Kriegsgefangenenlager in Zoppot?

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles l
neue Beitr
  • hugeno
    Forum-Teilnehmer
    • 15.01.2011
    • 170

    #1

    Kriegsgefangenenlager in Zoppot?

    Hallo Zoppotkenner,
    muß mir nun doch einmal Klarheit verschaffen.
    Gab es in der Zeit 1939-45 in Zoppot ein Kriegsgefangenenlager mit französischen Häftlingen?und konnten sich zumindest die Offiziere frei in Zoppot bewegen?
    Ist möglicherweise die Im RAD aufgeführte Rüstungsinspektion XX mit Sitz in Zoppot mit diesem Lager identisch?
    Für eure Unterstützung bedanke ich mich im vorab
    Grüße
    hugeno
  • Eva Altstaedt +13.12.2018
    Forum-Teilnehmer
    • 10.02.2008
    • 89

    #2
    AW: Kriegsgefangenenlager in Zoppot?

    Lieber Hugo,
    ob es in Zoppot ein Kriegsgefangenenlager gab, weiß ich nicht, aber glaube zu wissen, daß französische Kriegsgefangene sich ziemlich frei bewegen konnten, die hatten auch gut zu essen, besser als wir, weil sie Päckchen empfangen durften. Was ich weiß, ist, daß russische Gefangene in der Großtischlerei Bender, A.-H.-Straße arbeiteten. Weil wir immer daran vorbeimußten, wenn wir zu unserem Bäcker Lieske Brot holen gingen, fanden wir es immer so schrecklich, wenn die am Zaun standen und uns um Brot anbettelten. Man durfte ja nichts geben, das war strengstens verboten. Aber meine Mutter hat manchmal meine kleinen Nichten und Neffen geschickt, die "aus Versehen" ein paar Stullen am Zaun niederlegten. Wenn das mal jemand gesehen hätte, mußten die Kinder sagen, daß die Oma es nicht wußte. Aber bewacht wurden die Russen von Volkssturmsoldaten, das waren Männer, die zu krank oder zu alt waren, um an der Front zu sein. Diese Leute waren sehr human, die guckten immer weg.Ob allerdings die Gefangenen abends abtansportiert wurden oder dort ein Lager war, kann ich nicht sagen, das war ja alles so streng geheim, ich wußte nicht einmal was von einer Rüstungsinspektion XX in Zoppot.
    Liebe Grüße von Eva aus Zoppot.

    Kommentar

    • hugeno
      Forum-Teilnehmer
      • 15.01.2011
      • 170

      #3
      AW: Kriegsgefangenenlager in Zoppot?

      Hallo Eva,
      vielen Dank für deine Antwort.
      Von den russischen Gefangenen wußte ich,da meine Mutter in der Holzfabrik Hugo Bender im Büro arbeitete. Es sollen in Zoppot aber auch jugoslawische und eben auch französ. Kriegsgefangene tätig gewesen sein.Ich vermute für die sogen. Rüstungsinspektion XX Danzig-Sitz Zoppot.Schade,dass es leider hier im Forum nicht genug Augenzeugen mehr gibt. Ich gebe aber noch nicht auf. Versuche etwas über das Bundesarchiv zur Inspektion XX herauszubekommen.
      Danke
      Hubert

      Kommentar

      • hugeno
        Forum-Teilnehmer
        • 15.01.2011
        • 170

        #4
        AW: Kriegsgefangenenlager in Zoppot?

        Hallo,
        vielleicht noch eine kleine Hilfe in Form von Fakten.
        Die Rüstungsinspektion XX Zoppot war dem Wehrkreiskommando angeschlossen. Inspekteur war der damalige Vizeadmiral Herbert Straehler. In der für mich interessanten Zeit war Karl Neumann-Stapenhorst Wehrwirtschaftsoffizier beim Wehrkr.-Kommando und RI XX.(Februar 1942 bis Febr.1945) Auf jeden Fall ging es um Rüstungsangelegenheiten für die Marine. Auf der Werft Danzig und bei der Schichau Werft GmbH waren KZ-Häftlinge des KZ Stutthof eingesetzt.Diese scheiden bei meiner Suche auch aus.
        Wo aber waren franz.Kriegsgefangene untergebracht und für welche Firma verrichteten sie Arbeitsdienste ?

        Kommentar

        • hugeno
          Forum-Teilnehmer
          • 15.01.2011
          • 170

          #5
          AW: Kriegsgefangenenlager in Zoppot?

