Lehrer Bruno Hartmann mit Kindern Peter und Regina Hartmann gesucht !

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  • hartiberlin
    Forum-Teilnehmer
    • 01.04.2010
    • 43

    #1

    Lehrer Bruno Hartmann mit Kindern Peter und Regina Hartmann gesucht !

    Hallo liebe Ahnenforscher,

    jetzt habe ich endlich den Sohn vom Westpreußenlied
    Komponisten Hugo Hartmann gefunden, siehe:



    aber da er 1953 von Waren ( Müritz) nach West-Berlin
    nach einem kurzen Zuchthausaufenthalt in der Haftanstalt Bützow
    (wahrscheinlich wegen politischer Unterdrückung seiner freien Meinungsäusserung in der damaligen DDR)
    anscheinend übergesiedelt ist, aber das Einwohnermeldeamt im Landesarchiv Berlin
    darüber keine Daten hat, stehe ich schon
    wieder im Regen und weiß nicht, wo seine Familie abgeblieben ist.

    Er hatte eine Frau Elli Hartmann geb. Jung und 2 Kinder.
    Die Kinder sind
    Peter Hartmann, geb. 10.12.1932 in Danzig Langfuhr
    und
    Regina Hartmann, geb. 11.11.1937 in Danzig Langfuhr

    Die Familie flüchtete 1945 von Danzig nach Waren und
    lebte dann bis 1953 in Waren an der Müritz.

    Die Kinder sind also 1932 und 1937 geboren und könnten heute noch leben,
    wenn ich Glück habe.

    Wie finde ich also diese Verwandten von mir, die ich noch nicht kenne ?

    Jetzt frage ich mich,
    ob in der aktuellen Polizeidatenbank auch die Geburtsdaten heute lebender Personen stehen und wenn man den richtigen Mann bei der Polizei
    kennt, der an die Datenbank herankommt, ob man
    dann eine Deutschlandweite Suche machen kann,
    wo man nur den Namen und das Geburtsdatum eingibt und
    schon spuckt der Polizeicomputer die heutige Adresse
    und Telefonnummer aus ?

    Weiß jemand das zufällig, ob die Polizei solch eine Art
    "Rasterfahndung" machen kann ?

    Ich erinnere mich, dass jemand aus meiner Grundschulklasse
    damals für ein Jubiläums-Klassentreffen auch irgendwie die Namen von Mitschülerinnen herausbekommen
    hat , die inzwischen verheiratet waren und einen anderen Nachnamen hatten, weil jemand einen Polizisten
    kannte, der an alle Daten herangekommen ist..

    Jetzt ist also die Frage, wie findet man sonst diese Personen,
    wenn das Einwohnermeldeamt keine Daten mehr hat und nicht weiß,
    wo die Personen abgeblieben sind ?

    Leider sind im Einwohnermeldeamt Waren nur vermerkt,
    dass Buno Hartmann nach seiner Haftentlassung nach Westberlin gegangen
    ist, aber nicht, wo er dann dort gewohnt hat..
    Beim Sohn Peter Hartmann steht noch,
    dass er nach Klein Machnow bei Berlin gegangen ist , aber auch leider
    keine Adresse und beim Einwohnermeldeamt
    in Klein Machnow sagt man mir, dass man dort nur Leute aus den letzten 15 Jahren im Computer suchen kann und alles,
    was vorher war, braucht man eine genaue Adresse, die ich nicht habe...

    Wie könnte man also die vielleicht noch heute von mir lebenden direkten Verwandten Peter und Regina Hartmann finden ?

    Hat noch jemand eine andere Idee ?

    Kannte jemand von Euch noch den Lehrer Bruno Hartmann
    und dessen Kinder Peter und Regina Hartmann ?

    Wo hatte Bruno Hartmann unterrichtet ?
    Er war von 1919 bis 1945 Lehrer dort in Danzig und hat Musik und
    Deutsch unterrichtet.

    Vielen Dank.

    Gruß, Stefan Hartmann.
    ---
    Dipl.Ing. Stefan Hartmann
    Keplerstr. 11 B
    10589 Berlin, Germany
    Tel: +49 (0) 30- 345 00497
    hartiatharti.com
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  • Wolfgang
    Forumbetreiber
    • 10.02.2008
    • 11623

    #2
    AW: Lehrer Bruno Hartmann mit Kindern Peter und Regina Hartmann gesucht !

    Schönen guten Morgen,
    hallo Stefan,

    Deine Suche dürfte auch weiterhin recht schwierig sein, da bestehende datenschutzrechtliche Regelungen einen Zugriff auf öffentliche Datenbanken nicht so ohne Weiteres ermöglichen. Bitte denke auch daran, dass selbst wenn Du Personen kennen solltest, die über einen Zugriff auf solche (Polizei-) Datenbanken verfügen, diese möglicherweise in allergrößte Schwierigkeiten kommen könnten wenn sie Dir weiterhelfen.

    Ich nehme an, Du hast schon alle möglichen Informationsquellen durchforstet wie z.B. Telefonbücher. Wenn es nicht allzuviele Hartmanns in der Gegend ihres letzten bekannten Wohnortes geben sollte, dann kannst Du evtl. versuchen diese telefonisch zu kontaktieren.

    Außerdem kann Dir evtl. auch der kirchliche Suchdienst (http://www.kirchlicher-suchdienst.de/) weiterhelfen. Vielleicht stehen auch in "Unser Danzig" Familienanzeigen.

    Aber zuerst würde ich mich mal vom kirchlichen Suchdienst beraten lassen.
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
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    • hartiberlin
      Forum-Teilnehmer
      • 01.04.2010
      • 43

      #3
      AW: Lehrer Bruno Hartmann mit Kindern Peter und Regina Hartmann gesucht !

      Hallo Wolfgang,
      vielen Dank.
      Das mit dem kirchlichen Suchdienst kannte ich noch nicht.
      Werde ich aber mal probieren.

      Leider ist die Familie 1953 aus Waren an der Müritz weggegangen
      und ich weiß leider noch nicht wohin...

      Tja, da die Kinder
      Peter Hartmann, ge. 10.12.1932
      und
      Regina Hartmann, geb. 11.11.1937
      in Danzig geboren sind,
      dachte ich, es wäre sehr sinnvoll hier auch mal zu fragen.

      Vielleicht kennt ja noch jemand aus Danzig seinen alten Spielkameraden(in)...

      Vielen Dank.

