Storchenzählungen

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  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #1

    Storchenzählungen

    Die letzten großen Storchenzählungen vor dem Krieg gab es im gesamten Freistaatgebiet 1931/32. Die Ergebnisse wurden seinerzeit publiziert in den "Heimatblättern des Deutschen Heimatbundes Danzig" unter dem Titel "Die Verbreitung des weißen Storches im Gebiet der Freien Stadt Danzig".

    Im gesamten Freistaatgebiet hat es demnach 499 Nester gegeben, 19 davon waren unbesetzt. Für jeden Ort sind dort die Anzahl der Nester angegeben. Zumindest für einige Ortschaften der Niederung und des Werders sind die Zahlen fast gleichgeblieben. Gegenüber einer Zählung von 1907-1909 hat es jedoch bis 1932 einen dramatischen Rückgang der Population gegeben: Zu dieser Zeit gab es noch 942 besiedelte Nester.

    Mich interessiert nun -und vielleicht kann da einer unserer polnischen Freunde weiterhelften-, ob es auch in der Nachkriegszeit Storchenzählungen gegeben hat und wo diese evtl. publiziert wurden bzw. erhältlich sind.

    Beigefügt findet Ihr eine Populationskarte. Sie ist zugegebenermaßen nicht in einer sonderlich hohen Auflösung. Wer sie in Hochauflösung per Email haben möchte: bitte melden, ich schicke sie dann zu.
    Angeh
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"
  • badenia
    Forum-Teilnehmer
    • 18.03.2008
    • 135

    #2
    Störche in FSD

    Hallo Wolfgang
    Zegegeben habe ich von mir lange nicht mehr hören lassen. Deine bereits uralte Frage zu den Störchen hat mich aber zumindest zu einer sperlichen Antwort bewogen. Nun gibt es landesweit hinund wider Aktionen, bei denen Sörche gezählt werden. Die letzte große Aktion wa 2004 als man 50 000 Störchenpaare gesichtet hat (mmerhin 25% der Weltpopulation). Ich habe leider dabei keine näheren Angaben zu unserer Region gefunden. Deine Karte finde ich sehr interessant. Da sehe ich gerade, dass in Praust nur ein Nest gesichtet war. Frag mich ob es dasselbe ist, an das ich mich aus meiner Kindheit erinnern kann )das war auf dem alten Kamin der Baumschule Radtke - heute die berühmte Schule für Gartenbau) . In der Stadt zu meiner Kinderzeit gab es aber noch 3 andere Neste, soweit ich das noch im Kopf habe. Dieses eine war auf meinem Weg zur Schule, daher die Erinnerung. Viel schöne Grüße
    Marek

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    • stazki
      Forum-Teilnehmer
      • 23.11.2008
      • 240

      #3
      Zitat von Wolfgang
      Mich interessiert nun -und vielleicht kann da einer unserer polnischen Freunde weiterhelften-, ob es auch in der Nachkriegszeit Storchenzählungen gegeben hat und wo diese evtl. publiziert wurden bzw. erhältlich sind.
      Jährlich werden in verschiedenen Ländern Storchenzählungen durchgeführt.
      Für Polen:
      1974: 32 000 - 34 000 Paare
      1995: 41 000 Paare
      2004: 52 500 Paare

      in Europa 2004:
      - 33 217 Paare in Spanien
      - 30 000 Paare in der Ukraine
      - 20 000 in Belarus
      - 13 000 in Litauen
      - 10 000 in Lettland
      - 10 000 in Russland
      - 4 500 in Deutschland

      Zwischen 1974 und 2004 ist also die Storchenpopulation in Polen um ganze 40% angewachsen.
      DOCH:
      Seit 2004 ist der Storchenbestand in Polen um 10 000 Paare zurückgegangen, also um ein Fünftel!!!
      Gründe:
      - Futtermangel (ehemalige LPG-Wiesen verwandeln sich in Wälder, Monokulturen oder Ackerland für Getreide oder verkrauten hektarweise; das wichtigste Fütter zum Frühjahresbeginn für die Aufzucht der Jungen, also all die Lebewesen, die eine gemähte Wiese präsentieren, fehlen zunehmend)
      - es gibt immer weniger storchenfreundlich betriebene Landwirtschaft, da immer mehr kleinere Güter pleitegehen.
      - zunehmende landwirtschaftliche Nutzung durch riesige Felder mit Einheitskulturen (sind für den Nationalvogel Polens wertlos)
      - unkontrollierte Baumaßnahmen zersiedeln die über Jahrhunderte gewachsene Landschaft.

