Grab eines unbekannten deutschen Soldaten

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  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #1

    Grab eines unbekannten deutschen Soldaten

    Schönen guten Nachmittag,

    ich habe heute in Schöneberg (Ostaszewo) das Grab eines unbekannten deutschen Soldaten besucht von dem ich bereits vor Längerem gehört hatte. Es befindet sich auf der linken Seite der Ruine der alten katholischen Kirche die -so hörte ich- von deutschen Soldaten Ende des Krieges in Brand gesteckt worden sein soll. Das Grab wird auch heute noch frisch geschmückt.

    Auf einem kleinen Grabschildchen heißt es: "Nieznany żołnierz niemiecki rozstrzelany przez swoich dlatego że niech ciał podpalic koscioła" was nach meiner Übersetzung heißen müsste "Unbekannter deutscher Soldat von den Seinen erschossen weil er die Kirche nicht in Brand stecken wollte".

    Wer weiß Näheres zu den Vorgängen um die Zerstörung der katholischen Kirche? Wann ist das geschehen? Konnte ein Soldat von seinen Kameraden erschossen werden weil er sich weigerte ein Gotteshaus anzuzünden? Wo könnte man evtl. Näheres über diesen Vorgang erfahren?

    Sollte sich das so zugetragen haben, wäre dies für mich sehr irritierend, da ich dies nicht für möglich hielte.

    Viele Grüße aus dem Werder
    Wolfgang
    Angeh
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"
  • Marc Malbork
    Forum-Teilnehmer
    • 23.02.2008
    • 1050

    #2
    AW: Grab eines unbekannten deutschen Soldaten

    Siehe bitte

    http://www.marienburg.pl/viewtopic.php?t=3396


    dort Beitrag starykot

    Ohne Sachinformationen aber mit Bildern und einem vergleichenden historischen Hinweis auf Langfuhrs Hindenburgallee 1945:

    Kommentar

    • Wolfgang
      Forumbetreiber
      • 10.02.2008
      • 11623

      #3
      AW: Grab eines unbekannten deutschen Soldaten

      Schönen guten Abend,
      hallo Rüdiger,

      ganz herzlichen Dank, dass Du "gegoogelt" hast und fündig wurdest... - hinterher frage ich mich immer, warum ich nicht selber auf die Idee kam zu googeln.

      Jetzt weiß ich ein bisschen mehr. Vor allem das Datum 05.04.1945 an dem lt. einer polnischen Schöneberg-Chronik sich zurückziehende SS-Einheiten durch Schöneberg kamen, einen befehlsverweigernden Kameraden erschossen und die Kirche in Brand steckten.

      Für mich stellen sich da viele neue Fragen. Wenn das am 05.04.45 um 17:00 Uhr war, gab es da noch Zivilisten, die das später berichten konnten? Aus welchen Quellen stammen die Informationen?

      Wenn sich diese tragische Geschichte bewahrheiten sollte, dann war dieser erschossene Soldat wahrscheinlich ein gläubiger Christ, ein Held. Und dann sollte dieses Grab nicht namenlos bleiben.

      Ich werde in Schöneberg vor Ort recherchieren und versuchen, auch etwas über deutsche Dienststellen herauszubekommen. Wer wäre in Deutschland erste Ansprechadresse? Sind evtl. über das Militärgeschichtliche Institut nähere Einzelheiten zu erfahren?

      Für jeden Tipp bin ich dankbar.

      Viele Grüße aus dem Werder
      Wolfgang
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      • Peter von Groddeck
        Forum-Teilnehmer
        • 11.02.2008
        • 1517

        #4
        AW: Grab eines unbekannten deutschen Soldaten

        Hallo Wolfgang,
        dafür gibt es drei Ansprechstellen.
        1. WAST, Berlin
        2. Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Kassel
        3. DRK-Suchdienst, Münschen.
        Gruß Peter
        Tue recht und scheue niemand.