      Gruss, Stefan.
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      • hartiberlin
        Forum-Teilnehmer
        • 01.04.2010
        • 43

        #4
        AW: Lehrer Bruno Hartmann mit Kindern Peter und Regina Hartmann gesucht !

        Hallo,
        kann mir noch jemand sagen,
        auf welche Schulen es damals in Danzig zwischen
        1919 und1945 gegeben hat,
        wo Bruno Hartmann der Deutsch und Musik-Lehrer
        gewesen sein kann ?

        Wenn ich das eingrenzen könnte und die Schule
        wüsste, dann könnte ich besser weiterforschen.

        Vielen Dank.

        Gruss, Stefan Hartmann.
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        • grabschau, + 06.11.2012
          Forum-Teilnehmer
          • 10.02.2008
          • 496

          #5
          AW: Lehrer Bruno Hartmann mit Kindern Peter und Regina Hartmann gesucht !

          hallo Stefan, hast Du das Einwohnermeldeamt / Ordnungsamt in Waren mal angeschrieben ??- Nur eine Idee von mir ! LG von Sigi-Paris

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          • hartiberlin
            Forum-Teilnehmer
            • 01.04.2010
            • 43

            #6
            AW: Lehrer Bruno Hartmann mit Kindern Peter und Regina Hartmann gesucht !

            Hi Sigi,
            klar, vom Einwohnermeldeamt Waren (oder besser gesagt von deren
            Archiv dort ) habe ich überhaupt die Infos, das Bruno Hartmann 2 Kinder
            hatte und alles, was ich jetzt noch weiss.
            Aber die hatten über Bruno Hartmann nur notiert, dass Bruno am 8.6.1953 nach
            West-Berlin direkt nach seinem Zuchthausaufenthalt in der Haftanstalt Bützow
            (wahrscheinlich wegen seiner Ost - CDU Zugehörigkeit und Regimekritischen Meinungsäusserungen ?) gegangen ist.
            Er war ja bis zu seiner Haft Rektor der Käthe Kollwitz Schule
            in Waren...
            Leider hat die heutige Schulleiterin gar nichts mehr über ihn
            und keiner kann sich an ihn erinnern...
            Komisch... da müsste es doch auch noch irgendwelche alten Klassenfotos geben aus der Zeit aus Waren ( an der Müritz ) in der Käthe Kollwitz Schule .

            Leider habe ich auch bei stayfriends.de noch keinen gefunden,
            der ihn noch als Lehrer oder Rektor kannte.

            Gruss, Stefan.
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            • hartiberlin
              Forum-Teilnehmer
              • 01.04.2010
              • 43

              #7
              AW: Lehrer Bruno Hartmann mit Kindern Peter und Regina Hartmann gesucht !

              Hallo,
              ich habe gerade mal bei Stayfriends.de geschaut, was die da für Schulen in Polen für Danzig haben.

              Da gibt es:


              Mittelschulen http://www.stayfriends.de/i/glob/pageup.gif

              http://www.stayfriends.de/i/glob/dot.gifRechtsstädtische Mittelschule

              Volksschulen http://www.stayfriends.de/i/glob/pageup.gif

              http://www.stayfriends.de/i/glob/dot.gifVolksschule Danzig Pestalozzistraße
              http://www.stayfriends.de/i/glob/dot.gifVolksschule Hochstrieß


              Auf welcher Schule könnte Bruno Hartmann Deutsch und Musik-Lehrer gewesen sein ?

              P.S: Wie kann man hier eigentlich seine eigenen Posting nachträglich editieren,
              wenn man mal einen Schreibfehler macht ?

              Danke.

              Guss, Stefan.
              http://www.deutscheahnen.de
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              • Hans-Joerg +, Ehrenmitglied
                Forum-Teilnehmer
                • 10.02.2008
                • 5206

                #8
                AW: Lehrer Bruno Hartmann mit Kindern Peter und Regina Hartmann gesucht !

                Hallo Stefan
                Habe nur den Bruno Hartmann im Einwohnerbuch gefunden.... man könnte nur die Schulen in der Umgebung raussuchen wo er evtl. war ..... !
                Viele Grüße
                Hans-Jörg
                Angeh

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                • Wolfgang
                  Forumbetreiber
                  • 10.02.2008
                  • 11623

                  #9
                  AW: Lehrer Bruno Hartmann mit Kindern Peter und Regina Hartmann gesucht !

                  Schönen guten Nachmittag,
                  hallo Stefan,

                  in Danzig gab es Beamtenjahrbücher, in denen auch die Lehrer mit ihrer Schule aufgeführt waren. Ich weiß nicht, wer alles in unserem Forum über Jahrbücher verfügt, aber dort geht mit Sicherheit hervor an welcher Schule er in dem entsprechenden Jahr beschäftigt war.

                  Ich besitze ein Jahrbuch, das aber in Deutschland liegt. Ich kann deswegen erst in ca. 2 Wochen nachschauen.
                  Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                  Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                  Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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                  • hartiberlin
                    Forum-Teilnehmer
                    • 01.04.2010
                    • 43

                    #10
                    AW: Lehrer Bruno Hartmann mit Kindern Peter und Regina Hartmann gesucht !

                    Hallo Hans-Jörg !
                    Super !
                    Vielen Dank, dass Du das gefunden hast.
                    Das muss er gewesen sein,
                    denn er hiess mit 2. Vornamen auch
                    Johannes, also Bruno Johannes Hartmann

                    Dass er auch Organist war, wusste ich noch nicht,
                    aber da sein Vater der Westpreußenlied Komponist Hugo Hartmann ja auch extremer Musiker und Organist
                    war und Orgel- und Klavierschulen-Bücher geschrieben hat,
                    war es naheliegend, dass der Sohn auch frühzeitig in Musik
                    unterrichtet wurde und in die Fußstapfen des Vaters stieg.

                    Kann mir jetzt noch jemand sagen, welche katholischen
                    Kirchen es zu dieser Zeit in Danzig gab, wo er vielleicht
                    Organist war ?
                    Dann könnte ich da auch nochmal über die katholische
                    Kirche vielleicht etwas erfahren.

                    Vielen Dank.

                    Gruss, Stefan.
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                    • hartiberlin
                      Forum-Teilnehmer
                      • 01.04.2010
                      • 43

                      #11
                      AW: Lehrer Bruno Hartmann mit Kindern Peter und Regina Hartmann gesucht !

                      @<strong>Wolfgang</strong>,
                      ja vielen Dank.
                      Wäre toll, dass wenn Du wieder in DE bist, da mal nachschauen könntest.

