AW: Vorlaubenhaus Hamm in Fürstenwerder
Wladyslaw Romanowski
früher Landarzt in Drewnica -( Schönbaum ) und Zulawki –( Fürstenwerder) in Jahren
1965-1985.
Beitrag zum “ Vorlaubenhaus Hamm in Fürstenwerder“.
Als junger Arzt, noch während des AiP war ich seit November 1965 in Wiejski Ośrodek zdrowia ( Dorfs-Klinik ) in Schönbaum –Drewnica angestellt gewesen.
Zu meinem Gebiet gehörte u.a. auch das benachbarte Dorf Żuławki – Fürstenwerder, auch für damals fünf prächtige mennonitische Vorlaubenhäuser berühmt.
Nach kurzer Zeit, während meiner Hausbesuche habe ich das Haus Nr. 6 erstes mal zur meiner Bewunderung in Augenschein genommen.
Das Vorlaubenhaus war im Jahre 1825 von Baumeister A.M. für den Bauherrn Peter Epp gebaut worden. Früher an selber Stelle stand hier auch ein Haus, das abgebrannt war. Einige geretete Türe und Ziegel wurden im Neubau wieder verwendet.
In dem unweit gelegenen Dorf Bärwalde – Niedzwiedziówka auf dem mennonitischen Friedhof habe ich deutlich später im Jahre 2003 sein Grabmal entdeckt.
Neben dem Friedhof befand sich bis zum 1990 ein mennotisches Gebetshaus, das in dem Jahr abgebrannt ist
Da steht u.a... “ Peter Epp zu Fürstenwerder wurde geboren 1776 den 3 Februar ,trat in Ehestand 1808 den 8 Juli...” ...”Er starb 1836 den 16 März” .
Nach seinem Tod hatte das Haus vor und nach dem 1. & 2. Welt Krieg verschiedene Hausbesitzer, darunter auch die Familie Hamm. Nach dem 2. Welt Krieg, in den 60-70er Jahren des 20. Jhs. auch einen polnischen, katolischen Besitzer, den Bauer Stanislaw B.
Weil ich bei ihm seine kranke Töchterchen behandelt habe, konnte ich danach gelegentlich das ganze Haus von innen besichtigen. Dabei habe ich festgestellt, daß alles eigentlich fast wie “ damals” aschetisch nach Mennoniten Stil noch erhalten wurde.
Die ursprünglichen Raumfarben, eine schwarze Küche unten dem Hauptschornstein zwar mit Propangas betrieben, Sommerküche dafür mit altem Kachelherd und nicht mehr funktionierendem Wasserhahn, sowie ohne Waschbecken ausgestattet – die Vorrats-Speisekammer mit schmallem aber schwer vergitterten Fenster versehen, aber keine Sanitäranlage im Haus. Diese befand sich womöglich in dem daneben in 1923 neugemauertem Stall-Wirtschftsgebäude. „Moderne“ war doch über 80 (?) Jahre alt elektrische Verkabelung.
Ich habe mich seltsam begeistert gefühlt und in den Träumen in die alte mennonitische Vergangenheit versetzt.
Der Allgemeinzustand des aus Holzbalken gebautem schon fast 150 Jahre alten Hauses war inzwischen ziemlich schlecht.
Aus diesen Gründen hat sich in 1978 die Bauerfamilie B. entschlossen das Holzhaus zu verkaufen und um 50 Metern weiter ein modernes Haus zu bauen.
Da konnten sich meine und meiner Frau, ebenfalls Ärztin, Träume verwirklichen.
Aus kleiner Betriebswohnung in Drewnica in das prächtige Vorlaubenhaus umzuziehen. Natürlich nach entsprechender Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten.
Nach mehreren Wochen dauerndem Bürokratiekrieg mit Behörden und Denkmalschutz haben die beide Familien in 1979 J.die Genehmigung für Kauf – Verkauf bekommen.
Die Familie B. hat angefangen ihr neues Haus zu bauen, und wir unsere Mitteln und Kräfte für das nach konservatorischen Regeln, von 1825 stammende Holzhaus zu sanieren.
Der ziemlich auswärts gefundene, alte Fachzimmerer hat das Haus genau betrachtet und am Ende verlangte über 40 Kubikmetern Balken, Bretten, usw verschiedene Längen und Dicken.
Mit der Liste bin ich zum Förster P. ca. 8 Kilometer weiter nach Jantar gefahren, um einen Antrag für den Kauf von etlichen, noch im Walde stehende Bäumen zu stellen.
