Rundreise durch Nordpolen vom 31.5.-9.6.2015

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  • Christkind
    Forum-Teilnehmer
    • 10.02.2008
    • 1568

    #1

    Rundreise durch Nordpolen vom 31.5.-9.6.2015

    Die Fahrt von Salzgitter nach Posen, unserer ersten Station, ging zügig über die Autobahn.Wenn ich jetzt Autobahn schreibe, dann habe ich diese fantastisch ausgebauten Strecken vor Augen, weiter bis Warschau und auch teilweise bis in unsere anderen Ziele.Autobahnen vom Feinsten, mit Lärmschutz und Drahtzaun für das Wild, ohne Unterbrechung.
    Nachmittags waren wir im Hotel in Posen, das sehr zentral lag. Vom Fenster aus sah ich auf eine riesige Baustelle für das Straßenbahnnetz.
    Unsere Reiseleiterin Aleksandra kam zu uns, die uns auch die ganzen 9 Tage nicht verließ.Sie war eine ganz tolle Frau, viel Wissen, immer freundlich und ohne eine Spur von falscher Darstellung der jüngeren Geschichte unserer beiden Völker.Außerdem sprach sie sehr gut Deutsch.Man konnte ihr sehr gut zuhören.Was es in Posen alles zu sehen gibt, kann man im Internet nachlesen, aber interessant fand ich die Brunnenfigur Bamberka.Hübsch anzusehen, stellt sie eine Bambergerin dar,die an die Einwanderer aus dem Bamberger Land erinnern soll, welche im 18. Jhd. ins Land geholt wurden, weil Kriege und Seuchen die Gegend entvölkert hatten. Bis heute ist es eine Gemeinschaft, die noch ihrer Herkunft gedenkt und jährlich in ihrer Tracht ein Fest veranstaltet.Berühmt und ein Stadtsymbol sind auch die beiden Ziegenböckchen, die an der Rathausuhr um 12 Uhr herauskommen und sich gegenseitig mit den Hörnern stoßen.
    Die Geschichte dazu ist auch sehr lustig, aber das lässt sich nachlesen. Im Zentrum der Altstadt sieht man viele Zeugnisse der Vergangenheit, die man bestaunen kann.
    Das Hotel Mercure war super.
    Am nächsten Tag weiter nach Lichen. Ja, was und wo ist das denn ! Lichen ?? Hmmm. Auf dem Parkplatz steigen wir aus dem Bus. Vor uns leuchtet es golden über den Bäumen. Eine Kirche. Eine Basilika. Also größer und bombastischer kann ein Gotteshaus wohl kaum sein, gebaut, um ein wundertätiges Bild der Muttergottes zu beherbergen. Ein riesiger Platz davor,wunderschöne Anlage. Finanziert durch Spendengelder, und schwarze Marmortafeln an den Säulen verewigen die Namen der edlen Spender, die aus aller Herren Länder kommen. Ich fragte mich auch: Meine Güte, muss so ein Pomp in der heutigen Zeit sein? Aber: wie langweilig wären unsere Städte und Landschaften, gäbe es nicht die gewaltigen Kirchen, Schlösser und Burgen, die in Zeiten entstanden, die sicher nicht weniger Not kannten als heutzutage.Da ist es doch besser, dafür Geld auszugeben als für Krieg und Zerstörung.Also ich sage, von mir aus,wenn auch etwas Zwiespalt im Herzen bleibt.
    Weiter ging es nach Zelazowa Wola, dem Geburtshaus Chopins.Leider fand dort kein Konzert statt, aber wir hörten im Park seine Musik in den Bäumen. Oder aus den Bäumen? Jedenfalls herrschte eine angenehme Stimmung im Park,und auch das neue Museum am Eingang wirkt im ersten Moment sehr.. vielleicht könnte man sagen:futuristisch. Durch die großen Glasscheiben ist man optisch gleich mitten im Park. Aber es war halt nur eine beschränkte Zeit zur Besichtigung eingeplant, denn unser nächtstes Ziel war Warschau. Auch wieder im Hotel Mercure. Warschau: Quirlige Hauptstadt, Autos ohne Ende, wunderbare historische Stätten und traurige Orte, die einen Deutschen fasslungslos in die Geschichte zurückblicken lassen.
    Am nächsten Tag weiter nach Norden. Viele Kilometerchen, aber wir hatten einige sehenswerte Ziele auf dem Weg .Zunächst Kleinort. Das war ja schön!
    In der Försterei ist Ernst Wiechert geboren.Der Dichter, der wie kaum ein anderer so wunderbar seine ostpreußische Heimat und seine Mitmenschen beschreiben konnte.Und nicht nur das, er zählte zu den vielgelesenen Schriftstellern seiner Zeit und als Gegner des Naziregimes war er im KZ Buchenwald.
    Während wir in der kleinen Museumsstube uns umschauten,lief eine CD, und ein Schauspieler mit angenehmer Stimme las eine Hörprobe aus einem Werk Wiecherts.
    Wir waren alle sehr berührt von dem Ort und dem Blick rundherum. Masuren begann, uns zu verzaubern. Und für mich war klar: Unbedingt wieder mal E. Wiechert lesen!
    Nicht weit weg hielten wir an in Eckertsdorf. Was es dort zu sehen gibt: ein orthodoxes Phillipponenkloster. Leider konnten wir nur um die Anlage von außen herum und auf den Friedhof. Die Anlage wird renoviert. In der Umgebung gibt es noch einige altgläubige Familien.
    Weiter im 2. Teil.
    Schöne Grüße, Christa
    Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
    (M. Gandhi)
  • Bartels
    Forum-Teilnehmer
    • 25.07.2012
    • 3448

