Danzjer Sprachkurs!

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  • Anonymus

    #1

    Danzjer Sprachkurs!

    Liebe Danziger Freunde.

    Zum aktuellen "Wortschatz" "einen an der Waffel haben", folgendes.
    In unserer alten Heimatstadt war der Ausdruck gleichzusetzen mit: "se/er hat sich mittem Klammerbeitel jepudert!"

    Viele Gruesse
    Ohrscher Siegfried
  • Anonymus

    #2
    Klammerbeutel!

    Zitat von Ohrscher 33-46
    Liebe Danziger Freunde.

    Zum aktuellen "Wortschatz" "einen an der Waffel haben", folgendes.
    In unserer alten Heimatstadt war der Ausdruck gleichzusetzen mit: "se/er hat sich mittem Klammerbeitel jepudert!"

    Viele Gruesse
    Ohrscher Siegfried
    .....fuer Danziger Freunde, die unser altes Danzig und die Muttersprache ihrer Geburtsstadt nicht gekannt haben:

    Klammerbeitel = Waescheklammerbeutel!

    Viele Gruesse
    Ohrscher Siegfried

    Kommentar

    • Pietzkendorf, +12.01.2009

      #3
      Alt Danziger Ausdruecke.

      Du bist maschugge, Du bist bekloppt, heute sagt man Du hast nicht alle Tassen
      im Schrank.
      Du schuchriches Kreet verregdes, Du dumme Kreatur.
      Oller Dunas, Alter Seufer. Fuer das Wort bedusselt gab sehr viele Verwertungen
      Es bedeutete, Du bist benebelt.

      Wie schade ist es dass dieser unsere Sprachgebrauch, der sich von so vielen
      Sprachen zusammen gebraut hat so in Vergessenheit geraet.

      Der Danziger Bowke Arthur.

      Kommentar

      • Anonymus

        #4
        Unsere Muttersprache!

        Zitat von Pietzkendorf

        ................
        Wie schade ist es dass dieser unsere Sprachgebrauch, der sich von so vielen Sprachen zusammen gebraut hat so in Vergessenheit geraet.
        Der Danziger Bowke Arthur.
        Hallo Arthur, liebe Danziger Freunde.

        "Plattdütsch, min Moadersproak", dass unsere Alt-Danziger Muttersprache nicht total in Vergessenheit geraet, dafuer hat unser lieber Schidlitzer Freund Karl-Heinz (Charly) Jessner gesorgt.
        Aber seht' bitte selbst und klickt folgenden Link an:



        Recht viel Spass und schoene Gruesse
        Ohrscher Siegfried

        Kommentar

        • techsolo
          Forum-Teilnehmer
          • 24.03.2008
          • 169

          #5
          Zitat von Ohrscher 33-46
          Hallo Arthur, liebe Danziger Freunde.

          "Plattdütsch, min Moadersproak", dass unsere Alt-Danziger Muttersprache nicht total in Vergessenheit geraet, dafuer hat unser lieber Schidlitzer Freund Karl-Heinz (Charly) Jessner gesorgt.
          Aber seht' bitte selbst und klickt folgenden Link an:



          Recht viel Spass und schoene Gruesse
          Ohrscher Siegfried
          Hallo Ohrscher. Es hat uns sehr GROßEN Spass gemacht. Elis. u. Karlheinz techsolo.
          Alle die mich kennen mögen mich,
          die mich nicht mögen, kenne ich nicht.
          Oder, können mich.

          Kommentar

          • Rudi Bellon, + 24.08.2010
            Forum-Teilnehmer
            • 11.02.2008
            • 265

            #6
            Danziger Sprachkurs

            [FONT=Arial]Von Poguttke stammt folgender Danziger Sprachführer[/FONT]
            erschien am 23.05.1936 in den Danziger Neuesten Nachrichten.

            Danzich ruft!so jeht de Mahnung
            raus ins Land vom Bersteinstrand
            dänn meist hat ma keine Ahnung
            nich vom scheenen Danzjer Land!

            Daß ma´s weithin kricht zu wissen
            durch de "Neisten",scheint mich gut,
            eins bloß tu ich hier vämissen:
            wie der Danzjer reden tut.

            Nich bloß mit Natur und Bauten
            lockt de Stadt vom Weichselstrand,
            nei,mit trauten Heimatlauten
            auch wo auswärts unbekannt.