Die Bäume wurden ausgewählt, im Winter gefällt, dann zu einem kleinem Sägewerk , zum Glück damals noch in Zulawki- Fürstenwerder, befördert, wo sie von den Sägemännern den Angaben entsprechend verarbeitet wurden alles in die Nähe von Baustelle luftig gestappelt und zum trocken bedeckt.
Im nächsten Sommer kamen der Zimmerer und Maurer um den ganzen Ablauf genau zu bestimmen und verwirklichen.
Dann hat sich zu unserer grossen Enttäuschung das gewaltige Ausmaß der nötigen Arbeiten herausgestellt . Die Grundmauer rund um das Haus, vor allem die Hausecken, sowie die inneren Kellerwände aus kleinen gelben “holländischen” Ziegeln mit Kalkmörtel gebaut, sind im Laufe der Zeit und oft bis zu 1 meter stehendem Grundwasser locker geworden und um einige Centimeter abgesunken.
Alle vier Kellerdecken mußten total abgerissen und erneuert werden, und natürlich auch die drauf liegenden Holzböden.
Das ist nicht ungewöhnlich für die Werderniederungen, mit dem um etwa 200 Meter entfernten Fluß Szkarpawa ( Elbinger Weichsel ), wo manchmal starke Nordwinde oder Tauwetter im Frühling das Wasser über 2m hochsteigen lässt.
Alles musste erneuert werden. Es gab leider keinen Rücktritt !
Das Haus war mit mehreren LKW-Heber etwas höher gehoben und mit Holzsäulen fest gestützt.
Dann erst wurde die alte Grundmauer samt Innenwänden, Stück für Stück abgebaut und mit tausenden, neuen Backziegeln und Zementmörtel wieder nachgebaut. Daraufhin die untere zwei, manchmal drei, ganz durchmorschte und von Holzschädlingen gefressene Wandholzbalken vorsichtig ausgezogen .
Anschließend wurden die neuen Balken, bis 11.5 Meter lang, 40cm hoch und 21 cm dick mit mehreren Holzdübeln mit den, alten noch ausreichend starken Balken in entsprechende Position zusammengebracht. Nun konnte das Haus wieder sicher und stabil stehen. Ähnliche Arbeit gab es mit der Vorlaube, wo zwei Säulen gewechselt wurden, alle Grundmauern, diesmal für mehr Sicherheit aus Beton gegossen. Der ganze Boden mit unten liegende Balken und Eingangsstufen war ebenfalls morsch und mußte erneuert werden – auch die oberen, kaputtgegangene Winkelbalken und beide Giebel viel Bretten. Die Elektriker haben unterirdische Kabeln von Strassenmast elektritätsleitung mit 380 Volt ausgelegt, und das ganze Haus mit neuen Kupferkabeln versorgt.
Die anderen haben um 30 Meter tiefe Brunnen gebohrt und mit neuen Stahlröhren weil
Es damals in Polen keine aus Kupfer gab das ganze EG und OG mit Wasser und Heizungsanlage ausgelegt.
Die Maurer haben dann unter der Schwarzküche ( in der ein modern ausgestattetes Badezimmer entstand) einen 7 q/m Heizkesselraum ausgegraben und gemauert.
Es sind noch 2 andere WCs und ein Bad im OG eingerichtet worden.
Alle 17 Doppelfenster wurden originalgetreu und komplett mit ganzen Kästen aus Lärchenholz nachgemacht, meist mit Originaleisenbeschlägen eigebaut.
Zwei Türen wurden neu gebaut. Alle Schmiedearbeiten wurden vom alten Schmiedemeister, mit traditionellem Werkzeug nachgemacht. Alle Türe und Fensterläden wurden traditionell mit Ölfarbe gestrichen , Aussenwände schwarz.
In 6 Zimmern, also auf über 120 q/m Fläche, wurden neue Bodenbretter und darunter ligende Balken ausgetauscht. Nebenan wurde später eine Doppelgarage im selben Baustil nach meinem Entwurf gebaut.
Das ganze, über 1900 q/m große Gründstück, wurde passend mit Holz oder alten Schmiedeelementen umgezäunt.
Die inneren Wege und Zufahrten mit Granitsteinen verlegt oder betoniert.
All das erforderte 4 Jahre harter Arbeit, sowohl der involvierten Bauarbeiter, als auch der ganzen Familie. Das schlimmste war die Wirtschaftskrise wegen den Streiks in 1980, Solidarność-Umbruch und am 13. Dezember 1981 eingeführten Kriegsrecht.
