Hilfe erbeten bei einem unleserliches Wort

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  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #1

    Hilfe erbeten bei einem unleserliches Wort

    Schönen guten Abend,

    schon eine ganze Weile plagt mich ein für mich unleserliches Wort aus einem 1876 geschriebenen Tagebuch.

    Der Text lautet:
    "Dienstag den 1sten Januar. Heute hat es recht sehr gefrohren, wir hat 9 Grad Frost. Ich und meine Frau und Schwager Isaak Wiebe fuhren nach der Kirche; es predigte Herr Esau. Nachmittag fuhr ich Isaak mit dem Schlitten bis A. Friesen in xxxxx, von da mußte er zu Fuß gehen, wie er hergekommen war."

    [ATTACH=CONFIG]20270[/ATTACH]

    "xxxxx" kann ich nicht lesen, es lautet mit großer Wahrscheinlichkeit nicht -wie man auf den ersten Blick meinen könnte- "Veidie" (das "V" wurde stets anders geschrieben). Möglicherweise ist das ein Ort, oder die Abkürzung eines Ortes, vielleicht ist der erste Buchstabe ein "T" oder "P". Ich habe auf drei mir zur Verfügung stehenden Seiten des Tagebuchschreibers kein einziges Mal einen Buchstaben gefunden, der dem ersten Buchstaben des rätselhaften Wortes auch nur annähernd entspricht.

    Schöne Grüße aus dem Werder
    Wolfgang
    Angeh
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"
  • sarpei
    Forum-Teilnehmer
    • 17.12.2013
    • 6085

    #2
    AW: Hilfe erbeten bei einem unleserliches Wort

    Hallo Wolfgang,

    nach meinem Verständnis ist der fragliche Buchstabe ein großes P, das nicht ganz geschlossen geschrieben wurde. Allerdings will mir zu 'Peidi' kein rechter Ort einfallen .....



    Viele Grüße

    Peter

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    • smaccy08
      Forum-Teilnehmer
      • 24.09.2013
      • 83

      #3
      AW: Hilfe erbeten bei einem unleserliches Wort

      Hallo Wolfgang!

      Könnte es sein, dass das eine Wort "Triesen" und nicht "Friesen" bedeutet? Da würde dann auch mehr Schnee liegen - Triesen in Liechtenstein, bei Vaduz.

      Für mich sieht das Wort doch sehr nach "Veidie" aus. Das V ist am Schluss gebildet wie das W, das ist ein bewusst so geschriebener Buchstabe. Im Altfranzösischen gibt es wohl so einen Ausdruck "par grant veidie".https://books.google.de/books?id=ASs...IVxv8sCh3Y7gPJ
      Vielleicht haben die Liechtensteiner das Wort über das Schweizerische in ihren Wortschatz übernommen, und damit einen Ort bezeichnet. Ich frage nachher mal eine Freundin.
      Oder "Veidie" ist eine regionale Abwandlung von "Vaduz", und der Schlittenfahrer fuhr bis "Alt Triesen in Vaduz".

      Aber wenn du 100pro weißt, dass es sich um Friesen und nicht um Triesen handelt, dann weiß ich auch nicht zu helfen.

      Falls es sich aber doch um Triesen handelt: Die haben eine super Website mit allen Flurnamen, die es dort so gab und gibt. Irre. http://www.triesen.li/namenbuch2.asp...ltat%C3%A4tsch

      Liebe Grüße, Sarah

      Kommentar

      • waldkind
        Forum-Teilnehmer
        • 06.10.2008
        • 2366

        #4
        AW: Hilfe erbeten bei einem unleserliches Wort

        Hallo Sarah,
        ich habe auch A.Triesen gelesen, nicht Friesen. Lg wk.
        Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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        • vklatt
          Forum-Teilnehmer
          • 28.03.2009
          • 1521

          #5
          AW: Hilfe erbeten bei einem unleserliches Wort

          Guten Morgen,

          für mich heißt es auch A. Triesen und das andere ist einwandfrei ein "V", denn so habe ich vor langer Zeit auch das
          "V" geschrieben.

          LG Vera
          Was ist ein wahres Geheimnis?
          Etwas, das für jeden offen da liegt-
          und der eine erkennt es, der andere jedoch nicht.

