Die Sinnfrage: Was wollen wir eigentlich mit diesem Forum?

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  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #1

    Die Sinnfrage: Was wollen wir eigentlich mit diesem Forum?

    Schönen guten Abend!

    Immer wieder stellt sich die "Sinn-Frage"! Was wollen wir eigentlich bezwecken? Mit diesem Forum, mit all diesen Diskussionen die wir uns erhoffen?

    Das Hauptziel ist einander zuzuhören. Viele Deutsche, viele Danziger, haben ihre eigene Sicht auf die Geschichte, und bei vielen Polen ist es nicht anders: Auch sie haben ihre ureigene Sicht auf die Geschichte, teils selbst erlebt, teils überliefert, teils als Bestandteil des "nationalen Gedächtnisses".

    Wir wollen lernen von einander, generationsübergreifend, grenzüberschreitend.

    Wir, und damit meine ich sowohl Deutsche als auch Polen, neigen dazu, immer wieder einen Fehler neu zu begehen: Wir wollen den Anderen überzeugen. Dabei geht es gar nicht darum: Wir sollten lernen zuzuhören ohne gleich auf die Palme zu klettern, wenn der Andere Ansichten vertritt, die unseren eigenen Erfahrungen und Kenntnissen widersprechen.

    Dies bedingt ein außerordentlich hohes Maß an Toleranz, auch an gutem Willen. Wir sollten lernen, Dinge die unserem Erfahrungshorizont, die unserem Wissen widersprechen, nicht als Provokation aufzufassen. Das heißt nicht sich zurückhalten zu müssen, es bedeutet lediglich, Beiträge anderer Forumteilnehmer als ernst gemeinte Äußerung anzusehen. Es ist wichtig auch über gegensätzliche Meinungen und Erfahrungen zu sprechen. Streit und Zwist entstehen jedoch regelmäßig dann, wenn eine Meinung zur allein seelig machenden Weisheit erhoben wird oder wenn versucht wird, den "Anderen" -welch falsches Wort, in Wirklichkeit ist er ja "Forum-Partner"- von eigenen Ansichten zu überzeugen.

    Es ist schwierig, aber lasst's uns versuchen. Immer wieder von Neuem. Auch wenn's Rückschläge gibt. Was all dem nicht zweckdienlich ist: Teilnehmer die polarisieren. Wir brauchen keine Polarisierungen, keine Zuspitzungen. Wir brauchen lediglich den Willen einander zuzuhören und -wenn irgendwie möglich- auch zu verstehen.
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"
  • RenéDublin
    Forum-Teilnehmer
    • 10.02.2008
    • 301

    #2
    Sehr gut geschrieben, Wolfgang. Das kann man nur voll und ganz unterstuetzen.

    Viele Gruesse,
    René
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    • Helga +, Ehrenmitglied
      Moderatorin
      • 10.02.2008
      • 1948

      #3
      Und immer wieder. Laßt es uns zumindestens versuchen.
      Viele Grüße
      Helga

      "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)

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      • Hans-Joerg +, Ehrenmitglied
        Forum-Teilnehmer
        • 10.02.2008
        • 5206

        #4
        Hallo Wolgang
        So soll es sein.....und ganz oben soll noch stehen :
        KEINE persönlichen Angriffe unter die Gürtellinie !!!!

        Viele Grüße
        Hans-Jörg

        Kommentar

        • Beate
          Administratorin
          • 11.02.2008
          • 4836

          #5
          ...und wenn man beim Schreiben schon bedenkt, dass niemand auf dieser schönen Erde das Recht hat, dem anderen weh zu tun - auch nicht mit Worten- dann sollte doch auch eine Diskussion über kritische Themen möglich sein....meine ich.


          Schöne Grüße Beate
          ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

          Kommentar

          • Belcanto
            Forum-Teilnehmer
            • 24.09.2008
            • 2508

            #6
            Hallo Wolfgang
            Ich kann mich deinen Ausführungen ebenfalls voll anschließen. Ich glaube Adenauer hat einmal gesagt" wer die Vergangenheit nicht,und daraus die Lehren zieht wird die Zukunft nicht bewältigen.
            Und damit einen schönen Tag
            Belcanto

            Kommentar

            • J.Langfuhr
              Forum-Teilnehmer
              • 11.02.2008
              • 145

              #7
              Menschen sind nun mal so und anders. Wer hat den Spruch getan "Der Mensch ist des Menschen Wolf" ? Der gebürtige Danziger und große Philosoph Schopenhauer ist als Pessimist kaum zu übertreffen. Woher hat er das wohl?

              Optimismus in Sachen Mensch ist auch eine Frage des Willens. Übrigens auch eine Idee Schopenhauers (Die Welt als Wille..). Das Gute muss gewollt werden und sollte wenigstens nicht verkommen oder unter die Räuber fallen. Dazu könnten einfache Regeln (z.B. nach Ruth Cohn) verhelfen:

              1. Alle gehen in einer Atmosphäre des Wohlwollens miteinander um.
              2. Die einzelnen, die Gruppe und die jeweiligen Themen befinden sich in einem ausgewogenen Gleichgewicht.
              3. Störungen zu 1. und 2. haben jederzeit Vorrang.