          Hallo,
          noch ein paar Fakten.Die Kriegsgefangenen haben in einer Firma gearbeitet
          (welche für meine Suche relavant ist) die sich gegenüber der damaligen Großtischlerei Hugo Bender in der A.-H.-Str. befunden hat. Ob sie dort auch untergebracht waren,entzieht sich meiner Kenntnis.In Betracht kommen aber jedenfalls nur Gefangene des Stammlager (Stalag) XXA aus Thorn(Torun),Stalag XX BII Danzig Bischofsberg oder Offizierslager XX Thorn.Da Thorn (Torun) aber doch ziemlich entfernt von Zoppot liegt und ein Transport früh und abends sehr unwahrscheinlich war, kommt somit nur eine Unterbringung im Ort Zoppot, Oliva oder Danzig in Frage. Wenn ich davon ausgehe,dass sich franz. Kriegsgefangene frei in Zoppot bewegen konnten,vermute ich Privilegien von Offizieren, die ausschl. im Oflag Thorn ihr Hauptlager hatten.
          Meine Frage geht nun dahin,welche Firma sich damals gegenüber derHolzfabrik Hugo Benderbefand und ob es möglicherweise eine Nachfolgefirma gab oder gibt. Es kann sich nur um die Straßen-Nr. 691 bis 731 handeln. Möglicherweise ist aber auch alles beräumt und neugebaut worden.
          Hugeno

          Kommentar

          • hugeno
            Forum-Teilnehmer
            • 15.01.2011
            • 170

            #6
            AW: Kriegsgefangenenlager in Zoppot?

            Hallo,
            habe mir über Maps Google die Satelitenaufnahmen mit den entsprechenden Straßennr. angesehen.
            Linkerseits der Aleja Niepodleglosci (A.-H.-Str.) 694 und 696 (Holzfirma Bender) stehen noch 2 Gebäude . Die 696 ist ein längl. Flachbau und dahinter die 694 ein größeres hohes Gebäude. Wer oder was sich heute in diesen Gebäuden befindet ....?
            Gegenüber befinden sich Gebäude und Anlagen (Nr. 713 bis 721) wo sich früher eine Großtankstation sowie das Gelände der Deutschen Reichsbahn. Auf diesem Gelände befanden sich Kriegsgef., da eine Umzäunung bis zur Frantziusstr. ging (heute 3 Maja).
            Ich vermute nun, dass die Gefangenen für Aufgaben der D. Reichsbahn eingesetzt wurden.
            Ob das so war ???
            Hugeno

            Kommentar

            • hugeno
              Forum-Teilnehmer
              • 15.01.2011
              • 170

              #7
              AW: Kriegsgefangenenlager in Zoppot?

              Hallo Zoppot Kenner
              Nach weiteren Recherchen habe ich Dokumente gefunden, die besagen,dass in Oliva ein Nebenlager mit französischen Kriegsgefangenen vorhanden war. Es hatte die Bezeichnung Stalag XX-B/Z und war ein Nebenlager des Stalag XX-B Marienburg. Die im Lager Oliva untergebrachten Kriegsgefangenen arbeiteten hauptsächlich in Sägewerken .Sie durften sich auch frei bewegen,entsprechend der festgelegten Verhaltensregeln.

              Für mich : BINGO.
              Es schließt sich der Kreis- meine Mutter arbeitete in der fraglichen Zeit im Büro des Holzwerkes Bender in der damaligen A.-H.-Strasse.
              Nun meine Frage. Wo könnten heute noch Personalunterlagen der ehemaligen Firma Bender bzw. des ehemaligen Nebenlager in Oliva archiviert sein?
              Jede Möglichkeit bitte nennen!
              Grüße
              Hugeno

              Kommentar

              • hugeno
                Forum-Teilnehmer
                • 15.01.2011
                • 170

                #8
                AW: Kriegsgefangenenlager in Zoppot?

                Hallo,
                weiß denn keiner Bescheid bzw sieht eine Möglichkeit, wo in Zoppot oder Oliva Unterlagen von der o.g. ehemaligen Firma Bender bzw. Gefangenenlager Oliva vorhanden sein könnten?
                hugeno

                Kommentar

                • Eva Altstaedt +13.12.2018
                  Forum-Teilnehmer
                  • 10.02.2008
                  • 89

                  #9
                  AW: Kriegsgefangenenlager in Zoppot?

