Politechnikum und Militärlazarett 1945

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  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #1

    Politechnikum und Militärlazarett 1945

    Schönen guten Nachmittag,

    Wolfram schreibt in seiner Vorstellung [font=arial black]Wieder ein Neuer[/font] u.a.:

    "Mein Vater lag mit einer schweren Verwundung im März 1945 im Politechnikum (war damals Lazarett) als deutscher Soldat und viel dort den Russen in die Hände" und fragt: "Wer weiß was vom Politechnikum und Lazarett 1945?"

    Es gibt mehrere Zeit- und Augenzeugenberichte. Noch nicht endgültig geklärt scheint lediglich die Frage, ob das verheerende Feuer in der als Militärlazarett dienenden Technischen Hochschule durch Beschuss deutscher Kriegsschiffe oder -was wahrscheinlicher ist- durch Brandstiftung russischer Soldaten verursacht wurde.

    Wenn Dein Vater, Wolfram, die Besetzung der TH überlebte, dann hatte er ungeheures Glück. Denn die meisten der verwundeteten deutschen Soldaten, die das Feuer überlebt hatten, wurden von den Russen liquidiert. Der in der TH Dienst tuende Heeresarzt Dr. Horst Wolf schildert in seinem Augenzeugenbericht ein Kriegsverbrechen (Horst Ponczek: "Spurensuche... - Die Wahrheit über den Untergang Danzigs 1945, Seiten 107-110). Er schilderte, dass bereits gerettete verwundete deutsche Soldaten, erschossen wurden. In den Gebäuden, die nicht gebrannt hatten, wurden die Verwundeten in ihren Betten erschossen. 40 Verwundete hätten gerettet werden können.

    In einem 1947 erschienenen Artikel über den Wiederaufbau der TH schrieb der polnische Professor Dr. Bronislaw Bukowski: "In dem Schutt und in der Asche wurden ca. 800 Leichen gefunden".

    Viele Grüße aus dem Werder
    Wolfgang
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
    Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
    Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"
  • Wolfram
    Forum-Teilnehmer
    • 30.09.2012
    • 8

    #2
    AW: Politechnikum und Militärlazarett 1945

    Hallo Wolfgang,
    deine Informationen haben mich erschüttert......

    Es war schlimmer als ich es mir vorgestellt hatte. Mein Vater, der 1987 verstorben ist,
    hat mir wenig von seinen Kriegserlebnissen erzählt. Doch an eine Episode, die er
    mir berichtete kann ich mich genau erinnen.
    Er erzählte mir, er lag im Lazarett und plötzlich, betraten Russen das Zimmer. Sie
    schrien "Uhri, Uhri". Mein Vater hatte glücklicherweise eine Uhr, die er den
    Russen geben konnte. Das hätte ihm in diesem Moment das Leben gerettet.
    Andere ohne Uhr wurden erschossen. Als junger Mensch wußte ich nicht so recht, ob
    sich das tragische Ereignis genauso abgespielt haben sollte. Doch deine Äußerungen
    bestätigen, dass es genau so war.
    Mein Vater kehrte nach ca. 4 Jahren mit bleibenden schweren seelischen Schäden
    aus der Gefangenschaft zurück.

    Kommentar

    • Wolfram
      Forum-Teilnehmer
      • 30.09.2012
      • 8

      #3
      AW: Politechnikum und Militärlazarett 1945

      Ich habe mir soeben das Buch: Horst Ponczek: "Spurensuche... - Die Wahrheit über den Untergang Danzigs 1945
      bestellt. Ich bin schon sehr neugierig auf das, was ich in diesem Buch lesen werde.
      Aber auch im "Frank Fischer: Danzig, eine zerbrochene Stadt" habe ich einige Informationen zu den
      Greueltaten in der Technischen Hochschule 1945 gefunden.

      Kommentar

      • Wolfgang
        Forumbetreiber
        • 10.02.2008
        • 11623

        #4
        AW: Politechnikum und Militärlazarett 1945

        Schönen guten Abend,
        hallo Wolfram,

        Augenzeugenberichte (bzw. deren Auswertungen) über die Schrecknisse in der Technischen Hochschule sind nicht nur auf den von mir angegebenen Seiten zu finden. Horst Ponczek, leider mittlerweile verstorben, berichtet auch auf weiteren Seiten über die Geschehnisse in der TH.

        Gut, dass Du eine Möglichkeit gefunden hast, das Buch zu kaufen. Das was einst geschah, ist heute kaum mehr vorstellbar. Es bedarf der Information Jener, die dabei waren, die das alles erleben mussten.

        Viele Grüße aus dem Werder
        Wolfgang
        Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
        Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
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