              Wolfgang als Administrator und die Moderator/inn/en machen spontan schon bisher einen tollen Job und das mit Herzblut! Für sie als den Möglichmachern von soviel wohlwollendem menschlichem und sachlichem Austausch rund um unseren gemeinsamen Brennpunkt Danzig habe ich ganz viel Respekt und Anerkennung.

              J.Langfuhr

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              • wenzkauer
                Forum-Teilnehmer
                • 26.10.2008
                • 203

                #8
                Schwierig, schwierig, aber natürlich erstrebenswert und, wenn wir nur kuscheln, kommt eben auch nix dabei heraus.
                Es gilt wohl die Balance zufinden, das gelingt mir nicht immer. Optimist kann man auch mangels Information werden und wir leben nunmal in einer "Informationsgesellschaft". Also geben wir uns Mühe...
                Ein spezielles Problem hier im Forum ist, glaube ich, daß viele Teilnehmer ihr eigenes " Steckenpferd " ( auch ich habe da eines ) zuwenig berücksichtigt sehen. Das erzeugt Frust und demotiviert. Da hat es der Hasenzüchterverein einfacher, alle zu begeistern.
                Wir beackern eben auch ein riesiges Feld, zudem noch emotionsgeladen.

                Gruß Michael

                Kommentar

                • Marc Malbork
                  Forum-Teilnehmer
                  • 23.02.2008
                  • 1050

                  #9
                  Jap, dem kann ich mich voll anschließen. Admin Wolfgang wird uns sicher nicht nur "kuscheln" oder gar "kuschen" abverlangen wollen. Gute Argumente - klare Sprache, sachlich an den Fakten orientiert.

                  Auf den sehr speziellen eigenen Interessengebieten eines users schadet es m. E. durchaus nichts, einfach mal für die Galerie der reinen Mitleser zu schreiben, auch wenn zunächst keine Antworten zu erwarten sind.

                  Und die in der Tat bislang insbesondere bei Politk/Geschichte mitunter ziemlich emotionsgeladene Atmosphäre kann durch eine jüngst stattgefundene personelle Veränderung im Mitgliederbestand doch auch nur positiv verändert werden.

                  Also im Ganzen optimistische Aussichten für dieses Forum !

                  Kommentar

                  • Rahmenbauer14, + 1.11.2021
                    Forum-Teilnehmer
                    • 01.01.2009
                    • 1434

                    #10
                    Zu den verschiedenen Meinungen

                    Einen sonnigen Gruß aus Rerik.

                    Vielleicht ein Zitat von Voltaire:

                    Du bist anderer Meinung als ich
                    und ich werde dein Recht dazu
                    bis in den Tod verteidigen.

                    Hilft es weiter ?

                    Schönes Wochenende wünscht

                    Rainer aus Rerik
                    "In einem freien Staat kann jederman denken,
                    was er will, und sagen, was er denkt"
                    (Spinoza)

                    Kommentar

                    • Anna Nyma

                      #11
                      Schwer beeindruckt

                      Ich bin eine späte Nachfahrin von Deutschen, die in einem anderen Gebiet in Polen gelebt hatten, von da wohl auch nicht wirklich vertrieben wurden, sondern es hatte sich ergeben, daß sie von sich aus ihr Fortkommen in anderen Teilen der Welt gesucht hatten; lediglich der "Rückweg", wenn sie es irgendwann vielleicht gewollt hätten, war ihnen nachher von der Geschichte abgeschnitten ...

                      Ich befasse mich nicht direkt mit Ahnenforschung, allerdings suche ich immer schon eine Antwort auf die Frage, wieso und auf welche Weise über Hunderte von Jahren Polen und Deutsche in weitestgehender Eintracht friedlich miteinander hatten auskommen können - bis die Zeiten sich dann leider so entwickelt hatten, daß es den Braunauer Psychopathen und seine perversen Kumpane aus der Gosse an die Oberfläche gespült hat, die nachher alles dauerhaft verdorben haben.

                      Außerdem würde mich interessieren, wieso Deutschstämmige, die immerhin den so genannten "Ariernachweis" hatten schaffen können, einstmals zu ur-polnischen (slawischen) Namen gelangt waren.

                      Verwandtschaft stammt aus Danzig, weshalb ich jetzt auf Euer Forum gestoßen bin. Von meiner Seite könnte ich hier nur leider nicht viel Substanzielles einbringen und würde mich daher nur anmelden, wenn sich dies für die konkrete Nachfrage, die ich hätte, als unumgänglich erwiese.

                      Eure gemeinsamen Erklärungen zur "Sinnfrage" haben mich schwer beeindruckt. Etwas derart Tiefgehendes habe ich bisher in noch keinem Forum gelesen. Leider bin ich selber vom Schlage derer, die sich das alles vor jedem einzelnen eigenen Posting erst immer wieder noch mal in Gänze durchlesen müßten / sollten, weil sie gemeinhin nur schwer verstanden werden.

