Erschaffung der Menschheit

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  • waldkind
    Forum-Teilnehmer
    • 06.10.2008
    • 2366

    #1

    Erschaffung der Menschheit

    Erschaffung der Menschheit (waldkind)


    Einst hatte Gott sich so gedacht,
    dass er zum Mann ein Weibe macht.
    Er formte Menschen sich aus Erde

    und hofft’, sie würden bald zur Herde,
    geschmolzen wie ein Fleisch und Blut.
    Gott sah sein Werk und es war gut.
    Das Weib sollt’ aus dem Schoß gebären,
    der Mann tat beide gern ernähren.
    So lebten Mann und Frau zu zweit,
    meist ging das gut, nur selten Streit.
    Er ging ins Feld, sie ging ans Feuer.

    Das war ihr täglich Abenteuer.

    Gott sah sein Werk schon bald vollendet,
    da hat das Blatt sich noch gewendet.
    „Ich bleib nicht länger mehr im Haus
    und zieh nun in die Welt hinaus.
    Mal sehen, ob ich selber kann,
    was vorbehalten ist dem Mann“,
    so sprach sie also zu dem Gatte,
    „das Kinder kriegen bin ich satte!“
    Erschrocken über ihr Geständnis
    zeigte der Gatte kein Verständnis.
    „Du bist des Kampfes doch schon müde“,
    bemerkt die Gattin ernst und rüde,
    womit den Gatten sie bezwang.
    Bald war dem Manne nicht mehr bang.

    Die Frau geht außer Haus arbeiten,
    dem Manne bringt das freie Zeiten.
    Nun widmet er sich dem Genuss,
    die Frau hingegen schuften muss.
    Man(n) zahlt ihr einen Hungerlohn
    und nennt das Emanzipation.
    Die Menschheit büßt ihr Gleichgewicht,
    denn Kinder kriegen kann Mann nicht.
    Zwar bleibt der Mann nun gern zuhaus,
    doch stirbt die Menschheit dabei aus.
    Dem Gotte bleibt das nicht verborgen,
    seine Geschöpfe machen Sorgen.

    „Was habe ich nur falsch gemacht?
    So hatte ich mir’s nicht gedacht!
    Bin ich kein guter Menschenschuster?
    Versuche ich ein neues Muster!
    Fang ich noch mal von vorne an –
    Erst kommt die Frau, dann kommt der Mann!
    Doch diesmal nehm ich keine Rippe,
    ganz anders bau ich Menschensippe.
    Erst nehm ich einen Kloß aus Lehm,
    halbiere diesen angenehm
    in zwei völlig gleiche Teile.
    Dann schleif ich sie mit meiner Feile.
    So forme ich aus jedem Stück
    der Menschheit neues Erdenglück.

    Auch brauche ich noch einen Garten,
    wo Duft und Schönheit auf sie warten.
    Die Menschen schenken mir Gehör,
    drum nenn ich diesen Garten „Ohr“.
    Ah! Diesmal bau ich ohne Schlangen,
    das wird ein gutes Unterfangen!
    Auch der Apfel war nicht richtig.
    Doch ein Gartenbaum ist wichtig.
    Ich schaffe Bäume nur zur Zierde,
    das fördert keinerlei Begierde.
    Schluss ist jetzt mit der Gaumenlust,
    dass keiner für sie schuften muss.
    Der Mann solle die Bäume hegen,
    die Frau darf Menschenkinder pflegen.
    So haben beide was zu tun
    Und auch noch Zeit sich auszuruhn.

    Gott schaut seine Gedanken an
    und glaubt, dass was draus werden kann.
    Damit am Ende auch nichts fehle,
    bestückt er beide noch mit Seele.
    Und weil ein paar ihm nicht genügt,
    wird schnell ein zweites zugefügt.
    Die Menschen starten nun zu Viere
    als Denkende und nicht als Tiere.
    Biwaibjan, so heisst die Dame,
    Mannawaurms – des Mannes Name.

