Typische Berufe Großes Werder

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  • MWedhorn
    Forum-Teilnehmer
    • 30.04.2014
    • 3

    #1

    Typische Berufe Großes Werder

    Hallo,

    ich brauche etwas Nachhilfe. Ich habe die letzten Tage überlegt, was einen Menschen veranlasst, den Kreis zu verlassen oder dort hinzuziehen. Man verließ seinen Heimatort nicht leichtfertig. Gerade auf den Dörfern war jeder Kilometer eine halbe Weltreise. Wenn ich die Zahlen richtig deute, war Junkeracker ein ziemlich kleiner Ort; den Einwohnerzahlen zufolge.
    Was also veranlasst jemanden zu so einer Weltreise? Was waren typische Berufe im Kreis und umliegend zu der Zeit des späten 19.Jh.?
  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #2
    AW: Typische Berufe Großes Werder

    Schönen guten Nachmittag,
    hallo Mareike,

    Du stellst fest, auf den Dörfern hier im Werder sei jeder Kilometer eine halbe Weltreise gewesen und fragst nach den Gründen, warum im späten 19. Jhdt. jemand hierher zog oder wegzog. Zu dieser Zeit war es friedlich hier, das Land befand sich in einem wirtschaftlichen Aufschwung. Infrastrukturmaßnahmen wie der Aufbau eines Kleinbahnennetzes, der Ausbau der Wasserwege, der Weichseldurchstich und der Bau von Wegen, Straßen und Chausseen führten zu vermehrtem Handel und einfacherem Absatz von Fischen und landwirtschaftlichen Produkte. Zuckerfabriken konnten die vor Ort angebauten Rüben verarbeiten.

    Welche Berufe gab es? In der Landwirtschaft und Fischerei, alle Handwerke, Kleingewerbe und Handel. Ende des 19. Jahrhunderts waren die Entfernungen nicht mehr so groß zwischen den Dörfern und Werderstädten. Man zog um bei Heirat, bei Kauf eines Hauses oder Hofes oder wenn man woanders bessere Arbeit fand. Trotzdem blieben die Bewohner sehr sesshaft, vor allem die Besitzenden. Für Jene die nichts oder wenig besaßen, häufig Kinder von Knechten oder Mägden, wirkten die größeren Städte wie Danzig oder Elbing wie Magneten. Auch wer zum Militärdienst eingezogen wurde, kam nicht immer zurück sondern blieb in den Städten.

    Die Menschen in den Werder-Landschaften Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten einen bescheidenen Wohlstand, im Großen und Ganzen ging es ihnen gut.

    Viele Grüße aus dem Werder
    Wolfgang
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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    • Heibuder
      Forum-Teilnehmer
      • 10.02.2008
      • 751

      #3
      AW: Typische Berufe Großes Werder

      Nicht zu vergessen, Werften, Schiffbau, Seefahrer, Holzhandel (Flösser!), Zimmerleute u.v.m..
      Meine Urahnen kommen aus diesen Sparten. Sie haben sich alle "auf dem Lande" niedergelassen,
      grosse Familien gegründet und schmucke Häuschen gebaut.
      Es grüßt der Heibuder!

      "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

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      • dloepp
        Forum-Teilnehmer
        • 31.01.2010
        • 26

        #4
        AW: Typische Berufe Großes Werder

        Einen schönen guten Abend,ich möchte dazu sagen, dass für meine Familien die Berufe mit dem Wasser zu tun hatten. Es lag ja auch nahe, alle Vorfahren kamen aus dem Nogatdelta. Mein Großvater und Söhne waren Schiffer,ebenfalls mein Schwiegervater, auch dessen Vater und der andere Großvater war Fischer. Mein Vater war Bootsbauer,er hatte auf dem Holm auf der Werft Schmidt gelernt. viele Grüße Dora

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        • Bartels
          Forum-Teilnehmer
          • 25.07.2012
          • 3448

          #5
          AW: Typische Berufe Großes Werder

          Einen schönen guten Abend,

          die Hauptberufe, das heisst die Fleisch- und Brotberufe im Werder und auf der Nehrung waren Fischfang und Landwirtschaft, natürlich gehörte das unterstützende Handwerk dazu - und möglicherweise auch ein jüdischer Landhändler, der anschreiben liess.

          Was bisher nicht erwähnt wurde: Gerste und Wacholder konnte man "veredeln", d.h. Bier brauen und Machandel brennen ... z.B. in Tiegenhof.

          Die Mobilität unser Urahnen sollte man nie unterschätzen, meine Vorfahren Wölke/Wölk kamen aus dem niederländischen Zeeland, andere Ahnen sollen Salzburger gewesen sein.


          NB: Dann gibt es noch pfälzische Bauern von gerade gestern, für die eine Fahrt ins rheinhessische Worms (6 km) eine Weltreise, die andere Rheinseite "Ausland" ist, für die Danzig und Polen fast in Sibirien liegt, - und in der Scheune steht der SIMCA für die Enkel und hat gerade 4 000 km auf dem Tacho, ist aber um vieles älter als diese ...
          Beste Grüsse
          Rudolf H. Böttcher

          Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
          Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
          Familie Zoll, Bohnsack;
          Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
          Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

          http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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