        Kommentar

        • Wolfgang
          Forumbetreiber
          • 10.02.2008
          • 11623

          #5
          AW: Grab eines unbekannten deutschen Soldaten

          Schönen guten Morgen,
          hallo Peter,

          danke für Deine Tipps! Ich werde versuchen, dort etwas zu erfahren.

          Erste Recherchen werfen aber immer neue Fragen auf.

          - die Bevölkerung soll bereits Januar/Februar geflüchtet sein
          - am 25.02.45 wurde der Weichseldamm bei Schöneberg gesprengt wodurch große Teile des Werders (bis hin zur Elbinger Weichsel die die letzte Verteidigungslinie bildete) unter Wasser gesetzt wurde
          - Ende März sollen die letzten deutschen Einheiten aus diesem Gebiet abgezogen worden sein
          - WARUM wurde die Kirche abgebrannt? Sie hatte weder für Deutsche noch für Russen einen strategischen Wert. Für Artilleriebeobachter oder -einweiser wäre der höhere Turm der evangelischen Kirche wesentlich interessanter gewesen, aber der blieb unbeschädigt... - warum also die Zerstörung der katholischen Kirche?
          - wer hat den unbekannten Soldaten beerdigt? Wann? Wer konnte die Geschichte überliefern?

          Das Ganze klingt recht mysteriös. Vor allem weil sich offenbar alles auf mündliche Überlieferungen stützt und schriftliche Berichte ohne jede Quellenangaben angefertigt wurden. Einer schreibt vom Anderen ab oder zitiert ganz einfach die Inschrift auf der Grabtafel.

          Es wäre wirklich interessant, gelänge es, die Geschehnisse mit belegbaren Fakten zu untermauern.

          Viele Grüße aus dem Werder
          Wolfgang
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          • Rudolf
            Forum-Teilnehmer
            • 22.06.2008
            • 335

            #6
            AW: Grab eines unbekannten deutschen Soldaten

            Wolfgang ,
            vielleicht gelingt es Dir , über die von Peter genannten Stellen etwas mehr zu erfahren . Allerdings habe ich wenig Hoffnung , daß es von damals dort befindlichen Zivilisten Augen- oder Ohrenzeugen geben könnte . Ich erinnere mich sehr gut , daß damals - Ende März/Anfang April 1945 - , wir saßen im Keller des Hauses Dampfbootstraße ( ul. Hoza ) 3 in Heubude , die Feldgendarmerie , die sogenannten " Kettenhunde " , mehrmals täglich Haus und Keller durchsuchten und wenn sie auf männliche Personen ohne Papiere bzw. Dokumente trafen , diese sofort mitnahmen .
            Es ist für mich in Kenntnis der damaligen Ereignisse schwer vorstellbar , daß Zivilisten die Ermordung dieses in der Tat sehr mutigen Soldaten beobachten konnten .
            Die Bestie Nationalsozialismus wütete umso brutaler , je näher ihr Ende nahte . Als wir Zivilisten aus Heubude und Umgebung Anfang April 1945 einige Tage unter freiem Himmel auf dem Karrenwall lagerten , holten die Russen einmal mehrere Frauen - darunter auch meine Mutter - mit LKW zur " Arbeit " ab . Auf diesen LKW waren hölzerne Gestelle/Leitern befestigt . Als meine Mutter am Abend wieder zurück war , erzählte sie , daß mit Hilfe dieser Gestelle in der Halben Allee , aber auch in einigen Gegenden von Langfuhr und Oliva erhängte deutsche Soldaten und Flakhelfer , aber auch Zivilisten , von Bäumen und Masten geholt wurden . Die Leichen wurden außerhalb der Stadt in Waldgebieten verscharrt .
            Wer - egal , ob Zvilist oder Soldat - , sich den Befehlen oder Anordnungen der fanatischen Nazis in irgendeiner Form widersetzte oder auch nur öffentlich am " Endsieg " zweifelte , wurde skrupellos ermordet .
            Vor einigen Jahren war ich mal im Münstertal/Baden-Württemberg und besuchte dort u.a. die katholische Kirche St. Trudpert . Dort wurde der langjährige Dekan Willibald Strohmeyer am 22.04.1945 - kurz , bevor die Alliierten den Ort erreichten - von der SS ermordet .
            Auf jeden Fall finde ich es sehr gut , daß die heutigen Anwohner in Schöneberg dieses sehr mutigen Mannes gedenken .
            Eine schöne Woche wünsche ich Dir und allen Forumern - der Heubuder Rudi