    Und die Moral von der Geschicht’:

    Verliere nicht dein Gleichgewicht.
    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.
  • waldkind
    Forum-Teilnehmer
    • 06.10.2008
    • 2366

    #2
    AW: Erschaffung der Menschheit

    Erste Anmerkung der Verfasserin (an den Schöpfer):
    Ich bin ja doch ein Gartenweib!
    Könnt ich nicht so als Zeitvertreib
    den schönen Garten pflegen
    und er die Kinder hegen?

    Zweite Anmerkung der Verfasserin:
    Namen klingen oft poetisch,
    diese beiden sind aus Gotisch.
    "Biwaibjan" meint "sich bewegen",
    "Mannawaurms" - Gedanken pflegen",
    "Denkerwurm, genau genommen.
    Beide Namen sind vollkommen.

    Dritte Anmerkung der Verfasserin:
    Die Arbeit ist oft ernst und pflichtig,
    doch auch die Freude ist uns wichtig.
    Drum lies die Zeilen mit Humor
    über den Menschengarten Ohr.
    Nur bitt ich eines noch im Leben,
    der Gott möcht diesen Spaß vergeben!
    Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

    Kommentar

    • JuHo54
      Forum-Teilnehmer
      • 11.12.2008
      • 2378

      #3
      AW: Erschaffung der Menschheit

      Danke Waldkind,
      es ist schön , wenn man sich selbst etwas auf die Schippe nehmen kann...
      Liebe Grüße
      Jutta
      Jeder Tag ist ein kleines Leben für sich.

      Artur Schopenhauer* 1788 Danzig

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      • ada.gleisner
        Forum-Teilnehmer
        • 17.02.2008
        • 882

        #4
        AW: Erschaffung der Menschheit

        Gefällt mir sehr gut, liebes Waldkind. Da wir ja Gottes Kinder sind und er in uns lebt, sind
        Dene Gedanken und Worte ja wohl seine Gedanken und Worte, nur ist die Frage, ob er (oder sie) noch einmal die Möglichkeit hat, neu zu beginnen, liebe Sonntagsgrüße von Ada
        Was ist Geld? Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt. (H. Heine)

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        • Antennenschreck
          Forum-Teilnehmer
          • 05.09.2011
          • 1833

          #5
          AW: Erschaffung der Menschheit

          Hallo Waldkind,

          welche Frau Adams ist denn hier gemeint? Eva oder Lilith. Die Geschichte hier passt besser zu Adams erster Frau Lilith, aber von der wird normalerweise nie gesprochen.

          Tschü...
          Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

          Kommentar

          • Mandey +08.03.22
            Forum-Teilnehmer
            • 08.02.2009
            • 540

            #6
            AW: Erschaffung der Menschheit

            Hallo Antennschreck,
            weißt du, als Adam das erste mal die Lilith vernaschen wollte da sagte er gehe zwei Meter zurück den ich weiß nicht wie Lang er ist ,

            halleluja
            Fröhliche Grüße v.heinz Mandey

            Kommentar

            • Antennenschreck
              Forum-Teilnehmer
              • 05.09.2011
              • 1833

              #7
              AW: Erschaffung der Menschheit

              Tja,
              jeder fängt mal an, und manche Sachen werden einfach überschätzt.

              Tschü.....
              Das gute alte Recht ist immer ungesetzt und ungeschrieben!!

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              • waldkind
                Forum-Teilnehmer
                • 06.10.2008
                • 2366

                #8
                AW: Erschaffung der Menschheit

                Grins, ihr Spaßvögel.
                Stimmt die Lilith kommt etwas zu kurz in der christlichen Theologie.
                Ich glaube nicht, dass Gott eine neue Menschheit beginnen würde. Er hat uns nach seinem Ebenbilde geschaffen und uns den freien Willen gelassen. Was wir draus machen ist halt unser Ding. Wenn es der Erde zu bunt wird, schüttelt sie sich und vorbei ist der grausame Spuk. Übrig bleiben die zwei,vier oder xxx Guten, die es noch mal versuchen.

                Jedenfalls trage ich wieder Rock LG waldkind.
                Fichten, Birken, Linden, Ellern sind die Bäume unserer Vorfahren. Auch Heide und Kiefer mögen die Landschaften geprägt haben.

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