, wo ich in meiner letzten Hebammenzeit (während der letzten Kriegsjahre war ich in Tegenhof Hebamme gewesen) viele Kinder geholt hatte. Von ihr erfuhr ich, dass alle Kinder auf der Flucht erfroren waren und man die kleinen Leichen zum Zug hinausgeworfen hatte. Die vielen Mütter hatten somit so viel Schmerz ihre Kinder bekommen, ich als die Hebamme hatte ihn doch geholfen und das alles nur, damit sie nun alle umkommen mussten?! Wo war denn da noch Gott?
    Ende Kapitel 15

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    • Witz5
      Forum-Teilnehmer
      • 17.04.2012
      • 188

      #17
      AW: Lebenserinnerungen von Johanna Scharmer, gebn. Dahms, Tochter von Dr. Paul D

      Kapitel 16
      Das Kriegslazarett in Lauenburg wurde plötzlich geräumt und es ergossen sich Wagen und ganze Marschkolonnen zerlumpter, abgekämpfter Soldaten in die Stadt. Eines Nachts zogen auf diese alle ab und es blieb eine bedrohende unheimliche Stille zurück. Am nächsten Tag zogen die Russen mit ihren Panzern ein. Den Sprit der Brennerei hatte man noch auf Lastwagen geladen, es war aber nicht mehr geschafft, diese abzutransportieren. Das war schlimm. Die Russen fielen darüber her und der größte Teil war betrunken. In diesem Zustand zündeten sie die Stadt an allen vier Ecken an. Blutrot war der Himmel. Dazu noch Detonationen in der Zündholzfabrik, wo die Russen den gesamten Zündstoff angesteckt hatten. Da sich niemand auf die Straße kaum ans Fensterwaffe, wussten wir auch nicht, was eigentlich draußen vorging, sondern konnten es nur vermuten. Und nun ergoss sich den ganzen Tag eine Horde von Russen in die Wohnungen. Es wollte gar nicht aufhören. Die einen hatten wir gerade besänftigt und zur Tür hinausgeschoben, da polterten und hämmerten schon die nächsten an die Tür. Wodka, Wodka, Uhriii, Uhrii und Frau, Frau war in ihren wenigen Worte. Und wehe, wer ihn nichts geben konnte. Da wurden sie wütend und fingen an, das Mobiliar zu zertrümmern. An Schlaf war nicht zu denken. Die Tür schlugen ganz ungeduldige mit den Stiefeln ein. Da sie auch vor meinen Mädels nicht Halt machen wollten, ging ich nicht immer dazwischen. Einmal bekamen wir unerwartet Hilfe, als ein russischer Oberst in die Wohnung kam. Er hatte einen Revolver und hielt die ganze Nacht die ankommenden Russen in Schach. Die Stromversorgung war auch ausgefallen.
      In alldem Grauen fehlte jedoch nicht ein echtes menschliches Erlebnis. Eines Abends kamen zwei Russen herein. Als sie die vollen Bücherschränke meines Schwagers entdeckten, waren sie begeistert und als der eine dann das Klavier meiner Schwester sah, kannte ihre Freude keine Grenzen. Es stellte sich heraus, der eine Musik studiert hatte und der andere versenkte sich in die französische Literatur. Der eine Russe setzte sich ans Klavier und die ganze Nacht klang sein Spiel, wie das Zeichen einer besseren Welt. Beide riefen uns, den großen Häuserblock, in dem die Wohnung lag, zu verlassen. Die nachfolgenden Russen zerstörten mit einigen Kolbenhieben die ganzen Saiten des Klaviers. So schwierig ist nun für immer.
      Bald darauf gingen wir alle ins Krankenhaus. Ich wurde dort Hebamme und war die einzige in Stadt und Land. Alle anderen Hebammen waren geflohen. Mein Mann, der nebenher immer beim Roten Kreuz gearbeitet hatte, bekam eine Stelle als Sanitäter bei den Juden. Diese waren aus dem Konzentrationslager entlassen worden und wurde nun im Krankenhaus gepflegt. Meine Schwester arbeitete als Krankenpflegerin auf einer chirurgischen Station. Meinen Schwager legte man wegen seines schweren Herzfehlers zu den Kranken. Meine alte Mutter kam in die Nähstube. Gretel (13 Jahre) und Dorle (10 Jahre) arbeiteten auf der Kinderstation und Hans machte die Gelegenheitsdienst. Alles tat man, um gesichert zu sein und essen zu bekommen. Wer nicht arbeitete, bekam auch nicht zu essen.
      Alle Stationen waren überfüllt, die Korridore so belegt, dass man kaum durchkam. Ist ein altes Kriegsgesetz, das nach Einnahme der Stadt, diese 24 h den Soldaten gehört. So schreckten die Russen vor nichts zurück, ob alte Frau oder kleines Mädchen, nichts war vor ihnen sicher.
      Dorle und Gretel schnitt ich die Zöpfe ab, steckte sie in Jungenskleider, die ich für Hans auf Aufwachs gekauft hatte und gab ihnen Jungennamen. Auf diese Weise hoffte ich, sie sicher über die Straße zu bekommen und es gelang mir.
      Kinder wurden geboren, aber die Mütter hatten durch die Strapazen und die seelischen Erschütterungen keine Milch und es war nirgends welche zu bekommen. So verhungerten die Kinder. Damals lernte ich ohne Licht, ohne Heizung, ohne Wasser auszukommen. Neue Medikamente kamen nicht und will dem Vorrat musste gespart werden. So machte sich bei der Mangel bemerkbar und viele Krankheiten konnten nicht behandelt werden. Ich lernte, dankbar zu sein, wenn nachts der Mond schien und sich bei den Geburten sein Licht hatte. Man lernte, mit dem einfachsten zu arbeiten und sich mit kleinen Dingen zu behelfen. Wir mussten mit wenig auskommen und waren anspruchslos.
      Dann erkranken meine drei Kinder an Scharlach und kamen ins Infektionshaus.
      Ende Kapitel 16