          Lao-tse

          Kommentar

          • Bartels
            Forum-Teilnehmer
            • 25.07.2012
            • 3448

            #6
            AW: Hilfe erbeten bei einem unleserliches Wort

            Hallo,

            ja das Friesen-F ist ein anderes als Frost-F. - Die Namen Wiebe, Friesen, Esau, Isaak sind alles Mennoniten-(vor)namen aus dem Werder. - Liechtenstein liegt 1000 km zu weit davon entfernt.
            Beste Grüsse
            Rudolf H. Böttcher

            Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
            Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
            Familie Zoll, Bohnsack;
            Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
            Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

            http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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            • smaccy08
              Forum-Teilnehmer
              • 24.09.2013
              • 83

              #7
              AW: Hilfe erbeten bei einem unleserliches Wort

              Hallo Rudolf,

              ich hatte auch bloß gedacht, dass sie vielleicht über den Winter weggefahren sind, je nach dem wie betucht die Familie war. Wenn es Juden waren, dann haben sie ja eh kein Weihnachten gefeiert Gut, ich war auf dem Holzweg...

              Bei der Schreibweise von "A. Friesen in Veidie*" fällt allerdings auf, dass diese Buchstaben eigentlich viel präziser und in neuer Schreibschrift geschrieben wurden, besonders das "e". Es war dem Verfasser also wichtig, diesen Ort genau anzugeben - quasi wie in alten Büchern wichtige Orte auch gesperrt wurden.

              Also wenn Friesen ein Nachname ist, kommt diese Person "A. Friesen" noch irgendwo im Tagebuch vor, lieber Wolfgang? Vielleicht könntest du uns noch schreiben, wo der Verfasser ursprünglich herkam oder wo er zu der Zeit wohnte, dann könnte man mal die Gegend absuchen Womöglich wurde Veidie auch nur so geschrieben, weil der Verfasser es so gehört hat, und es wird in Wirklichkeit ganz anders geschrieben. Feydi? Vaidi?

              Viele Grüße aus Köln,
              Sarah

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              • smaccy08
                Forum-Teilnehmer
                • 24.09.2013
                • 83

                #8
                AW: Hilfe erbeten bei einem unleserliches Wort

                Ok, mein letzter Beitrag, bevor ich den Thread kaputt mache, leider kann man ja die Beiträge hier nicht nachbearbeiten. Natürlich waren es keine Juden, sie waren ja in der Kirche. Tut mir leid, ich war eben ganz durcheinander.
                Ich hoffe, dass ihr noch des Rätsels Lösung finden werdet, ich werde mich dann doch lieber per PN an Wolfgang wenden, falls mir noch was einfallen sollte.

                Möglicherweise könnte das Buch "Mennonitische Ahnen Friesen aus Stobbendorf, Gr. Werder, Westpreußen" https://familysearch.org/search/catalog/1582429 weiterhelfen?

                Viele Grüße, Sarah

                Kommentar

                • JuHo54
                  Forum-Teilnehmer
                  • 11.12.2008
                  • 2377

                  #9
                  AW: Hilfe erbeten bei einem unleserliches Wort

                  Hallo Wolfgang,
                  für mein Verständnis ist der Anfangsbuchstabe ein K. So geschrieben habe ich das zig Mal im KB von Wanowitz (Oberschlesien) gesehen, ein Schriftzug wie ein V mit einem abgesetzten Kringel unten. Macht das Sinn? Wo wurde das Tagebuch geschrieben? Wenn man dorthin zu Fuß gehen konnte, kann es ja nicht so weit weg gewesen sein.
                  Liebe Grüße
                  Jeder Tag ist ein kleines Leben für sich.

                  Artur Schopenhauer* 1788 Danzig

                  Kommentar

                  • Wolfgang
                    Forumbetreiber
                    • 10.02.2008
                    • 11623

                    #10
                    AW: Hilfe erbeten bei einem unleserliches Wort

                    Schönen guten Morgen,

                    es handelt sich bei dem Namen "Friesen" tatsächlich um den mennonitischen Namen Friesen. Die Friesens waren überall in den Werdern angesiedelt. Der Tagebuchschreiber, Heinrich Dyck, hatte seinen Hof auf der Hauskampe bei Fischerbabke. Zur Kirche fuhr er vermutlich nach Steegen. Vermutlich lag der gesuchte Ort also nicht zwischen Fischerbabke und Steegen sondern südlich der Elbinger Weichsel.

                    Ein "V" ist relativ unwahrscheinlich, weil der Schreiber sonst immer ein typisches Kurrentschrift-"V" wie in der folgenden Schriftprobe (Vater) schrieb:

                    [ATTACH=CONFIG]20271[/ATTACH]

                    Ein "P" könnte möglich sein, aber bei allen anderen mit einem "P" beginnenden Namen und Substantiven hat er sich immer verschiedentlich verschrieben, so z.B. bei dem Namen "Penner":

                    [ATTACH=CONFIG]20272[/ATTACH]

                    Theoretisch wäre auch ein "K" möglich, aber auch das wurde immer anders geschrieben.

                    Wenn damit ein Ort gemeint ist, dann ist das höchstwahrscheinlich eine Abkürzung. Ich habe aber früher schon mal die Kirchenbücher der gesamten Umgebung eingesehen, aber ich kann mich absolut nicht daran erinnern, dass mir ein Ort dieses oder ähnlichen Namens aufgefallen ist.