                      Es gab ja anscheinend nur die 3 Schulen:

                      Volksschule Hochstrieß
                      Volksschule Danzig Pestalozzistraße
                      Rechtsstädtische Mittelschule

                      oder gab es noch mehr Schulen ?

                      Gibt es hier noch ältere Leute im Forum,
                      die in den 1930-1940er Jahren in Danzig zur Schule
                      gegangen sind und sich vielleicht noch an den Lehrer Bruno Hartmann
                      erinnern ?
                      Vielleicht auch an seine Kinder Peter Hartmann und Regina Hartmann,
                      die dann also im Hermannshofer Weg 3 gewohnt haben ?

                      Gibt es irgendwo eine alte Karte von Danzig, so dass man mal
                      sehen kann , wo die Strasse lag ?

                      Vielleicht ist das in der Nähe von einer der 3 Schulen ?

                      Mir ist gerade aufgefallen, dass auch noch auf dem gescannten Adressbuch-Bild
                      eventuell die Mutter von Bruno Hartmann zu finden ist,
                      nämlich die Maria Hartmann, Lehrerwitwe in der A.Hitler-Str. 67.

                      Das macht Sinn, dass Sie in der Stadt Ihres Sohnes gewohnt hat,
                      denn in 1937/38 muss sie schon sehr alt gewesen sein,
                      also so um die 70 bis 80 Jahre alt.
                      Wo könnte man die Sterbeurkunde bekommen,
                      falls Sie da vor 1945 in Danzig verstorben wäre ?

                      Vielen Dank.
                      Gruss, Stefan.
                      http://www.deutscheahnen.de
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                      • Hans-Joerg +, Ehrenmitglied
                        Forum-Teilnehmer
                        • 10.02.2008
                        • 5206

                        #12
                        AW: Lehrer Bruno Hartmann mit Kindern Peter und Regina Hartmann gesucht !

                        Hallo Stefan
                        zu den katholischen Kirchen hier ein alter Link von mir.......
                        https://www.danzig.de/showthread.ph...lische+Kirchen

                        Viele Grüße
                        Hans-Jörg

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                        • hartiberlin
                          Forum-Teilnehmer
                          • 01.04.2010
                          • 43

                          #13
                          AW: Lehrer Bruno Hartmann mit Kindern Peter und Regina Hartmann gesucht !

                          Hans Jörg,
                          vielen Dank !
                          Hier habe ich Infos zu dem
                          Hermannshoferweg 3