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      • Witz5
        Forum-Teilnehmer
        • 17.04.2012
        • 188

        #18
        AW: Lebenserinnerungen von Johanna Scharmer, gebn. Dahms, Tochter von Dr. Paul D

        Liebe Leser,
        nunmehr möchte ich doch beginnen, einige Foto der Lebenserinnerungen meiner Vorfahrin beizufügen. Da ich dies erstmalig mache, kann es sein, dass nicht auf Anhieb alles klappt. Ich bitte daher um Verständnis.

        Das erste Bild zeigt Prof. Dr. Paul Dahms
        Die sichtbaren Punkte auf dem Bild sind Einschusslöcher. Die Russen dachten, der abgebildete Herr wäre ein Aristokrat. ...eine herrschaftliche Erscheinung war der Gelehrte schon.

        https://www.danzig.de/asset.php?fid...8&d=1474028691
        Angeh

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        • sarpei
          Forum-Teilnehmer
          • 17.12.2013
          • 6090

          #19
          AW: Lebenserinnerungen von Johanna Scharmer, gebn. Dahms, Tochter von Dr. Paul D

          ... und bei aller Wertschätzung der 'historischen Lochung' ist es immer wieder überraschend, was sich aus solchen Bildern alternativ machen lässt:

          [ATTACH=CONFIG]21384[/ATTACH]


          Viele Grüße

          Peter
          Angeh

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          • Witz5
            Forum-Teilnehmer
            • 17.04.2012
            • 188

            #20
            AW: Lebenserinnerungen von Johanna Scharmer, gebn. Dahms, Tochter von Dr. Paul D

            Liebe Leser, hier ein weiteres Foto, diesmal der Familie H. und P. Dahms

            v.l.n.r.
            Henriette Amalie Dahms, geborene Schuricht (10.9.1834 in Danzig – 1.11.1907 in Danzig)
            Otto Hermann Dahms (1830 in Danzig – 31.10.1904 in Danzig)
            Paul Dahms (6.3.1866 in Danzig – 21.12.1922 in Zoppot)
            Hendrika Alida Dahms, geborene Skorka ( 4.6.1869 in Danzig-2.1.1955 in Frankenberg / Eifel)
            vorn: die Zwillinge Johanna und Henrika



            https://www.danzig.de/asset.php?fid...8&d=1474290618

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            • Witz5
              Forum-Teilnehmer
              • 17.04.2012
              • 188

              #21
              AW: Lebenserinnerungen von Johanna Scharmer, gebn. Dahms, Tochter von Dr. Paul D