                  Lieber Hubert,
                  leider habe ich heute erst wieder ins Forum gesehen und auch Deine private Anfrage gelesen. Habe direkt geantwortet, weiß aber nicht, ob ich es richtig gemacht habe und das Schreiben angekommen ist. Aber mir fällt noch eine Möglichkeit ein: Als ich meine Rentenunterlagen fertigmachte, fehlte mir die Zeit in Zoppot natürlich. Da wurde mir von der Versicherung gesagt, ich solle an die "Deutsche Dienststelle in Berlin" schreiben. Das ist die Anschrift. Mit wenig Hoffnung schrieb ich dahin und siehe da, die hatten sämtliche Unterlagen. Also, einen Versuch ist es doch wert!
                  Das ist natürlich schon eine Weile her, aber ich habe gehört, daß es diese Dienstelle immer noch gibt.
                  Ganz viel Erfolg!!!
                  Liebe Grüße von der Zoppoter Eva.

                  Kommentar

                  • hugeno
                    Forum-Teilnehmer
                    • 15.01.2011
                    • 170

                    #10
                    AW: Kriegsgefangenenlager in Zoppot?

                    Hallo Eva,
                    recht herzlichen Dank für Deine Nachricht und den Tipp.
                    Die von Dir genannte Rentenversicherung in Berlin werde ich mal anschreiben.Ich vermute aber,dass es kaum Chancen gibt. Ich glaube nicht,dass dort auch Personalunterlagen von ehemaligen Mitarbeitern der Firma Bender zu finden sind, schon gar nicht von franz. Kriegsgefangenen!.
                    Aber ,wie sagt man Versuch macht klug!
                    Liebe Grüße
                    Hubert

                    Kommentar

                    • J.Langfuhr
                      Forum-Teilnehmer
                      • 11.02.2008
                      • 145

                      #11
                      AW: Kriegsgefangenenlager in Zoppot?

                      Es gibt noch eine Quelle, die hier noch nie erwähnt wurde. Die Militärarchive im Chateau von Vincennes bei Paris. Mein Schwiegervater war Kriegsgefangener in Colditz/Sachsen. Als wir seine Unterlagen einsehen wollten, verwiesen uns die deutschen Behörden dorthin. Die Unterlagen französischer Kriegsgefangenenlager könnten grundsätzlich dorthin transferiert worden sein.

                      LG

                      J.Langfuhr

                      Kommentar

                      • hugeno
                        Forum-Teilnehmer
                        • 15.01.2011
                        • 170

                        #12
                        AW: Kriegsgefangenenlager in Zoppot?

                        Hallo,J.Langfuhr
                        Das ist doch mal wieder was ! Auf diese Möglichkeit bin ich überhaupt noch nicht gekommen. Na, dann werde ich mal fleißig sein!
                        Ob ich die Suche bzw. das Schreiben auch in Deutsch an das Archiv senden kann oder ist es vorteilhafter einen franz. Text mit Hilfe von Google zu formulieren?
                        Gruß
                        Hubert

                        Kommentar

                        • Bartels
                          Forum-Teilnehmer
                          • 25.07.2012
                          • 3448

                          #13
                          AW: Kriegsgefangenenlager in Zoppot?

                          Hallo zusammen,

                          wie ich von anderen Familienforschern hörte, sind die Archivare in Vincennes sehr hilfsbereit gegenüber deutschen Besuchern.
                          Beste Grüsse
                          Rudolf H. Böttcher

                          Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                          Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                          Familie Zoll, Bohnsack;
                          Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                          Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                          http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

                          Kommentar

                          • hugeno
                            Forum-Teilnehmer
                            • 15.01.2011
                            • 170

                            #14
                            AW: Kriegsgefangenenlager in Zoppot?

                            Hallo Rudolf,
                            für den netten Hinweis bedanke ich mich. Leider kommt eine persönlicher Besuch des Archivs nicht in Frage. Dennoch bin ich schon gerne gewillt, dort nachzufragen.
                            Bin nur noch nicht sicher, ob ich es mit Google-Hilfe ins franz. übersetze oder einfach in meiner Muttersprache .
                            Gruß
                            Hubert

                            Kommentar

                            • Bartels
                              Forum-Teilnehmer
                              • 25.07.2012
                              • 3448

                              #15
                              AW: Kriegsgefangenenlager in Zoppot?

                              Hallo Hubert,

                              lass Dir eine kurze Begrüssung in gutes Französische übersetzen und stelle dann Deine Frage in Deutsch (plus Google-Übersetzung).

                              Die französischen Archive digitalisieren im allgemeinen heute bereits mehr als unsere: http://www.servicehistorique.sga.def...uv.fr/?lang=en Sieh Dir hier mal an, was Vincennes als "Online Ressourcen" bereit hält.

                              Archiv Vincennes bei Wikipedia
                              Beste Grüsse
                              Rudolf H. Böttcher

                              Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                              Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                              Familie Zoll, Bohnsack;
                              Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                              Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

                              http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

                              Kommentar

                              L