            Kommentar

            • Peter von Groddeck
              Forum-Teilnehmer
              • 11.02.2008
              • 1517

              #7
              AW: Grab eines unbekannten deutschen Soldaten

              Hallo,
              auch wenn alle Dorfbewohner weg waren, waren offentsichtlich meherer Soldaten zugegen. Dadurch könnte vielleicht doch etwas überliefert sein.
              Greuß Peter
              Tue recht und scheue niemand.

              Kommentar

              • Wolfgang
                Forumbetreiber
                • 10.02.2008
                • 11623

                #8
                AW: Grab eines unbekannten deutschen Soldaten

                Schönen guten Nachmittag,

                vielen Dank für alle bisherigen Tipps, Anregungen und Infos.

                Ich habe bereits die Deutsche Dienststelle (WAST) und den DRK-Suchdienst angeschrieben. Und zudem googelnd recherchiert um evtl. herauszubekommen, ob es weitere Fälle gab in denen die SS eine deutsche Kirche offenbar grundlos abbrannte. Selbst wenn die Kirche bzw. deren Turm strategische Bedeutung hatte, warum hat man ihn dann nicht gesprengt wie das z.B. in Bohnsack der Fall war? Auch die hölzernen Windmühlen wurden ja gesprengt -wie z.B. in Fürstenwerder- obwohl gerade die perfekt gebrannt hätten...

                WENN also die SS die Kirche abbrannte, was könnten die Gründe gewesen sein?

                Viele Grüße aus dem Werder
                Wolfgang
                Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
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                • waldkind
                  Forum-Teilnehmer
                  • 06.10.2008
                  • 2366

                  #9
                  AW: Grab eines unbekannten deutschen Soldaten

                  Hallo Wolfgang,
                  grundlos geschah wohl selten irgendetwas in dieser Art. Das Abbrennen von Kirchen erinnere ich als Methode unliebsame Menschen loszuwerden. Diese wurden unter irgendeinem Vorwand in die Kirche geschickt, dann Türe von außen verriegelt und Ende war es. Es ging dabei wohl darum, Zeugen oder Missetaten zu beseitigen. Man weiß ja auch von "unsinnigen" Erschießungen Ende des Krieges durch die Nazis, um Zeugen zu beseitigen. Tatsächlich wurden die Leute, die sich weigerten an solchen Massakern teilzuhaben, schlicht weg erschossen.


                  Wie es sich nun in diesem speziellen, von dir geschilderten, Falle verhielt, weiß ich natürlich nicht. Gute Grüße, wk.
                  Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

                  Kommentar

                  • Wolfgang
                    Forumbetreiber
                    • 10.02.2008
                    • 11623

                    #10
                    AW: Grab eines unbekannten deutschen Soldaten

                    Schönen guten Abend,

                    es wird immer wieder behauptet, dass Soldaten die sich nicht an Erschießungs- oder anderen Mordaktionen beteiligen wollten, selber erschossen wurden. Und fast genauso oft wird behauptet, dass es dafür keinen einzigen Nachweis gibt. Und bisher ist auch mir nicht bekannt, dass jemals ein solcher Nachweis erbracht werden konnte.

                    Dass es in NICHT-deutschen Kirchen durch SS und Wehrmacht zu Untaten kam ist unbestritten. In Schöneberg stand jedoch eine alte deutsche Ordenskirche und ich konnte bisher keinen Anhaltspunkt finden, dass weitere leere Kirchen auf deutschem Gebiet in Brand gesteckt wurden.