              Liebe Leserschaft,
              erneuter Versuch....sorry
              Angeh

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              • Witz5
                Forum-Teilnehmer
                • 17.04.2012
                • 188

                #22
                AW: Lebenserinnerungen von Johanna Scharmer, gebn. Dahms, Tochter von Dr. Paul D

                Kapitel 17
                Als ich sie am anderen Tag, es war ein Karfreitag, durch das Fenster sah (besuchte dürfte ich sie als Hebamme nicht), weinte Dorle. Man hatte ihnen die Haare ganz kurz geschoren. Jedem, der Fieber hatte, wurden die Haare abgeschoren. Ich tröstete sie und sagte: "ihr sieht aus wie Osterhäschen." Kurz darauf klagte mein Mann, er fühle sich nicht wohl. Die Pflege bei den Juden war für ihn nicht leicht. Sie sahen aus wie lebendige Leichen, nur Haut und Knochen und allein die Augen verrieten, das Leben in ihnen war. Jeden Tag starben über 20, weil sie das bessere Essen nicht vertragen konnten. Sie hatten den Flecktypus ins Krankenhaus eingeschleppt. Die Leichen, die sich von einigen Tagen ansammelten, wurden auf Lastwagen geladen und in Massengräber geschüttet. Das Befinden meines Mannes hatte sich verschlechtert und unser Stationsarzt stellte Flecktypus fest. Mein Mann kam in ein anderes Haus. Ich war erschüttert, als ich ihn heimlich besuchte. Er lag auf Stroh und fremde Menschen hatten ihm seine Nachthemd ausgezogen. Nach zehn Tagen starb er. Durch eine meiner Patientinnen bekam ich einen einfachen Holzsarg, eine Rarität in jeder Zeit und er wurde alleine in einem Friedhofsgang begraben und kam nicht in ein Massengrab. Plötzlich fühlte ich mich nicht wohl. Der Arzt stellte Diphtherie fest, trotzdem ich schon einmal eine Diphtherie gehabt hatte. Es war noch die Diphthrieserum da und ich bekam sofort eine Spritze. Dann kam ich in ein anderes Haus. Meine Kinder waren inzwischen entlassen worden und wurden von meiner Mutter betreut. Als der russische Major, der das Gesundheitswesen in Lauenburg unter sich hatte erfuhr, dass ich Diphtherie hatte, kam er zu mir und sagte:" Du krank wie kostet das?" Gleich verordnete er Diphthrieserum und da er kein Arzt war, eine solche Überdosis, dass daran ein Pferd eingegangen wäre. Der hinzu kommen der Arzt wusste nicht, was er machen sollte. Als er dem Major sagte, dass ich bereits eine Spritze habe, beruhigte sich dieser und schrieb kurzerhand die „Pferdekurdosis" auf meine Temperaturkurve. Dazu hatte er als Verwaltungsbeamter gar keine Befugnis. Von meiner Krankheit behielt die eine Schlucklähmung zurück und konnte nur noch im Sitzen schlafen. Noch heute verschlucke ich mich oft. Mithilfe von Vitamin B und Traubenzucker kamen schnell wieder hoch. Dann bekamen Gretel Typhus und mein Gedanke war nur: "was kommt noch alles?". Als Gretel auch dieses überwunden hatte, stellte sich eine Gelbsucht ein.