      Somit ist nachzuvollziehen, daß immer mehr Storchenpaare ihre Jungen oder schon das Gelege aus dem Nest werfen oder erst garnicht mehr zu ihrem Nistplatz zurückkehren.
      Eine bedenkliche Entwicklung, die nicht allein die Storchenpopulation betrifft, sondern auch andere Vogelarten.

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      • Belcanto
        Forum-Teilnehmer
        • 24.09.2008
        • 2508

        #4
        Hallo stazki
        Sehr interessant, aber ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selber gefälscht habe. Trotzdem zählt Polen, Gottseidank zu den immer noch zu einem wichtigen Refugium für Störche.
        Viele Grüße
        Belcanto

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        • stazki
          Forum-Teilnehmer
          • 23.11.2008
          • 240

          #5
          Zitat von Belcanto
          Hallo stazki
          Sehr interessant, aber ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selber gefälscht habe. Trotzdem zählt Polen, Gottseidank zu den immer noch zu einem wichtigen Refugium für Störche.
          Viele Grüße
          Belcanto
          Auch ich stehe statistischen Veröffentlichungen kritisch gegenüber, insbesondere wenn es sich um Zahlen aus der Bankenwirtschaft handelt, die mittlerweile niemand mehr nachvollziehen kann.

          Doch für den aktuellen Populationstrend der Störche in Polen braucht man nicht unbedingt die Statistikbelege unter dem Arm mitzuführen: Wenn ich mit offenen Augen durch Polen fahre (und ich komme schon ziemlich rum in Warmia i Mazury und im Werder) sprechen doch die vielen leeren Nester für sich!
          Aber insofern stimmt es schon, daß Polen das Gebiet für den Storch ist! Noch!

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          • Anonymus

            #6
            Storchendorf!

            Zitat von stazki
            (...)
            Aber insofern stimmt es schon, daß Polen das Gebiet für den Storch ist! Noch!
            Aber auch in Deutschland gibt es noch sogenannte "Storchendoerfer", siehe bitte:



            Viele Gruesse
            Ohrscher Siegfried

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            • Belcanto
              Forum-Teilnehmer
              • 24.09.2008
              • 2508

              #7
              Hallo Guten morgen
              Ich bin immer noch am Rätseln, warum die Störche schon da sind? Normalerweise täuschen sich die Zugvögel nicht, sondern kehren erst zurück,wenn die Lebensbedingungen es zulassen.
              Viele Grüße
              Belcanto

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              • Anonymus

                #8
                Zugvoegel

                Zitat von Belcanto
                Hallo Guten morgen
                Ich bin immer noch am Rätseln, warum die Störche schon da sind? Normalerweise täuschen sich die Zugvögel nicht, sondern kehren erst zurück,wenn die Lebensbedingungen es zulassen.
                Viele Grüße
                Belcanto
                Moin-Moin Joachim,

                nicht jeder Storch nimmt den gleichen Weg nach Süden
                Lange hat man geglaubt, dass Vögel einer Spezies auch so ziemlich die gleichen Routen haben und die selben Ziele ansteuern. Stimmt aber nicht: Bei den Weißstörchen etwa gibt es eine »Westgruppe«, die von Niedersachsen, Holland, dem Elsass und der Schweiz nach West- und Zentralafrika zieht. Und eine »Ostgruppe«, die unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern, Polen und Russland lebt und die lieber nach Ost- und Südafrika fliegt. Vielleicht, weil sie sich so nicht ins Gehege kommen.

                Joachim, Dein "Raetselraten" koennte eventuell durch den Inhalt des nachfolgenden Links z.T. geloest werden?!

