Friedhof Heubude

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  • HEUBUDEMAN 29
    Forum-Teilnehmer
    • 02.10.2009
    • 7

    #1

    Friedhof Heubude

    Hallo!
    Ich habe im Internet für Informationen über den Betrieb des Friedhofs Heubude jüdischen Viertel.
    Ich habe eine Frage: Heubude Juden lebten auch in?
    Bemühungen seitens der Gemeinde, der Stadt Friedhof und uporządkowały Bereich upamiętniły / Anbringung einer Kennzeichnung der Grabstätte der früheren Bewohner der Stadt, dem Beispiel anderer Bereiche (zB alte Friedhof "Urania").
  • Regina, +19.11.2023
    Forum-Teilnehmer
    • 15.02.2008
    • 235

    #2
    AW: Friedhof Heubude

    Hallo Heubudeman,
    Ich glaube nicht dass es auf dem alten Friedhof in Haubude ein besonderes Viertel fuer Juden gegeben hat. Da wurden alle nach der Reihe beerdigt unabhaengig von der Religion meistens waren es Evangelische denn in Heubude gab es keine katholische Kirche. Ich kannte den Friedhof ganz genau, war oft da weil da meine Oma liegt und mein Onkel, beide sind 1933 gestorben.Ob es in Heubude Juden gegeben hat weiss ich nicht, denn wir lebten da alle in Frieden zusammen und niemand fragte den anderen wer und was er ist.Das mit einer Gedenktafel ist eine gute Idee. Ich habe immer nur Angst, das das Gelaende bebaut wird. Jetzt schlafen da alle in himmlischer Ruhe und hoeren wie die See rauscht.
    An einem waermeren Tag koennte ich Dir Heubude zeigen, wo was damals war.
    Herzliche Gruesse
    Regina

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    • joachimalfred
      Forum-Teilnehmer
      • 11.02.2008
      • 222

      #3
      AW: Friedhof Heubude

      Hallo Heubudeman, lieber Jurand,

      ich glaube Regina hat wohl Dir als erfahrendste Heubuderin im Forum alles wichtige gesagt was über den Heubuder Firedhof gesagt werden kann.
      Schade dass ich es in diesem Herbst bisher noch nicht geschafft habe, nach Danzig und nach Heubude zu kommen, so wie ich es Dir ja auch versprochen habe.
      Wir Zwei, Regina und ich hätten Dir so einiges von Heubude und Umgegend erzählt und gezeigt, nun aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

      Für mich und für die dort Beerdigten ist doch wohl egal ob sie Juden, Christen oder Moslems waren
      es spielte damals in Heubude noch keine so große Rolle. Wichtiger ist doch wohl zuerst, dass die ehemaligen Grabstätten in einem würdige Unfeld liegen.
      Auch ich weiss, dass dort drei Geschwister von mir beerdigt sind, und jedes mal wenn ich dort vorbei komme, schäme ich über den verwahrlosten Zustand des ehemaligen Friedhofes.
      Für mich gleicht der Friehof einer Müllhalde ( lese, Reise in die Vergangenheit Heubude), hier ist jede Achtung vor den Toten verloren gegangen und das kann und will ich auch nicht verstehen.
      Hier an diesem Ort kann ich mir keine Gedenktafel, für wen auch immer, vorstellen.
      Herzliche Grüße

      vom Heubuder joachimalfred aus Lübeck an der Ostsee

      Kommentar

      • Rudolf
        Forum-Teilnehmer
        • 22.06.2008
        • 335

        #4
        AW: Friedhof Heubude

        Hallo an die an dieser Thematik interessierten Forumfreunde ,
        ich stimme dem Beitrag von Regina voll zu , daß auf diesem Friedhof nicht nur evangelische sondern auch katholische und evtl. jüdische Menschen begraben wurden .
        Ob in Heubude Juden lebten , kann ich nicht sagen . Ich erinnere mich aber , daß meine Heubuder Großmutter mir ( in der Kriegszeit ) erzählte , daß vor dem Krieg immer ein mal die Woche aus Krakau ein "Hausierer" ( so nannte sie es ) kam . Dieser - man könnte sagen "Handlungsreisender" - war Jude und er bot preiswerte und gute Lebensmittel wie Butter , Eier , Glumse(Quark) , usw. an .
        Aus Erzählungen meiner Mutter weiß ich , daß ihre Vorfahren - Buddatsch - seit vielen Generationen in Heubude gelebt haben und auf dem dortigen Friedhof beigesetzt wurden . Der letzte dort beerdigte Familienangehörige war mein Großvater Heinrich Buddatsch .
        Als ich vor mehreren Jahren den Heubuder Friedhof besuchen wollte , war ich über den Zustand - überall Müll und Unrat sowie umgestürzte und zerbrochene Grabsteine - genau so entsetzt wie joachimalfred .
        Grüße an alle von Rudi

