Onkruut vergeiht nich

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  • Christkind
    Forum-Teilnehmer
    • 10.02.2008
    • 1568

    #1

    Onkruut vergeiht nich

    von Gustav Penner

    De Jahn,de leewt doch ganz doll de Marie,
    dit wußt' uck een jieder von wiet on dichtbie.
    Väl Grett had de Jahn nu twoar nich ennem Kopp,
    bie de Marie wer de Brägen erscht recht nich tiptopp.
    Drum dede de beid sich ganz schrecklich gräme
    on hade beschloate, sich dat Läwe to nehme.

    Biem Apteker Pigall, doer had aehmt gegleckt,
    de verkofft Jahn dat Geft,-nu wer allet perfeckt.
    Beid spoarde sich heimlich em Dachstoawke ut,
    dem Schloetel schmeet Jahn ut dem Faensterke rut.
    Dean schluckte se't Geft, un nu wochte se dropp,
    wat wieder passeert,ganz dusslig em Kopp.-

    Met eemoal stähnt Jahn:" Marie, moarkst all wat?
    Mi kullert em Buck, on eck sie schrecklich matt."
    "Joa, joa, " schluchzt Marieke, "uck mi es groads so,
    mei jitt, leewer Jahn,eck mott fex oppet Klo!"
    "Uck mi is ess it nedig", stähnt de Jahn voller Weh.
    "Mi ritt it em Buck bitt wied runger am Knee!
    De Där ess verschloate, wie kämme nich mehr rut!
    Wat sael dat blos woarde, eck holt nich mehr ut!"

    Wat wieder passeert, kann jieder woll oahne.
    Am baeste kann dat de Apteker verstoahne.
    De Kröt had dem Jahn statt dem Geft, onverhofft,
    een stoarket Affermeddel verkofft.
    De Marieon de Jahn send vom Stoarwe kureert,
    de Onlost, to läwe, wer bie den affgefehrt.

    _____
    Schöne Grüße,Christa
    Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
    (M. Gandhi)
  • Christkind
    Forum-Teilnehmer
    • 10.02.2008
    • 1568

    #2
    AW: Onkruut vergeiht nich

    Ja, das ist nun ein bisschen in "ausländisch", was der Gustav Penner hier gedichtet hat?
    Aber ich dachte mir, man könne sich ja mal wieder etwas üben in der "Übersetzung".
    Was nun "Onkruut vergeiht nich" bedeutet, das ist ein bekanntes Sprichwort mit aktueller Gültigkei:
    Unkraut vergeht nicht.
    Wer gern eine Übersetzung hätte, dem kann geholfen werden.

    Übrigens gibt es Einiges hier zu lesen , was Gustav Penner betrifft.
    Einen schönen Tag!
    Christa
    Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
    (M. Gandhi)

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    • Mandey +08.03.22
      Forum-Teilnehmer
      • 08.02.2009
      • 540

      #3
      AW: Onkruut vergeiht nich

      Hallo Christa
      Ja, das ist nun ein bisschen in "ausländisch", was der Gustav Penner hier gedichtet hat? Nein keineswegs das ist das Original Werderaner platt.
      Freundliche Grüße v.Heinz Mandey

      Kommentar

      • Christkind
        Forum-Teilnehmer
        • 10.02.2008
        • 1568

        #4
        AW: Onkruut vergeiht nich

        Na, da ist wohl einer, der sich doll auskennt!!!
        Lieber Heinz,kannst du es noch sprechen ????
        Ich würde es zu gern mal hören.....
        Ich habe ein Büchlein "Ut Noatange - Plattdütsche Spoaskes ", ob es da sehr große Unterschiede gibt zum Werder Platt, das kann wohl nur einer erkennen, der es noch als Kind gelernt hat, aber das wird wohl ... schwierig sein....
        Ich werde mal ein Beispiel heraussuchen....
        Schöne Grüße, Christa
        Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
        (M. Gandhi)

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        • Mandey +08.03.22
          Forum-Teilnehmer
          • 08.02.2009
          • 540