            Weil nu dies doch inträßieren
            kennt dem ein´und andern schon,
            mecht bescheiden ich riskieren
            hier ´ne Danzjer Sprachläxion.

            Hält sich wer fier sprachenkundich
            wunder wie in Deitsch wärsiert,
            wird sein Wortschatz hier erst fundich
            der Volländung zujefiert.

            Reich und plastisch,kurz und drastisch
            urjemietlich und jesund
            tut sich träffend (nie bombastisch)
            Danzjer Art im Volksmund kund.

            Kommt ein dwatscher Zroh mal her hier,
            ouhst sich auf und macht vleicht Schmus,
            schon "Moin Gommas,kick,ei er dir!"
            heert er forts als Danzjer Gruß.

            Ma scheniert und ziert nich groß sich,
            nich am Schild,nich inne Ohr,
            is wo´n Bowke eierbooßich
            bringt er mochumsch so dies vor:

            "Leidack!Luntrus!Labs!Lachodder!
            Tullas und Labommelkreet!
            Woart,äck schmiet di glicks em Modder!
            Schaber nich und holle Freet!"

            "Unnosljes Schorf,väfeier
            Dir!Väzink dir Abselwat!
            Mach,daß wäch kemmst,sonst bescheier
            ich dir vleicht de Karbenad!"

            Also teent es laut furioso,
            wänn ein Sohn Jedanias zirnt,
            wo sich mit en Bochert wo so
            wejen Marjäll väzwirnt.

            Aber sinnich auch und innich
            teent des Einjebornen Laut,
            wänn en Mottlauspucker minnich
            traut der Braut im Auge schaut.

            Und mit sießer,schmeichelnd leiser
            Inbrust bringt er zart es raus:
            "Trautstes Zruchelchen! Mien Schleiser!
            Komm jipp en Machandel aus!"

            Wo der Mottlau Wellen rauschen
            Weichselwärts am Heekertor
            kann man Fillosofen lauschen
            voll beschaulichem Humor.

            Wo(den Pfriem im Munde)ruckweis
            Tiefsinn eisern unjehemmt:
            "Korkle,spie molmang de Uckleys,
            äck well kecke,ob et schwemmt!"

            Tut der Fremdling weiterjehn,
            wo´s nach Eppel riecht und Fisch,
            lärnt er glatt im Handumdrehen
            tausend Worte Danzjerisch!

            Wo ma mang de Mottlauwogen
            de Pomuchelnätze hängt,
            wird vom fleißjen Filologen
            reichstes Wissensgut jeschänkt.

            Danzjer Fischfrau`n!En Kapitel
            fier de Forschung riesengroß!
            Was ich hier davon vämittel,
            is en kleines Nippchen bloß:

            "Scheene Flinderchens,Madamchen!
            Olle Goy,puhst di nich op!
            Ed´ard,komm doch mal mit´s Tammchen,
            jipp dem Labs hier oppen Kopp!

            Reicheraalkes,wolt´er ruscheln!
            Holt da wer dem Schien nich her?
            Nich daß nachher die benuscheln
            jehn tust anne Krantorfähr.

            Sonst mach sauber ich de Fleck dir!
            Duhnaskreet,nimm dir zusamm´!
            Nimm de Kipp,ställ in de Äck ihr!
            Scheene Flinderchens,Madam!"

            Staunend heert ma dem enormen
            Danzjer Sprachschatz ringsumher,
            hat doch solche Ausdrucksformen
            weder Sanskrit,noch Homer!

            Tja,der ollen Häldengriechen
            Rednerruhm is glatt väwälkt,
            dänn sie mißden sich väkriechen,
            wänn ne Danzjer Fischfrau belkt!

            Weitres sei nu man väschwijen,
            dänn sonst weer de Spannung gonn,
            sälsbt muß ma´s zu heeren kriejen,
            dänn sonst hat ma nuscht nich von.

            Also,wänn ihr klug und weise,
            glaubt mir:keinem nich tut´s leid:
            jehts von wejen Sommerreise,
            Danzich ruft!Ihr wißt Bescheid!

            Vieler Sorjen wird ma ledich,
            tut als froher Gast ma ziehn
            forts nachs Nordische Venedich,
            wo der Reicherflundern bliehn!

            Mach noch so wild ihm rings umtoben
            der Gassenstreit im Spuk der Zeit,
            ihm scheint jen hälles Turmlicht oben
            wie Leuchtturmglanz aus Ewigkeit!