                Meine Kräfte ließen langsam nach. Ich merkte, dass ich die viele Arbeit auf der Station nicht mehr lange aushalten würde, denn die Stationsschwester war auch an Typus erkrankt. Die Arbeit mit dem Stationsarzt David Klebanow, der auch aus dem KZ entlassen war, ging sehr gut. Es war ein nettes Hand in Hand arbeiten. Er erklärte zwar, dass er durch die lange Zeit im KZ raus wäre, doch stellte mit staunend fest, dass er ein großes Wissen besaß und sehr geschickt war. Später erfuhr ich, dass er Professor war. Mit solch einem Menschen zusammen zu arbeiten, machte Freude. Er veranlasste die polnische Oberschwester, meinen Kindern öfter essen zuzustecken. Seit sie krank gewesen waren konnten sie aus Schwäche nicht arbeiten und bekamen also auch nichts zu essen. Als wir uns trennten, rief er mich noch einmal zurück und sagte: "Frau Scharmer, ich habe noch etwas Zucker und Seife für Sie. Sie werden es auf ihrer Flucht brauchen können." Zucker und Seife waren damals eine große Kostbarkeit. Ich fragte ihn, warum er das täte, da doch seine Frau und seine Kinder im KZ umgekommen wären. Er erwiderte: "was du nicht willst, das man dir tut, das fügt auch keinem anderen zu!"
                Im Herbst 1945 trat ich mit meinen Kindern die Flucht nach dem Westen an. Ich wurde einem Zug mit kommunistischen Insassen zur Betreuung der Frauen und Kinder mitgegeben, die operiert waren oder vor der Entbindung standen. Der Mann einer Patientin war Kommunist und da die Frau kurz vor der Entbindung stand, wurde ich dem Zug beigeordnet. Eine zweite Patientin kam auch mit, sie hatte von einem Kaiserschnitt noch eine ziemliche Wunde. So ging die Fahrt bis zum polnischen Gebiet gut, dort ging die Plünderei los. Da wir ein kommunistischer Zug waren und auch die polnische Bewachung hatten, wurde unser Zug durchgeschleust mit der Angabe, dass keine Menschen drinnen waren.
                So hieß es, die Ruhe bewahren und es war schwer, da die kleinen Kinder durch die lange Fahrt schon recht unruhig waren, und zum anderen Angst bekamen durch die Wehschreie der geplünderten und gepeinigten Menschen außerhalb des Zuges. Es war, als ob man in einen Hexenkessel hineingeraten war. Weiter ging die Fahrt, schließlich blieb der Zug stehen und wir kamen in einem Barackenlager unter. Dort bekamen wir zu essen. Dort erwarteten wir die Eltern und Schwestern der einen Patientin. Die Schwester war aus England gekommen mit reichlich englischen Papieren, aufgrund dieser Papiere gelang es uns über die weiteren Grenzen, englisches Gebiet (englische Besatzungszone a.d.V.) und nachher auch in die amerikanische Zone zu kommen. Zwischendurch ging ich in ein Krankenhaus in einer Stadt, die wir durchquerten. Ich ging mit Gretel zu einer Ärztin, denn die überstandene Gelbsucht warf noch ihre Schatten hinter sich; dort bekamen sie Essen.
                Da, auf einmal liefen mir die Tränen, endlich wieder zu essen! So gab uns die Ärztin noch die Reste, die sie hatte, für Gretel mit.
                Meine Mutter und Schwester waren in Lauenburg / Pommern zurückgeblieben, weil meine Schwester von ihrem Mann immer noch keine Nachricht hatte, den die Russen verschleppt hatten und sie nur so Nachricht bekommen konnte. Es gab keine Zeitung, noch Radio oder eine Nachrichtmöglichkeit, höchstens durch Erzählungen von Menschen, die zufällig den Weg gekreuzt hatten und auf diese Weise erfuhr sie eines Tages, dass ihr Mann am Wegesrand umgekommen war.
                Ende Kapitel 17