          #5
          AW: Onkruut vergeiht nich

          Hallo Christa,
          ja ich spreche das Werderraner platt,unsere Eltern und Großeltern hätten dan so gefragt, seij moal hast dü daut uck jelehsen, waut soal eck lesen na daut jedicht von von Gustauv Panna,( Gustav Penner) jo so wier daut oawer et kemmt nich mehr treej
          Freundliche Grüße v.Heinz mandey

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          • waldkind
            Forum-Teilnehmer
            • 06.10.2008
            • 2366

            #6
            AW: Onkruut vergeiht nich

            Lieber Heinz,
            es wäre sehr schön, wenn du eine (einige) Cassette voll sprechen würdest - für die Nachwelt. Es ist doch sehr schade, wenn eine Sprache einfach wegstirbt, nicht wahr? Vielleicht findet sich einmal ein Teilnehmer, der es bei youtube einstellt.
            Herzliche Grüße vom waldkind.
            Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

            Kommentar

            • Christkind
              Forum-Teilnehmer
              • 10.02.2008
              • 1568

              #7
              AW: Onkruut vergeiht nich

              Tolle Idee,waldkind.
              Schließlich ist es doch ein Stück mehr an Bewahrung der Kultur, die ja einigen Mitgliedern am Herzen zu liegen scheint.
              Ich habe ja "Danziger Missingsch, aus Tausend Worte Danzigerisch" von J.Pinnow,gesprochen von Hermann Kloss,und dies sind einmalige Dokumente für später....
              Hier sind noch zwei Gedichte von G. Penner:
              Mien Warderland
              https://www.danzig.de/showthread.ph...ien+Warderland
              https://www.danzig.de/showthread.ph...ien+Warderland

              Dann fand ich noch dies von Penner
              Horrido
              Em Hoarwst doer kemmt'ne scheene Tiet,
              daen es it moal so wiet,
              dat riep tom Scheete send de Hoase.
              "Opp, opptor Jagd" woard daen gebloase.

              Dree Flinte wurde schoarp geloade,
              on jieder rickt all Hoasebroade,
              de Hoaskes spetzte schoarp de Ohre,
              verr se schien allet nu verlore.

              Doch aff de Jägersch schoarp uck schoate,
              it wurd nuscht met dem Hoasebroade.
              De Hoaskes bleewe all am Läwen,
              se hadde Gleck, dat wer it äwen.

              De Jägersch stoarkte ferchterlich
              an eenem Krog ganz heimlich sich.
              De Hoaskes hadde se raene geloate,
              oawer Oape on Koatersch, de worde geschoate.

              _____
              Schöne Grüße, Christa
              Auge um Auge- und die ganze Welt wird blind sein.
              (M. Gandhi)

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              • waldkind
                Forum-Teilnehmer
                • 06.10.2008
                • 2366

                #8
                AW: Onkruut vergeiht nich

                Liebes Christkind,
                das Einsprechen von Gedichten für die Nachwelt ist toll. Genauso toll finde ich, wenn jemand aus seinem ganz alltäglichen Leben in seiner Moadersproak (oder wie das heisst), spricht. Eben so wie die Menschen in eurer Kindheit gesprochen haben. Anekdötchen aus dem eigenen Leben. Und ja, für die Nachwelt braucht es vermutlich auch eine kleine Übersetzung ins Hochdeutsche.
                Gute Grüße vom waldkind.
                Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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                • Schönrohr
                  Forum-Teilnehmer
                  • 04.12.2013
                  • 39

                  #9
                  AW: Onkruut vergeiht nich

                  Hallo,
                  das hört sich gut an. Diese Sprache höre ich gerne.
                  Immer, wenn die Oma und unsere Eltern Geheimnisse vor und hatten oder alte Bekannte zu Besuch waren, wurde diese Sprache gesprochen. (Vor allen in der Vorweihnachtszeit) :-*.
                  Irgendwann haben wir diese Sprache auch gut verstanden und so gab es keine süße Weihnachtsgeheimnisse mehr. Jedenfalls nicht die, die unsere Oma und Mama in unserem Beisein besprechen wollen.
                  Vielen Dank dafür
                  Renata

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