    #2
    AW: Rundreise durch Nordpolen vom 31.5.-9.6.2015

    Hallo Christa & vielen Dank!

    Ja Posen ist eine tolle Stadt, obwohl ich dort nur einen längeren Umsteige-Aufenthalt hatte. Über die Bamberger will ich auch noch mal etwas schreiben - auch weil ich einen Nachkommen kennengelernt habe.

    - Lichen: das größte Gotteshaus ganz Polens und die achtgrößte Kirche Europas.
    - Zelazowa Wola
    - Kleinort
    - Eckertsdorf
    - Philipponen
    Beste Grüsse
    Rudolf H. Böttcher

    Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
    Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
    Familie Zoll, Bohnsack;
    Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
    Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

    http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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    • Bartels
      Forum-Teilnehmer
      • 25.07.2012
      • 3448

      #3
      AW: Rundreise durch Nordpolen vom 31.5.-9.6.2015

      - Posener Bamberger / Poznańskie bambry

      An anderer Stelle im Forum: ..."Ein prominenter Vertreter der Familie war der polnische Theater-, Film- und TV-Schauspieler Leszek Herdegen, der leider schon im Frühjahr 1980 starb. Ich habe ihn 1979 in Warschau kennengelernt."

      Beste Grüsse
      Rudolf H. Böttcher
      Beste Grüsse
      Rudolf H. Böttcher

      Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
      Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
      Familie Zoll, Bohnsack;
      Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
      Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

      http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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      • Helga +, Ehrenmitglied
        Moderatorin
        • 10.02.2008
        • 1948

        #4
        AW: Rundreise durch Nordpolen vom 31.5.-9.6.2015

        Wunderbar Christa. Ich warte schon sehr auf den 2.Teil.
        Viele Grüße
        Helga

        "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)

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        • Christkind
          Forum-Teilnehmer
          • 10.02.2008
          • 1568

          #5
          AW: Rundreise durch Nordpolen vom 31.5.-9.6.2015

          Da habe ich jetzt noch Interessantes dazugelernt,Rudolf.
          Vor allem die Geschichte der Philipponen, die ist ja .... grauselig...
          Dann will ich auch mit meinem Bericht weiterfahren.
          Jetzt Teil 2:

          Weiter ging es nach Krutinnen. Bestens vorbereitet war unser Besuch in einem Fischrestaurant, gemütlich idyllisch, fast wie in Italien.
          Krutinnen bedeutet natürlich auch eine Stakpartie auf der Krutinna. Wer liebt es nicht, ganz langsam zwischen den Bäumen dahinzugleiten.Nur das Wasser betrachten, wie sich der Himmel darin spiegelt, ganz flach über das Flussbett, und dann die kleine Schwanenfamilie, die sich durch die Boote gar nicht gestört fühlte. Nach einer Stunde dann war die Fahrt beendet. An den kleinen Verkaufsständen ließ es sich noch gut die Handarbeiten, Körbe,Bunzlauer Geschirr und Bernstein einkaufen.Ich nehme mir immer kleine Tütchen mit Bernstein mit. Da bin ich jetzt ganz bescheiden. Kleine Krümelchen. Was ich damit will? Ich lege die in Öl ein. Oder in reinen Alkohol.Oder pulverisiere die für eine Bernsteinsalbe.Und dann habe ich was ganz Gesundes zum Einreiben, zum Verschönern.Und auch tröpfchenweise zum Trinken.Man muss natürlich dran glauben,denn Glaube versetzt Berge. Bernsteinsalbe und Bernsteinöl habe ich mir auch schon aus Polen mitgebracht. Also, diese Tütchen waren dort in Krutinnen halb so teuer wie in Danzig.
          Über hoppelige Straßen, wunderschöne Alleen, vorbei an abgelegenen Gehöften ging es nun in Richtung Sensburg, für zwei Nächte unser nächstes Quartier.Mercure , Mragowo. Ein anderer Baustil, denn obwohl es sehr groß war, gab es nur 2 Etagen. Der ganze Komplex war so weiträumig, sodass sich alles irgendwie verlief. Es machten gerade viele junge Familien Urlaub, da ein langes freies Wochenende anfing. Fronleichnam. In Polen ist es ein hoher Feiertag,überall geschmückte Altäre an den Straßen und Prozessionen. Aber auch wie bei uns nützen die Menschen die Zeit für einen Kurzurlaub.
          Nach dem Essen musste ich dann noch unbedingt runter an den See, den Czos-See. Na, wo Wasser ist, da ist es immer schön. Und bei dem wunderschönen Wetter war ich nicht die Einzige, die noch runterging. Übrigens, "schön" war das Lieblingswort unserer Aleksandra. Da gab es 3 Steigerungen: etwas war schön.. oder wunderschön... oder wunderwunderschön. Und immer hatte sie Recht.
          Am anderen Morgen begann die nächste kleine Rundfahrt, weil wir ja am Abend wieder nach Sensburg zurückkamen. Zuerst nach Rastenburg zur Wolfsschanze.Ich war schon einmal dort, aber nun mit dem ausgezeichneten Führer (bei den besonderen Sehenswürdigkeiten begleitete uns immer ein spezieller Führer) sah ich nun nicht mehr zerborstene Betonklötze, sondern in jeder Ruine ein besonderes Denkmal.So kam mir der beruhigende Gedanke:Jede noch so gut gesicherte Diktatur, noch so raffiniert ausgeklügelte Tarnung,nichts ist für die Ewigkeit.
          Das nächste Ziel:
          Heiligelinde.
          Danach nach Rößel, Besichtigung der alten Ordensritterburg. Und nun noch Sorquitten, die alte evangelische Kirche, gegründet von Winrich von Kniprode. Der Taufengel hat mir besonders gut gefallen. Und dann war da noch eine lustige "Himmelfahrt" an der Decke zu sehen: Jesus verschwindet in den Wolken, es sind nur noch die Füße zu sehen, und die Jünger blicken staunend hinauf.[ATTACH=CONFIG]19674[/ATTACH]
          Sollte es mir nun gelungen sein, ein Foto einzufügen, dann wird der nächste Teil farbiger .
          Schöne Grüße, Christa
          Angeh
          Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
          (M. Gandhi)

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          • Beate
            Administratorin
            • 11.02.2008
            • 4843

            #6
            AW: Rundreise durch Nordpolen vom 31.5.-9.6.2015

            Guten Abend, Christa,

            ganz lieben Dank, dass wir "mitfahren" dürfen! Und auch ohne Bilder war Dein Bericht bisher wunderbar..und nun folgt "Farbfernsehen"?

            Ich freu mich schon auf die Weiterfahrt...gehe aber jetzt mal fix die Orte nachschauen...

            Fröhliche Grüße Beate
            ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

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            • Bartels
              Forum-Teilnehmer
              • 25.07.2012
              • 3448

              #7
              AW: Rundreise durch Nordpolen vom 31.5.-9.6.2015

              Danke Christkind,

              dann mache ich auch so weiter:

              - Krutyń
              - Krutynia
              - Krutynia (dt.) - Zur Kruttina gab es einmal einen wunderschönen Film im TV.
              - Bunzlauer Keramik
              - Czos-See
              - Heiligelinde
              - Rößel
              - Wolfsschanze
              - Sorkwity
              Beste Grüsse
              Rudolf H. Böttcher

              Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
              Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
              Familie Zoll, Bohnsack;
              Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
              Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

              http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

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              • Bartels
                Forum-Teilnehmer
                • 25.07.2012
                • 3448

                #8
                AW: Rundreise durch Nordpolen vom 31.5.-9.6.2015

                Hallo Christa,

                und wenn man das Bernsteinöl noch tröpfchenweise mit Machandel oder Goldwasser versetzt, kann da nur ein Zaubertrank draus werden...