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                • Witz5
                  Forum-Teilnehmer
                  • 17.04.2012
                  • 188

                  #23
                  AW: Lebenserinnerungen von Johanna Scharmer, gebn. Dahms, Tochter von Dr. Paul D

                  Liebe Leserschaft, weitere Bilder...
                  Angeh

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                  • Witz5
                    Forum-Teilnehmer
                    • 17.04.2012
                    • 188

                    #24
                    AW: Lebenserinnerungen von Johanna Scharmer, gebn. Dahms, Tochter von Dr. Paul D

                    Todesanzeige von Dr. Paul Dahms
                    Angeh

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                    • Witz5
                      Forum-Teilnehmer
                      • 17.04.2012
                      • 188

                      #25
                      AW: Lebenserinnerungen von Johanna Scharmer, gebn. Dahms, Tochter von Dr. Paul D

                      Kapitel 18
                      In Lauenburg sah es traurig aus. Die Fensterscheiben waren durch die von den Russen angezündete Spritfabrik gesprungen. Die Türen waren kaputt, jeder konnte in jedes Haus gehen, wohin er wollte. Die Möbel waren heraus geschleppt und wurden zu Heizmaterial zerschlagen. Radio, Telefone waren durch das Fenster herausgeworfen worden. Kleidungsstücke lagen durchwühlt, zerrissen und beschmutzt überall herum. Menschenleichen lagen wie tote Pferde lange Zeit auf der Straße. Es war ein Chaos. Nach sechs Wochen Fahrt landeten wir endlich in Marburg bei meiner Freundin, die ich seit meiner Tätigkeit in der Marburger Universität/Frauenklinik kannte. Trotzdem wir recht verkomme aussahen, nahm sie uns herzlich auf. Nach einigen Tagen in ging es weiter zu meiner Tante in Berlin nach Wetzlar. Als wir vor der Tür standen, erkannte sie uns nicht, so elend waren wir. Auf der Straße hatten mich Fürsorgerinnen angehalten, sie hatten die Aufgabe, erkennbare Flüchtlinge zu wiegen und zu messen, um eine Liste zusammenzustellen. Diese wurde für Amerika gemacht, so waren es die Vorarbeiten des Marschallplans, der uns Deutschen wieder auf die Beine half. Von Wetzlar fuhr ich nach einigen Tagen nach Frankenberg, wo ich vor meiner Heirat Kreisfürsorgerin gewesen war. Als ich über die Eder - Brücke ging, um meine alte Wirtin aufzusuchen, hatte ich nur einen Wunsch. Ach, wenn das Haus wenigstens steht und nicht zerbombt Ist! Dann ging ich schnell, um es noch zu sehen, dann wieder Angst es könnte nicht mehr stehen, und ging langsam und es stand noch ohne Schaden. Es kam mir wie ein Gottesgeschenk vor. Wie empfing mich die Frau Neuschäfer! Ich musste in ihrem Bett schlafen, ich sollte mich richtig ausruhen und sie legte sich auf ein recht kurzes Sofa. Richtig ausruhen sollte ich mich. Nach einigen Tagen sagte sie, ob ich wieder arbeiten wollte. Wie sollte ich Arbeit finden? Da erzählte sie mir, dass die Kreisfürsorgerin Fräulein Adams von den Amerikanern nach Darmstadt ins Lager gebracht worden war. Dies hängt