Mehrere Monaten gab es keine Telefonverbindungen, keine Bewegungsfreiheit , man mußte immer Anträge stellen um eine Fahrtgenehmigung nach Gdańsk oder ausserhalb eigener Gemeinde zu bekommen.
Alle wichtigere Kreuzungen wurden mit strenger Militär& Milizkontrollen belegt ( PKW- Kofferraumdurchsuchungen und manchmal auch Handgepäck) .
Jahreland gab es fast kein Baumaterial, und wenn schon dann mit Bezugsscheinen und immer knapp.
Endlich, nach strenger Denkmalschutz-Überwachung und zum Glücke auch mit 23%-Subvention, ist es uns gelungen die Arbeiten im Sommer 1984 zu vorläufigem ( das Althaus ist nie vollständig fertig !!! ) Ende und wieder bewohnbar zu bringen.
Wir waren eschöpft, weil wir selbst jede freie Stunde und Urlaubszeit geopfert haben um die Arbeiten neben Vollzeitarbeit als Ärzte, auszuführen. Am Ende war das Haus nicht nur vor Ruine gerettet und wieder fast wie damals, sondern auch technisch wo möglich modern ausgestattet .All das wurde vom Kultur-Ministerium wertgeschätzt und am 15 September 1986 in der Schatzkammer des Königsschloßes in Warschau mit Erstem Preis für den besten privaten Besitzer von Denkmalschutzgebäuden in Polen im Jahr 1985 für die sanierungs- und Konservationsarbeiten am XIX JH Vorlaubenhaus in Żuławki –Fürstenwerder bekrönt.Fünf Jahre später müßten unsere Kinder in weterbildende Schulen nach Gdańsk pendeln, und unsere Familie könnte das anspruchsvolle und weiterhin alte Haus langsam nicht mehr entsprechend pflegen. Arztgehälter damals noch viel zu wünschen übrig ließen und nicht erlauben könnten zusätzliche Hilfe beim Haushalt zu bezahlen.Es kam die Zeit sich von dem Haus schweren Herzens im Juni 1991 zu verabschieden. Der neuer Besitzer hat wieder mehrere, tw. vom Denkmalschutzstandpunkt aus umstrittene Dekorationsarbeiten und Umbauten vorgenommen .
Seit über 1 Jahr ist das Haus wieder zu kaufen.
Siehe link http://otodom.pl/lokal-zulawki-id34378075.html
Wladyslaw Romanowski
früher Landarzt in Drewnica -( Schönbaum ) und Zulawki –( Fürstenwerder) in Jahren
1965-1985.
Beitrag zum “ Vorlaubenhaus Hamm in Fürstenwerder“.
Als junger Arzt, noch während des AiP war ich seit November 1965 in Wiejski Ośrodek zdrowia ( Dorfs-Klinik ) in Schönbaum –Drewnica angestellt gewesen.
Zu meinem Gebiet gehörte u.a. auch das benachbarte Dorf Żuławki – Fürstenwerder, auch für damals fünf prächtige mennonitische Vorlaubenhäuser berühmt.
Nach kurzer Zeit, während meiner Hausbesuche habe ich das Haus Nr. 6 erstes mal zur meiner Bewunderung in Augenschein genommen.
Das Vorlaubenhaus war im Jahre 1825 von Baumeister A.M. für den Bauherrn Peter Epp gebaut worden. Früher an selber Stelle stand hier auch ein Haus, das abgebrannt war. Einige geretete Türe und Ziegel wurden im Neubau wieder verwendet.
In dem unweit gelegenen Dorf Bärwalde – Niedzwiedziówka auf dem mennonitischen Friedhof habe ich deutlich später im Jahre 2003 sein Grabmal entdeckt.
Neben dem Friedhof befand sich bis zum 1990 ein mennotisches Gebetshaus, das in dem Jahr abgebrannt ist
Da steht u.a... “ Peter Epp zu Fürstenwerder wurde geboren 1776 den 3 Februar ,trat in Ehestand 1808 den 8 Juli...” ...”Er starb 1836 den 16 März” .
Nach seinem Tod hatte das Haus vor und nach dem 1. & 2. Welt Krieg verschiedene Hausbesitzer, darunter auch die Familie Hamm. Nach dem 2. Welt Krieg, in den 60-70er Jahren des 20. Jhs. auch einen polnischen, katolischen Besitzer, den Bauer Stanislaw B.
Weil ich bei ihm seine kranke Töchterchen behandelt habe, konnte ich danach gelegentlich das ganze Haus von innen besichtigen. Dabei habe ich festgestellt, daß alles eigentlich fast wie “ damals” aschetisch nach Mennoniten Stil noch erhalten wurde.
