Wahlverhalten in Stutthof
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AW: Wahlverhalten in Stutthof
Danke fuer dem Link, SZ. Viele von uns haben ihre Mutties viel zu frueh verloren. Umso schoener ist es dass wir so viel von ihrem Wesen und Charakter nach ihrem Tod erfahren. Dazu haben viele von Euren Links und Wissen dazu geholfen. Danke Dir ! Liebe Gruesse von der FeliKommentar
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AW: Wahlverhalten in Stutthof
Liebe Freundinnen und Freunde,
der guten Ordnung halber möchte ich die Stutthöfer Wahlergebnisse der Volkstagswahlen von 1935 nachreichen. Die Ergebnisse habe ich der Danziger Volksstimme, Jg. 26 (8. April 1935), Nr. 83 entnommen.
Wahlen 1935
NSDAP 90, 1%
SPD 4,6 %
KPD 2,8 %
Deutschnational 1,8%
Bekanntermaßen waren diese Wahlen nicht „frei“, sondern durch flächendeckenden Terror und Repressionen und Terror begleitet. Gleichwohl sind die Ergebnisse deprimierend. Am Mikrofilm kann man die Ergebnisse „lesen“. Allerdings ist die Qualität so arm, dass digitale Reproduktionen unmöglich sind.
Noch eine kleine Ergänzung zum Wahlsieg der KPD bei den Wahlen 1930 in Stutthof. Das KPD-Blatt Danziger Arbeiter-Zeitung, Jg. 5 (21. November 1930), Nr. 78 bietet dazu eine recht plausible Erklärung an: „In Stutthof steigerte die KPD ihre Stimmen von 286 auf 411, die Stimmen der SPD dagegen gingen von 286 auf 191 zurück, und auch hier verlor das Zentrum. Stutthof und Damerau waren bekanntlich die Orte, wo im Landarbeiterstreik die Zusammenstöße mit der Schupo erfolgten und eine Reihe Arbeiter zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt wurden. So konnte die SPD von der KPD in 40 Stimmbezirken geschlagen werden, und zwar vor allem in den Kampfzentren des Landarbeiterstreiks.“
Der Streik, in denen die Landarbeiter beträchtliche Lohnerhöhungen und Verkürzungen der Arbeitszeit gefordert hatten, war ein sog. „Wilder Streik“, d.h. er wurde ohne Unterstützung der Gewerkschaft (Deutscher Landarbeiter-Verband) geführt. Zum Streik hatte die KPD aufgerufen. Wenn man dem SPD-Blatt Glauben schenken darf, wurde der militante Streik nicht von Landarbeitern geführt und endete im Chaos. Der Danziger Senat reagierte hart, verbot Versammlungen unter freiem Himmel etc. und es kam zu heftigen Auseinandersetzungen. In Stutthof ertrank u.a. ein Arbeiter auf der Flucht vor der Polizei in der Weichsel.
Aber das ist ein anderes Kapitel „Heimatgeschichte“.
Nochmal zum Zentrum: Das Zentrum war – wie im Deutschen Reich auch – immun gegen die NS-Ideologie und hatte unter den Danziger Katholiken eine feste Anhängerschaft. In Stutthof mit seinem hohen Anteil von Protestanten lag der Zentrumswähleranteil meist unter einem Prozent.
Beste Grüße
RüdigerKommentar
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AW: Wahlverhalten in Stutthof
Hallo,
noch ein kleiner Nachtrag. Auf die SPD-Kandidatenliste wagte sich 1935 aus Stutthof noch der Maurer Friedrich Mankau (geb. am 1.12.1893 in Stobbendorf, den es später in den Kreis Schwerin vollzog. Mankau, er wohnte in der Schulstraße, hatte schon im Wahlkampf 1930 - wenn man der Oppositionspresse folgt - mutig für seine Überzeugung gestanden. Es gab also auch Alternativen. Beste Grüße RüdigerKommentar
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AW: Wahlverhalten in Stutthof
Danke Ruediger und auch fuer die Centrum Mitteilung, wenn es auch nur ein Prozent in Stutthof war. Liebe Gruesse von der FeliKommentar
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