                    Schöne Grüße aus dem Werder
                    Wolfgang
                    Angeh
                    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                    Kommentar

                    • sarpei
                      Forum-Teilnehmer
                      • 17.12.2013
                      • 6085

                      #11
                      AW: Hilfe erbeten bei einem unleserliches Wort

                      Hallo miteinander,

                      vielleicht hilft ja bei der weiteren Eingrenzung der Personenkontext weiter.

                      Im Jahr 1853 wurde am 14. Mai in Fürstenwerder die Geburt eines Isaak Wiebe eingetragen. Sein Vater trug den selben Namen, seine Mutter hieß Anna Dyck.
                      Vielleicht kann Wolfgang ja aus dem übrigen Inhalt des Tagebuchauszugs einen Zusammenhang herstellen.


                      Viele Grüße

                      Peter

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                      • Ulrich 31
                        Forum-Teilnehmer
                        • 04.11.2011
                        • 8548

                        #12
                        AW: Hilfe erbeten bei einem unleserliches Wort

                        Guten Tag zusammen,

                        bestimmte Schreibirritationen rühren hier wohl daher, dass in dem von Wolfgang gezeigten Tagebuchauszug Personen- und Ortsnamen lateinisch, der Rest aber altdeutsch geschrieben ist. Das zeigt sich z.B. beim großen "F" in den Worten "Frost" und "Frau" in Zeile 2 sowie "Fuße" in Zeile 5 (Altdeutsch), aber "Friesen" (Lateinisch) in Zeile 5.

                        Zu "V/Peidie" (Ortsname in Lateinisch) Frage an Wolfgang: Gibt es in dem betr. Tagebuch weitere Angaben von Personen- oder Ortsnamen, die mit "V" oder "P" beginnen?

                        Viele Grüße
                        Ulrich

                        Kommentar

                        • vklatt
                          Forum-Teilnehmer
                          • 28.03.2009
                          • 1521

                          #13
                          AW: Hilfe erbeten bei einem unleserliches Wort

                          Hallo Wolfgang,

                          ich habe gefunden,- Abraham Friesen, Friedensfeld, 1875,
                          3. Gemeinde zu Sagradofka, Gouv. Cherson, Wollost Orloff, Kirchspiel Tiege


                          Tiege Kreis Großes Werder (Danzig) Tiegenhof

                          Könnte das der A, Friesen sein?

                          Vera
                          Was ist ein wahres Geheimnis?
                          Etwas, das für jeden offen da liegt-
                          und der eine erkennt es, der andere jedoch nicht.

                          Lao-tse

                          Kommentar

                          • Wolfgang
                            Forumbetreiber
                            • 10.02.2008
                            • 11623

                            #14
                            AW: Hilfe erbeten bei einem unleserliches Wort

                            Schönen guten Nachmittag,

                            Ulrich, Du machst auf einen Punkt aufmerksam, der die ganze Sache erschwert. Heinrich Dyck hatte nicht eine einheitliche Handschrift, sondern viele Buchstaben werden jedes Mal anders geschrieben. Du zeigst es am "F" auf, ich könnte jede Menge Beispiele für das "P" zeigen wo er sich verschrieb und das "P" überschrieb/überkritzelte. Beim Namen "Penner" (siehe Schriftprobe im heutigen Beitrag von 12:16 Uhr) wird das deutlich aufgezeigt.

                            Den Buchstaben "V" schrieb er jedoch praktisch immer so oder sehr ähnlich wie in "Vater" (siehe weitere Schriftprobe im heutigen Beitrag von 12:16 Uhr).

                            Vera, der von Dir gefundene Friesen lebte in Bessarabien. Dorthin wanderten viele Mennoniten und gründeten Dörfer denen sie häufig die Namen ihrer Heimatdörfer gaben.

                            Ich bin gespannt ob wir des Rätsels Lösung finden.

                            Schöne Grüße aus dem Werder
                            Wolfgang
                            Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                            Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                            Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                            Kommentar

                            • sarpei
                              Forum-Teilnehmer
                              • 17.12.2013
                              • 6085

                              #15
                              AW: Hilfe erbeten bei einem unleserliches Wort

                              ..... und ich puzzle unabhängig vom Veidie/Peidie/Kidie noch an den Familienverhältnissen. Eigentlich hätte die Heirat von Heinrich Dyck und Anna Wiebe in Tiegenhagen am 01.05.1877 schön gepasst - aber hätte er dann im tagebuch vom 01.01.1876 schon vom Schwager Isaac Wiebe geschrieben? Mysteriös ...


                              Viele Grüße

                              Peter

                              Kommentar

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