            Er fiehlt im Härz,im sorjenmieden,
            nei Glaubensmut und Hoffnungstrost:
            der Sturmfahrt folcht der Hafenfrieden!
            Kopp hoch!Es wird all werden!Prost!
            ________________________
            Grüße von Rudi

            Kommentar

            • Heibuder
              Forum-Teilnehmer
              • 10.02.2008
              • 751

              #7
              Zitat von Rudi Bellon
              . . .
              Kommt ein dwatscher Zroh mal her hier,
              ouhst sich auf und macht vleicht Schmus,
              schon "Moin Gommas,kick,ei er dir!"
              heert er forts als Danzjer Gruß.
              . . .
              Tja, der gute Poguttke ... wo ist der eigentlich abgeblieben?
              Es grüßt der Heibuder!

              "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

              Kommentar

              • Anonymus

                #8
                Poguttke

                Zitat von Heibuder
                Tja, der gute Poguttke ... wo ist der eigentlich abgeblieben?
                Poguttke (Fritz Jänicke) - Journalist und Original

                Fritz Jänicke, geboren 1885, war "Poguttke", ein stadtbekanntes Danziger Original. Ursprünglich hatte Jänicke Architektur studiert, dann aber sein Studium abgebrochen und vom Zeichensaal in die Redaktionszimmer der "Danziger Neuesten Nachrichten" gewechselt. Er wurde als Kulturredakteur schnell in Danzig bekannt und wegen seiner humorvollen Feuilleton-Beiträge geschätzt.
                http://www.ostsee-urlaub-polen.de/gdansk/pics/geschichte-poguttke-160x190.jpg"Poguttke" gezeichnet von Fritz Jänicke
                Unter dem Pseudonym "Poguttke", eines "Maurerpoliers a.D.", veröffentlichte Jänicke mehr als drei Jahrzehnte an jedem Sonnabend eine Glosse über die wöchentlichen Stadtereignisse im Danziger Platt in den "Danziger Neuesten Nachrichten". Mal waren es kleine Gedichte, mal kunstvoll zugespitze dramatische Szenen oder humorige Dialoge. Willi Drost schreibt über Poguttke: "Poguttke-Jänicke wurde mit seinen originellen, echt Danziger Redewendungen, unzähligen Anspielungen, dem niederdeutschen, gutmütigen Spott, der den aufgebauschten Welthändeln mißtrauisch abwartend und mit gesunder Nüchternheit gegenübertrat, zu einem lebendigen Inventarstück der alten Stadt selbst." (zitiert aus: Fritz Jänicke, Rentier Poguttke - Stammtischgespräche, Norden o.J., S. 6).
                Der Miniaturphilosoph Fritz Jänicke starb im Juli 1945. Sein Grab liegt auf dem Olivaer Friedhof.

                Viele Gruesse
                Ohrscher Siegfried

                Kommentar

                • Heibuder
                  Forum-Teilnehmer
                  • 10.02.2008
                  • 751

                  #9
                  Danke, Siegfried, den meinte ich nicht, sondern denjenigen im Forum,
                  der sich mit dem Namen unseres Danziger Originals geschmückt hat!
                  Es grüßt der Heibuder!

                  "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

                  Kommentar

                  • Anonymus

                    #10
                    "Poguttke"

                    Zitat von Heibuder
                    Danke, Siegfried, den meinte ich nicht, sondern denjenigen im Forum,
                    der sich mit dem Namen unseres Danziger Originals geschmückt hat!
                    .....den "Poguttke" findest Du (mit Bild!) in der Benutzerliste unter "P".

                    Viele Gruesse
                    Ohrscher Siegfried

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                    • Heibuder
                      Forum-Teilnehmer
                      • 10.02.2008
                      • 751

                      #11
                      Alt Danziger Ausdruecke

                      Zitat von Pietzkendorf
                      Du bist maschugge, Du bist bekloppt, heute sagt man Du hast nicht alle Tassen im Schrank.
                      Du schuchriches Kreet verregdes, Du dumme Kreatur. Oller Dunas, Alter Seufer. ...
                      Wie schade ist es dass dieser unser Sprachgebrauch, der sich von so vielen
                      Sprachen zusammen gebraut hat, so in Vergessenheit geraet.
                      Na, ja, Arthur, einige sind wohl im Ruhrgebiet noch erhalten.
                      Kuckma hier: http://www.ruhrgebietssprache.de/beleidigungen.html
                      Es grüßt der Heibuder!

                      "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

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