mit der so genannten Entnazifizierung zusammen, die die Bevölkerung durch so genannte Spruchkammern durchschleuste und die Personen, die in führenden Stellen gewesen waren und schon war allein deshalb in der Partei der Nationalsozialisten gewesen sein mussten, einfach ins Lager brachte bis ihre Tätigkeit recht scharf überprüft worden war. So ging ich eines Tages auf das Landratsamt in Frankenberg. Die Amerikaner hatten das Gesundheitswesen unter sich, der Leiter war ein Amerikaner, aber ein gebürtiger Frankfurter. Ich wurde freundlich empfangen. Als er erfuhr, dass ich früher hier Kreis Fürsorgerin gewesen war und die Gegend gut kannte, setzt er mich schnell wieder in meine frühere Arbeit ein. So fuhr ich frohen Mutes wieder nach Wetzlar zu meinen Kindern, die ich dort gelassen hatte. Meine Tante hatte keine Kinder und während meiner Abwesenheit meine Kinder ins Waisenhaus nach Klein Rechenbach bei Wetzlar gebracht. Ich wanderte hin, das sah ich, sie bekamen satt zu essen und ein eigenes Bett. So ging es nach Frankenberg zu meiner neuen Arbeit. Ich wohnte wieder bei meiner alten Wirtin Frau Neuschäfer. In Frankenberg erfuhr ich, dass es dort einen Kindergarten, vielmehr ein Kinderheim auf der Burg gab. Die Leiterin Tante Loucie nahm die Kinder unentgeltlich auf, so waren wir wenigstens an einem Ort wieder zusammen. Wie war ich froh! Es wurde auf Manieren geachtet, sie mussten ordentlich essen, all dies nach der schweren Zeit kam es mir für die Kinder wie ein Paradies vor. So konnte ich mich ganz meiner Arbeit widmen. Es entwickelte sich mit Tante Loucie eine Freundschaft. Da keine Gesetze mehr galten und ein ziemliches Durcheinander war, so entwickelte sich die Unzucht sehr. Was sie (die notdürftige Polizei) erhaschen konnte, steckte sie ins Gefängnis. So wurden allerhand Menschen zusammen gesteckt: Schuldige, unschuldige, gebildete und Herumtreiber mit Verbrechern. Da kam der Kreisarzt als eines Tages und beauftragte mich mit der Geschlechtskrankheitenfürsorge. Nun hieß es oft, in das Gefängnis zu wandern, mit der eingesetzten Gendarmerie zusammen zu arbeiten. Da kann man nur sagen, was ist der Mensch für eine Bestie! Schließlich, als eines Tages das Militärlazarett aufgelöst wurde, gelang es mir, die Strohsäcke der Soldat für das Gefängnis zu bekommen, damit die dortigen, die von Läusen nur so wimmelten, heraus geschmissen wurden. Aber noch was anderes geschaut: auch die Schwestern des Lazarett zogen weg und da sie in Privathäusern untergebracht waren, bekam ich eine Wohnung. Nun konnte ich mit meinen Kindern zusammenziehen und zwar wurde mir auch vom Lazarett das Mobiliar überlassen (da waren Betten mit Matratzen und Bettwäsche, Tische, Nachttische, Stühle, Schränke, Decken, auch Geschirr) wie reich ich auf einmal war! Da, wie ich die Wohnung zum Einzug reine mache, steht in der Flur Tür meine Schwester! Sie hatte durch das Rote Kreuz meine Adresse erfahren und sie war nun in der Zeit auch geflohen und mit meiner Mutter in Minden gelandet. Da die Wohnung groß und auch Inventar vorhanden war, zogen meine Mutter und Schwester zu mir.
                      Ende Kapitel 18