                          gefunden
                          Danzig – Eine Stadt, die Geschichte atmet Kaum eine europäische Stadt vereint so viele Schichten von Geschichte, Identität und Architektur wie Danzig, auf Polnisch Gdańsk. An der Mündung der Weichsel in die Ostsee gelegen, ist sie seit Jahrhunderten ein Ort des Austauschs, der Begegnung und des Wandels. Zwischen den roten Ziegeldächern und gotischen Türmen schwingt der Klang der Vergangenheit mit – der Duft von Meer, der Ruf der Möwen, das Echo der Händler, die hier einst Bernstein, Getreide und Salz verschifften. Danzig war nie nur eine Stadt an der Ostsee. Sie war ein Tor zwischen Nord und Süd, ein kulturelles Bindeglied zwischen Ost und West und ein Symbol dafür, wie eng Handel, Kultur und Geschichte miteinander verwoben sein können. Wer sich auf die Spuren dieser bewegten Vergangenheit begeben möchte, findet unter Danzig entdecken eine vertiefende Übersicht über die historische und kulturelle Bedeutung der Stadt – und versteht schnell, warum Danzig bis heute als eine der schönsten Städte Europas gilt. Die Anfänge einer Handelsmetropole Die Wurzeln Danzigs reichen bis in das 10. Jahrhundert zurück, als hier eine slawische Siedlung entstand, die von ihrer Lage am Wasser profitierte. Schon früh legten Händler aus Skandinavien, Flandern und dem Ostseeraum an, um Waren auszutauschen. Im 13. Jahrhundert wuchs Danzig zur befestigten Stadt heran und wurde bald in die Hanse aufgenommen – ein Netzwerk, das die Handelszentren Nordeuropas miteinander verband. Als Mitglied des Hansebundes erlebte Danzig eine Blütezeit, die das Stadtbild bis heute prägt. Das reiche Bürgertum, Kaufleute und Handwerker investierten in prächtige Fassaden, Kirchen und Speicher. Über den Hafen gelangte Bernstein aus dem Baltikum nach Flandern, Getreide aus den Weichselniederungen nach England und Stoffe aus Lübeck oder Amsterdam zurück an die Weichsel. Danzig war eine Stadt der Händler und Seefahrer, eine Stadt der Aufsteiger. Wohlstand brachte Bildung und Kunst hervor, aber auch eine selbstbewusste Bürgerschicht, die ihre Unabhängigkeit gegen fremde Mächte verteidigte. Die Hansezeit und das Gesicht der Stadt Wer heute durch die Altstadt geht, bewegt sich in einem lebendigen Zeugnis jener Epoche. Das Stadtbild, das im Mittelalter entstand und in der Renaissance ausgebaut wurde, spiegelt Reichtum, Geschmack und Weltoffenheit wider. Die Fassaden entlang der Langgasse (Ulica Długa) und des Langen Marktes (Długi Targ) sind Meisterwerke hanseatischer Baukunst. Hinter den hohen, schmalen Giebeln lagen die Wohnhäuser wohlhabender Kaufleute – im Erdgeschoss das Kontor, im Obergeschoss repräsentative Säle mit bemalten Balkendecken. Die Verzierungen, Reliefs und goldenen Ornamente erzählten von Reichtum und Selbstbewusstsein. Im Zentrum steht das Rechtstädtische Rathaus mit seinem markanten Turm, ein Wahrzeichen bürgerlicher Macht. Wenige Schritte weiter erhebt sich der berühmte Neptunbrunnen, ein Symbol für den Handel über das Meer, das Danzigs Wohlstand begründete. Auch die Marienkirche (Bazylika Mariacka) zeugt von dieser Zeit. Sie ist die größte Backsteinkirche der Welt – ein architektonisches Monument, das über Jahrhunderte gewachsen ist. Ihr Inneres mit seinen gotischen Gewölben, der astronomischen Uhr und dem hellen Licht, das durch die bunten Glasfenster fällt, lässt erahnen, welche Bedeutung Glauben und Kunst in der Hansezeit hatten. Zwischen Mächten und Jahrhunderten Mit dem Niedergang der Hanse im 16. Jahrhundert begann für Danzig eine neue Phase. Die Stadt blieb reich und bedeutend, doch die Macht verschob sich. Polen, Preußen, Schweden und später das Deutsche Reich – alle beanspruchten die Kontrolle über die Stadt. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Danzig zu einem Knotenpunkt zwischen den Großmächten Europas. Der Hafen florierte, doch die politische Lage blieb fragil. Nach dem Ersten Weltkrieg erhielt Danzig einen Sonderstatus: Es wurde 1920 zur Freien Stadt Danzig, einem halbautonomen Gebilde unter dem Schutz des Völkerbundes. Dieser Status sollte den Frieden sichern, führte aber zu Spannungen zwischen der deutschsprachigen Mehrheit und dem benachbarten Polen. Wirtschaftliche Unsicherheit und politische Extreme prägten die Zwischenkriegszeit. Dennoch blieb Danzig ein Ort der kulturellen Vielfalt, in dem deutsche, polnische, kaschubische und jüdische Einflüsse nebeneinander existierten. Zerstörung und Wiederaufbau Mit dem Zweiten Weltkrieg kam das dunkelste Kapitel in der Geschichte Danzigs. Am 1. September 1939 fielen die ersten Schüsse auf der Westerplatte – der Beginn des Krieges. In den folgenden Jahren wurde die Stadt schwer zerstört. Die Altstadt lag am Ende in Trümmern, viele Bewohner waren geflohen oder ums Leben gekommen. Doch Danzig blieb nicht tot. Nach 1945 wurde es Teil Polens, und eine Generation von Architekten, Restauratoren und Handwerkern begann, die Stadt aus den Ruinen zu erheben. Der Wiederaufbau gilt bis heute als eine der größten Leistungen der Nachkriegszeit in Europa. Man entschied sich bewusst gegen eine moderne Neugestaltung und für eine Rückkehr zum historischen Stadtbild. Die alten Pläne, Gemälde und Fotografien dienten als Vorlage, um die Altstadt so zu rekonstruieren, wie sie vor dem Krieg ausgesehen hatte. Dieser Prozess war nicht nur baulich, sondern auch symbolisch: Er stand für die Wiedergeburt einer Stadt, die trotz aller Zerstörung ihre Seele bewahrt hatte. Die Geburt der Solidarność und das moderne Danzig In den 1980er-Jahren wurde Danzig erneut zum Schauplatz eines historischen Wendepunkts. In den Werfthallen der Lenin-Werft organisierten Arbeiter unter Führung von Lech Wałęsa Streiks, die den Beginn der Solidarność-Bewegung markierten. Diese Bewegung wurde zum Motor der politischen Veränderung in Osteuropa und trug entscheidend zum Fall des Kommunismus bei. Heute erinnert das Europäische Solidarność-Zentrum an diese Ereignisse – ein modernes Museum, das zeigt, wie Danzig erneut Symbol für Freiheit, Mut und Wandel wurde. In der Gegenwart präsentiert sich die Stadt als offene, lebendige Metropole. Historische Baukunst, Universitäten, Museen, Theater und Festivals prägen das Bild. Danzig ist heute Wissenschaftsstandort, Kulturzentrum und touristisches Ziel zugleich. Spaziergang durch die Altstadt Ein Spaziergang durch die Altstadt Danzigs gleicht einer Reise durch Epochen. Vom Goldenen Tor bis zum Grünen Torerstreckt sich der prachtvolle Lange Markt – eine Straße, die einst das Herz der Kaufmannschaft war. Das Kopfsteinpflaster glänzt im Regen, Cafés füllen sich mit Stimmen, Musiker spielen auf der Mottlau-Promenade. Links erhebt sich das Rechtstädtische Rathaus, rechts der Neptunbrunnen, an dem Reisende und Einheimische gleichermaßen innehalten. Von dort führt der Weg zur Langgasse, wo jedes Haus ein Kunstwerk ist: bemalte Fassaden, mythologische Figuren, goldene Ornamente. Weiter südlich erhebt sich der imposante Krantor (Żuraw), eines der ältesten Hafenbauwerke Europas und einst Teil der Stadtmauer. Hier wurden Schiffe be- und entladen, hier roch es nach Salz, Teer und fremden Waren. Heute beherbergt das Gebäude ein Museum, in dem man den Pulsschlag der alten Hafenstadt spüren kann. Die Speicherinsel bietet einen Blick auf die Stadt, der besonders bei Sonnenuntergang magisch ist. Die wiederaufgebauten Speicherhäuser spiegeln sich im Wasser, während der Himmel in Orangetönen glüht. Von hier aus lässt sich Danzigs architektonische Pracht in ihrer ganzen Tiefe erfassen – eine Stadt, die Zerstörung überstanden und sich doch treu geblieben ist. Kunsthistorische Bedeutung und Wiederaufbaukunst Der Wiederaufbau Danzigs war nicht nur eine technische, sondern auch eine künstlerische Leistung. Restauratoren griffen auf alte Stadtpläne, Stiche und Fotografien zurück, um jedes Detail der Altstadt zu rekonstruieren. Dabei verband man historische Genauigkeit mit modernen Baumethoden. Das Ergebnis ist ein einzigartiges Stadtbild, das Authentizität und Rekonstruktion miteinander vereint. Danzig gilt heute als Musterbeispiel für den respektvollen Wiederaufbau historischer Städte – ein Ort, an dem Architektur Geschichte erzählt. FAQ – Häufige Fragen zu Danzig 1. Wann wurde Danzig gegründet? Die Anfänge reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück, als sich an der Mündung der Weichsel eine slawische Siedlung bildete. Sie entwickelte sich rasch zu einem wichtigen Handelsplatz im Ostseeraum. 2. Warum war Danzig für die Hanse so bedeutend? Danzig war ein Knotenpunkt des Ostseehandels. Hier wurden Getreide, Bernstein, Holz und Salz verschifft – Güter, die den Wohlstand der Stadt begründeten. 3. Was bedeutet „Freie Stadt Danzig“? Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Danzig zu einem autonomen Stadtstaat unter dem Schutz des Völkerbundes. Diese politische Sonderstellung bestand bis zum deutschen Angriff 1939. 4. Wie wurde Danzig nach dem Krieg wieder aufgebaut? Die Altstadt wurde in den 1950er- und 1960er-Jahren detailgetreu rekonstruiert. Restauratoren nutzten alte Baupläne und Gemälde als Vorlage, um das historische Erscheinungsbild zu bewahren. 5. Was macht Danzig heute besonders? Danzig verbindet Geschichte, Architektur und Moderne. Die Stadt ist ein Symbol für europäische Vielfalt, für kulturelle Stärke und die Fähigkeit zur Erneuerung. Danzig heute – Eine Stadt des Erinnerns und der Zukunft Danzig ist mehr als eine Stadt, die wiederaufgebaut wurde. Sie ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie Geschichte und Gegenwart ineinandergreifen können. Zwischen der Ruhe der Marienkirche, dem Trubel am Krantor und den Lichtern der Mottlau spürt man, dass diese Stadt ein Gedächtnis besitzt – eines, das nie schweigt, sondern erzählt. Wer durch Danzig geht, hört die Geschichte Europas in Stein und Wasser widerhallen. Und vielleicht ist es genau diese Verbindung von Vergangenheit, Schönheit und Widerstandskraft, die Danzig zu einem der faszinierendsten Orte des Kontinents macht.  