                Beste Grüsse
                Rudolf H. Böttcher

                #2150
                Beste Grüsse
                Rudolf H. Böttcher

                Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
                Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
                Familie Zoll, Bohnsack;
                Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
                Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

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                • ada.gleisner
                  Forum-Teilnehmer
                  • 17.02.2008
                  • 882

                  #9
                  AW: Rundreise durch Nordpolen vom 31.5.-9.6.2015

                  Eine sehr schöne Reisebeschreibung, liebe Christa. Man hat durchaus das Gefühl mitgefahren zu sein. Einige Orte kenne ich. Meine Vorfahren väterlicherseits kommen aus Masuren. Ach ja ........ Abendliche Grüße von Ada
                  Was ist Geld? Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt. (H. Heine)

                  Kommentar

                  • Herbert Claaßen
                    Forum-Teilnehmer
                    • 13.02.2008
                    • 1005

                    #10
                    AW: Rundreise durch Nordpolen vom 31.5.-9.6.2015

                    Guten Tag Christa!
                    Aus der Kirche in Sorquitten und Eckertsdorf habe ich auch noch einige Bildchen.
                    Gruß Herbert[ATTACH=CONFIG]19676[/ATTACH][ATTACH=CONFIG]19677[/ATTACH][ATTACH=CONFIG]19678[/ATTACH][ATTACH=CONFIG]19679[/ATTACH][ATTACH=CONFIG]19680[/ATTACH]
                    Angeh

                    Kommentar

                    • Christkind
                      Forum-Teilnehmer
                      • 10.02.2008
                      • 1568

                      #11
                      AW: Rundreise durch Nordpolen vom 31.5.-9.6.2015

                      Das ist ja schön,Herbert!!!!
                      Und da ist auch der Taufengel mit den muskulösen Unterarmen.
                      Die Reise geht bald weiter, und wer mir vorauseilen möchte- es geht nach Nikolaiken und Lötzen....
                      Schöne Grüße, Christa
                      Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                      (M. Gandhi)

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                      • vklatt
                        Forum-Teilnehmer
                        • 28.03.2009
                        • 1523

                        #12
                        AW: Rundreise durch Nordpolen vom 31.5.-9.6.2015

                        Liebe Christa, ich freue mich schon auf Nikolaiken und Lötzen. Du schreibst wie immer sehr anschaulich und man hat das Gefühl,
                        man erlebt alles mit. Danke schön. Ich freue mich jetzt um so mehr auf meine bevorstehende Danzigreise, auch wenn es keine
                        große Rundreise wird.

                        Liebe Grüße, Vera
                        Was ist ein wahres Geheimnis?
                        Etwas, das für jeden offen da liegt-
                        und der eine erkennt es, der andere jedoch nicht.

                        Lao-tse

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                        • Christkind
                          Forum-Teilnehmer
                          • 10.02.2008
                          • 1568

                          #13
                          AW: Rundreise durch Nordpolen vom 31.5.-9.6.2015

                          Teil 3:
                          Sensburg-Nikolaiken- Masuren, das sind Namen, das sind Begriffe, die Gefühle wecken.
                          Immer ist ein See dabei, immer landschaftliche und bauliche Schönheiten.Von Sensburg aus fuhren wir nach Nikolaiken. Da müsste ich jetzt die wunderschönen Alleen erwähnen, zwischendurch glitzerte immer mal wieder ein See, dann wieder hügelige grüne Wiesen, und natürlich Storchennester in jedem Dorf. Ja, die Dorfbewohner, die wussten schon, dass die Touristen gern aussteigen und die Störche fotografieren.Mit Stolz zeigen sie, wo die Perspektive am besten ist, um die kleinen Tennisbällchen im Nest richtig sehen zu können. (Mir sahen die Köpfchen der Jungstörche aus wie kleine weiße Bällchen hoch oben im Nest.) Aber veräppelt wurden wir auch: Also, da wies die Dorfbewohnerin auf ein Nest, in dem prachtvoll ein Storch stand. Kamera draufgehalten und geklickt wie verrückt.Bis .. ja bis man dann stutzig wurde:der bewegt sich gar nicht!
                          Angeschmiert. Eine Gipsfigur, haha....
                          Wenn wir mit dem Bus an den Menschen vorbeifuhren, die dort auf den Höfen rumwerkelten, mit den Pferden auf den Feldern arbeiteten oder im Garten beschäftigt waren, dann dachte ich: ist es nicht so wie früher? Sicher werden sie polnisch sprechen, früher deutsch, aber die Menschen führen das gleiche Leben, haben die gleichen Freuden und Kümmernisse.Wieso muss es Kriege geben.Nationalstolz halte ich für die Wurzel allen Übels.Wenn ein Pole zu mir sagt: Nationalisten gibt es auch in Deutschland, dann stellt er sich mit diesen auf eine Stufe.Und das kann ich nicht verstehen...
                          Wird man in Masuren melancholisch???Na nich doch!
                          Also nun Nikolaiken.Der gefesselte Stinthengst auf dem Marktplatz, auf dem auch gerade ein richtiger Markt war, also diese Brunnenfigur fand ich wunderschön.Ein "sagen-hafter" Fisch.
                          Schöne Bürgerhäuser um den Platz, eine Promenade am Wasser, einen Kaffee getrunken und weiter geht es.
                          Zum Abend war eine Bootsfahrt von Lötzen aus über die Masursichen Seen.Nur unsere Gruppe war auf dem Boot, mit Abendessen, Musik und herrlichstem Wetter.Was muss ich doch noch zu sagen... alle können es sich vorstellen.[ATTACH=CONFIG]19681[/ATTACH]
                          Schöne Grüße, Christa
                          Angeh
                          Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                          (M. Gandhi)