Die ursprünglichen Raumfarben, eine schwarze Küche unten dem Hauptschornstein zwar mit Propangas betrieben, Sommerküche dafür mit altem Kachelherd und nicht mehr funktionierendem Wasserhahn, sowie ohne Waschbecken ausgestattet – die Vorrats-Speisekammer mit schmallem aber schwer vergitterten Fenster versehen, aber keine Sanitäranlage im Haus. Diese befand sich womöglich in dem daneben in 1923 neugemauertem Stall-Wirtschftsgebäude. „Moderne“ war doch über 80 (?) Jahre alt elektrische Verkabelung.
Ich habe mich seltsam begeistert gefühlt und in den Träumen in die alte mennonitische Vergangenheit versetzt.
Der Allgemeinzustand des aus Holzbalken gebautem schon fast 150 Jahre alten Hauses war inzwischen ziemlich schlecht.
Aus diesen Gründen hat sich in 1978 die Bauerfamilie B. entschlossen das Holzhaus zu verkaufen und um 50 Metern weiter ein modernes Haus zu bauen.
Da konnten sich meine und meiner Frau, ebenfalls Ärztin, Träume verwirklichen.
Aus kleiner Betriebswohnung in Drewnica in das prächtige Vorlaubenhaus umzuziehen. Natürlich nach entsprechender Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten.
Nach mehreren Wochen dauerndem Bürokratiekrieg mit Behörden und Denkmalschutz haben die beide Familien in 1979 J.die Genehmigung für Kauf – Verkauf bekommen.
Die Familie B. hat angefangen ihr neues Haus zu bauen, und wir unsere Mitteln und Kräfte für das nach konservatorischen Regeln, von 1825 stammende Holzhaus zu sanieren.
Der ziemlich auswärts gefundene, alte Fachzimmerer hat das Haus genau betrachtet und am Ende verlangte über 40 Kubikmetern Balken, Bretten, usw verschiedene Längen und Dicken.
Mit der Liste bin ich zum Förster P. ca. 8 Kilometer weiter nach Jantar gefahren, um einen Antrag für den Kauf von etlichen, noch im Walde stehende Bäumen zu stellen.
Die Bäume wurden ausgewählt, im Winter gefällt, dann zu einem kleinem Sägewerk , zum Glück damals noch in Zulawki- Fürstenwerder, befördert, wo sie von den Sägemännern den Angaben entsprechend verarbeitet wurden alles in die Nähe von Baustelle luftig gestappelt und zum trocken bedeckt.
Im nächsten Sommer kamen der Zimmerer und Maurer um den ganzen Ablauf genau zu bestimmen und verwirklichen.
Dann hat sich zu unserer grossen Enttäuschung das gewaltige Ausmaß der nötigen Arbeiten herausgestellt . Die Grundmauer rund um das Haus, vor allem die Hausecken, sowie die inneren Kellerwände aus kleinen gelben “holländischen” Ziegeln mit Kalkmörtel gebaut, sind im Laufe der Zeit und oft bis zu 1 meter stehendem Grundwasser locker geworden und um einige Centimeter abgesunken.
Alle vier Kellerdecken mußten total abgerissen und erneuert werden, und natürlich auch die drauf liegenden Holzböden.
Das ist nicht ungewöhnlich für die Werderniederungen, mit dem um etwa 200 Meter entfernten Fluß Szkarpawa ( Elbinger Weichsel ), wo manchmal starke Nordwinde oder Tauwetter im Frühling das Wasser über 2m hochsteigen lässt.
Alles musste erneuert werden. Es gab leider keinen Rücktritt !
Das Haus war mit mehreren LKW-Heber etwas höher gehoben und mit Holzsäulen fest gestützt.
Dann erst wurde die alte Grundmauer samt Innenwänden, Stück für Stück abgebaut und mit tausenden, neuen Backziegeln und Zementmörtel wieder nachgebaut. Daraufhin die untere zwei, manchmal drei, ganz durchmorschte und von Holzschädlingen gefressene Wandholzbalken vorsichtig ausgezogen .
Anschließend wurden die neuen Balken, bis 11.5 Meter lang, 40cm hoch und 21 cm dick mit mehreren Holzdübeln mit den, alten noch ausreichend starken Balken in entsprechende Position zusammengebracht. Nun konnte das Haus wieder sicher und stabil stehen. Ähnliche Arbeit gab es mit der Vorlaube, wo zwei Säulen gewechselt wurden, alle Grundmauern, diesmal für mehr Sicherheit aus Beton gegossen. Der ganze Boden mit unten liegende Balken und Eingangsstufen war ebenfalls morsch und mußte erneuert werden – auch die oberen, kaputtgegangene Winkelbalken und beide Giebel viel Bretten. Die Elektriker haben unterirdische Kabeln von Strassenmast elektritätsleitung mit 380 Volt ausgelegt, und das ganze Haus mit neuen Kupferkabeln versorgt.
