Im Werder / Ernst Lucks

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  • Christkind
    Forum-Teilnehmer
    • 10.02.2008
    • 1568

    #1

    Im Werder / Ernst Lucks

    Ein Kibitzruf, so schrill, so bang,
    die Sense rauscht durch den Roggen,
    ein Karren holpert die Trift entlang,
    im Graben quarren die Poggen...

    Und rings im niederen Werderland
    Gehöfte an einsamen Wegen,
    breit strömt die Weichsel, ein grünes Band,
    der rauschenden See entgegen.

    Es dämmert,die Sonne sich erdwärts neigt,
    die Kühe sind gemolken,
    und fern drohend sich zeigt
    ein Wetter in blaugrauen Wolken.

    Es klappert der Storch auf dem Reisighorst,
    und heimwärts huschen die Schwalben.
    Nur Wiesen und Wasser, kein ragender Forst,
    es schwojt der Kahn an den Dalben.

    Dann brauen die Nebel über dem Bruch,
    sie steigen, fallen und weben
    und decken ein feuchtes, graues Tuch
    über Weiden, Wiesen und Gräben.
    ____
    Aus: Unser Danzig /1970
    ____
    Grüße von Christa
    Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
    (M. Gandhi)
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