                          Und hier ist eine Google Maps Ansicht des Satellitenbildes:



                          Danke.

                          Gruss, Stefan.
                          http://www.deutscheahnen.de
                          http://www.westpreussenlied.de
                          http://www.harti.com/ahnen

                          Kommentar

                          • hartiberlin
                            Forum-Teilnehmer
                            • 01.04.2010
                            • 43

                            #14
                            AW: Lehrer Bruno Hartmann mit Kindern Peter und Regina Hartmann gesucht !

                            Weiß jemand, wie die Kirche hier im Hintergrund auf dem Bild heisst ?

                            Danzig – Eine Stadt, die Geschichte atmet Kaum eine europäische Stadt vereint so viele Schichten von Geschichte, Identität und Architektur wie Danzig, auf Polnisch Gdańsk. An der Mündung der Weichsel in die Ostsee gelegen, ist sie seit Jahrhunderten ein Ort des Austauschs, der Begegnung und des Wandels. Zwischen den roten Ziegeldächern und gotischen Türmen schwingt der Klang der Vergangenheit mit – der Duft von Meer, der Ruf der Möwen, das Echo der Händler, die hier einst Bernstein, Getreide und Salz verschifften. Danzig war nie nur eine Stadt an der Ostsee. Sie war ein Tor zwischen Nord und Süd, ein kulturelles Bindeglied zwischen Ost und West und ein Symbol dafür, wie eng Handel, Kultur und Geschichte miteinander verwoben sein können. Wer sich auf die Spuren dieser bewegten Vergangenheit begeben möchte, findet unter Danzig entdecken eine vertiefende Übersicht über die historische und kulturelle Bedeutung der Stadt – und versteht schnell, warum Danzig bis heute als eine der schönsten Städte Europas gilt. Die Anfänge einer Handelsmetropole Die Wurzeln Danzigs reichen bis in das 10. Jahrhundert zurück, als hier eine slawische Siedlung entstand, die von ihrer Lage am Wasser profitierte. Schon früh legten Händler aus Skandinavien, Flandern und dem Ostseeraum an, um Waren auszutauschen. Im 13. Jahrhundert wuchs Danzig zur befestigten Stadt heran und wurde bald in die Hanse aufgenommen – ein Netzwerk, das die Handelszentren Nordeuropas miteinander verband. Als Mitglied des Hansebundes erlebte Danzig eine Blütezeit, die das Stadtbild bis heute prägt. Das reiche Bürgertum, Kaufleute und Handwerker investierten in prächtige Fassaden, Kirchen und Speicher. Über den Hafen gelangte Bernstein aus dem Baltikum nach Flandern, Getreide aus den Weichselniederungen nach England und Stoffe aus Lübeck oder Amsterdam zurück an die Weichsel. Danzig war eine Stadt der Händler und Seefahrer, eine Stadt der Aufsteiger. Wohlstand brachte Bildung und Kunst hervor, aber auch eine selbstbewusste Bürgerschicht, die ihre Unabhängigkeit gegen fremde Mächte verteidigte. Die Hansezeit und das Gesicht der Stadt Wer heute durch die Altstadt geht, bewegt sich in einem lebendigen Zeugnis jener Epoche. Das Stadtbild, das im Mittelalter entstand und in der Renaissance ausgebaut wurde, spiegelt Reichtum, Geschmack und Weltoffenheit wider. Die Fassaden entlang der Langgasse (Ulica Długa) und des Langen Marktes (Długi Targ) sind Meisterwerke hanseatischer Baukunst. Hinter den hohen, schmalen Giebeln lagen die Wohnhäuser wohlhabender Kaufleute – im Erdgeschoss das Kontor, im Obergeschoss repräsentative Säle mit bemalten Balkendecken. Die Verzierungen, Reliefs und goldenen Ornamente erzählten von Reichtum und Selbstbewusstsein. Im Zentrum steht das Rechtstädtische Rathaus mit seinem markanten Turm, ein Wahrzeichen bürgerlicher Macht. Wenige Schritte weiter erhebt sich der berühmte Neptunbrunnen, ein Symbol für den Handel über das Meer, das Danzigs Wohlstand begründete. Auch die Marienkirche (Bazylika Mariacka) zeugt von dieser Zeit. Sie ist die größte Backsteinkirche der Welt – ein architektonisches Monument, das über Jahrhunderte gewachsen ist. Ihr Inneres mit seinen gotischen Gewölben, der astronomischen Uhr und dem hellen Licht, das durch die bunten Glasfenster fällt, lässt erahnen, welche Bedeutung Glauben und Kunst in der Hansezeit hatten. Zwischen Mächten und Jahrhunderten Mit dem Niedergang der Hanse im 16. Jahrhundert begann für Danzig eine neue Phase. Die Stadt blieb reich und bedeutend, doch die Macht verschob sich. Polen, Preußen, Schweden und später das Deutsche Reich – alle beanspruchten die Kontrolle über die Stadt. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Danzig zu einem Knotenpunkt zwischen den Großmächten Europas. Der Hafen florierte, doch die politische Lage blieb fragil. Nach dem Ersten Weltkrieg erhielt Danzig einen Sonderstatus: Es wurde 1920 zur Freien Stadt Danzig, einem halbautonomen Gebilde unter dem Schutz des Völkerbundes. Dieser Status sollte den Frieden sichern, führte aber zu Spannungen zwischen der deutschsprachigen Mehrheit und dem benachbarten Polen. Wirtschaftliche Unsicherheit und politische Extreme prägten die Zwischenkriegszeit. Dennoch blieb Danzig ein Ort der kulturellen Vielfalt, in dem deutsche, polnische, kaschubische und jüdische Einflüsse nebeneinander existierten. Zerstörung und Wiederaufbau Mit dem Zweiten Weltkrieg kam das dunkelste Kapitel in der Geschichte Danzigs. Am 1. September 1939 fielen die ersten Schüsse auf der Westerplatte – der Beginn des Krieges. In