                    Viele Grüße aus dem Werder
                    Wolfgang
                    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
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                    • Stejuhn
                      Forum-Teilnehmer
                      • 09.08.2011
                      • 1023

                      #11
                      AW: Grab eines unbekannten deutschen Soldaten

                      Guten Abend Wolfgang,

                      kennst Du das Buch "Der Vorleser" von Bernhard Schlink?
                      Darin erzählt Hanna während ihres Prozesses, dass sie KZ-Häftlinge während ihrer Verlegung in einer Kirche untergebracht hat. Die Türen der Kirche wurden lt. ihrer Aussage verschlossen um eine Flucht der Häftlinge zu verhindern. Als die Kirche brannte wurden die Türen nicht geöffnet, weil die Häftlinge hätten fliehen können.
                      Schön und gut, dies ist ein Roman!
                      Aber was ist, wenn es wirklich solche Praktiken gab?
                      Könnte es nicht sein, dass man so diese Häftlinge loswerden wollte?
                      Manchmal beziehen Autoren die Wirklichkeit in ihre Erzählungen mit ein.

                      Viele Grüße Sigrid
                      Nirgendswo ist es schöner als zu Hause mit der ganzen Familie vereint zu sein.
                      Stejuhn, Karschen, Hinzmann, Korthals, Kumke, Rudat, Nachtigall, von Wissotzki (Wishotzki), Oberdorf

                      Kommentar

                      • Wolfgang
                        Forumbetreiber
                        • 10.02.2008
                        • 11623

                        #12
                        AW: Grab eines unbekannten deutschen Soldaten

                        Schönen guten Abend,
                        hallo Sigrid,

                        ich schrieb in meinem letzten Beitrag um 21:02 Uhr: "Dass es in NICHT-deutschen Kirchen durch SS und Wehrmacht zu Untaten kam ist unbestritten. In Schöneberg stand jedoch eine alte deutsche Ordenskirche und ich konnte bisher keinen Anhaltspunkt finden, dass weitere leere Kirchen auf deutschem Gebiet in Brand gesteckt wurden."

                        In diesem Thema möchte ich das Schicksal des unbekannten deutschen Soldaten und die Geschehnisse um die Schöneberger Kirche ansprechen und evtl. Hilfestellung für eine Klärung erhalten. Rüdiger hat gestern um 21:30 Uhr zwei Links genannt, und selbst wer nicht ausreichend polnisch spricht, kann den Sinn der dortigen Beiträge mittels Übersetzungen bei Google oder Bing erfassen. Es ist in einer offensichtlich nach 1992 geschriebenen Kirchenchronik genau geschildert, was passiert sein soll. Und das möchte ich verifizieren.

                        Von abrückenden Einheiten ist beim Rückzug viel zerstört worden (Kirchtürme, Brücken, Dämme, wassertechnische Einrichtungen, Windmühlen usw.), aber bisher habe ich dafür meist nachvollziehbare Gründe vernommen, nämlich militärische bzw. strategische. Sollte es notwendig gewesen sein, die Kirche aus einem solchen Grund zu zerstören, warum wurde dann nicht der der Turm GESPRENGT? Und warum nicht der Turm der evangelischen Kirche? Natürlich kann es sein, dass sie möglicherweise gar keinen Sprengstoff mehr hatten, aber das sind eben noch die zu klärenden Punkte.

                        Viele Grüße aus dem Werder
                        Wolfgang
                        Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                        Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
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                        • Wolfgang
                          Forumbetreiber
                          • 10.02.2008
                          • 11623

                          #13
                          AW: Grab eines unbekannten deutschen Soldaten

                          Schönen guten Abend,

                          heute Abend habe ich im Gemeindemuseum ein bisschen nachgehakt. Laut Überlieferung soll es einen Brief eines vertriebenen Schönebergers geben/gegeben haben, in dem er sagte, die SS habe die Kirche, eine Mühle und das Feuerwehrgebäude in Brand gesteckt. Bei der Inbrandsetzung der Kirche soll es nicht nur einen sondern zwei Befehlsverweigerer gegeben haben, die von ihren SS-Kameraden erschossen wurden. Ein dritter Soldat, der Brandstifter, soll im Feuer umgekommen sein. Diese Geschichte hört sich noch mysteriöser an als die bisherigen Schilderungen.

