Nach Danzig mit Rollstuhl und Rollator

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  • Helga Zeidler
    Forum-Teilnehmer
    • 11.02.2008
    • 535

    #1

    Nach Danzig mit Rollstuhl und Rollator

    Nun ist schon wieder eine Woche nach unserer Rückkehr von einer sehr schönen Danzigreise vergangen und ich möchte Allen, die mir Tipps gegeben und mir Mut gemacht haben, sagen, dass alles wunderbar geklappt hat und wir (mein Mann im Rollstuhl und ich, dazu Sohn, Tochter, Schwiegertochter und Enkeltochter von 5 Jahren) einen sehr gelungenen Danzig-Aufenthalt hatten.
    Wir sind ab Dortmund mit WIZZ-Air geflogen und haben dort und auch bei der Ankunft in Danzig am Flughafen viel Hilfe bekommen. Mein Mann wurde in Dortmund im Flughafen_Rollstuhl zum Flugzeug geschoben und bekam einen Platz in der 1. Reihe. In Danzig wurde er dann abgeholt und zum Ausgang geschoben. Beim Rückflug verlief es ebenso hilfreich.
    In Danzig wartete dann schon das vom Hanza-Hotel organisierte Taxi und brachte uns- teilweise durch den Dominik- bis zum Hotel. Das Hanza war eine sehr gute Wahl, es hat einen Lift und mein Mann und ich bekamen ein sehr geräumiges behindertengerechtes Zimmer mit entsprechendem Bad. Unser Zimmer lag nach hinten, während die beiden anderen Zimmer auf die Mottlau hinausgingen. Mein Mann bewegte sich im Hotel (zum hervorragenden Frühstück) problemlos mit dem mitgebrachten Rollator.
    Dann begann die Besichtigung der Stadt. Für meine Schwiegertochter das erste Mal, für meinen Sohn das zweite Mal nach unserer Reise im Jahre 1979. Mit dem Rollstuhl über die Lange Brücke, durch die Langgasse, durch die Frauengasse, durch all die Dominik-Stände war nicht ganz einfach. Auf dem Kopfsteinpflaster wurde mein Mann ordentlich durchgeschüttelt und die Kinder hatten ihre Mühe. Ich allein hätte das Schieben nicht geschafft, aber mit Hilfe der Familie ging es gut. Jedenfalls waren Alle von der Stadt begeistert. Das Wetter war schön und das Getriebe schon beachtlich. Etwas Ruhe gab es dann in der Marienkirche, wo die Frau an der Kasse mit unserer Enkelin eine Kerze anzündete. Sie sprach natürlich Polnisch mit dem Kind, aber Mareike meinte, sie hätte alles verstanden. Die hatte übrigens Probleme damit, zu verstehen, dass sie in einem anderen Land war, es sehe doch alles wie zu Hause aus. (Lesen kann sie ja noch nicht).
    Nach diesem intensiven Spaziergang haben wir dann in Hotelnähe im " Goldwasser" zu Abend gegessen. Wir konnten draußen sitzen (ab 21 Uhr wurde es kühl und es wurden Decken gebracht). Das Essen war hervorragend und die Desserts überall ein Traum. Ich habe das Danziger Bier getrunken, was mir sehr mild vorkam (aber ich habe keine Ahnung davon) und meine Schwiegertochter musste als Neuling das Essen mit Goldwasser abschließen.
    Dieser erste Tag war für uns Alle sehr erlebnisreich und wir freuten uns auf den nächsten.....Nach Zoppot..
    Schöne Grüße
    Helga
  • Helga +, Ehrenmitglied
    Moderatorin
    • 10.02.2008
    • 1948

    #2
    AW: Nach Danzig mit Rollstuhl und Rollator

    Ein schöner Bericht Helga, hat mir Freude gemacht zu lesen. ich hoffe, du schreibst auch noch über die nächsten Tage.
    Viele Grüße
    Helga

    "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)

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    • Heinzhst
      Forum-Teilnehmer
      • 10.02.2008
      • 450

      #3
      AW: Nach Danzig mit Rollstuhl und Rollator

      Helga, vielen Dank für deinen Reisebericht.
      Heinz
      Ich glaube nur das,was ich gesehen und erlebt habe.
      A.G.

