Fotos aus Eichwalde

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  • Christkind
    Forum-Teilnehmer
    • 10.02.2008
    • 1568

    #16
    Zitat von Ohrscher 33-46

    Immer wenn ich dann mit meinem Rad'l durch die Doerfer kam und sah wie die alten Haeuser aus deutscher Zeit oft mit viel Liebe von den neuen Besitzern renoviert worden waren, waere ich am Liebsten gleich dort geblieben.


    Uebrigens, auch ein Grund, einen Menschen zu beneiden, der bereits mit einem Bein in dieser alten Naturlandschaft sesshaft geworden ist!
    Na, stelle dir mal vor, das eine Bein knickt um,
    da kuckste aber dumm.
    Du rufste nachm Dokter Prelle
    doch der ist nicht so rasch zur Stelle.
    Das Radl kannste selbst nich treten,
    doch rasche Hilfe ist vonnöten.
    Dann hinkelst du auf einem Bein
    und mechtest in die Stadt hinein.
    Noch viel schlimmer ist bei Schnee,
    tut der Zahn mal richtig weh.
    ( Dies jedoch kann nur die Jungen stören,
    deren Zähne abends nicht ins Glas gehören).
    Schön ist der Blick in wunderbare Weiten,
    das kann ich aus Erfahrung nicht bestreiten.
    Jedoch im Alter, glaub' es mir,
    reicht nich das Radl vor der Tür.
    Da brauchste nicht nur schöne Landschaft,
    da brauchste eine ganze Mannschaft,
    die dir rasch hilft, wenn es mal drickt
    und die Galle richtig zwickt,
    dann - im Falle eines Falles,
    ist rasche Hilfe wirklich alles.
    Und die findet jeder nur
    nicht am Busen der Natur!
    Folglich radle hin und auch zurück,
    dann hast' vom Glick ein riesengroßes Stick.

    ______
    Christa grüßt.
    Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
    (M. Gandhi)

    Kommentar

    • Anonymus

      #17
      Zitat von Christkind
      (...)
      Folglich radle hin und auch zurück,
      dann hast' vom Glick ein riesengroßes Stick.

      ______
      Christa grüßt.
      Hallo Christa,

      so poetisch veranlagt bist Du mir bereits in Danziger Vorgaengerforen begegnet und bis heute hat sich zu meiner Freude daran auch nichts geaendert.

      Uebrigens, "auf'm Land" wurden und werden die Menschen nicht so oft krank, wie es das Stadtleben, bedingt durch unterschiedliche Ursachen, oft mitsich bringt - so meine Meinung.

      Viele Gruesse
      Ohrscher Siegfried

      Kommentar

      • Anonymus

        #18
        Zitat von Christkind
        (...)
        Jedoch im Alter, glaub' es mir,
        reicht nich das Radl vor der Tür.
        Da brauchste nicht nur schöne Landschaft,
        da brauchste eine ganze Mannschaft,
        die dir rasch hilft, wenn es mal drickt.....
        (...)
        Hallo Christa,

        soweit mir bekannt, bist Du ja ein "Stadtkind" aus der Fleischergasse. Nun meine Frage: Hast Du als Kind - oder in spaeteren Jahren - jemals die Gelegenheit gehabt das reizvolle, laendlich gepraegte Umland unserer alten Heimatstadt besuchen zu koennen?

        Ich jedenfalls habe besonders die Landschaft der Danziger Niederung und des Werders damals in den letzten Kriegsjahren bereits lieben gelernt. Die Liebe zu diesem Teil unserer alten Heimat hat sich durch meine Besuche in der spaeten Nachkriegszeit dann wieder erneuert. Die Menschen sind nach 1945 zum grossen Teil ausgetauscht worden, aber die Landschaft ist - Gott sei Dank - (fast) so geblieben wie zu unserer/meiner Kinderzeit.

        Uebrigens, "eine ganze Mannschaft" das war die Nachbarschaft, denn Nachbarschaftshilfe wurde "auf'm Land" frueher besonders gross geschrieben!

        Viele Gruesse
        Ohrscher Siegfried

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        • MeinEichwalde
          Forum-Teilnehmer
          • 06.10.2008
          • 545

          #19
          oben und unten auf dem platten Land

          So, nun hat Ihr ja viel geschrieben.. klasse !
          Ichhabe die Liebe zu dieser Werderlandschaft meinem Empfinden nach von meiner Mutter ererbt und zwar in zerstückelt. Zuhause nannte sie immer den Ort aber nie genau wieso der auf ewig futsch war. und parallel dazu geriet brachte sie mir bei platte landschaften zu schätzen Holland zum Beispiel oder als wir in Heidgraben wohnten die marschlandschaft dort in SChleswig Holstein.Opitz der Fotograf mit seinem Klub Nowodworski bemerkt und so ist es auch in den Tourismus Prospekten des WErders heute, dass die Landschaft vom Grossteil der Neubewohner als zur Melancholie verführend , sprich deprimierend - empfunden wird. Sie verglichen sie offensichtlich in den letzten Generationen mit den Landschaften ihres Zuhauses, welches Gebirgig bzw hügelig war.
          Ich fühle mich - auch ererbterweise... - verletzt wenn jemand dort wohnt und die Landschaft hässlich findet und mir das zu verstehen gibt. Da kann ich dann nur sagen: dann lass se doch wegziehn und Leute dahingehen die es da lieben. Ich aber werde das wohl aus praktischen Gründen nicht sein. Meinem Freund konnte ich aber in diesem Sommer 2008 die Landschaft per Auto zeigen und - ich war überglücklich - er hat mich verstanden.
          Viele von uns Nachgeborenen werden mit ihren landschaftsgefühlen für bekloppt gehalten aber das ist nicht so. Es hat alles seine neurolischen Ursachen ( um es scherzhaft zu sagen)
          Übrigens mit dem "gnädigen Herrn und gnadige Frau und " junger Herr "das soll sich bei den Zwangsarbeitern dann im Krieg gegeben haben. Aber davor war das bei den Hofbestzern gang und gäbe .. Untereinander haben sie sich geduzt. Ihre Arbeiter ganz ohne Herr angesprochen. Und bei den Vertriebenentreffen war es am Anfang wohl peinlich wenn der Herr den Arbeiter beim Danziger treffen traf. Auf einmal war er überhaupt nicht mehr der "gnädiger Herr ".
          So viel zur Nachbarschaftshilfe auf dem Lande. Da waren Kilometer zwischen oben und unten
          Es grüßt Euch herzlich
          Eure Delia,Enkelin von Schroedter-Eichwalde