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        • Wolfgang
          Forumbetreiber
          • 10.02.2008
          • 11623

          #5
          AW: Friedhof Heubude

          Schönen guten Abend,
          hallo Rudi,

          kann es wirklich sein, dass auf einem nichtjüdischen Friedhof gläubige Juden beigesetzt wurden? Offen gesagt, ich kann es mir nicht vorstellen. Denn ein jüdischer Friedhof ist etwas ganz anderes als ein nichtjüdischer. Jüdische Gräber sind für die Ewigkeit gedacht, die nicht eingeebnet oder ausgehoben werden dürfen. Auch in Danzig war am Schabbat Ruhetag auf den jüdischen Friedhöfen, auf den nichtjüdischen dagegen nicht.

          Rudi, Du schreibst, es kam wöchentlich ein Händler aus Krakau. Damit ist doch sicherlich das östlich von Heubude gelegene Krakau gemeint?
          Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
          Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
          Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

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          • Rudolf
            Forum-Teilnehmer
            • 22.06.2008
            • 335

            #6
            AW: Friedhof Heubude

            Hallo Wolfgang ,
            der von mir erwähnte Händler fuhr mit einem Pferdewagen die Häuser ab und versuchte , seine Ware zu verkaufen . Er hat - nach den Erzählungen meiner Großmutter - in Krakau in der Nähe von Heubude gewohnt .
            Sie erzählte auch , daß es früher üblich war , daß auch andere Händler mit unterschiedlichen Waren von Haus zu Haus zogen und versuchten , diese zu verkaufen .
            Was die Beerdigung jüdischer Mitbürger auf dem Heubuder Friedhof betrifft , teile ich eher Deine Ansicht , denn die Beerdigungen bzw. Trauerzeremonien jüdischer Menschen unterscheiden sich erheblich von den bei uns sonst üblichen .
            Ein schönes Wochenende allen wünscht der Heubuder Rudi

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            • Regina, +19.11.2023
              Forum-Teilnehmer
              • 15.02.2008
              • 235

              #7
              AW: Friedhof Heubude

              Guten Abend
              Ich weiss, dass die Juden einen eigenen Friedhof hatten, neben dem am Olivaer Tor, er besteht bis heute noch.
              Bevor auf den alten Friedhoefen wie an der Ecke Hindenburgallee oder Neufahrwasser eine Gedenktafel hingestellt wurde, wurden die Friedhoefe
              erst aufgeraeumt und ein gepflegter Rasen angelegt. So koennte es auch in Heubude werden. Jetzt ist er so verwildert, dass ich Angst habe alleine
              dahin zu gehen.
              Liebe Gruesse
              Regina

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              • Rudolf
                Forum-Teilnehmer
                • 22.06.2008
                • 335

                #8
                AW: Friedhof Heubude

                Liebe Forumfreunde ,
                auf der Website www.stogi.info.pl fand ich einen Beitrag des Moderators zum Heubuder Friedhof vom 21.11.2009 .
                In diesem Beitrag wird informiert , daß durch die Initiative der Schüler des Gymnasiums Nr. 11 ( ul. W. Stryjewskiego/Heidseestraße ) am 10. Dezember auf dem früheren Heubuder Friedhof eine Gedenktafel enthüllt werden soll .
                Ich glaube , daß unser Forumteilnehmer Heubudeman 29 an dieser Sache beteiligt ist , da ich mit ihm zu dieser Thematik einige male ( in englischer Sprache , da er nicht deutsch und ich nur sehr wenig polnisch spreche ) über den früheren Friedhof Meinungen ausgetauscht habe .
                Auf jeden Fall finde ich die Idee der Schüler und Initiatoren großartig . Viele Vorfahren mütterlicherseits wurden auf diesem Friedhof beigesetzt , zuletzt mein Großvater Heinrich Buddatsch ( Dampfbootstraße 1 ) kurz nach Beginn des Krieges .
                Sicher wird im o.g. Forum auch etwas über die Enthüllung zu lesen sein , allerdings natürlich in polnischer Sprache , aber mit den wenigen vorhandenen Sprachkenntnissen und einem Wörterbuch wird es schon zu verstehen sein .
                Überhaupt finde ich das Forum zu Stogi recht gut und interessant .
                Einen schönen Abend wünscht allen der Heubuder Rudi