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      • Beate
        Administratorin
        • 11.02.2008
        • 4836

        #4
        AW: Nach Danzig mit Rollstuhl und Rollator

        Guten Abend, Helga,


        danke schön für die Schilderung des ersten Tags Eurer Reise. Das macht doch Mut, auch mit Rollstuhl/Rollator die Reise zu wagen!
        Nun warten wir alle gespannt...

        Fröhliche Grüße Beate
        ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

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        • Felicity, Ehrenmitglied +20.5.2024
          Forum-Teilnehmer
          • 13.02.2008
          • 3493

          #5
          AW: Nach Danzig mit Rollstuhl und Rollator

          Danke Helga. Warte schon auf den naechsten Bericht. Liebe Gruesse an die ganze Rollstuhl-Truppe von der Feli

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          • StampCollector
            Forum-Teilnehmer
            • 19.01.2014
            • 924

            #6
            AW: Nach Danzig mit Rollstuhl und Rollator

            Das gefällt mir sehr, daß Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen in Polen offensichtlich einen tollen Urlaub verbringen können.

            SC

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            • Ulrich 31
              Forum-Teilnehmer
              • 04.11.2011
              • 8561

              #7
              AW: Nach Danzig mit Rollstuhl und Rollator

              Hallo Helga,

              auch von mir ein Dankeschön für den ersten Teil Deines Reiseberichtes. Mich interessieren dazu diese Fragen besonders:

              1. Wie gelangte Dein Mann mit Rollstuhl vom Hotel Hanza auf die Lange Brücke? Musste er dafür über die Tokarska (Drehergasse = Eingang) die nächstmögliche Querstraße zur Langen Brücke wählen, oder konnte er über das dem Hotel angeschlossene Restaurant (evtl. mit Rampe?) direkt auf die Lange Brücke?

              2. Das dem Hotel Hanza angeschlossene, direkt an der Langen Brücke liegende Restaurant "Zafishowani" hat jetzt einen anderen Namen als im vorigen Jahr. Hat dort ein Wechsel stattgefunden? - Nach aktuellen Webangaben ist dieses neue Restaurant auf Fisch spezialisiert und wird unterschiedlich bewertet: > https://www.tripadvisor.de/Restauran...rn_Poland.html . - Wie waren dort ggf. Eure eigenen Erfahrungen?

              Viele Grüße
              Ulrich

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              • Helga Zeidler
                Forum-Teilnehmer
                • 11.02.2008
                • 535

                #8
                AW: Nach Danzig mit Rollstuhl und Rollator

                Hallo Ulrich, zu deinen Fragen: wir konnten durch das Restaurant über eine Rampe direkt auf die Lange Brücke. Das Personal war immer sehr hilfsbereit und hat uns schnell die Doppeltür geöffnet. Wir haben zweimal dort gegessen, einmal die ganze Familie, wobei Jeder ein anderes Menü gewählt hat, und einmal nur mein Mann und ich mit einer Fischsuppe. Beide Male konnten wir abends draußen sitzen und wurden vorsorglich mit Decken versorgt. Mit dem Essen waren wir Alle sehr zufrieden.
                Zu Beate und SC: es war auch meine Intention, über die Rollstuhl-Erfahrung zu berichten, denn wir haben ja sonst nichts Außergewöhnliches unternommen, was nicht alle Danzigbesucher machen und kennen.
                Schöne Grüße
                Helga

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                • Ulrich 31
                  Forum-Teilnehmer
                  • 04.11.2011
                  • 8561

                  #9
                  AW: Nach Danzig mit Rollstuhl und Rollator

                  Hallo Helga,

                  das freut mich, dass Dein Mann keine Umstände hatte, mit dem Rollstuhl vom Hotel Hanza direkt auf die Lange Brücke zu gelangen. Und dass Ihr insgesamt zufrieden wart mit dem Essen im Restaurant "Zafishowani" freut mich ebenfalls. - Hast Du evtl. etwas über den von mir in #7 angesprochenen Wechsel dieses Hotel-Restaurants erfahren?