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                      • sarpei
                        Forum-Teilnehmer
                        • 17.12.2013
                        • 6090

                        #26
                        AW: Lebenserinnerungen von Johanna Scharmer, gebn. Dahms, Tochter von Dr. Paul D

                        Hallo Frank,

                        als Ergänzung zu deinem Beitrag #24 hier eine Meldung der Danziger Allgemeine Zeitung.

                        [ATTACH=CONFIG]21426[/ATTACH]


                        Möglicherweise hast die sie ja noch nicht in deinem Fundus.


                        Viele Grüße

                        Peter
                        Angeh

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                        • Witz5
                          Forum-Teilnehmer
                          • 17.04.2012
                          • 188

                          #27
                          AW: Lebenserinnerungen von Johanna Scharmer, gebn. Dahms, Tochter von Dr. Paul D

                          Kapitel 19
                          Doch wieder wusste eine Schwierigkeit überwunden werden. Man bekam seine Lebensmittel nur auf Lebensmittelkarte und alles auf die Zuteilung war so knapp, dass man davon eigentlich nicht existieren konnte. Nun kamen meine Mutter und meine Schwester und den gab man keine Lebensmittelkarte mit der Begründung, sie hätten ja nicht um Zuzug zu gebeten und wo sie sich denn so lange auf der Landstraße herumgetrieben hätten. Das waren die Worte des damaligen Landrats Geschwind. Schließlich erbarmte sich das Rote Kreuz und gab ihnen zu essen. Die Flüchtlinge wurden damals nicht gerne gesehen. Man behandelte sie schlecht. Ihre Wohnverhältnisse waren zum größten Teil nicht menschenwürdig, das Essen war knapp und nun noch so viele Esser mehr, ein schweres Problem. Auch trumpften manche Flüchtlinge auf, was auch zu verstehen ist. So bildeten sich zwei Parteien, deren Feindseligkeiten nur die Zeit überbrücken konnte. Auch die Mentalität der Sudetendeutschen, Ungarn und Hessen ist eine so verschiedene.
                          So, nun war das neue Heim geschaffen. Da auch das Kriegslazarett in der Schule aufgelöst war, begann wieder die Schule und langsam, leider recht langsam, kam es wieder zu vollem Schulbetrieb. Die Lehrkräfte wurden teilweise von der Spruchkammer freigesprochen. Leider gab es zu viele Denunzianten, die alles noch erschwerten und Wahrheit und Lüge wurde mit einem Kopf durcheinander geschmort.
                          Für verzweifelte Menschen gab es nur zwei Möglichkeiten. Entweder, war alles egal und sie hatten keinen inneren Halt mehr und rutschten ab oder sie rangen sich durch, um die Achtung vor sich selbst nicht zu verlieren. So ist es zu verstehen, dass es damals viele gestrauchelte Menschen gab. Damals, als ich in meiner Ausbildung in München zur Gesundheitsfürsorgerin lebte, empfand ich die Gesetze als überflüssig und überspitzt und nun musste ich immer wieder aufgrund der Gesetze handeln.
                          Nach ca. zwei Jahren trennten sich unsere Haushalte. Es war gut so, denn jeder suchte sich zu verbessern. Meine Mutter und meine Schwester zogen auf die Burg in das evangelische Pfarrhaus und ich mit den Kindern in eine kleinere Wohnung. Ich gab meine Fürsorgetätigkeit auf, um mich mehr meinen Kindern widmen zu können. So nahm ich wieder meine alte Hebammentätigkeit auf. Eines Tages gelang es mir, ein Grundstück zu erwerben. Nun gab es viele Schwierigkeiten mit den Behörden, die dem Bau vereiteln wollten, weil sich der Architekt mit dem Leiter des Kreisbausamtes nicht gut stand. Es war nach Nervenaufreibend, man versuchte mich bei dieser Sache auszuspielen. Doch der Bau gelangt. Trotz Missgunst und Schikanen hatten wir endlich wieder ein eigenes Heim. Nach mehreren Operationen nun alleine-wie herrlich! Auch meine Tätigkeit als Hebamme hatte sehr zugenommen. Ich hatte ein kleines Zimmer eingerichtet, wo ich die Patienten empfing und Mutterbetreuungsstunden abhielt. Mein Beruf füllte mich ganz aus, wenn auch die ärztlich schief ansah. Besonders ein Dr. wählt (Geburtshelfer) sah meine Tätigkeit mit schrägen Augen an. Es war nicht leicht und doch ich ging von dem Prinzip aus, den Patienten zu helfen, das war das oberste Ziel. War ich doch selbst eine Frau. So rieb ich mich auf, andauernd diese Feindseligkeiten des Arztes und der große Betrieb!
                          Eines Tages musste sich in die Universitäts - Augenklinik. Man steckte mich ins Bett. Netzhautblutungen, Gefahr mein Augenlicht zu verlieren! Ich musste noch einmal in die Universitäts - Augenklinik eine neue Netzhautblutung, nun war das Augenlicht nur noch 20 %. Ich gab meinen Beruf schweren Herzens auf! Er war mir doch alles gewesen! Ich wurde eine Schwerbeschädigte und konnte keine Schwarzschrift mehr lesen. So musste ich die Blindenschrift lernen und trotz meines Alters gelang es mir. So hat das Schwere auch sein Gutes. So hatte ich Zeit, Bücher zu lesen, die ich nach Wunsch und umsonst aus der Marburger Blindenstudienanstalt bekam. Dasselbe auch mit Tonbändern. Es war eine schöne und wertvolle Sache, die mir in diesem Ausmaße nie hätte kaufen können. Auch meine Arthritis machte mir zu schaffen. Der Körper war verbraucht. Die Flucht, wo ich lange zu tun hatte mit meinen Hungerödemen, wo das Wasser bis zum Nabel reichte, hat den Körper beansprucht. Aus meiner Hebammentätigkeit ist noch etwas zu berichten.
                          Ende Kapitel 19

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                          • Witz5
                            Forum-Teilnehmer
                            • 17.04.2012
                            • 188

                            #28
                            AW: Lebenserinnerungen von Johanna Scharmer, gebn. Dahms, Tochter von Dr. Paul D