                      Anna Nyma

                      Kommentar

                      • jonny810
                        Forum-Teilnehmer
                        • 10.02.2008
                        • 2423

                        #12
                        Anna Nyma, -ein schönes Pseudo-Nyma, oder?-

                        Wie konnte es passieren?

                        Der Psychophat war gar nicht so krank, glaube ich.

                        Sonst hätte er wohl nicht die Gunst der Stunde erkannt. Oder war es ein


                        Zufall?

                        Er hatte den Zeitpunkt genutzt, als Deutschland wirtschaftlich am Ende

                        war. Er hatte es geschafft, die Wirtschaft auf Touren zu bringen, und so

                        war er der große Mässias. Jedenfalls hielt man ihn dafür.

                        Die Chancen für einen Nachfolger sind noch nicht ganz so reif, stehen aber

                        auch nicht so schlecht. Daher ist politische Wachsamkeit geboten.

                        Man rührt ja schon wieder. Nur rührt man diesmal aus der genau entgegen

                        gesetzten Richtung.

                        Wer kennt nicht noch die alte Parole, "Holzauge sei wachsam!"
                        Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
                        "Nec Temere - Nec Timide"
                        Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

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                        • ada.gleisner
                          Forum-Teilnehmer
                          • 17.02.2008
                          • 882

                          #13
                          Liebe Anna Nyma,

                          zu Deinen Fragen nach slawischen Namen bei Deutschstämmigen : Also zuerst muß man natürlich sagen, daß Polen m.A. n. auch Arier sind und einen Ariernachweis benötigten wohl nur die jüdischen Mitbürger. Da ich selbst auch einen slawischen Nachnamen habe, wie auch 2/3 meiner Verwandtschaft von verschiedenen Seiten, übrigens alles Ostpreußen und Niederschlesier, ein Danziger ist dabei, hat mich die Herkunft der Namen auch immer interessiert. Da haben wir den Namen "Gajewski". Nachforschungen ergeben, daß es um 1300 in der Gegend um Krakau ein Dorf namens Gajewo gab. In unserem Stammbaum beginnt der Name um 1650 mit neu angekommenen Gajewskis in Liebemühl, die in einen Ort mit 7 Herdfeuern in der Nähe zogen (heute Liwa), damals Bieberswalde. Sie sind also wahrscheinlichst slawischen Ursprungs.
                          Czechleba ist ein anderer Name aus meiner Familie, die schon lange in Masuren zu Hause waren. Aber auch eine Familie Schulz kommt vor, wohnhaft in der Posener Gegend. Viele Bamberger und Franken sind im 17./18. Jahrhundert in die Posener Gegend gezogen, sie haben ihren Namen behalten.
                          Verwandte aus dem Ermland haben auch slawische Namen, da aber das Ermland einige jahrhunderte zu Polen gehörte, könnte es auch sein, daß die ehemals deutschen Namen polonisiert wurden, aber das entzieht sich meiner Kenntnis. Also ich gehe davon aus, daß Deutsche mit slawischen Namen auch slawischstämmig sind (es kann mehrere 100 Jahre her sein, daß sie aus Polen einwanderten) und Deutschstämmige im allgemeinen ihre deutschen Namen auch behalten haben. Soweit ich weiß, haben nur im III. Reich (Hitler) ihre polnischen (=slawischen Namen)oft übersetzen lassen müssen oder haben es auch aufgrund vorauseilenden Gehorsams selbst gewollt. Aber alle mußten das nicht tun (siehe auch meine Familie). Jedenfalls stimmt der deutsche Ausspruch "Namen sind Schall und Rauch" nicht immer. Man kann auch sehr viel daraus ersehen. Mit freundlichen Grüßen ada
                          Was ist Geld? Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt. (H. Heine)

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                          • wenzkauer
                            Forum-Teilnehmer
                            • 26.10.2008
                            • 203

                            #14
                            Hallo in die Runde,

                            demnach paßt mein Nachname ( Gdaniec bzw. Gdanietz ) hier gut hinein. Der Schönheitsfehler dabei ist, als Ursprung ist die Gegend um Schöneck, Pogutken und Wenzkau bekannt. Dieses Rätsel werde ich wohl nie lösen. Vielleicht hat jemand eine Idee?

                            Viele Grüße Michael

                            Kommentar

                            • grabschau, + 06.11.2012
                              Forum-Teilnehmer
                              • 10.02.2008
                              • 496

                              #15
                              Zitat von wenzkauer
                              demnach paßt mein Nachname ( Gdaniec bzw. Gdanietz ) hier gut hinein. Der Schönheitsfehler dabei ist, als Ursprung ist die Gegend um Schöneck, Pogutken und Wenzkau bekannt. Dieses Rätsel werde ich wohl nie lösen. Vielleicht hat jemand eine Idee?
                              hast Du denn schon einmal die evangl. Kirchenbücher durchgestöbert Michael ?? Bei den Katholiken könnte ich eventl. ein bißchen nachhelfen, benötige aber den Vornamen u. den Zeitraum - LG nach Schweden von Sigi

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