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                • Wolfgang
                  Forumbetreiber
                  • 10.02.2008
                  • 11623

                  #9
                  AW: Friedhof Heubude

                  Hallo Rudolf,

                  wenn es ein Granitgedenkstein ist wie sie in den letzten Jahren auf mehreren alten Friedhöfen aufgestellt wurden, dann sind die Inschriften sowohl in polnischer als auch in deutscher Sprache.

                  Schade, eigentlich wollte ich zu diesem Zeitpunkt in Danzig sein, aber ich habe kurzfristig umdisponiert und bin nun in Krakau. Aber eine Woche später bin ich dann in Danzig und werde mir das auch gleich anschauen.
                  Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)
                  Wolfgang Naujocks: Zertifizierter Führer und Volontär in der Gedenkstätte/Museum "Deutsches Konzentrationslager Stutthof" in Sztutowo
                  Certyfikowany przewodnik i wolontariusz po muzeum "Muzeum Stutthof w Sztutowie - Niemiecki nazistowski obóz koncentracyjny i zagłady"

                  Kommentar

                  • HEUBUDEMAN 29
                    Forum-Teilnehmer
                    • 02.10.2009
                    • 7

                    #10
                    AW: Friedhof Heubude

                    Liebe Forumsmitglieder!
                    Gedenktafel auf dem Friedhof steht jetzt Heubude. Unmittelbar Einfügen von Bildern in das Album.
                    Herzlich grüße ich die Heubude

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                    • mariano
                      Forum-Teilnehmer
                      • 12.07.2008
                      • 113

                      #11
                      AW: Friedhof Heubude

                      Errinerungen...

                      Auf diesem Friedhof haben wir als 7-8 jährige Kinder oft gespielt obwohl es von dem Pfarrer ( in der Nähe war/ist eine katholische Kirche) verboten war.Aus Erzählungen weiß ich auch, daß kammen viele polnische Friedhofdiebe, die das Gold gesucht haben.Damals(Jahren 1952-53) waren noch viele Grabstätte und Kreuze aber leider nach paar Jahren haben die Polen den Friedhof vernichtet nach dem Motto:"Gdansk (Danzig) war uralte polnische Stadt und alle deutsche Spuren müßen verschwunden sein.Jetzt nach fast 50-Jahren kommt polnische Gedenktafel....

                      Kommentar

                      • Regina, +19.11.2023
                        Forum-Teilnehmer
                        • 15.02.2008
                        • 235

                        #12
                        Friedhof Heubude

                        Ich war gestern bei der Enthuellung des Gedenksteins in Heubude. Er ist aus Granit, aehnlich wie der in der Naehe von Lidl in Langfuhr. Die Inschriften sind auf polnisch und deutsch. fer deutsche Text:
                        EHEMAKIGER EVANGEKISCHER JESUS CHRISTUS FRIEDHOF IN HEUBUDE
                        (ca 1880-1946)
                        "EGO SUM VIA ET VERITAS ET VITA" J.14,6
                        Diesen Gedenkstein verdankt man den Schuelern der Mittelschule in Heubude. Es war ihre Initiative die von den Lehreren unterstuetz wurde.Vorher wurde der Friedhof gereinigt.Jetzt liegen da hauptsaechlich nur Blaetter.Bei der Feier waren die Schueler, Lehrer, Personen aus dem Forum www.stogi.info.pl, ein Architekt vo, Baudenkmaelerschutz. ein Pfarrer und ein Herr aus dem Betrieb fuer Gruenanlagen, das das Projekt angefertigt hat. Er sagte, dass es jetzt der 17 Stein ist der auf frueherin Friedhoefen hingestellt wurde. Diese Feier wird ohne Fernsehen und ganz ruhig verlaufen weil im Gegenteil zu manchen anderen Friedhoefen hier die
                        Verstorbenen geblieben sind. Die Kosten hat die Stadtverwaltung getragen.
                        Danach haben die Schueler eine grosse Adoptionurkunde gezeigt. Das heisst sie adoptieren den Friedhof und werden ihn pflegen.Dann wurden Blumen hingelegt und Kerzen angezuendet Mann muss ehrlich sagen - alle haben sich grosse Muehe gemacht.Ich war tiefbewegt.
                        Herzliche Gruesse
                        Regina