                          Sowohl vom Volksbund als auch von der WASt (Deutsche Dienststelle) erhielt ich bereits per Brief die Auskunft, sie könnten mir aufgrund meiner vagen Angaben nicht weiterhelfen.

                          Das Rätsel um diese Vorkommnisse harrt also weiterhin einer Lösung.

                          Viele Grüße aus dem Werder
                          Wolfgang
                          Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                          Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                          Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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                          • Wolfgang
                            Forumbetreiber
                            • 10.02.2008
                            • 11623

                            #14
                            AW: Grab eines unbekannten deutschen Soldaten

                            Schönen guten Abend,

                            als ich am Samstag (23.08.2014) erneut an der Kirche und dem Grab des unbekannten Soldaten war, hörte ich erneut die Geschichte, die ich bereits am 11.11.2013 schilderte. Sie wurde mir von einer ehrenamtlichen Reiseführerin als Fakt erzählt, als Tatsache.

                            Nach vielen Recherchen vermute ich, dass dies eine Legende ist, nichts anderes als eine lieb gewordene Legende.

                            WARUM??? Warum soll die Kirche von Deutschen abgebrannt worden sein? Es war ein Bauwerk, ein "Bollwerk deutscher Kultur", zu Deutschordenszeiten errichtet, und es gab immer noch die weit verbreitete Hoffnung, man könne eines Tages wieder in die verlassene Heimat zurück kehren.

                            Warum soll also ein deutsches Kulturdenkmal von deutschen Soldaten abgebrannt worden sein? Ich hörte dann die Antwort an der noch stehenden evangelischen Kirche: "Ja, ja, die Deutschen haben eben die alte katholische Kirche abgebrannt weil sie katholisch war und die evangelische haben sie stehen lassen weil sie evangelisch war".

                            Gab es je den Fall, dass abziehende Einheiten Kameraden erschossen weil sie sich weigerten ein deutsches Kulturdenkmal, zudem eine religiöse Stätte, zu zerstören? Militärstrategische Gründe können nicht maßgebend gewesen sein, da sonst die evangelische Kirche hätte daran glauben müssen.

                            Die Frage, die ungeklärte Geschichte um die frühere Deutschordenskirche treibt mich nach wie vor um, weil sie immer noch als Beweis für das Vandalentum der Deutschen gilt.

                            Viele Grüße aus dem Werder
                            Wolfgang
                            Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                            Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                            Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                            Kommentar

                            • AxelH
                              Forum-Teilnehmer
                              • 25.12.2012
                              • 16

                              #15
                              AW: Grab eines unbekannten deutschen Soldaten

                              Hallo Wolfgang,

                              das Abbrennen der Kirche durch die SS kann ideologische Gründe haben, die SS wollte sich selbst als "Ersatz-Religion" betätigen, was aber nicht den radikalen Schritt in diesem Falle rechtfertigen würde.

                              In der Brutalität des Krieges war es vielleicht eine individuelle Entscheidung eines einzelnen Mannes. Leider wird das ein Geheimnis bleiben, da trotz aller Mühen nicht mehr herauszufinden war.

                              Ansatzpunkte könnte noch das Grab des unbekannten Soldaten sein. Wenn Du den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge über das Grab informierst und eventuell lange genug nachfragst, könnten die eventuell an einer Umbettung interessiert sein..... Und dann müssten sie graben und man würde die Überreste finden. Das ist nur eine vage Möglichkeit.

                              Viel Glück Dir weiterhin!

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