den folgenden Jahren wurde die Stadt schwer zerstört. Die Altstadt lag am Ende in Trümmern, viele Bewohner waren geflohen oder ums Leben gekommen. Doch Danzig blieb nicht tot. Nach 1945 wurde es Teil Polens, und eine Generation von Architekten, Restauratoren und Handwerkern begann, die Stadt aus den Ruinen zu erheben. Der Wiederaufbau gilt bis heute als eine der größten Leistungen der Nachkriegszeit in Europa. Man entschied sich bewusst gegen eine moderne Neugestaltung und für eine Rückkehr zum historischen Stadtbild. Die alten Pläne, Gemälde und Fotografien dienten als Vorlage, um die Altstadt so zu rekonstruieren, wie sie vor dem Krieg ausgesehen hatte. Dieser Prozess war nicht nur baulich, sondern auch symbolisch: Er stand für die Wiedergeburt einer Stadt, die trotz aller Zerstörung ihre Seele bewahrt hatte. Die Geburt der Solidarność und das moderne Danzig In den 1980er-Jahren wurde Danzig erneut zum Schauplatz eines historischen Wendepunkts. In den Werfthallen der Lenin-Werft organisierten Arbeiter unter Führung von Lech Wałęsa Streiks, die den Beginn der Solidarność-Bewegung markierten. Diese Bewegung wurde zum Motor der politischen Veränderung in Osteuropa und trug entscheidend zum Fall des Kommunismus bei. Heute erinnert das Europäische Solidarność-Zentrum an diese Ereignisse – ein modernes Museum, das zeigt, wie Danzig erneut Symbol für Freiheit, Mut und Wandel wurde. In der Gegenwart präsentiert sich die Stadt als offene, lebendige Metropole. Historische Baukunst, Universitäten, Museen, Theater und Festivals prägen das Bild. Danzig ist heute Wissenschaftsstandort, Kulturzentrum und touristisches Ziel zugleich. Spaziergang durch die Altstadt Ein Spaziergang durch die Altstadt Danzigs gleicht einer Reise durch Epochen. Vom Goldenen Tor bis zum Grünen Torerstreckt sich der prachtvolle Lange Markt – eine Straße, die einst das Herz der Kaufmannschaft war. Das Kopfsteinpflaster glänzt im Regen, Cafés füllen sich mit Stimmen, Musiker spielen auf der Mottlau-Promenade. Links erhebt sich das Rechtstädtische Rathaus, rechts der Neptunbrunnen, an dem Reisende und Einheimische gleichermaßen innehalten. Von dort führt der Weg zur Langgasse, wo jedes Haus ein Kunstwerk ist: bemalte Fassaden, mythologische Figuren, goldene Ornamente. Weiter südlich erhebt sich der imposante Krantor (Żuraw), eines der ältesten Hafenbauwerke Europas und einst Teil der Stadtmauer. Hier wurden Schiffe be- und entladen, hier roch es nach Salz, Teer und fremden Waren. Heute beherbergt das Gebäude ein Museum, in dem man den Pulsschlag der alten Hafenstadt spüren kann. Die Speicherinsel bietet einen Blick auf die Stadt, der besonders bei Sonnenuntergang magisch ist. Die wiederaufgebauten Speicherhäuser spiegeln sich im Wasser, während der Himmel in Orangetönen glüht. Von hier aus lässt sich Danzigs architektonische Pracht in ihrer ganzen Tiefe erfassen – eine Stadt, die Zerstörung überstanden und sich doch treu geblieben ist. Kunsthistorische Bedeutung und Wiederaufbaukunst Der Wiederaufbau Danzigs war nicht nur eine technische, sondern auch eine künstlerische Leistung. Restauratoren griffen auf alte Stadtpläne, Stiche und Fotografien zurück, um jedes Detail der Altstadt zu rekonstruieren. Dabei verband man historische Genauigkeit mit modernen Baumethoden. Das Ergebnis ist ein einzigartiges Stadtbild, das Authentizität und Rekonstruktion miteinander vereint. Danzig gilt heute als Musterbeispiel für den respektvollen Wiederaufbau historischer Städte – ein Ort, an dem Architektur Geschichte erzählt. FAQ – Häufige Fragen zu Danzig 1. Wann wurde Danzig gegründet? Die Anfänge reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück, als sich an der Mündung der Weichsel eine slawische Siedlung bildete. Sie entwickelte sich rasch zu einem wichtigen Handelsplatz im Ostseeraum. 2. Warum war Danzig für die Hanse so bedeutend? Danzig war ein Knotenpunkt des Ostseehandels. Hier wurden Getreide, Bernstein, Holz und Salz verschifft – Güter, die den Wohlstand der Stadt begründeten. 3. Was bedeutet „Freie Stadt Danzig“? Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Danzig zu einem autonomen Stadtstaat unter dem Schutz des Völkerbundes. Diese politische Sonderstellung bestand bis zum deutschen Angriff 1939. 4. Wie wurde Danzig nach dem Krieg wieder aufgebaut? Die Altstadt wurde in den 1950er- und 1960er-Jahren detailgetreu rekonstruiert. Restauratoren nutzten alte Baupläne und Gemälde als Vorlage, um das historische Erscheinungsbild zu bewahren. 5. Was macht Danzig heute besonders? Danzig verbindet Geschichte, Architektur und Moderne. Die Stadt ist ein Symbol für europäische Vielfalt, für kulturelle Stärke und die Fähigkeit zur Erneuerung. Danzig heute – Eine Stadt des Erinnerns und der Zukunft Danzig ist mehr als eine Stadt, die wiederaufgebaut wurde. Sie ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie Geschichte und Gegenwart ineinandergreifen können. Zwischen der Ruhe der Marienkirche, dem Trubel am Krantor und den Lichtern der Mottlau spürt man, dass diese Stadt ein Gedächtnis besitzt – eines, das nie schweigt, sondern erzählt. Wer durch Danzig geht, hört die Geschichte Europas in Stein und Wasser widerhallen. Und vielleicht ist es genau diese Verbindung von Vergangenheit, Schönheit und Widerstandskraft, die Danzig zu einem der faszinierendsten Orte des Kontinents macht.  