                  Schöne Sonntagsgrüße
                  Ulrich

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                  • Helga Zeidler
                    Forum-Teilnehmer
                    • 11.02.2008
                    • 535

                    #10
                    AW: Nach Danzig mit Rollstuhl und Rollator

                    Am zweiten Tag hatten wir einen Besuch von Zoppot, meiner Geburtsstadt, geplant. Unsere Kinder schoben oder zogen also den Vater über das holprige Pflaster, immer durch die engen Gassen, die die Dominikstände frei gelassen hatten, in Richtung Bahnhof. Ich habe mich kaum für die Stände interessiert, obwohl auch hübsche Handarbeiten angeboten wurden, aber unsere Mareike wurde doch sehr von Spielzeug und Softeis angezogen. Auch gebrannte Mandeln wurden erstanden. So kamen wir nicht ganz so schnell voran, was mir (mit Gehhilfe) nur lieb war. Eine kleine Pause wurde am Helvetius-Denkmal gemacht, auch um einen Blick auf Kleine und Große Mühle, auf die Radaune und auf das Altstädtische Rathaus zu werfen. Dann ging es weiter zum Bahnhof und mit Fahrstuhl zum Gleis nach Zoppot. Hier war wohl der Zug mit einem Logo für Rollstuhlfahrer ausgezeichnet, aber es gab keinen Zugbegleiter, der die vorhandene Rampe heruntergeklappt hätte. Zum Glück kann mein Mann ja ein paar Schritte laufen, er musste also aussteigen, sich in den Zug ziehen, und unsere Kinder mussten den Rollstuhl dann in den Zug transportieren. Dort gab es genügend Platz für Rollstühle, Kinderwagen oder Fahrräder. In Zoppot war die Prozedur dieselbe. Auch dort gab es einen Lift, der mir bei meinem letzten Besuch (ohne meinen Mann) nicht aufgefallen war. Die neu errichtete große Vorhalle kannte ich auch noch nicht. Wir wollten natürlich zum Seesteg und nahmen den Weg am Rathaus vorbei, über die Frantziusstraße, mit Abstecher in die Alexanderstrasse,wo ich einen Teil meiner Kindheit verbracht habe (ob das noch die Bäume von damals sind?),dann über die Südstraße in die Wäldchenstraße zu unserer damaligen Badestelle. Dort haben wir uns erstmal in einem schlichten Restaurant ausgeruht und gestärkt. Gegrillter Fisch-sehr lecker. Dann ging es über die Promenade in Richtung Seesteg. Es wurde immer voller, Spaziergänger und Fahrradfahrer, aber unsere Gruppe setzte sich durch. Auf dem Platz (Name ?) angekommen, bewunderten wir Kurhaus, Kasino, Springbrunnen, Warmbad und das Treiben insgesamt. Dann trennten wir uns. Unser Sohn zog erfolgreich Erkundigungen über eine Rückfahrt mit dem Schiff ein, unsere Tochter suchte sich links vom Steg mit der kleinen Mareike einen Badeplatz und wir begaben uns auf die Seestraße. Angesichts des Trubels: Menschenmassen, Musikanten, Clowns, Zauberer usw. hätte ich mit Rücksicht auf die Anstrengung des Rollstuhlschiebens darauf verzichtet, aber es musste sein. Schließlich sollte die Schwiegertochter meine Taufkirche, die Erlöserkirche oben am Ende der Straße, kennenlernen und wir Anderen wollten sie wiedersehen. Wir schafften es auch, und zurück ging es auch leichter. Weil wir mit dem Schiff zurück nach Danzig wollten, das an der Spitze des Seesteges loslegte, machten wir im Restaurant links vor dem Steg Kaffeepause und genossen die Sonne, den tollen Apfelkuchen und den Blick auf unsere beiden Badenden. Mareike war begeistert. Später schlenderten wir gemächlich über den Steg (für mich eine ganz wichtige Kindheitserinnerung) und suchten die Abfahrtsstelle. Weil das nicht ganz eindeutig ersichtlich war, wurde mein Mann mehrere Male mit dem kleinen Lift auf verschiedene Ebenen gefahren. Schließlich hatten wir die richtige Abfahrtsstelle der "Ewa". Auch hier war gesagt worden: Rollstuhl möglich, aber der Steg war einige Zentimeter zu schmal und mein Mann musste wieder aussteigen und zu Fuß auf das Schiff, und der Rollstuhl musste etwas zusammengeklappt werden. Die Fahrt mit dem Schiff war auch für mich neu und für Alle sehr interessant. Wir kamen u.a.an der Westerplatte vorbei an sehr vielen Reparatur-Werften. Schön ist dann die Einfahrt nach Danzig, und Mareike freute sich erneut über die Begegnung mit dem Piratenschiff. Nach diesem schönem, aber auch anstrengenden Tag wollten wir nicht mehr viel laufen und haben im Hotelrestaurant gut und erholsam gegessen.
                    Schöne Grüße
                    Helga