                          Kommentar

                          • Herbert Claaßen
                            Forum-Teilnehmer
                            • 13.02.2008
                            • 1005

                            #14
                            AW: Rundreise durch Nordpolen vom 31.5.-9.6.2015

                            Den Stinthengst habe ich auch noch. In der Erinnerung bin ich mitgefahren. Insgesamt habe ich 11 Gruppen auf meinen Reisen Ostpreußen/Danzig als Reiseleiter begleitet.
                            Gruß Herbert
                            [ATTACH=CONFIG]19682[/ATTACH]
                            Angeh

                            Kommentar

                            • Christkind
                              Forum-Teilnehmer
                              • 10.02.2008
                              • 1568

                              #15
                              AW: Rundreise durch Nordpolen vom 31.5.-9.6.2015

                              Teil 4:
                              Am anderen Morgen ging es nach dem Früstück wieder weiter.Der 7. Tag war angebrochen. Es war nun eine längere Strecke zu bewältigen, aber es gibt ja so viele schöne Ziele auf dem Weg, dass die Fahrt nicht langweilig wurde,. Zunächst hielten wir in Allenstein.Fast wie in Posen: eine große Baustelle,eingeengte Straßen mit Ampeln und Baumaschinen.Auch hier Historie,schöne Bauten,eine schöne Burg, im Burggraben ein eindrucksvolles Amphietheater, das sicher wunderbare Konzerte bietet,und in wenigen Schritten auf dem Marktplatz.Da kann man innehalten, Eis genießen,die schönen Fassaden bewundern und sich einfach nur freuen, dass man da ist.
                              Welche besonderen Sehenswürdigkeiten es gibt,möchte ich nun nicht aufführen, wir konnten in der Kürze der Zeit nicht alles ansehen. Der strahlende Sonnenschein verschönte alles, aber... ein "Aber" gibt es auch: keine wunderbaren weißen Wolkengebilde am Masurenhimmel,die Störche hätten eine Dusche gebraucht, denn ihr Federkleid wurde immer grauer, und der Natur fehlte der Regen.Reisende sind natürlich froh, wenn die Sonne scheint.
                              Aleksandra erzählte uns während der Busfahrten über Geschehnisse in Ermland-Masuren,über Wartenburg und dem Gefängnis für Oppositionelle während der Hitlerzeit, in dem dann auch Erich Koch einsaß.Und sie schilderte die Hoffnungen und Befürchtungen der polnischen Bevölkerung in der gegenwärtigen Lage, sprach über den große Einfluss der katholischen Kirche.
                              Inzwischen waren wir in Marienburg angekommen.
                              2 Stunden Führung durch die Burg, natürlich war es wieder nur ein kleines Teilchen, das wir begehen konnten, aber auch dies war interessant und eindrucksvoll.[ATTACH=CONFIG]19683[/ATTACH][ATTACH=CONFIG]19684[/ATTACH]
                              Oh ja, die Burgherren hatten auch schon Fußbodenheizung und eine schicke Küche.
                              Nun war es nicht mehr weit bis nach Danzig. Wo hielten wir nochmal an? Ja, am Oberlandkanal.Auch so eine Attraktion, die man wohl gesehen haben muss.
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                              Alles war gut zu beobachten:wie die Schiffe über den Berg kamen, dann ins Wasser glitten und am Ziel ankamen.
                              Und dann sah ich ihn, den Turm von St.Marien.
                              Wir waren in Danzig angekommen.
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                              Hotel Wolne Miasto, mitten in der Altstadt.
                              Und das war optimal, denn so konnte ich gleich nach dem Abendessen durch die schönen Danziger Gassen schlendern.
                              Nun ist der Bezug zu Danzig hergestellt.
                              Darüber dann im letzten Teil.
                              Schöne Grüße, Christa
                              Angeh
                              Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
                              (M. Gandhi)

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