                Schwalbenflug, Simson, Schwalbe, Simson Schwalbe, Afrika, Steffen Honzera, Moped, Nostalgie, DDR, Werkstatt, Zugvögel


                Viele Gruesse
                Ohrscher Siegfried

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                • Wolfgang
                  Forumbetreiber
                  • 10.02.2008
                  • 11623

                  #9
                  Zitat von Ohrscher 33-46
                  nicht jeder Storch nimmt den gleichen Weg nach Süden
                  Schoenen guten Morgen,

                  immer mehr Stoerche auf der Westroute bleiben in Spanien haengen und ernaehren sich von Abfall auf den Muellkippen. Es gibt aber auch vereinzelt Stoerche, die im Oberrheingebiet oder auf Muellkippen in Deutschland ueberwintern. Interessante Infos dazu unter http://www.storchenverein.de/fauna/chrwstorch.html
                  Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                  Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                  Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                  Kommentar

                  • Anonymus

                    #10
                    Auch ein hoechst interessanter Link fuer die Freunde des "Klapperstorches". - DANKE!

                    Viele Gruesse
                    Ohrscher Siegfried

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                    • Belcanto
                      Forum-Teilnehmer
                      • 24.09.2008
                      • 2508

                      #11
                      Hallo Siegfried
                      Vielen Dank für den Nachhilfeunterricht. Du wirst es nicht glauben, aber ich habe schon mal was von Zugvögeln gehört.Das Rätsel war die Frage .was die Störche um diese Zeit, bei Schnee und Eis und gefrorenen Böden hier bereits schon tun- wie Beate sie beobachtet hat. Vielleicht kannst du mir die Frage beantworten?
                      Mir ist auch bekannt, dass es durch die Klimaerwärmung immer mehr zu " Standvögel" kommt. Die Kernfrage ist, was die Ströche in diesen harten Winter hier schon tun.Um diese Frage geht es mir. Selbst wenn sie weiter fliegen würden, finden sie bei uns zur Zeit kein Futter, um sich für den Weiterflug zu stärken.
                      Und ferner ist mir aus Ungarn bekannt, dass geschwächte Zugvögel- die nach tagelangen Regenfällen kein Futter mehr fanden- mit dem Flugzeug in ihre Winterquartiere geflogen wurden.
                      Viele Grüße
                      Joachim

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                      • Anonymus

                        #12
                        Zitat von Belcanto
                        Hallo Siegfried
                        Vielen Dank für den Nachhilfeunterricht. Du wirst es nicht glauben, aber ich habe schon mal was von Zugvögeln gehört.Das Rätsel war die Frage .was die Störche um diese Zeit, bei Schnee und Eis und gefrorenen Böden hier bereits schon tun- wie Beate sie beobachtet hat. Vielleicht kannst du mir die Frage beantworten?
                        (...)
                        Lieber Joachim,

                        selbstverstaendlich zweifel ich keineswegs daran, dass Du schon mal etwas von Zugvoegel gehoert hast!
                        Entschuldige somit, wenn ich mich etwas ungeschickt ausgedrueckt haben sollte.

                        Im Uebrigen und zu Deiner Kernfrage zurueck zu kommen, ich meine, Wolfgang hat in seinem Beitrag - auch mit dem Inhalt des Link's - Deine Frage fast beantwortet - oder?!

                        Viele Gruesse
                        Ohrscher Siegfried

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                        • Belcanto
                          Forum-Teilnehmer
                          • 24.09.2008
                          • 2508

                          #13
                          Hallo
                          Bei überwinternde Störche handelt es sich dann um Standvögel-ergo um keine Zugvögel (mehr). Bei Temperaturen von minus 6-8 Grad muss zu gefüttert werden. Da muss ich mal Beate fragen, wie sich die Störche ernähren die sie beobachtet hat.
                          Gruß
                          Belcanto

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                          • stazki
                            Forum-Teilnehmer
                            • 23.11.2008
                            • 240

                            #14
                            Ein Storchendorf in Polen: Szczurkowo
                            Angeh

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