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                    • ada.gleisner
                      Forum-Teilnehmer
                      • 17.02.2008
                      • 882

                      #11
                      AW: Nach Danzig mit Rollstuhl und Rollator

                      Du erzählst so lebhaft und bildreich, daß ich mit Euch gelaufen bin und auch alles gesehen habe. Ein tolles Erlebnis, danke, Grüße von Ada
                      Was ist Geld? Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt. (H. Heine)

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                      • Felicity, Ehrenmitglied +20.5.2024
                        Forum-Teilnehmer
                        • 13.02.2008
                        • 3493

                        #12
                        AW: Nach Danzig mit Rollstuhl und Rollator

                        Liebe Helga ! Danke Dir ! Nach dem Trip und den langen und so lebendigen Berichten, die ich mit viel Freude gelesen habe, weil Du da beschreibst, was ich auch alles erlebte, in meinen Danzig Besuchen, musst du Dich ausruhen. Kann mir gut vorstellenn dass Du viel von Dir selbst gegeben hast und nun musst Du wieder auffuellen, bis zum naechsten Abenteuer. Wie gluecklich Deine Familie ist Dich, Deine Liebe und Deine Sorge zu haben. Liebe Gruesse von Deiner Feli

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                        • buddhaah
                          Forum-Teilnehmer
                          • 08.09.2010
                          • 275

                          #13
                          AW: Nach Danzig mit Rollstuhl und Rollator

                          Hallo Helga,

                          der Platz zwischen Kurhaus und Seesteg heisst "Skwer Kuracyjny", also Kurplatz. Vor 1945 wohl Kurgarten(?)

                          Gruss,

                          Michael

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                          • Helga Zeidler
                            Forum-Teilnehmer
                            • 11.02.2008
                            • 535

                            #14
                            AW: Nach Danzig mit Rollstuhl und Rollator

                            Hallo Ulrich, von einem Restaurantwechsel im Hanza-Hotel wussten wir nicht und haben auch nichts darüber erfahren
                            Schöne Grüße
                            Helga

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                            • Helga Zeidler
                              Forum-Teilnehmer
                              • 11.02.2008
                              • 535

                              #15
                              AW: Nach Danzig mit Rollstuhl und Rollator

                              Hallo Michael, danke für die Information. Sicher, wir gingen mit unseren Eltern damals in den Kurpark. Ich dachte nur, das wäre ein größerer Bereich gewesen, nicht nur der Platz. In einem meiner Bücher las ich übrigens "Gesundheitsplatz".
                              Schöne Grüße
                              Helga

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