                            Kapitel 20
                            Als ich vom Amerikaner wieder als Kreisfürsorgerin eingesetzt wurde, sah ich nach 15 Jahren meine Patientin von der ersten Kreisfürsorgerinnenzeit wieder. Aus den Kindern waren Mütter geworden, aus den Müttern Großmütter und immer wieder und immer wieder ergab es sich, dass, wo im Haus ein sauberer Geist herrschte, war aus den Kindern was geworden. Die Schlichtheit und Einfachheit hatte gesiegt. Und nun in meinen Hebammen war ich bei Ihnen, als sie ihre Kinder bekamen. In meinem Beruf hatte ich viele Frauen aus den verschiedenen Völkern entbunden und ihre Menschlichkeit kennen gelernt. Jetzt kamen Flüchtlinge, es war ganz was anderes. Nicht alleine die überstandenen Strapazen und seelischen Belastungen kamen dazu-sie wirkte sich auf die ganze Schwangerschaft und auf die Entbindung aus-auch die Stillfähigkeit ließ nach. Jetzt kamen auch die ersten Industrieansiedlungen nach Frankenberg mit ihrer Akkordarbeit am Webstuhl. Die Frau wurde das Objekt des Verdienstes. Mangelnder Schutz des Mutterschutzgesetzes ließen mich immer wieder mit Sorge eine solche Patientin betreuen und alle Sinne waren weiter angespannt, um eine Katastrophe bei den Patientinnen zu vermeiden. Man wollte davon nichts wissen, man ging sogar davon aus, den Hebammen größere Bezirke zuzuteilen und die Hebammen zum motorisierten, damit wurde aber die schnelle Hilfe für die Mütter herabgesetzt, weil die Entfernungen mit den verschiedenen Wegen und Steigungen, wie Witterung nicht eine schnelle Hilfe sicherten. Auf diese Weise wollte man die Entbindungen mehr in Kliniken gekommen. Auch nahm man den Hebammen das Recht, bei einer anämischen Blutung eine Spritze zu machen. Es musste erst ein Arzt geholt werden, trotzdem bei einer anämischen Blutung die Frau ohne Hilfe in nur einigen Stunden tot ist. Doch nun, nach sieben Jahren, hat sich das alles schon sehr gerächt, wie alles was recht ist. Da die Hebammen weniger Patienten haben, lernen Sie den Beruf nicht mehr. So haben Hebammenlehrinstitute keine Schülerinnen. Aufgrund der Auslandshilfe (Völkeraustausch) lernen viele Ausländer. In der Praxis machen sie aber nur noch die Pflege der Patientinnen, alles andere nicht mehr. Und nun geht die Not in den Kliniken los. Alleine durch den Zug in die Klinik, geht ein Teil der Zusammengehörigkeit in der Familie verloren, was zu dem Glück und Verbundenheit notwendig ist. Die Verantwortung einer für den anderen geht verloren.
                            Meine Kinder wurden immer größer.
                            Dorle heiratet nach Brome bei Hannover. Hans machte sein Abitur, studierte Theologie, sattelte um und wurde Lehrer und heiratete. Gretel sattelte auch um und ist auch Lehrerin geworden. So trafen sie an sich alle wieder in meinem Häuschen. Aber es wurde immer schwerer, es allein zu bewirtschaften. Gartenhilfskräfte sind bei dem Mangel kaum zu bekommen und nur für so viel Geld. So habe ich mein Häuschen im Frühjahr 1962 verkauft und ich zog nach Marburg. Nun ging es auf Reisen nach Holland zur Tulpenblüte. Dies mit Hans zusammen, wie der "Arkadia“ mit der Grekline eine Ostseekreuzfahrt nach Danzig, Gedingen, Zoppot, nach Finnland, nach Helsinki, nach Schweden, nach Stockholm, nach Dänemark, nach Kopenhagen, wie war das schön! Und im Herbst nach Italien. Was hatte ich für herrliche Eindrücke.
                            Ende der Aufzeichnungen von um 1963!
                            Ende Kapitel 20
                            Es folgen weitere Fotos und Dokumente.

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                            • Witz5
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                              • 17.04.2012
                              • 188

                              #29
                              AW: Lebenserinnerungen von Johanna Scharmer, gebn. Dahms, Tochter von Dr. Paul D

                              Liebe Leser,
                              folgendes Bild zeigt die Lehrerschaft des Realgymnasium Zoppot nach einem Rodelwettbewerb um 1918 (?).
                              Dr. Paul Dahms erkennbar mit dem Spitzbart in der Mitte des Bildes, links neben ihn Dr. Kulke, sein Vorgänger im Amt als Direktor. Er ist im 1. Weltkrieg gefallen.
                              Angeh

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                              • Witz5
                                Forum-Teilnehmer
                                • 17.04.2012
                                • 188

                                #30
                                AW: Lebenserinnerungen von Johanna Scharmer, gebn. Dahms, Tochter von Dr. Paul D

                                Aus dem Zoppoter Adressbuch:
                                Angeh

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