Die anderen haben um 30 Meter tiefe Brunnen gebohrt und mit neuen Stahlröhren weil
Es damals in Polen keine aus Kupfer gab das ganze EG und OG mit Wasser und Heizungsanlage ausgelegt.
Die Maurer haben dann unter der Schwarzküche ( in der ein modern ausgestattetes Badezimmer entstand) einen 7 q/m Heizkesselraum ausgegraben und gemauert.
Es sind noch 2 andere WCs und ein Bad im OG eingerichtet worden.
Alle 17 Doppelfenster wurden originalgetreu und komplett mit ganzen Kästen aus Lärchenholz nachgemacht, meist mit Originaleisenbeschlägen eigebaut.
Zwei Türen wurden neu gebaut. Alle Schmiedearbeiten wurden vom alten Schmiedemeister, mit traditionellem Werkzeug nachgemacht. Alle Türe und Fensterläden wurden traditionell mit Ölfarbe gestrichen , Aussenwände schwarz.
In 6 Zimmern, also auf über 120 q/m Fläche, wurden neue Bodenbretter und darunter ligende Balken ausgetauscht. Nebenan wurde später eine Doppelgarage im selben Baustil nach meinem Entwurf gebaut.
Das ganze, über 1900 q/m große Gründstück, wurde passend mit Holz oder alten Schmiedeelementen umgezäunt.
Die inneren Wege und Zufahrten mit Granitsteinen verlegt oder betoniert.
All das erforderte 4 Jahre harter Arbeit, sowohl der involvierten Bauarbeiter, als auch der ganzen Familie. Das schlimmste war die Wirtschaftskrise wegen den Streiks in 1980, Solidarność-Umbruch und am 13. Dezember 1981 eingeführten Kriegsrecht.
Mehrere Monaten gab es keine Telefonverbindungen, keine Bewegungsfreiheit , man mußte immer Anträge stellen um eine Fahrtgenehmigung nach Gdańsk oder ausserhalb eigener Gemeinde zu bekommen.
Alle wichtigere Kreuzungen wurden mit strenger Militär& Milizkontrollen belegt ( PKW- Kofferraumdurchsuchungen und manchmal auch Handgepäck) .
Jahreland gab es fast kein Baumaterial, und wenn schon dann mit Bezugsscheinen und immer knapp.
Endlich, nach strenger Denkmalschutz-Überwachung und zum Glücke auch mit 23%-Subvention, ist es uns gelungen die Arbeiten im Sommer 1984 zu vorläufigem ( das Althaus ist nie vollständig fertig !!! ) Ende und wieder bewohnbar zu bringen.
Wir waren eschöpft, weil wir selbst jede freie Stunde und Urlaubszeit geopfert haben um die Arbeiten neben Vollzeitarbeit als Ärzte, auszuführen. Am Ende war das Haus nicht nur vor Ruine gerettet und wieder fast wie damals, sondern auch technisch wo möglich modern ausgestattet .All das wurde vom Kultur-Ministerium wertgeschätzt und am 15 September 1986 in der Schatzkammer des Königsschloßes in Warschau mit Erstem Preis für den besten privaten Besitzer von Denkmalschutzgebäuden in Polen im Jahr 1985 für die sanierungs- und Konservationsarbeiten am XIX JH Vorlaubenhaus in Żuławki –Fürstenwerder bekrönt.Fünf Jahre später müßten unsere Kinder in weterbildende Schulen nach Gdańsk pendeln, und unsere Familie könnte das anspruchsvolle und weiterhin alte Haus langsam nicht mehr entsprechend pflegen. Arztgehälter damals noch viel zu wünschen übrig ließen und nicht erlauben könnten zusätzliche Hilfe beim Haushalt zu bezahlen.Es kam die Zeit sich von dem Haus schweren Herzens im Juni 1991 zu verabschieden. Der neuer Besitzer hat wieder mehrere, tw. vom Denkmalschutzstandpunkt aus umstrittene Dekorationsarbeiten und Umbauten vorgenommen .
Seit über 1 Jahr ist das Haus wieder zu kaufen.
Siehe link http://otodom.pl/lokal-zulawki-id34378075.html
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