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          • Wolfgang
            Forumbetreiber
            • 10.02.2008
            • 11623

            #20
            Zitat von MeinEichwalde
            Ich habe die Liebe zu dieser Werderlandschaft meinem Empfinden nach von meiner Mutter ererbt [...] Viele von uns Nachgeborenen werden mit ihren landschaftsgefühlen für bekloppt gehalten
            Hallo Delia,

            ich habe das Werder erst entdecken müssen um zu wissen wonach ich zeitlebens suchte. Du hast es ererbt, ich wusste -als ich dort erstmals war- sofort, dort sind meine Wurzeln, dort bin ich zu Hause. Das war vor gut 12 Jahren. Es war eine Fahrt nach Schiewenhorst (https://www.danzig.de/showthread.php?t=851), die mein Leben umkrempeln sollte.

            Zu diesem Zeitpunkt war ich zwar bereits vom "Danzig-Virus" infiziert, aber ohne diese Werder-Fahrt wüsste ich wahrscheinlich heute noch nicht was mit fehlte
            Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
            Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
            Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

            Kommentar

            • Karl-Heinz Tepper
              Forum-Teilnehmer
              • 13.02.2008
              • 28

              #21
              Fotos aus Eichwalde-oder Leben in der "Botanik"

              Sehr geehrte Frau Christa (Christkind)
              Es ist schon bewundernwert wie Sie jedesmal
              mit einer treffenden Bemerkung den Sach-
              verhalt präzisieren und kommentieren.(Na,
              stell dir mal vor,das eine Bein knickt um).
              Man möchte noch hinzufügen:Zum überleben
              mitten in "der Botanik"gehört noch genügend
              Geld,jemand zum Schneefegen für die Auffahrt,
              ein Geländewagen und eine Stadtwohnung für
              alle Fälle.(und Gesundheit auch ein wenig -
              denn kannst dat utholle).-------------------
              Wer unbelastet von Kriegserinnerungen in die
              Gegend kommt kann sich das "schön" vorstel-
              len dort zu wohnen.
              In den "Tiegenhöfer Nachrichten"auf Seite 107
              sehen wir zwei Bilder vom Straßenbau:Kreuzung
              Tiegenhof-Danzig und Elbing und Tiegenhof-
              Orloff.Kaiserberg verblasst dagegen.
              Nichts für ungut.Es grüßt Korlke ut de Ohr`sche Eck.

              Kommentar

              • jonny810
                Forum-Teilnehmer
                • 10.02.2008
                • 2423

                #22
                Leben in der Botanik

                Wer unbelastet von Kriegserinnerungen in die
                Gegend kommt kann sich das "schön" vorstel-
                len dort zu wohnen.

                So sehe ich das auch, und möchte um Himmels Willen, damit niemandem zu nahe treten, oder die Laune verderben.

                Wer das mitgemacht hat, und in unserem Alter ist, hat es gerne etwas bequemer. Nicht jeder hat ein Auto, oder Führerschein.

                Erhart
                Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
                "Nec Temere - Nec Timide"
                Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

                Kommentar

                • Christkind
                  Forum-Teilnehmer
                  • 10.02.2008
                  • 1568

                  #23
                  Zitat von Ohrscher 33-46
                  Hallo Christa,

                  Nun meine Frage: Hast Du als Kind - oder in spaeteren Jahren - jemals die Gelegenheit gehabt das reizvolle, laendlich gepraegte Umland unserer alten Heimatstadt besuchen zu koennen?

                  Ich jedenfalls habe besonders die Landschaft der Danziger Niederung und des Werders damals in den letzten Kriegsjahren bereits lieben gelernt.

                  Nein,leider..., obwohl dort auch Verwandte von uns wohnten.

                  Als Kind hätte ich sicher nicht so viel von den landschaftlichen Reizen mitgekriegt, sondern mehr auf die Kuhfladen geachtet, um da nicht reinzutreten.Das passierte mir nämlich manchmal, wenn ich zu meiner Tante Hedwig kam, die in Lunau bei Dirschau wohnte.
                  Womit ich jetzt nichts gegen die Kühe gesagt haben möchte.
                  Aber- ich liebe das platte Land auch.Wegen der Weitsicht.

                  _______
                  Christa grüßt
                  Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                  (M. Gandhi)

                  Kommentar

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