                            Hier ist noch ein zweites Postkartenbild vom Hermannshoferweg:

                            Danzig – Eine Stadt, die Geschichte atmet Kaum eine europäische Stadt vereint so viele Schichten von Geschichte, Identität und Architektur wie Danzig, auf Polnisch Gdańsk. An der Mündung der Weichsel in die Ostsee gelegen, ist sie seit Jahrhunderten ein Ort des Austauschs, der Begegnung und des Wandels. Zwischen den roten Ziegeldächern und gotischen Türmen schwingt der Klang der Vergangenheit mit – der Duft von Meer, der Ruf der Möwen, das Echo der Händler, die hier einst Bernstein, Getreide und Salz verschifften. Danzig war nie nur eine Stadt an der Ostsee. Sie war ein Tor zwischen Nord und Süd, ein kulturelles Bindeglied zwischen Ost und West und ein Symbol dafür, wie eng Handel, Kultur und Geschichte miteinander verwoben sein können. Wer sich auf die Spuren dieser bewegten Vergangenheit begeben möchte, findet unter Danzig entdecken eine vertiefende Übersicht über die historische und kulturelle Bedeutung der Stadt – und versteht schnell, warum Danzig bis heute als eine der schönsten Städte Europas gilt. Die Anfänge einer Handelsmetropole Die Wurzeln Danzigs reichen bis in das 10. Jahrhundert zurück, als hier eine slawische Siedlung entstand, die von ihrer Lage am Wasser profitierte. Schon früh legten Händler aus Skandinavien, Flandern und dem Ostseeraum an, um Waren auszutauschen. Im 13. Jahrhundert wuchs Danzig zur befestigten Stadt heran und wurde bald in die Hanse aufgenommen – ein Netzwerk, das die Handelszentren Nordeuropas miteinander verband. Als Mitglied des Hansebundes erlebte Danzig eine Blütezeit, die das Stadtbild bis heute prägt. Das reiche Bürgertum, Kaufleute und Handwerker investierten in prächtige Fassaden, Kirchen und Speicher. Über den Hafen gelangte Bernstein aus dem Baltikum nach Flandern, Getreide aus den Weichselniederungen nach England und Stoffe aus Lübeck oder Amsterdam zurück an die Weichsel. Danzig war eine Stadt der Händler und Seefahrer, eine Stadt der Aufsteiger. Wohlstand brachte Bildung und Kunst hervor, aber auch eine selbstbewusste Bürgerschicht, die ihre Unabhängigkeit gegen fremde Mächte verteidigte. Die Hansezeit und das Gesicht der Stadt Wer heute durch die Altstadt geht, bewegt sich in einem lebendigen Zeugnis jener Epoche. Das Stadtbild, das im Mittelalter entstand und in der Renaissance ausgebaut wurde, spiegelt Reichtum, Geschmack und Weltoffenheit wider. Die Fassaden entlang der Langgasse (Ulica Długa) und des Langen Marktes (Długi Targ) sind Meisterwerke hanseatischer Baukunst. Hinter den hohen, schmalen Giebeln lagen die Wohnhäuser wohlhabender Kaufleute – im Erdgeschoss das Kontor, im Obergeschoss repräsentative Säle mit bemalten Balkendecken. Die Verzierungen, Reliefs und goldenen Ornamente erzählten von Reichtum und Selbstbewusstsein. Im Zentrum steht das Rechtstädtische Rathaus mit seinem markanten Turm, ein Wahrzeichen bürgerlicher Macht. Wenige Schritte weiter erhebt sich der berühmte Neptunbrunnen, ein Symbol für den Handel über das Meer, das Danzigs Wohlstand begründete. Auch die Marienkirche (Bazylika Mariacka) zeugt von dieser Zeit. Sie ist die größte Backsteinkirche der Welt – ein architektonisches Monument, das über Jahrhunderte gewachsen ist. Ihr Inneres mit seinen gotischen Gewölben, der astronomischen Uhr und dem hellen Licht, das durch die bunten Glasfenster fällt, lässt erahnen, welche Bedeutung Glauben und Kunst in der Hansezeit hatten. Zwischen Mächten und Jahrhunderten Mit dem Niedergang der Hanse im 16. Jahrhundert begann für Danzig eine neue Phase. Die Stadt blieb reich und bedeutend, doch die Macht verschob sich. Polen, Preußen, Schweden und später das Deutsche Reich – alle beanspruchten die Kontrolle über die Stadt. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Danzig zu einem Knotenpunkt zwischen den Großmächten Europas. Der Hafen florierte, doch die politische Lage blieb fragil. Nach dem Ersten Weltkrieg erhielt Danzig einen Sonderstatus: Es wurde 1920 zur Freien Stadt Danzig, einem halbautonomen Gebilde unter dem Schutz des Völkerbundes. Dieser Status sollte den Frieden sichern, führte aber zu Spannungen zwischen der deutschsprachigen Mehrheit und dem benachbarten Polen. Wirtschaftliche Unsicherheit und politische Extreme prägten die Zwischenkriegszeit. Dennoch blieb Danzig ein Ort der kulturellen Vielfalt, in dem deutsche, polnische, kaschubische und jüdische Einflüsse nebeneinander existierten. Zerstörung und Wiederaufbau Mit dem Zweiten Weltkrieg kam das dunkelste Kapitel in der Geschichte Danzigs. Am 1. September 1939 fielen die ersten Schüsse auf der Westerplatte – der Beginn des Krieges. In den folgenden Jahren wurde die Stadt schwer zerstört. Die Altstadt lag am Ende in Trümmern, viele Bewohner waren geflohen oder ums Leben gekommen. Doch Danzig blieb nicht tot. Nach 1945 wurde es Teil Polens, und eine Generation von Architekten, Restauratoren und Handwerkern begann, die Stadt aus den Ruinen zu erheben. Der Wiederaufbau gilt bis heute als eine der größten Leistungen der Nachkriegszeit in Europa. Man entschied sich bewusst gegen eine moderne Neugestaltung und für eine Rückkehr zum historischen Stadtbild. Die alten Pläne, Gemälde und Fotografien dienten als Vorlage, um die Altstadt so zu rekonstruieren, wie sie vor dem Krieg ausgesehen hatte. Dieser Prozess war nicht nur baulich, sondern auch symbolisch: Er stand für die Wiedergeburt einer Stadt, die trotz aller Zerstörung ihre Seele bewahrt hatte. Die Geburt der Solidarność und das moderne Danzig In den 1980er-Jahren wurde Danzig erneut zum Schauplatz eines historischen