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                        • Heinzhst
                          Forum-Teilnehmer
                          • 10.02.2008
                          • 450

                          #13
                          AW: Friedhof Heubude

                          https://www.danzig.de/images/icons/icon1.png AW: Friedhof Heubude
                          Errinerungen...

                          Damals(Jahren 1952-53) waren noch viele Grabstätte und Kreuze aber leider nach paar Jahren haben die Polen den Friedhof vernichtet nach dem Motto:"Gdansk (Danzig) war uralte polnische Stadt und alle deutsche Spuren müßen verschwunden sein.Jetzt nach fast 50-Jahren kommt polnische Gedenktafel....

                          Hallo Mariano, ich bin Ende der 40-ziger und Anfand der 50-ziger Jahre in Danzig über Wege gegangen die mit deutschen Grabsteinen geplastert waren.
                          Den Grabstein meines Großvaters habe ich leider nicht gefunden.

                          Heinz
                          Ich glaube nur das,was ich gesehen und erlebt habe.
                          A.G.

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                          • joachimalfred
                            Forum-Teilnehmer
                            • 11.02.2008
                            • 222

                            #14
                            AW: Friedhof Heubude

                            Hallo, liebe Regina, lieber Heubudemann,

                            doch schon ein wenig innerlich gerührt, aber mit großer Freude und Dank habe ich Eure Berichte über die Gedenksteineinweihung auf dem Heubuder Friedhof gelesen. Schade, ich wäre gerne dabei gewesen.

                            Freude und Dank,
                            - weil es eine Aktion ist, die völkerverbindend wirkt und Freunde schafft, ich möchte gerne dabei sein!
                            - weil auf diesem Friedhof auch drei meiner verstorbenen Brüder begraben worden sind.
                            - weil ich nun die Gewißheit habe, dass die Gebeine dort auch noch heute liegen.
                            - weil ich nun bei meinem nächsten Heubudebesuch 2010 zum ersten Mal gerne wieder den ehemaligen Friedhof besuchen werde.

                            Dank,
                            - den Schülern und Lehrern der Heubuder Mittelschule, meine ehemalige Volsschule, für ihr Engagement.
                            - den möchte ich eines Tages gerne den Initiatoren der Aktion in meiner Schule in irrgen einer Form zukommen lassen.

                            Ich freue mich schon auf Eure Antworten und auf meinen Besuch in Heubude 2010
                            Herzliche Grüße

                            vom Heubuder joachimalfred aus Lübeck an der Ostsee

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                            • Rudolf
                              Forum-Teilnehmer
                              • 22.06.2008
                              • 335

                              #15
                              AW: Friedhof Heubude

                              Liebe Forumfreunde ,
                              ich kann mich der Auffassung von joachimalfred nur anschließen und den Initiatoren und Schülern meinen großen Dank aussprechen .
                              Es ist schon einige Jahre her , daß ich bei einem Aufenthalt in Danzig auch einmal den Heubuder Friedhof aufsuchen wollte , um evtl . den Grabstein meines dort kurz nach Anfang des Krieges beigesetzten Großvaters Heinrich Buddatsch aufzusuchen . Da ich seinerzeit nur umgestürzte Steine und sehr viel Unrat dort sah , nahm ich davon Abstand .
                              Umsomehr freue ich mich , daß durch diese Initiative der dort beigesetzten Verstorbenen ( zu denen nach meinen Kenntnissen auch Heubuder katholischer Konfession gehörten ) gedacht wurde .
                              Ich hoffe ebenfalls sehr , daß ich im nächsten Jahr wieder einmal nach Danzig komme und dann natürlich auch den Gedenkstein in Heubude sehen werde .
                              Allen einen schönen 3. Advent - Rudi

                              Kommentar

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