Wendepunkts. In den Werfthallen der Lenin-Werft organisierten Arbeiter unter Führung von Lech Wałęsa Streiks, die den Beginn der Solidarność-Bewegung markierten. Diese Bewegung wurde zum Motor der politischen Veränderung in Osteuropa und trug entscheidend zum Fall des Kommunismus bei. Heute erinnert das Europäische Solidarność-Zentrum an diese Ereignisse – ein modernes Museum, das zeigt, wie Danzig erneut Symbol für Freiheit, Mut und Wandel wurde. In der Gegenwart präsentiert sich die Stadt als offene, lebendige Metropole. Historische Baukunst, Universitäten, Museen, Theater und Festivals prägen das Bild. Danzig ist heute Wissenschaftsstandort, Kulturzentrum und touristisches Ziel zugleich. Spaziergang durch die Altstadt Ein Spaziergang durch die Altstadt Danzigs gleicht einer Reise durch Epochen. Vom Goldenen Tor bis zum Grünen Torerstreckt sich der prachtvolle Lange Markt – eine Straße, die einst das Herz der Kaufmannschaft war. Das Kopfsteinpflaster glänzt im Regen, Cafés füllen sich mit Stimmen, Musiker spielen auf der Mottlau-Promenade. Links erhebt sich das Rechtstädtische Rathaus, rechts der Neptunbrunnen, an dem Reisende und Einheimische gleichermaßen innehalten. Von dort führt der Weg zur Langgasse, wo jedes Haus ein Kunstwerk ist: bemalte Fassaden, mythologische Figuren, goldene Ornamente. Weiter südlich erhebt sich der imposante Krantor (Żuraw), eines der ältesten Hafenbauwerke Europas und einst Teil der Stadtmauer. Hier wurden Schiffe be- und entladen, hier roch es nach Salz, Teer und fremden Waren. Heute beherbergt das Gebäude ein Museum, in dem man den Pulsschlag der alten Hafenstadt spüren kann. Die Speicherinsel bietet einen Blick auf die Stadt, der besonders bei Sonnenuntergang magisch ist. Die wiederaufgebauten Speicherhäuser spiegeln sich im Wasser, während der Himmel in Orangetönen glüht. Von hier aus lässt sich Danzigs architektonische Pracht in ihrer ganzen Tiefe erfassen – eine Stadt, die Zerstörung überstanden und sich doch treu geblieben ist. Kunsthistorische Bedeutung und Wiederaufbaukunst Der Wiederaufbau Danzigs war nicht nur eine technische, sondern auch eine künstlerische Leistung. Restauratoren griffen auf alte Stadtpläne, Stiche und Fotografien zurück, um jedes Detail der Altstadt zu rekonstruieren. Dabei verband man historische Genauigkeit mit modernen Baumethoden. Das Ergebnis ist ein einzigartiges Stadtbild, das Authentizität und Rekonstruktion miteinander vereint. Danzig gilt heute als Musterbeispiel für den respektvollen Wiederaufbau historischer Städte – ein Ort, an dem Architektur Geschichte erzählt. FAQ – Häufige Fragen zu Danzig 1. Wann wurde Danzig gegründet? Die Anfänge reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück, als sich an der Mündung der Weichsel eine slawische Siedlung bildete. Sie entwickelte sich rasch zu einem wichtigen Handelsplatz im Ostseeraum. 2. Warum war Danzig für die Hanse so bedeutend? Danzig war ein Knotenpunkt des Ostseehandels. Hier wurden Getreide, Bernstein, Holz und Salz verschifft – Güter, die den Wohlstand der Stadt begründeten. 3. Was bedeutet „Freie Stadt Danzig“? Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Danzig zu einem autonomen Stadtstaat unter dem Schutz des Völkerbundes. Diese politische Sonderstellung bestand bis zum deutschen Angriff 1939. 4. Wie wurde Danzig nach dem Krieg wieder aufgebaut? Die Altstadt wurde in den 1950er- und 1960er-Jahren detailgetreu rekonstruiert. Restauratoren nutzten alte Baupläne und Gemälde als Vorlage, um das historische Erscheinungsbild zu bewahren. 5. Was macht Danzig heute besonders? Danzig verbindet Geschichte, Architektur und Moderne. Die Stadt ist ein Symbol für europäische Vielfalt, für kulturelle Stärke und die Fähigkeit zur Erneuerung. Danzig heute – Eine Stadt des Erinnerns und der Zukunft Danzig ist mehr als eine Stadt, die wiederaufgebaut wurde. Sie ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie Geschichte und Gegenwart ineinandergreifen können. Zwischen der Ruhe der Marienkirche, dem Trubel am Krantor und den Lichtern der Mottlau spürt man, dass diese Stadt ein Gedächtnis besitzt – eines, das nie schweigt, sondern erzählt. Wer durch Danzig geht, hört die Geschichte Europas in Stein und Wasser widerhallen. Und vielleicht ist es genau diese Verbindung von Vergangenheit, Schönheit und Widerstandskraft, die Danzig zu einem der faszinierendsten Orte des Kontinents macht.  


                            Danke.

                            Gruss, Stefan.
                            http://www.deutscheahnen.de
                            http://www.westpreussenlied.de
                            http://www.harti.com/ahnen

                            Kommentar

                            • Hans-Joerg +, Ehrenmitglied
                              Forum-Teilnehmer
                              • 10.02.2008
                              • 5206

                              #15
                              AW: Lehrer Bruno Hartmann mit Kindern Peter und Regina Hartmann gesucht !

                              Ok Stefan
                              Link bekannt


                              Hier noch die Mitbewohner…. Scheint ein “ Lehrerhaus “ gewesen zu sein…..
                              Sehe da selbst auch “ Lietz “ … mhhh ein Dr. Lietz war in den 50-ern ein Lehrer von mir…. Ich meine er kam auch aus Danzig evtl. ein Nachkomme -- klein ist die Welt !
                               
                              Viele Grüße
                              Hans-Jörg
                              Angeh

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                              L